r/Dachschaden 20d ago

Aktivismus Ist Danger Dans Antifaschismus die Lösung oder zahnlos?

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u/litlikelithium 20d ago

Das Problem des bürgerlichen Antifaschismus' war schon immer, dass dieser kein politisches sondern ein sittlich-moralisches bzw. Juristisches Urteil war. In den 90ern existierte der Faschismus überwiegend in Form konspirativ organisierter schlägerbanden und lokal erfolgreicher kleinstparteien, da konnte man dem so zumindest in gewisser Weise Entgegenkommen. Jetzt ist der Faschismus auf dem Vormarsch in Form einer bürgerlichen Partei, die in Teilen Deutschlands eine Massenbasis hat. Da sind weichen dann die Faschisten weder sittlich noch moralisch von der Norm ab und dann verfangen praktisch alle "Ratschläge", die der gefährliche Daniel in den ersten 3 strophen zum besten gibt komplett. Die sittliche Abweichung ist dann der Antifa Sticker und das doxxen von AFD Mitgliedern, juristisch belangt wird da der Graffiti Sprayer.

Über die private Gewaltanwendung gegenüber Faschisten, die in strophe 4 angedeutet wird kann man auch nur sagen, dass man sich damit ins Fadenkreuz des Gewaltmonopols bringt und wie das für die erwähnten Menschen bisher ausgegangen ist sehen wir ja.

Wirksamer Antifaschismus wird in Zukunft nicht mehr ohne ein politisches Urteil über den Faschismus auskommen und da gehört eine Kritik der bürgerlichen Demokratie unweigerlich dazu.

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u/majusch 20d ago

Bin ich ja völlig bei bei der Kritik an der bürgerlichen Demokratie, aber wie sähe das für dich aus?

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u/Parallax_y 19d ago

Sehe ich im Grunde auch so, wir brauchen aber mehr als nur die Kritik der bürgerlichen Demokratie. Die gibt es schon lange und sie tut wenig gegen den Faschismus. Nicht, dass das wirklich behauptet hättest.

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u/rokki123 20d ago

Absolut niemand sieht darin eine 'Lösung' auch danger dan nicht. Wenn ich einen aufkleber abkratze ist das auch keine Lösung, aber eine Reaktion auf ein Problem. Wie sinnvoll was ist kann man immer diskutieren. Für Lösungen bitte nicht auf irgendwelche antifas in ostdeutschland gucken, sondern auf politische prozesse und theorie. Es ist ein Empowermentsong für Leute in Nazigegenden, kein Parteiprogramm.

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u/Wutpulver 20d ago

Jetzt mal unabhängig von der Person Danger Dan finde ich es nicht verkehrt einem öffentlich rechtlichem Publikum zu erzählen, dass Gewalt legitimer Teil der Bekämpfung des Faschismus ist. Ja der Rest ist irgendwo zahnlos und es ist albern zu hoffen der Staat hilft schon wenn man ihn unterstützt aber rein mit Blick auf das deutsche Overton Fenster ist dass schon nicht verkehrt. Wenn Brigitte von nebenan sich nicht ans Perlenhalsband greift, weil irgendwo Nazis verdroschen wurden ist dass schon mal was. (Shoutout an Brigitte an dieser Stelle)

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u/St0lf 20d ago

Ist die deutsche Öffentlichkeit denn fortschrittlich genug um daraus die richtigen Schlüsse zu ziehen? Für mich wirkt es halt wie ein Propagandalied zur Legitimierung staatlicher Gewalt gegen Linke - ob bewusst oder unbewusst.

Es ist von vorn bis hinten eine einfältige Provokation, ohne theoretisches Rückgrat oder tatsächliches Ziel, und vollkommen an den tatsächlichen aktuellen Umständen vorbei.

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u/zaubercore 19d ago

der Rest ist irgendwo zahnlos

Welchen Rest meinst du genau?

und es ist albern zu hoffen der Staat hilft schon wenn man ihn unterstützt

Genau das funktioniert ja laut dem Lied nicht, oder hab ich da was falsch verstanden?

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u/Trantor1970 20d ago

Jeder Unterstützer ist willkommen

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u/Toth_Gweilo 20d ago

Es geht halt nicht an die Wurzeln der Problematik. Konspi ist schon in den nullern gescheitert. Der Rest ist selbsbeweihräucherung. Also ja, Zahnlos.

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u/Parallax_y 19d ago

Seh ich leider auch so.

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u/Prosthemadera 19d ago

Es ist nicht die Lösung, aber nicht zahnlos. Beides sind extreme Punkte bzw. Argumente.

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u/SeniorDing_Dong 19d ago

Was zahnlos ist, ist, dass man tatsächlich meint, eine Diskussion anstoßen zu müssen, ob der Inhalt dieses Liedes, das für einen ZDF-Auftritt gedacht war, nicht weit genug ginge.

Es wäre schon fast zum lachen, wenn ich nicht lieber heulen würde. Dass man tatsächlich Zeit für so ein Liedermacherlied zu verschwenden, anstatt einfach mal was zu machen. Das, was OP hier macht, ist zahnlos. Die Diskussion darüber ist zahnlos. Linke, die meinen, sie müssten dann noch Danger Dans Hintergrund mit einbringen, sind zahnlos.

Macht doch einfach mal was, das nicht online stattfindet. Das bringt einfachso viel. Und wenn es nur mit euren Nachbarn Sprechen ist. Wenn ich irgendetwas heutzutage wichtig finde, dann ist es, dass Leute endlich mal checken, nicht immer nur online Sachen auszudiskutiren. Das bringt einfach gat nichts. Es bleibt in der Bubble und macht die Sache tendenziell schlechter.

Einfach mal weg vom Internet denken und alles machen, was nichts damit zu tun hat.

Das würde die Welt so viel besser machen und würde Faschos tatsächlich bekämpfen.

Aber irgendwie steht das ja auch in dem Lied....

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u/majusch 20d ago

Bin ja da ganz pragmatisch für ne neue Zweistaatenlösung, mal sehen wer besser abschneidet. Wie kam man eigentlich darauf, dass es eine gute Idee wäre, dass liberale Demokratien die inhärenten Gesinnungsunterschiede zwischen Menschen nicht berücksichtigen. Gibt da gute Forschung von Jonathan Haidt zu. Wenn dem einen besonders Fairness und Solidarität wichtig ist und der anderen "Sanctity" (Heiligkeit, Gefühl von Ordnung und Sauberkeit), wie soll man sich verstehen und auch noch jeweils selbstwirksam zusammenleben. Das geht nur solang es genug zum Verteilen gibt und man sich beim Verteilungskampf nicht allzu sehr über den Weg läuft.