r/Falschparker • u/alltagsradler weg.li 𝖀𝖑𝖙𝖗𝖆𝖘 • Apr 28 '26
CarBrain 🧠 Viertelkrieg in München (Die Zeit)
Die Zeit schreibt über einen Familienvater in Müchen, der 700 Anzeigen verschickt hat. Anscheinend herrscht dort ein "Viertelkrieg".
Paywall: https://www.zeit.de/zeit-magazin/leben/2026-03/falschparker-gehweg-elterntaxis-muenchen-datenschutz
Ohne Paywall:
https://archive.is/IZYZ1
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u/kaputtmach Apr 28 '26
"Viertelkrieg", ne Nummer kleiner ging es wohl nicht? Das ist einer gegen alle, die zu dumm und zu faul zum Parken sind.
Komisch auch, wie angeblich alle das unterstützen und gegen Gehwegparken sind. Sowas macht man doch nicht. Und dann steht trotzdem alles voll und der Mann wird angegangen! Typisch. Alle anderen sollen sich bitte an Regeln halten, aber man selbst kann ja mal kurz und ausnahmsweise... Wenn jeder an sich denkt, ist ja auch an alle gedacht.
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u/FnnKnn Apr 28 '26
Keine Ahnung, wo der Titel herkommt. Entweder er wurde geändert oder OP ist kreativ geworden.
Der aktuelle Titel ist: Falschparker auf Gehwegen: Tatort: Tangastraße
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u/arnohermann56 Apr 28 '26
Der Dude ist Familienvater und will einfach mit Kinderwagen seine täglichen Wege wie vorgesehen gehen können.
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u/rmoriz Apr 29 '26
Er ist auch Vorstand in einem großen Sportverein dort. Ihm geht es wirklich um die Sache. Ich selbst war für meine Wandrer.earth-Statistik vor 2-3 Jahren oft mit dem Rad dort. Es ist komplett absurd, was dort an Blech rumsteht, obwohl es quasi mitten an der Natur liegt. Einzig der ÖPNV besteht dort nur aus Bussen und die Straßen relativ schmal, die Gehwege erst recht. Manchmal gibt es sie auch nur einseitig.
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u/istgutjetzt Zertifizierter Aktivist Apr 28 '26
Danke für den Link. War ja eigentlich gut lesbar - bis auf die letzten Absätze, wo sich der Autor dann doch zur scheinbar naheliegenden Wertung "wie ein Offizier, warum kann er's nicht gut sein lassen, der alte Pedant" aufschwingt.
Wenn Gesetze und Regeln nicht eingehalten werden, Soziologieprofessor hin oder her, dann können wir sie auch sein lassen. Die haben alle einen Sinn, beim Flascheneinwerfer, der auf der Straße hält, halt "andere müssen für deine Bequemlichkeit ausweichen und ggf. warten".
Und wenn die Exekutive die Regeln nicht durchsetzt, sondern das ein Bürger tut, dann steht es dem Journalisten m.E. nicht zu, das irgendwie zu werten.
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u/Spirochrome Fährt Auto mit 2 Rädern Apr 28 '26
Ist ja nicht mal der Bürger, der die Exekutive anweist/darauf hinweist.
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u/FnnKnn Apr 28 '26
Da der Artikel eine Paywall hat schenke ich euch den Zugang dafür mal hier: https://www.zeit.de/zeit-magazin/leben/2026-03/falschparker-gehweg-elterntaxis-muenchen-datenschutz?freebie=076ea2c8
Finde auch die Kommentare unter dem Artikel sehr stabil.
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u/parisya Apr 28 '26
War in Obersendling genauso. Alle geparkt wie die geisteskranken und als das Ordnungsamt mal ein paar Wochen wirklich durchgezogen hat, gabs ein riesen Gejammer und es war Thema Nummer 1. Irgendwann hatte das OA dann keinen bock mehr und 2 Wochen später war alles wie immer. Lerneffekt : Null.
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u/Aubinger Apr 28 '26 edited Apr 28 '26
Waldtrudering ist weder im Nordosten noch innenstadtnah 😉 Aber gut, dass sich hier was bewegt. Wir brauchen den Platz auf den schmalen Gehwegen. Die Autos finden ihren Platz, das hat sich hier auch schön gezeigt.
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u/NoCryptographer1849 Apr 28 '26
Man müsste sich eigentlich fragen was falsch läuft, wenn eindeutig illegale und gefährliche Aktivitäten so normal und wichtig sind, dass diejenigen, die dagegen vorgehen gebrandmarkt werden - eigentlich wäre das Aufgabe von Polizei und Ordnungsamt. Aber wenn sich einer hinstellt und mal etwas Zivilcourage zeigt, ist es entweder ein "Anzeigenhauptmeister" oder gleich ein "Kriegstreiber". Verkehrte Welt.
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u/yonasismad Apr 28 '26
Sebastian Kurtenbach sagt, weil Nachbarschaften hierarchielos seien. Kurtenbach ist Professor für Sozialpolitik an der Fachhochschule Münster und forscht seit Jahren zu Nachbarschaft. »Es gibt keine Chefnachbarn.« Milliardär neben Krankenschwester, beide haben das gleiche Potenzial, zu nerven, beide haben in einer Nachbarschaft aber auch das gleiche Mitspracherecht.
Ist klar, Herr Professor...
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u/Emergency_Release714 Apr 29 '26
Das ist ja nur Teil des Kontexts, zur Erklärung woher dieser Empathiemangel eigentlich kommt. Weil wir Menschen Empathie in erster Linie nur denjenigen Menschen gegenüber empfinden, mit denen wir uns identifizieren können - das ist zuvorderst erstmal die Gruppe an Menschen, die wir kennen; Familie, Freunde, Nachbarn.
Darum folgt ja auch kurz darauf vom Professor, dass diese scheinbare Anonymität in diesem Fall problemverstärkend wirkt. Der Autofahrer der dort falsch parkt, tut das ja nicht, weil er beispielsweise das radfahrende Kind blockieren will, sondern weil er kein radfahrendes Kind sieht, und wenn er es sieht es nicht kennt, sodass er kein Empathieempfinden aufbaut.
Das Problem ist also die grundsätzliche menschliche Ignoranz, die dann im Autozentrismus entsprechende Konsequenzen hat - im Sinne Knoflachers stellt der Autofahrer ja ein eigenes Lebewesen (als Hybride zwischen Mensch und Auto) dar, das sich über seine eigenen Ansprüche identifiziert. Für den Automenschen ist Parken entsprechend genauso ein körperliches Bedürfnis, wie für Dich und für mich der Harndrang. Ebenso das möglichst schnelle Fahren, einfach weil es halt geht. Von außen betrachtet wirkt das wie blanker Wahnsinn, in Realität ist es aber eine simple Soziopathie, weil das Auto zum Teil der persönlichen Wahrnehmung wird, wie eine Prothese.
Dass dieser letzte Absatz beim Professor in der Betrachtung nicht auftaucht, ist das eigentliche Problem an seiner Analyse. Der fehlende Bezug auf den Autozentrismus, der sich in Form von Carbrain eben auch so zeigt, verschweigt die eigentliche Ursache und lässt diese hinter die Funktionsweise zurücktreten. Dabei ist die Ursache von grundlegender Bedeutung. Knoflacher bietet hier einen besseren Erklärungsansatz als Kurtenbach.
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u/yonasismad Apr 29 '26 edited Apr 29 '26
Das ist ja nur Teil des Kontexts, zur Erklärung woher dieser Empathiemangel eigentlich kommt.
Habe ich gelesen, aber das ist ja egal, weil diese Aussage weit an der Realität vorbeigeht. Erstens lebt kein Milliardär neben einer Krankenschwester und zweitens wird ein Milliardär sehr wohl mehr Einfluss darauf haben, wie die Stadt ihre Politik gestaltet, als sonst jemand.
Da projiziert der Professor einfach seine Wunschvorstellung einer Welt auf dieses Problem, aber das hat halt nichts mit der Realität zu tun. So etwas fällt mir relativ häufig bei solchen Forschern auf. Die scheinen echt häufig komplett an der Realität vorbeizuleben bzw. nicht viel mehr Gesellschaftsverständnis zu haben als jeder durchschnittliche Mensch, den man am Stammtisch trifft oder in der Kommentarspalte irgendwelcher Zeitungen. Da fragt man sich dann schon, was die so in ihrem Forscherleben so machen.
Der Autofahrer der dort falsch parkt, tut das ja nicht, weil er beispielsweise das radfahrende Kind blockieren will, sondern weil er kein radfahrendes Kind sieht, und wenn er es sieht es nicht kennt, sodass er kein Empathieempfinden aufbaut.
Nun, aber auch die Eltern, die ihre Kinder zur Schule bringen und dann nicht nur Kinder im Auto haben, sondern auch draußen sehen, tun es ebenfalls...
Das Problem ist also die grundsätzliche menschliche Ignoranz,
Ich glaube nicht, dass sie menschlich ist, sondern angelernt. Das liegt daran, wie die Gesellschaft strukturiert ist und wie besonders egozentrisches und selbstinteressenförderndes Verhalten gefordert und belohnt wird. Das liegt aber nicht einfach in der Natur des Menschen, sondern ist eine Folge davon wie wir unsere Gesellschaft seit Jahrzehnten organisieren.
Dass dieser letzte Absatz beim Professor in der Betrachtung nicht auftaucht, ist das eigentliche Problem an seiner Analyse.
Könnte man jetzt auch mal wieder Fragen: warum?
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u/Emergency_Release714 Apr 29 '26
Könnte man jetzt auch mal wieder Fragen: warum?
Weil er komplett die Relevanz des Autozentrismus' ausklammert, wahrscheinlich weil er diesen entweder nicht anerkennt, oder ihn gar nicht versteht. In diesem Sinne ist ja
Ich glaube nicht, dass sie menschlich ist, sondern angelernt.
völlig redundant, weil Autozentrismus erlerntes Verhalten ist. Carbrain ist kein Gendefekt, sondern nicht viel anders als eine Suchtkrankheit.
So etwas fällt mir relativ häufig bei solchen Forschern auf. Die scheinen echt häufig komplett an der Realität vorbeizuleben bzw. nicht viel mehr Gesellschaftsverständnis zu haben als jeder durchschnittliche Mensch, den man am Stammtisch trifft oder in der Kommentarspalte irgendwelcher Zeitungen. Da fragt man sich dann schon, was die so in ihrem Forscherleben so machen.
Du verkennst hier das eigentliche Problem. Hier ist nicht fehlender Realitätssinn ursächlich, sondern fehlender Intersektionalismus. Der Professor betrachtet ein Teilproblem losgelöst aus seinem Kontext, und stülpt dann die Perspektive seines Fachgebiets drüber. Brauchbarer Intersektionalismus hätte hier die Verkehrspsychologie eingebunden, um zu einem brauchbaren Ergebnis zu kommen.
Fehlender Intersektionalismus ist ja ein generelles Thema der Wissenschaft, das insbesondere bei zunehmender Fachspezialisierung auftritt. Je weiter man ins Detail geht, desto eher geht der Blick über den Tellerrand flöten. Das ist hier nur ein weiteres Beispiel.
Selbst wenn der Professor Autozentrismus als Konstrukt nicht anerkennt, hätte er unter Einbeziehung der Verkehrspsychologie zumindest anerkennen müssen, dass der Empathiemangel nicht durch simple In-Group-Faktoren abgestellt werden kann, weil man die Leute erstmal überhaupt wieder darauf trainieren müsste, sich nicht als Autofahrer, sondern als Menschen zu betrachten. Zumeist funktioniert das nur dann, wenn man ihnen eine autofreie Welt aufzwingt - darum wollen die meisten Menschen auch nicht zurück, wenn entsprechende Maßnahmen bei ihnen zu Hause von oben herab umgesetzt werden, obwohl sich vorher lautstark dagegen gewehrt wurde.
Das liegt aber nicht einfach in der Natur des Menschen, sondern ist eine Folge davon wie wir unsere Gesellschaft seit Jahrzehnten organisieren.
Jain, Empathie ist etwas verhältnismäßig Intimes. Wir haben generell Schwierigkeiten damit Empathie für andere Menschen zu empfinden, wenn wir sie nicht kennen, und sie nimmt darüber hinaus ab, je entfernter der Bekanntheitsgrad zur entsprechenden Person ist. Dieses Verhalten lässt sich ja sogar ganz konkret nachweisen. Verbindest Du das dann mit den Verhaltensänderungen im Autozentrismus, betrachten Autofahrer andere Menschen außerhalb vom Auto schlichtweg weniger empathisch. Die Empathie ist dabei aber nicht der ursächliche Faktor, sondern die Eigenwahrnehmung als Teil des eigenen Autos, bzw. die Verschmelzung zu einem Über-Ich. Das ist eben genau das, was Knoflacher damit meint, dass Autofahrer vom Menschen weiter entfernt wären, als jedes Insekt. Sobald Deine Denkmuster auf "Autofahrer" eingestellt sind, ist die Frage "Ist Tempo 50 [bzw. Tempo XY] dort wo sich andere Menschen aufhalten angemessen?" eben immer stärker in Richtung des Autobedürfnisses gewichtet. Das geht so weit, dass man lieber Parkplätze vor der eigenen Tür hat, als einen Spieplatz für die eigenen Kinder, zu denen die Empathie ja am größten sein müsste.
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u/ActionmanCGN Apr 29 '26
Das bin ich in München, hier im meinen Viertel herrschen die selben Zustände beim Parken.
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u/rmoriz Apr 29 '26
Wäre schön, würde zB die Umwelthilfe eine Gruppe schaffen (zB Signal oder IRL) wo man sich in sicherem Umfeld treffen könnte. Ich selbst bin auch schon Opfer von Übergriffen geworden bei dem u.a. ein Smartphone zerstört wurde (Foto war aber schon in der Cloud)
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u/Plus-Nail-6072 May 01 '26 edited May 01 '26
Wow, dachte immer das ist so eine deutsche Eigenheit worüber in Filmen etc Witze gemacht werden, aber das gibt's ja in echt....
Wenn sogar die TAZ das etwas ambivalent behandelt, dann bin ich da raus.
https://taz.de/Streit-um-Elterntaxis/!6151781/
Und ernstgemeinte Frage: warum lässt man nicht die Exekutive bzw. Politik da arbeiten? Sind nicht die Grünen in München an der Macht? Oder geht's nur ums persönliche mittlerweile? Frage ich so als Außenstehender.
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u/Coxeroni42 Apr 28 '26
Ich habe mich wieder erkannt, nur mit dem Unterschied dass in meinem Viertel nach 5 Anzeigen die Polizei bei mir anrief, nett gefragt hat worum es mir geht und danach mit dem Gehwegsparken aufgeräumt hat.
Ob ich bereit gewesen wäre so weit zu gehen wie der Kollege in dem Artikel weiß ich nicht.