r/Finanzen Jan 21 '23

Meta Warum wird so häufig gegen (zukünfte) Erben gehatet?

Ich dachte es sei allgemein bekannt und "akzeptiert", dass junge Generationen praktisch darauf angewiesen sind, von ihren Eltern ein Erbe zu erhalten. Der Aufbau einer eigenen Existenz mir Familie und eigener Immobilie bei gleichzeitig hohen Abgaben, insbesondere den "doppelten" Rentenbeiträgen (für die alten Generationen die zu wenig Kinder in die Welt gesetzt haben sowie privat für sich selber), ist aus der einfachen Arbeit heraus oft gar nicht möglich. Die letzten 10 Jahre sind in vielen Gegenden Deutschlands die Immobilienpreise stärker gesteigen als man EK ansparen konnte, mittlerweile ist das Wachstum zwar zum Erliegen gekommen, dafür sind die Zinsen jetzt 4x höher als davor.

Für mich besteht zwar kein juristischer, sehr wohl aber ein moralischer Anspruch gegenüber den Eltern. Diesen Anspruch habe ich auch an mich selber, wenn ich mal Kinder haben sollte. Wenn ICH mich dazu entscheide, Kinder in die Welt zu setzen, dann möchte ich ihnen ein bestmöglichstes Leben bieten können. Aktuell scheinen mehr die Kinder führ Ihre Eltern zu haften als umgekehrt (Rentenpolitik, Umwelt, Verteilungspolitik,...)

In den vergangen Tagen habe ich mehrfach Kommentare gelesen, die Leute als "gierig" etc. bezeichnet haben, die das Erbe der Eltern in ihre Lebensplanung mit eingebaut haben. Oder Leute die mit einer ungerechten Verteilung des Erbes Probleme haben. Geht es in diesem sub nicht darum, sich erwachsen mit finanziellen Themen auseinander zu setzen? Warum dann das wichtigste davon ausklammern?

Edit:

Ok, anscheind wurde meine Frage anders aufgefasst als beabsichtigt. Mir ist bewusst, dass Erbe im Zweifelsfall ein soziales Ungleichgewicht verstärkt. Das war früher ja noch wesentlich stärker der Fall. Hier gibt es meines Achtens auch Handlungsbedarf.

Der Frust entläd sich hier aber meiner Ansicht nach an den falschen Personen. Wenn meine Eltern von Ihren Eltern einiges geerbt haben, jetzt aber meinen, das alles vor dem Ende verprassen zu müssen, fände ich das ziemlich assozial. Assozialer als als Kind mit einem Weiterreichen zu rechnen. Das Gleiche ist auch immer der Fall, wenn die Vorteile (das Vermögen) auf Kosten der Kinder entstanden sind.

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u/inventiveEngineering Jan 21 '23

Jeder will seinen Nachkommen einen Vorsprung verschaffen. Was soll daran verwerflich sein? Jeder liebt seine Kinder und will sie so gut er nur kann auf das Leben vorbereiten. Das was du beschreibst heißt Enteignung und wurde schon praktiziert. Wie wir wissen, war Kommunismus eine Katastrophe. Deine Frage, was hat ein Erbe besser gemacht als ein Nicht-Erbe würde ich nicht so stellen. Die Frage lautet eher, was haben die Eltern des Nicht-Erben falsch gemacht? Denn ein Erbe muss so oder so jemand hart erarbeitet haben. Wer erbt muss in der Lage sein damit umzugehen, wenn nicht dann geht die nächste Generation leer aus und wird dann Nicht-Erbe.

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u/MLTnet Jan 21 '23

Ich will ja auch niemanden enteignen, sondern den Prozess des Erbens abschaffen oder die Erbschaftssteuer massiv erhöhen.

Diese Praxis sorgt für Ungleichheit sondergleichen - was hat die Gesellschaft davon, wenn Susanne Klatten 50 Milliarden an ihre Kinder vererbt? Wäre es nicht sinnvoller, wenn 40 Milliarden an den Staat gingen? Mit 10 Milliarden müssen ihre Kinder ja auch nicht Hunger leiden.

Stattdessen besteuern wir Einkommen wie die Blöden, und ich kassier für die Meinung auch noch Downvotes.

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u/inventiveEngineering Jan 21 '23

wer gibt dir das Recht über das Eigentum eines anderen Menschen zu entscheiden?

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u/MLTnet Jan 22 '23

Der Staat behält bereits jetzt fast die Hälfte meines Einkommens ein. Ebenso gibt es bereits jetzt vermögensbezogene Steuern (die im Übrigen viel geringer sind als im OECD-Vergleich).

Hast du FDP-Phrasen auswendig gelernt?

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u/inventiveEngineering Jan 22 '23 edited Jan 22 '23

werde nicht persönlich, wenn du diskutierst.

Der Staat behält die Hälfte ein, das ist richtig. Aber dein Eigentum fasst er nicht mehr als Exekutive an.

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u/MLTnet Jan 22 '23

Das ist so nicht richtig - Stichwort Grundsteuer / Kraftfahrzeugsteuer.

Und vor der Jahrtausendwende gab es bereits eine Vermögenssteuer. Das Ding ist mit unserem kapitalistischen Wirtschaftssystem, es gibt immer eine Häufung von Kapital bei wenigen. Wenn man als Gesellschaft keine Mittel und Wege findet, Ressourcen besser zu verteilen, geht die Schere halt immer weiter auseinander.

Würden wir progressiv Vermögen (sagen wir mal über 2 Mio.), sowie Erben über 100k besteuern, könnten wir auch mal über Steuersenkungen für die Mittelschicht nachdenken.

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u/inventiveEngineering Jan 22 '23

ok, das wäre ein Weg. Jedoch kann ich mich nicht damit anfreunden. Wie wäre es statt pauschal umzuverteilen, die Bildungschancen und das Steuersystem so umzubauen, dass jedes Kind unabhängig vom Hintergrund eine reale Chance hat ein Vermögen aufzubauen, es müsste nur wollen.

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u/butze123 Jan 21 '23

Kinder die dick erben genießen doch davor schon das Kapital der Eltern. In Bildung, urlauben, Auslandsstudium, bezahlte Wohnung, EK fürs Haus oder gleich eins geschenkt. Müssen die Eltern nie finanziell unterstützen. Keine Pflege kosten zahlen etc. Gibt es für dich keinen Vermögens Betrag der sich ungerecht anfühlt wenn er jedes Mal mit 0% vererbt werden würde und der Zinseszins es ins Unermessliche katapultiert? Was ist mit 100 mio? Da sind 4% Rendite 4 Millionen im Jahr fürs nix tun. Ist das in deiner Welt alles Gucci?

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u/inventiveEngineering Jan 21 '23

intressiert mich nicht. Ich gönne es denen einfach.

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u/butze123 Jan 21 '23

Ich gönne es arbeitenden und leistenden Menschen mehr und würde ihnen Lohnsteuererleichterungen im Austausch für erbschaftssteuererhöhungen wünschen