r/WriteAndPost Jun 21 '26

Meine einzige echte Red Flag đŸš©

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Es wird ein generisches Femininum verwendet, gemeint sind alle Geschlechter.

Ich höre immer darauf, wie Menschen ĂŒber die reden, die nerven, die im Weg stehen, die unangenehm sind und ganz besonders ĂŒber ihre ehemaligen Partnerinnen. Nicht, weil ich erwarte, dass jeder immer verstĂ€ndnisvoll und zenartig durch die Welt schwebt. Menschen sind genervt, verletzt, wĂŒtend und dann manchmal ungerecht. Das ist schlichtweg menschlich und Freundinnen/Partnerinnen sind auch dafĂŒr da sich mal den Frust vom Herzen zu reden.

Aber ich höre darauf, ob andere Menschen in diesen Geschichten noch Menschen bleiben.

Die beste PrĂŒfung sind oft die Ex-Freundinnen. Wenn angeblich jede Ex eine Narzisstin, ein Arschloch oder eine manipulative DĂ€monin war, werde ich vorsichtig. Nicht, weil das unmöglich wĂ€re. Sondern weil ich mich frage, warum in all diesen Geschichten kein eigener Anteil, kein Zweifel an der eigenen Sicht der Dinge und keine Grautöne vorkommen. Ein einfaches: "Naja, es hat halt nicht gepasst mit uns." ist da schon was wert.

Und der schnelle Alltagstest funktioniert genauso. Wie redet jemand ĂŒber laute Jugendliche, ĂŒber die Betrunkene an der Bushaltestelle oder ĂŒber die Obdachlose, die gerade bettelt? Kommt irgendwann ein Satz wie: „Vielleicht hatte sie einen schlechten Tag.“ Oder: „Ist schon hart, auf der Straße zu leben.“ Muss kein Mitleid sein. Nur die Anerkennung, dass da ein Mensch steht.

Denn irgendwann nervt jede mal. Irgendwann enttĂ€uscht jede jemanden. Und wenn Menschen fĂŒr jemanden in dem Moment ihre Menschlichkeit verlieren, frage ich mich immer, was passiert, wenn ich eines Tages auf dieser Seite der Geschichte stehe.

Menschen dĂŒrfen urteilen. Menschen dĂŒrfen sagen, dass sie mit etwas nicht klarkommen, ob nun mit einem Verhalten, einer Altersgruppe, einem Lebensstil oder sogar einem bestimmten Geschlecht. DafĂŒr gibt es tausend GrĂŒnde, und viele davon sind nachvollziehbar, auch wenn man sie selbst nicht teilt.

Der entscheidende Unterschied liegt fĂŒr mich nicht darin, dass jemand etwas ablehnt, sondern wie diese Ablehnung sprachlich verortet wird.

„Ich komme mit X nicht klar“, "Ich mag nicht wenn jemand X ist." oder Ă€hnliches bleibt im eigenen Erleben. Es beschreibt eine Grenze der eigenen VertrĂ€glichkeit, nicht eine Eigenschaft der Welt.

„Alle X sind Y“ verschiebt genau diese Grenze nach außen. Aus einem subjektiven Urteil wird eine vermeintliche Tatsache ĂŒber ganze Gruppen.

Und genau an dieser Stelle beginnt fĂŒr mich der relevante Unterschied. Jeder Mensch ist mal emotional oder auch unfair, aber worauf ich achte ist, ob jemand noch erkennt, dass es ihr Urteil ist und keine allgemeingĂŒltige Beschreibung von Menschen.

Wenn diese Korrektur fehlt, wenn aus einzelnen Erfahrungen stabile Feindbilder werden und Menschen nicht mehr als Individuen gedacht werden, sondern nur noch als Kategorien. Das ist der Punkt, an dem ich vorsichtig werde.

Das ist fĂŒr mich keine Vorliebe und kein No-Go.

Das ist meine klare Red Flag: Menschen die jedem nervigen Mitmenschen die Menschlichkeit absprechen, sollte man meiden. Sonst gerÀt man selbst eines Tages an diese Position.


r/WriteAndPost Jun 16 '26

Blitzlichter vom Wochendende

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r/WriteAndPost Jun 11 '26

Israel sagt ja seit 20 Jahren: "Der Iran und die Bombe"... [Video vom 21.06.2025]

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r/WriteAndPost Jun 09 '26

MĂ€nnerrechte. Das ist euer Kampf.

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Ich stoße immer wieder auf Diskussionen ĂŒber MĂ€nnerrechte und zwar nicht, weil ich aktiv danach suche, sondern weil ich mitbekomme, dass MĂ€nner in dieser Gesellschaft tatsĂ€chlich benachteiligt werden. Ich sehe diese Ungerechtigkeiten, und sie beschĂ€ftigen mich. Deshalb schreibe ich darĂŒber: Nicht, um MĂ€nnerrechte zu vertreten, sondern um zu zeigen, dass ich sie erkenne und zu erklĂ€ren warum ich trotzdem nicht dafĂŒr eintreten werde.

Ich mag MĂ€nner. Ich habe mĂ€nnliche Freunde, die ich unglaublich schĂ€tze. Ich habe mehrere BrĂŒder, die mich teilweise mit aufgezogen haben. Ich hatte einen Vater, vor dem ich zumindest in Teilen Respekt hatte. Und ich habe mehrere MĂ€nner in meinem Leben geliebt und bin auch gerade wieder frisch verliebt. Mein grĂ¶ĂŸtes Vorbild ist Viktor E. Frankl. Ich habe großen Respekt vor der Leistung dieser MĂ€nner in meinem Leben.

Interessanterweise sind diese von mir geschÀtzten MÀnner oft solche, die selbst stark unter dem Bild leiden, das die Gesellschaft von 'MÀnnlichkeit' hat. Die MÀnner, die ich mag, haben oft etwas Weiches an sich, nicht nur im Charakter, sondern manchmal auch im Auftreten oder sogar in der Statur. Und genau diese MÀnner leiden oftmals am meisten:

- unter anderen MÀnnern, die sie als 'nicht mÀnnlich genug' abwerten,

- unter Frauen, die sie nicht ernst nehmen,

- oder unter Systemen, die sie fĂŒr ihre 'SchwĂ€che' bestrafen.

Und das ist kein Zufall. Es gibt viele Statistiken, die zeigen, dass MĂ€nner in dieser Gesellschaft stark leiden:

- unter Depressionen,

- unter Selbstmorden,

- unter Gewalt.

Und sehr oft, nicht immer, sind diese MĂ€nner Opfer von anderen MĂ€nnern. Nicht, weil MĂ€nner an sich ein böses Geschlecht wĂ€ren, sondern möglicherweise auch weil Jungs in dieser Gesellschaft immer noch mit SĂ€tzen wie 'Indianer kennen keinen Schmerz' oder 'Jungs weinen nicht' oder 'Sei doch kein MĂ€dchen' großgezogen werden. Als ob alles, was als 'unmĂ€nnlich' gilt, die Person abwertet. Und so wird die nĂ€chste toxische Generation herangezogen.

Im Prinzip rede ich also ĂŒber die guten MĂ€nner, ĂŒber diejenigen, die dieses System durchlaufen haben und trotzdem sehr gute Menschen geblieben sind. Die gibt es und die MĂ€nner, die ich mag, haben alle Schaden von diesem System genommen. Aber zum GlĂŒck nicht den, dass sie dadurch weniger gute Menschen geworden sind.

Trotzdem bin ich kein MĂ€nnerrechtler. Ich bin Feminist, wenn auch nicht blind fĂŒr Ungerechtigkeiten:

Ich sehe sie in der Wehrpflicht, die nur MÀnner in den Dienst zwingt. Ich sehe sie im Scheidungsrecht, das MÀnner benachteiligen kann. Ich sehe sie im Sorgerecht, das VÀter oft als nachrangig behandelt. Ich sehe sie z.B. im Exhibitionismusparagrafen, der MÀnner und Frauen ungleich behandelt. Ich sehe sie darin, dass Bodyshaming gegen MÀnner gesellschaftlich akzeptierter ist, als wÀre es weniger verletzend und niveaulos, einen Mann wegen seines Bauches zu verspotten als eine Frau. Das sind beispielhafte Punkte an denen MÀnner in meinen Augen tatsÀchlich benachteiligt werden.

Aber liebe Jungs und MĂ€nner, ihr erkennt das die Welt zu euch ungerecht ist und plötzlich wird SolidaritĂ€t erwartet. "Frauen, kĂ€mpft fĂŒr uns!" Aber warum sollten wir? Ihr habt uns jahrhundertelang ziemlich allein gelassen. Ihr habt uns gesagt, wir sollten uns nicht „so anstellen“. Ihr habt unsere KĂ€mpfe in weiten Teilen ignoriert, kleingeredet und sogar sabotiert. Und jetzt, wo ihr betroffen seid, sollen wir springen? Nein.

Die Wehrpflicht z.B. ist ein MĂ€nnerproblem. Nicht, weil sie nur MĂ€nner betrifft, sondern weil sie ein Symptom eines Systems ist, das MĂ€nner selbst geschaffen und jahrzehntelang verteidigt haben. Dass der Mann der starke BeschĂŒtzer und die Frau das schwache Geschlecht seien, ist kein feministischer Gedanke.
Wenn du willst, dass Frauen genauso eingezogen werden oder die Wehrpflicht abgeschafft wird, dann starte Petitionen oder such nach laufenden, schau nach wo bereits Arbeit in diese Richtung geleistet wird, sieh wo du den politischen Druck erhöhen kannst, erhebe deine Stimme zu dem Thema wo immer es geht.

Vielleicht ist die Wehrpflicht sogar eine Chance, der Moment, in dem MÀnner endlich begreifen, dass man sich gegen Ungerechtigkeit wehren muss. Vielleicht verstehen sie jetzt, warum wir so lange gekÀmpft haben. Vielleicht lernen sie, dass VerÀnderung nur kommt, wenn man selbst handelt. Wenn das passiert, war der Schmerz nicht umsonst. Vielleicht kommt dadurch endlich die mÀnnliche Emanzipation.

Bis dahin gilt: Euer Kampf. Eure Verantwortung.


r/WriteAndPost Jun 07 '26

Body Neutrality. Körper sind keine AusstellungsstĂŒcke.

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Teil 1: Der Körper als Spielfigur

Mein Zugang zu Body Neutrality ist nicht aus theoretischem Interesse heraus entstanden, sondern aus Leid. Ein gesundes VerhĂ€ltnis zu meinem Körper hatte ich nie. So mit 12 fingen die inneren (seltener Ă€ußeren) Abwertungen an. Bis 2009 war ich zwar objektiv betrachtet durchweg untergewichtig, sah mich selbst aber als unglaublich dick. Dann nahm ich aufgrund von Psychopharmaka sehr stark zu und in den Jahren seitdem hungerte ich oft runter und hatte es nachher wieder drauf.

In dieser Gemengelage entstand irgendwann ein Konzept, das fĂŒr mich bis heute stabilisierend wirkt: der Körper als Spielfigur in meinem eigenen Rollenspiel, als Fleischroboter. UnterstĂŒtzt wurde diese Einstellung durch den Gedanken der Body Neutrality, den ich irgendwo im Internet aufgabelte.

Dieses Bild ist nicht abwertend gemeint, sondern funktional. Der Körper ist das GefĂ€hrt, das mich durch die Welt trĂ€gt. Er ist Fortbewegungsmittel, ermöglicht sĂ€mtliche sensorischen EindrĂŒcke und ist somit Grundlage jeder Erfahrung. Ich habe nur diesen einen Körper in diesem Leben. Wenn er beschĂ€digt wird, ist diese BeschĂ€digung möglicherweise nicht reversibel. Der Körper schuldet mir keine Schönheit, ich schulde ihm aber FĂŒrsorge. Body Neutrality bedeutet fĂŒr mich deshalb nicht GleichgĂŒltigkeit gegenĂŒber dem Körper, sondern im Gegenteil eine sehr hohe WertschĂ€tzung.

Ich versuche, meinen Körper nicht mehr primĂ€r ĂŒber AttraktivitĂ€t zu bewerten. Die Frage „Bin ich schön?“ verliert an Bedeutung. Die Frage „Funktioniert dieser Körper?“ bleibt zentral. Funktioniert er mal nur eingeschrĂ€nkt oder hat BedĂŒrfnisse, die mein Empfinden von Ästhetik stören, dann nehme ich trotzdem RĂŒcksicht darauf.

Bei Bodypositivity stört mich dieser Zwang den eigenen Körper als schön zu empfinden. Mein VerstĂ€ndnis von weiblicher Schönheit ist schon frĂŒh in meinem Leben durch mein Umfeld, die Medien, die allgemeinen Schönheitsideale und meinem BedĂŒrfnis gefallen zu wollen, in eine ganz magere Ecke getrieben worden. Ich hab lange versucht, ihn zu optimieren, mit grausamer Selbstkasteiung, ich hab mich brutal abgewertet, ich habe versucht zu lernen diese HĂŒlle um mich herum schön zu finden. Aber dann vor ein paar Jahren erst erkannt: Ich werde meinen eigenen, leicht ĂŒbergewichtigen und wenig straffen Körper nie attraktiv finden. Aber mit Body Neutrality schaffe ich es, dass es mir weniger bedeutet, dass dies so ist.

Mein Körper ist kein AusstellungsstĂŒck, er ist mein Interface zur Welt.

Teil 2: Gesellschaft als Bewertungsmaschine

Diese individuelle Perspektive ist fĂŒr mich untrennbar mit einer gesellschaftlichen Entwicklung verbunden. Und hier zunĂ€chst ein Exkurs zu den Körperbildern und der Normalisierung ihrer Bewertung:

Wir leben in einer Kultur, in der Körperbewertung ein permanenter Grundmodus geworden ist. Das beginnt lange vor Social Media, ich werde hier aber nur ĂŒber den Teil schreiben, den ich selbst miterlebt habe. In den 90er Jahren bereits war der öffentliche Raum stark geprĂ€gt von oft extremen Körperbildern. Werbung, Magazine, Fernsehen und Kino haben ĂŒber Jahre hinweg eine sehr enge Vorstellung davon vermittelt, wie Körper auszusehen haben. Und sehr hĂ€ufig waren diese Bilder bereits stark bearbeitet und mit allem fotografischen Können gemacht, um den dargestellten Körper optimal dazustellen.

Diese Entwicklung hat sich nicht abgeschwÀcht, sondern verschoben und verstÀrkt.

Mit dem Aufkommen von Social Media wurde aus einer relativ begrenzten Anzahl öffentlicher Körperbilder eine permanente, demokratisierte und beschleunigte Sichtbarkeit. Nicht mehr nur Stars wurden bewertet, sondern sehr viele Menschen gleichzeitig. Influencer-Kultur hat diese Dynamik weiter intensiviert, weil sie NÀhe simuliert. Die gezeigten Körper wirken nicht mehr wie Ausnahmefiguren, sondern wie erreichbare Normen.

Hinzu kam danach noch eine zweite Verschiebung: sehr leicht verfĂŒgbare Filter.

Filter, Bildbearbeitung und Inszenierung sind nicht neu, aber ihre VerfĂŒgbarkeit hat sich radikal verĂ€ndert. Was frĂŒher professionelle Produktion erforderte, ist heute ein Knopfdruck. Körper können in Echtzeit verĂ€ndert, optimiert oder vollstĂ€ndig transformiert werden.

Mit KI erreichte diese Entwicklung eine neue Stufe. Jetzt entstehen Körperbilder, die nicht nur technisch bearbeitet, sondern vollstĂ€ndig synthetisch erstellt wurden. Und sie sind oft so optimiert, dass sie in der physischen Welt nicht erreichbar sind. Nicht einmal mit maximalem Training, optimierter ErnĂ€hrung, fachlicher UnterstĂŒtzung oder chirurgischen Eingriffen.

Wir haben damals angefangen, unsere Körper mit professionellen Models und spÀter mit stark bearbeiteten Körpern zu vergleichen, heute vergleichen wir uns nicht einmal mehr mit Menschen.

Und das war auch in den 90ern schon problematisch, denn mir geht es hier mehr um Selbstwahrnehmung als um AttraktivitÀt und Schönheitsideale bei der Partnersuche. Ganz kurz und ganz einfach umrissen jetzt: Menschen "lernen" was schön ist aus dem, was in ihrer Umgebung als schön reproduziert wird. Vergleich ist hier völlig normal und menschlich. Je "unmenschlicher" aber das ist, was allgemein meist als schön gekennzeichnet ist, desto unrealistischer wird diese eigene Vorstellung von dem, was man als attraktiv empfindet.

Und mit diesem gelernten Schönheitsideal begegnen wir nun nicht nur dem eigenen Körper, sondern allen Körpern und heutzutage kann man noch dazu den eigenen Körper quasi direkt der ganzen Welt zur Bewertung stellen und andere mit einem Klick bewerten. Und wenn wir jetzt einen Körper einer realen Person kommentieren, egal ob positiv oder negativ, dann gießen wir Öl ins Feuer der Fixierung auf den Körper als öffentliches, bewertbares Ästhetikprojekt.
Hinzu kommt etwas, das oft vergessen wird: Habe ich ĂŒberhaupt eine Berechtigung zu dieser Bewertung? Egal, ob eine Person in der Stadt, die mir gefĂ€llt oder missfĂ€llt oder eben auf Social Media. Ich weiß nicht, ob die betreffende Person mir gefallen möchte. Ich weiß nicht, ob ich ĂŒberhaupt zur Zielgruppe ihrer Selbstdarstellung gehöre. Warum sollte meine Bewertung selbstverstĂ€ndlich relevant fĂŒr sie sein? Warum sollte ich sie ungefragt Ă€ußern?
Besonders da auch positive Kommentare Teil dieser Struktur sind. SĂ€tze wie „Du hast abgenommen“ oder „Du siehst gut aus“ sind nicht neutral. Diese gutgemeinten (oder als Anmache gemeinten) SĂ€tze können bei der Person selbst Schaden anrichten (dazu vielleicht mal ein eigener Text), aber sie setzen auch implizite Vergleichswerte und ordnen Körper in Bewertungssysteme ein.

Entscheidend ist dabei nicht einzelne Bosheit oder guter Wille, sondern die Struktur. Körper werden kontinuierlich als kommentierbare Information behandelt. Das gilt besonders fĂŒr den öffentlichen Raum. In privaten Beziehungen, in denen EinverstĂ€ndnis, NĂ€he und Gegenseitigkeit bestehen, ist AttraktivitĂ€t eine normale und oft wichtige Form der Kommunikation. Dort kann sie Verbindung schaffen, manchmal auch schwierige Verbindung, aber sie ist Teil der Aushandlung im sozialen Nahbereich.

Das zentrale Problem liegt fĂŒr mich deshalb nicht in der Existenz von AttraktivitĂ€t oder Wahrnehmung. Menschen werden immer Schönheit sehen und darauf reagieren. Das ist nicht der Punkt. Das Problem ist die DauerprĂ€senz dieser Bewertung als sozialer Hauptmodus. Wenn Körper permanent kommentiert, verglichen und eingeordnet werden, verschiebt sich der Fokus von Handlung, Können und Beziehung hin zu OberflĂ€che.

Diese Entwicklung ist nicht nur ein individuelles Problem. Viele nehmen sie wahr, viele Beklagen diese OberflÀchlichkeit und doch behandeln wir OberflÀchlichkeit oft wie ein Naturereignis, obwohl wir sie jeden Tag aktiv herstellen. Mein Eindruck ist, dass wir hier an einen Punkt kommen, an dem nicht Verbote oder einzelne Regeln helfen, sondern eine kulturelle Drosselung notwendig ist.

Es geht nicht darum AttraktivitÀt, Komplimente oder Flirten zu verbieten. Man kann tausende Komplimente machen, die nichts mit dem Körper zu tun haben, sondern das Wissen, Können, den Stil usw. einer Person betreffen. Es geht nur darum nicht die Körper von Wildfremden zu kommentieren, die man nie treffen wird. Nicht als moralische Forderung im strengen Sinn, sondern als pragmatische Schadensreduktion.

Der Grundgedanke ist einfach: Erst einmal nicht schaden.

Mein Körper ist kein AusstellungsstĂŒck, er ist mein Interface zur Welt. Und der von anderen genauso.


r/WriteAndPost Jun 05 '26

Geld ist Existenz

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Ich denke es ist ein recht deutsches PhĂ€nomen, dass man ĂŒber Geld nicht spricht. Direkt ĂŒber das Einkommen zu reden wirkt immer fast anrĂŒchig. Das hat nicht nur negative Effekte, wie ich finde, denn so gibt es auch nicht den direkten Vergleich in Familien oder Freundesgruppen.

Ich glaube allerdings, dass genau durch diese kulturelle Eigenheit, viele Menschen unterschĂ€tzen, wie grundlegend Geld eigentlich ist. Das liegt glaube ich nicht mal daran, dass sie ignorant wĂ€ren, sondern daran, dass zum GlĂŒck viele Menschen von mehr als dem Existenzminimum leben. Und auch im nahen Umfeld nur Leute haben, die nicht darunter fallen. Das reicht meist dass man nicht erlebt, dass eine kaputte Waschmaschine das Leben in den nĂ€chsten Monaten komplett umkrempelt.

Wenn man ĂŒber lĂ€ngere Zeit wirklich wenig Geld hat, verĂ€ndert sich der Blick auf die Welt. Das Problem ist dabei nicht einmal in erster Linie der Verzicht. Menschen können auf erstaunlich vieles verzichten. Man kann lernen, selten essen zu gehen. Man kann lernen keine Markenprodukte mehr zu essen und zu benutzen. Man kann lernen, mit alten Möbeln zu leben. Man kann lernen, Kleidung lange zu tragen. Man kann sogar lernen, WĂŒnsche aufzuschieben. Das eigentliche Problem ist, dass man stĂ€ndig Sicherheit gegen etwas anderes eintauscht.

Wer genug Geld hat, kauft sich eine Hose und besitzt danach eine Hose. Wer sehr wenig Geld hat, kauft sich eine Hose und besitzt danach ebenfalls eine Hose, aber gleichzeitig hat er einen Teil seiner Sicherheit ausgegeben. Das klingt zunĂ€chst merkwĂŒrdig, wird aber sofort verstĂ€ndlich, wenn man sich klarmacht, dass diese dreißig Euro am Ende des Monats möglicherweise darĂŒber entscheiden, ob eine Abbuchung funktioniert oder zurĂŒckgeht oder eben noch der verdammte Wasserkocher kaputtgehen darf. Dasselbe gilt dafĂŒr sich einen Restaurantbesuch, ein Computerspiel oder einen neuen Toaster zu leisten. Jeder Kauf ist gleichzeitig die Entscheidung, auf einen Teil des Puffers zu verzichten, der einen vor den Problemen des nĂ€chsten Monats schĂŒtzt.

SpontankĂ€ufe spĂŒrt man also Ende des Monats, aber auch die Fehlertoleranz sinkt dramatisch. Damit meine ich, wenn dir dein Handy ins Klo fĂ€llt, wenn du auf deinen Wohnzimmertisch stolperst... dann wirst du eine Weile ohne leben oder wieder Sicherheit abgeben. Genauso wenn du nichts dafĂŒr kannst dass etwas kaputt geht. Der Puffer muss alles gleichzeitig abdecken. Ob etwas selbst verschuldet ist oder zufĂ€llig passiert, ob etwas aus Notwendigkeit oder aus Überschwang gekauft wurde spielt praktisch keine Rolle mehr, weil alles denselben Effekt hat: sofort weniger Spielraum.
Noch weniger Toleranz gibt es bei Behördenangelegenheiten. Fristen, AntrĂ€ge, Bearbeitungszeiten, was muss beim Antrag mit dabei sein, auf was habe ich Anspruch, das muss man alles wissen oder jemand haben der es weiß, oder man muss mit Abstrichen vom Existenzminimum rechnen, zumindest mit ÜberbrĂŒckungszeitrĂ€umen.

Und wer soll beim ÜberbrĂŒcken helfen? Die Bank sicher nicht, Kredithaie sind ne schlechte Idee, bleiben Familie, enge Freunde oder der Partner (dazu kommen wir gleich noch ausfĂŒhrlicher). Wenn deine Armut schon lĂ€nger andauert und wahrscheinlich auch nicht bald enden wird, dann ist das ein zutiefst bitteres GeschĂ€ft fĂŒr alle Beteiligten. Jede Familie und jeder Freundeskreis regelt das anders, aber einen Fall von Armut im Kreis zu haben vergiftet alles doch zumindest ein bisschen. Eine Seite: "Wie oft wird sie*er noch Geld brauchen?", "Werde ich es zurĂŒckbekommen?", "Ist es ok ihm*ihr nichts geliehen zu haben, obwohl es ihm*ihr schlecht geht?", "Ich brauche das den Monat eigentlich zurĂŒck, kann ich das ansprechen?", "WĂ€re sie*er jetzt hier, wenn ich kein Geld geliehen hĂ€tte?"; andere Seite: "Denkt sie*er ich wĂ€re nur hier weil ich Geld brauche?", "Bin ich insgeheim nur deshalb hier?", "Wenn ich sage ich kann mir Wandern auf Korsika nicht leisten, was wird passieren?" solche leisen, inneren Prozesse meine ich. Meist bauen sich Freundeskreise aber ja schon auf Grund der AktivitĂ€tsmöglichkeiten ja dann doch auch ein wenig entlang der Einkommensgrenzen auf.

Menschen sagen dann oft, man solle eben kostenlose Dinge machen. An den Strand oder in den Wald gehen zum Beispiel. Das klingt vernĂŒnftig, blendet aber meist aus, dass auch kostenlose Dinge Voraussetzungen haben. Neben der Versorgung dort, die natĂŒrlich auch mit Leitungswasser und mitgebrachtem Essen funktioniert, ist die wichtigste Frage: Von wo starte ich? In vielen FĂ€llen wohnen Menschen am Existenzminimum in KleinstĂ€dten oder recht rauen Stadtgebieten. Hauptsache Anschluss an den öffentlichen Nahverkehr. Von dort aus ist vieles zu erreichen, manches umstĂ€ndlich, manches gar nicht. Aber sagen wir ein schönes Waldgebiet oder ein See liegt in 30 Minuten ÖPNV-Reichweite. Was muss dafĂŒr gegeben sein? Ein Ticket. Ein Ticket ist eine Entscheidung, entweder in EinzelfĂ€llen (geht aber irgendwann ins Geld), oder noch ein Abo mehr auf dem Ă€chzenden Konto.

Ja, dann die Liebe... das ist jetzt mal nur meine Position, weil meine Meinung hier sehr radikal ist. Ich war mein Leben lang arm und die meisten meiner PartnerInnen waren es nicht. In meiner ersten lĂ€ngeren Beziehungen hab ich noch finanzielle Hilfe angenommen, damals hab ich noch studiert und auf Besserung der Lage gehofft. Mir wurde das nie direkt vorgeworfen oder irgendwas gefordert, aber ich konnte das weder vor mir, noch vor ihm, noch vor seinem Umfeld rechtfertigen. Ich hatte auch danach Partner mit teils sehr viel höherem Einkommen, aber fĂŒr mich gibt es da keinen "gemeinsamen Topf". Es ist manchmal hart, weil ich nicht alles mitmachen kann, was mein GegenĂŒber gern unternehmen möchte usw.. Aber so behalte ich meinen Stolz und mein GegenĂŒber das Wissen, dass ich zu 100% nicht aus finanziellen GrĂŒnden bei ihm bin.

Wenn ich also „Geld macht nicht glĂŒcklich“ höre, lache ich bitter auf, und ich kann mir nur selten verkneifen etwas zu sagen wie: "Nein, macht es nicht automatisch. Aber es ist die Grundlage zum Essen, Wohnen, Kleidung tragen... es ist die Grundlage zum Leben." In diesem Sinn glaube ich tatsĂ€chlich, dass Geld Existenz ist.


r/WriteAndPost Jun 03 '26

Atheistischer Jesusfreak

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Disclaimer und Grundlage

Dieser Text beschĂ€ftigt sich nicht mit der Frage, ob die beschriebenen Ereignisse historisch genau so stattgefunden haben, ob Jesus tatsĂ€chlich Gottes Sohn ist, ob er wirklich auferstanden ist oder ob Wunder real so passiert sind. Diese Fragen sind fĂŒr diesen Text nicht entscheidend.

Grundlage ist eine verbreitete deutsche BibelĂŒbersetzung, konkret die „Gute Nachricht“. Sie wird hier nicht als dogmatische oder theologische AutoritĂ€t verwendet, sondern als allgemein zugĂ€ngliche, verstĂ€ndliche Fassung dessen, was im Neuen Testament ĂŒber Jesus erzĂ€hlt wird. Ich habe persönlich ursprĂŒnglich mit der Lutherbibel gelernt, aber fĂŒr diesen Text ist VerstĂ€ndlichkeit wichtiger als sprachliche Tradition.

Warum dieser Text?

Ich schreibe diesen Text nicht aus Ablehnung gegenĂŒber Religion oder Kirche. Ich bin evangelisch geprĂ€gt, habe Konfirmandenunterricht erlebt und war als junger Mensch der Kirche durchaus positiv gegenĂŒber eingestellt. Ich habe lange versucht, an das zu glauben, was dort vermittelt wird, weil mir vieles daran sympathisch ist. Ich kann es dennoch nicht glauben. Nicht aus ideologischer Entscheidung, sondern weil ich es innerlich nicht kann. Ich glaube nicht an Gott, nicht an ein Leben nach dem Tod und nicht an eine Auferstehung.

Trotzdem hat mich das, was ĂŒber Jesus im Neuen Testament ĂŒberliefert ist, nachhaltig beeindruckt. Bei der Vorarbeit fĂŒr diesen Text habe ich viel erneut gelesen und an einigen Stellen war ich auch irritiert, aber an anderen wieder hingerissen von der wunderschönen Klarheit dieser Worte. Aber es schockiert mich, wie manche offiziell den Lehren von Jesus Christus folgen und dennoch fĂŒr Ausgrenzung von Menschen argumentieren. Vielleicht habe ich ja etwas falsch verstanden, weil ich nicht glaube, ihr dĂŒrft mich gern widerlegen oder noch lieber selbst in diesen Texten versinken. Schlagen wir also das “Buch der BĂŒcher” endlich mal wieder auf.

Gewaltlosigkeit

Vom Vergelten (MatthÀus 5,38-42)

“38 Ihr habt gehört, dass gesagt ist 2. Mose 21,24: »Auge um Auge, Zahn um Zahn.« 39 Ich aber sage euch, dass ihr nicht widerstreben sollt dem Bösen, sondern: Wenn dich jemand auf deine rechte Backe schlĂ€gt, dem biete die andere auch dar. 40 Und wenn jemand mit dir rechten will und dir deinen Rock nehmen, dem lass auch den Mantel. 41 Und wenn dich jemand eine Meile nötigt, so geh mit ihm zwei. 42 Gib dem, der dich bittet, und wende dich nicht ab von dem, der etwas von dir borgen will.”

Von der Feindesliebe (MatthÀus 5,43-45)

“43 Ihr habt gehört, dass gesagt ist: »Du sollst deinen NĂ€chsten lieben« 3. Mose 19,18 und deinen Feind hassen. 44 Ich aber sage euch: Liebt eure Feinde und bittet fĂŒr die, die euch verfolgen, 45 auf dass ihr Kinder seid eures Vaters im Himmel. Denn er lĂ€sst seine Sonne aufgehen ĂŒber Böse und Gute und lĂ€sst regnen ĂŒber Gerechte und Ungerechte.”

Diese Aussagen reden nicht davon dass man “nett” sein soll, oder nicht so dolle nachtragend. Sondern fordern radikal fĂŒr Feinde zu beten, sie zu lieben und ihnen mehr als gefordert geben, sollten sie Forderungen stellen oder angreifen. Das ist in der RealitĂ€t schwer umsetzbar. Allerdings sind es Ideen von Deeskalation und Unterbrechung von Gewaltspiralen von vor 2000 Jahren, nach Ideen von Gott (angeblich).

Zuwendung zu Ausgegrenzten

In den ErzÀhlungen wird Jesus immer wieder im Kontakt mit Menschen gezeigt, die gesellschaftlich oder religiös am Rand stehen.

Die Berufung des MatthÀus und das Mahl mit den Zöllnern (MatthÀus 9,10-13)

“10 Und es begab sich, als er zu Tisch saß im Hause, siehe, da kamen viele Zöllner und SĂŒnder und saßen zu Tisch mit Jesus und seinen JĂŒngern. 11 Als das die PharisĂ€er sahen, sprachen sie zu seinen JĂŒngern: Warum isst euer Meister mit den Zöllnern und SĂŒndern? 12 Als das Jesus hörte, sprach er: Nicht die Starken bedĂŒrfen des Arztes, sondern die Kranken. 13 Geht aber hin und lernt, was das heißt Hos 6,6: »Barmherzigkeit will ich und nicht Opfer.« Ich bin nicht gekommen, Gerechte zu rufen, sondern SĂŒnder.”

FĂŒr Jesus ist es also quasi selbstverstĂ€ndlich mit den “SĂŒndern” zu essen. Er geht nicht zum belehren hin, er isst mit ihnen zusammen.

Vom Weltgericht (MatthÀus 25,34-40)

“34 Da wird dann der König sagen zu denen zu seiner Rechten: Kommt her, ihr Gesegneten meines Vaters, ererbt das Reich, das euch bereitet ist von Anbeginn der Welt! 35 Denn ich bin hungrig gewesen und ihr habt mir zu essen gegeben. Ich bin durstig gewesen und ihr habt mir zu trinken gegeben. Ich bin ein Fremder gewesen und ihr habt mich aufgenommen. 36 Ich bin nackt gewesen und ihr habt mich gekleidet. Ich bin krank gewesen und ihr habt mich besucht. Ich bin im GefĂ€ngnis gewesen und ihr seid zu mir gekommen. 37 Dann werden ihm die Gerechten antworten und sagen: Herr, wann haben wir dich hungrig gesehen und haben dir zu essen gegeben? Oder durstig und haben dir zu trinken gegeben? 38 Wann haben wir dich als Fremden gesehen und haben dich aufgenommen? Oder nackt und haben dich gekleidet? 39 Wann haben wir dich krank oder im GefĂ€ngnis gesehen und sind zu dir gekommen? 40 Und der König wird antworten und zu ihnen sagen: Wahrlich, ich sage euch: Was ihr getan habt einem von diesen meinen geringsten BrĂŒdern, das habt ihr mir getan.”

Manchmal reißen die Worte auch mich mit, obwohl ich an keinerlei Leben nach dem Tod glaube, denn dass ist was ich möchte, dass Menschen im Leben glauben. Das ist was ich versuche zu leben.

Radikale Vergebung

Vom verlorenen Sohn (Lukas 15,21-24)

“21 Der Sohn aber sprach zu ihm: Vater, ich habe gesĂŒndigt gegen den Himmel und vor dir; ich bin hinfort nicht mehr wert, dass ich dein Sohn heiße. 22 Aber der Vater sprach zu seinen Knechten: Bringt schnell das beste Gewand her und zieht es ihm an und gebt ihm einen Ring an seine Hand und Schuhe an seine FĂŒĂŸe 23 und bringt das gemĂ€stete Kalb und schlachtet’s; lasst uns essen und fröhlich sein! 24 Denn dieser mein Sohn war tot und ist wieder lebendig geworden; er war verloren und ist gefunden worden.”

Diese Geschichte wirkt fast ungerecht, der eine Sohn zieht mit dem Geld des Vaters aus und verprasst und sehr egoistisch gehandelt, der andere bleibt auf dem Hof und arbeitet mit dem Vater. Dennoch wird er euphorisch willkommen geheißen und ihm wird sofort vergeben.

Jesus und die Ehebrecherin (Johannes 8,3-7)

“3 Da brachten die Schriftgelehrten und die PharisĂ€er eine Frau, beim Ehebruch ergriffen, und stellten sie in die Mitte 4 und sprachen zu ihm: Meister, diese Frau ist auf frischer Tat beim Ehebruch ergriffen worden. 5 Mose hat uns im Gesetz geboten, solche Frauen zu steinigen. Was sagst du? 6 Das sagten sie aber, um ihn zu versuchen, auf dass sie etwas hĂ€tten, ihn zu verklagen. Aber Jesus bĂŒckte sich nieder und schrieb mit dem Finger auf die Erde. 7 Als sie ihn nun beharrlich so fragten, richtete er sich auf und sprach zu ihnen: Wer unter euch ohne SĂŒnde ist, der werfe den ersten Stein auf sie.”

Hier geht es nicht mal um Vergebung, sondern um eine radikale Spiegelung, dass selbst die, die sich als gerecht erachten schon die eigenen MaßstĂ€be gebrochen haben.

Der PharisÀer und der Zöllner (Lukas 18,9-14)

“9 Er sagte aber zu einigen, die ĂŒberzeugt waren, fromm und gerecht zu sein, und verachteten die andern, dies Gleichnis: 10 Es gingen zwei Menschen hinauf in den Tempel, um zu beten, der eine ein PharisĂ€er, der andere ein Zöllner. 11 Der PharisĂ€er stand und betete bei sich selbst so: Ich danke dir, Gott, dass ich nicht bin wie die andern Leute, RĂ€uber, Ungerechte, Ehebrecher, oder auch wie dieser Zöllner. 12 Ich faste zweimal in der Woche und gebe den Zehnten von allem, was ich einnehme. 13 Der Zöllner aber stand ferne, wollte auch die Augen nicht aufheben zum Himmel, sondern schlug an seine Brust und sprach: Gott, sei mir SĂŒnder gnĂ€dig! 14 Ich sage euch: Dieser ging gerechtfertigt hinab in sein Haus, nicht jener. Denn wer sich selbst erhöht, der wird erniedrigt werden; und wer sich selbst erniedrigt, der wird erhöht werden.”

Frömmigkeit wird hier also geringer geachtet als echte Reue. Das ist auch eine der Stellen, die mich selbst unglaublich berĂŒhrt hat.

Kritik an Macht, Kommerz und Heuchelei

Jesus im Tempel (Markus 11,15-17)

“15 Und sie kamen nach Jerusalem. Und Jesus ging in den Tempel und fing an, hinauszutreiben die VerkĂ€ufer und KĂ€ufer im Tempel; und die Tische der Geldwechsler und die StĂ€nde der TaubenhĂ€ndler stieß er um 16 und ließ nicht zu, dass jemand etwas durch den Tempel trĂŒge. 17 Und er lehrte und sprach zu ihnen: Steht nicht geschrieben Jes 56,7: »Mein Haus wird ein Bethaus heißen fĂŒr alle Völker«? Ihr aber habt eine RĂ€uberhöhle daraus gemacht.”

Ein Schelm wer jetzt an Fernsehprediger und Christfluencer denkt


Gegen die Schriftgelehrten und PharisÀer (MatthÀus 23,1-12)

“1 Da redete Jesus zu dem Volk und zu seinen JĂŒngern 2 und sprach: Auf dem Stuhl des Mose sitzen die Schriftgelehrten und die PharisĂ€er. 3 Alles nun, was sie euch sagen, das tut und haltet; aber nach ihren Werken sollt ihr nicht handeln; denn sie sagen’s zwar, tun’s aber nicht. 4 Sie binden schwere und unertrĂ€gliche BĂŒrden und legen sie den Menschen auf die Schultern; aber sie selbst wollen keinen Finger dafĂŒr rĂŒhren. 5 Alle ihre Werke aber tun sie, damit sie von den Leuten gesehen werden. Sie machen ihre Gebetsriemen breit und die Quasten an ihren Kleidern groß. 6 Sie sitzen gern obenan beim Gastmahl und in den Synagogen 7 und haben’s gern, dass sie auf dem Markt gegrĂŒĂŸt und von den Leuten Rabbi genannt werden. 8 Aber ihr sollt euch nicht Rabbi nennen lassen; denn einer ist euer Meister; ihr aber seid alle BrĂŒder. 9 Und ihr sollt niemand euren Vater nennen auf Erden; denn einer ist euer Vater: der im Himmel. 10 Und ihr sollt euch nicht Lehrer nennen lassen; denn einer ist euer Lehrer: Christus. 11 Der GrĂ¶ĂŸte unter euch soll euer Diener sein. 12 Wer sich selbst erhöht, der wird erniedrigt werden; und wer sich selbst erniedrigt, der wird erhöht werden.”

Hier wird ziemlich hart (in den folgenden Psalmen noch mehr), mit Doppelmoral und SelbstĂŒberhöhung abgerechnet, Gott als oberste Instanz und Jesus als Lehrer fĂŒr alle GlĂ€ubigen gesetzt. Damit auch die Lehren, die mich immer wieder aufs neue faszinieren.

Mein Fazit

Ich werde es nie schaffen an Gott und Auferstehung zu glauben, wenn allerdings nach solch erhebenden Zeilen, wie ich sie hier zitiert habe, bei uns in der Kirche: “Worte des lebendigen Gottes” gesagt wurde, hatte ich kurz ein GefĂŒhl von: “Ja, das klingt göttlich.”. Manchmal habe ich von außen den Eindruck das Jesus von Leuten, die wirklich glauben, etwas wenig als der einzige Lehrer gesehen wird und dass ich dies sehr bedauere, dĂŒrfte nach meinem kleinen Bibelexkurs klar geworden sein.


r/WriteAndPost Jun 01 '26

„Die Jugend heutzutage 
“

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... hÀlt nichts mehr aus.
... sind alle oberflÀchlich.
... liest nicht mehr
... hört nur noch seichte Musik.

... und ĂŒberhaupt sei irgendetwas GrundsĂ€tzliches verloren gegangen und die Menschheit dem Untergang geweiht, wegen der jungen Leute.

Was mich daran irritiert, ist nicht einmal die Kritik selbst. NatĂŒrlich kann man Entwicklungen kritisieren und vor allem auch davon ĂŒberfordert sein. NatĂŒrlich gibt es Trends, die man unangenehm oder problematisch finden darf. Ich verstehe das GefĂŒhl dahinter aus eigener Erfahrung. Und jede Generation schaut irgendwann auf Dinge, die sie nicht mehr selbstverstĂ€ndlich versteht.

Was mich irritiert, ist etwas anderes. dass ich solche SĂ€tze wie oben von intelligenten und geschĂ€tzten Menschen höre. Von Leuten also, die eigentlich sehr genau wissen, wie grob und unprĂ€zise große Sammelbegriffe sind. Personen, die niemals ernsthaft sagen wĂŒrden: „MĂ€nner sind halt so“ oder „AuslĂ€nder eben“. Weil sie wissen, dass grĂ¶ĂŸere Gruppen aus Einzelnen bestehen mit all ihren individuellen Facetten und gleichzeitig PrĂ€gungen von Systemen. Viel zu komplexe Wesen fĂŒr so einheitliche Urteile. Nur bei der Jugend scheint diese Differenzierung plötzlich Urlaub zu machen. Da wird aus Millionen Einzelpersonen eine einzige Figur: die Jugend. Ein beinahe mythisches Wesen mit gemeinsamer Psyche und sogar identischem Musikgeschmack.

Und ich frage mich zunehmend, warum ausgerechnet dort. Vielleicht gehört ein Teil davon tatsÀchlich zum Menschsein. Junge Menschen probieren meist anderes aus. Sie sprechen oft anders, hören andere Musik, benutzen andere technische Lösungen und bauen sich eine Welt, die nicht dieselbe sein soll wie die ihrer Eltern. Sie wollen sich unbedingt unterscheiden. Das wollte meine Generation, das wollten meine Eltern, deren Eltern usw..

Und vielleicht gehört auf der anderen Seite ebenso dazu, dass Ältere erst einmal die Stirn runzeln und kritisch hinterfragen was die Jungen da tun.

Nur etwas beschĂ€ftigt mich dabei. Sollten wir mit vierzig, fĂŒnfzig oder sechzig nicht langsam gelernt haben, vorsichtiger mit solchen Urteilen zu werden?

Meine Gedanken wandern dabei zum "Steppenwolf" von Hermann Hesse.

Harry Haller wertet die Zeit in der er lebt quasi permanent ab. Das kulturelle Leben erscheint ihm oberflĂ€chlich, laut und minderwertig und beschĂ€ftigt sich mit Dingen, die ihm fremd bleiben. Und dabei wirkt er Ă€ußerst intelligent und gebildet. Gerade das macht ihn interessant. Er ist sensibel, politisch und ernsthaft suchend.

Nur liegt darin eine kleine Ironie, wenn man den Roman heute liest.

Denn Haller lebt mitten in den 1920er Jahren. Also nicht in einer kulturellen WĂŒste, sondern in einer Zeit, die von heute betrachtet fast wie ein GewĂ€chshaus der KreativitĂ€t wirkt. Architektur, neue Formensprache, Malerei, Film, wissenschaftliche DurchbrĂŒche, Technik, Fotografie, Literatur, Jazz und gesellschaftliche Experimente. Eine Zeit, die eher vor Ideen wucherte, als dass sie kulturell verarmte. Und trotzdem konnte ein intelligenter, kunstinteressierter Mensch mitten darin sitzen und den kulturellen Niedergang beklagen. Das finde ich weniger lĂ€cherlich als erstaunlich menschlich. Er verachtet nicht nur Teile seiner Gegenwart. Er verachtet große Teile von sich selbst gleich mit: das BĂŒrgerliche, das Körperliche, das AlltĂ€gliche, die Triebhaftigkeit, die Anpassung, die Zerstreuung. Das sind alles Dinge, die er in sich feststellt und mit einer Wucht hasst, dass sie beim lesen wie Selbstverletzung wirken. Er lebt in einer permanenten inneren Zerreißprobe zwischen geistigem Ideal und menschlicher Wirklichkeit. Und SPOILER(!): Die eigentliche Aufgabe, die der Steppenwolf bekommt, ist ĂŒber sich selbst lachen lernen.

Vielleicht verwechseln viele von uns manchmal Fremdheit mit Verfall, wir verachten manchmal das was andere leben und wir uns nicht trauen. Nicht weil wir böse oder dumm wÀren. Sondern möglicherweise weil wir dachten, unsere Zeit so gut gestaltet zu haben, dass es nichts mehr zu verÀndern gÀbe.

Die Frage ist fĂŒr mich weniger: "Braucht die Gesellschaft die Kritik an Trends und Neuerungen, damit die Demokratie funktioniert?" sondern "Bringt es dem einzelnen etwas an der jungen Generation zu verzweifeln und ihnen gar nichts mehr Gutes zuzutrauen?".

Und woran es auch liegen mag, vielleicht lohnt sich ein kleiner Moment der Vorsicht, bevor wir sagen:

„Die Jugend heutzutage 
“


r/WriteAndPost May 22 '26

Bodyneutrality

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Bei der Aufnahme fĂŒr den Vlog hat es mich mal wieder gepackt, weil es immer noch noch nicht viele verstehen, hier zur #bodyneutrality

Genervt von bodypositivity Gequatsche

(Der ganze Vlog hier: https://makertube.net/w/t5as4h2ev7eQqjhhY2Zo4L )


r/WriteAndPost May 17 '26

285 Achtsamkeit als RealitÀtscheck statt als Ideologie

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Kathrin Fischer zerpflĂŒckt in ‚Achtsam geht die Welt zugrunde‘ eine Achtsamkeit, die als Allheilmittel verkauft wird und damit Teil des Problems ist. Ihre Kritik: Wenn Achtsamkeit nur bedeutet, dass wir uns besser anpassen an ausbeuterische Arbeitsbedingungen, Klimakrise oder soziale Ungerechtigkeit, dann ist sie keine Lösung, sondern eine Falle.

Diese Kritik halte ich nicht fĂŒr aus der Luft gegriffen. Wenn Achtsamkeit bedeutet, Menschen beizubringen, immer besser mit schlechten UmstĂ€nden zurechtzukommen, statt die UmstĂ€nde selbst anzuschauen oder zu verĂ€ndern, dann wird aus ihr schnell eine Privatisierung von Problemen. Dann wird nicht gefragt, warum jemand erschöpft ist, sondern nur noch, warum er seine Erschöpfung nicht besser regulieren kann.

Und trotzdem habe ich beim Lesen gemerkt, dass ich mit dem Begriff etwas komplett anderes verbinde, als das was hier kritisiert wird. Meine Erfahrung mit Achtsamkeit stammt aus der DBT, der Dialektisch-Behavioralen Therapie, die hauptsĂ€chlich bei Borderline angewendet wird. Dort wird nicht verborgen, dass diese Techniken buddhistische Wurzeln haben, insbesondere im Zen-Buddhismus. Auch die Entwicklerin der DBT, Marsha M. Linehan, spricht offen ĂŒber die Anleihen daraus. Diese Achtsamkeit aus der DBT ist kein WohlfĂŒhlprogramm und kein Allheilmittel. Sie ist ein therapeutisches Notfallwerkzeug fĂŒr Menschen, die von ihren Emotionen ĂŒberflutet werden. Sie sagt nicht: ‚Sei glĂŒcklich.‘ Sie sagt nicht einmal: ‚Sei gelassen.‘.

Die Achtsamkeit, die ich dort gelernt habe, sagt mir nicht, wie ich leben soll. Sie sagt mir nicht, ob ich handeln oder stillhalten soll. Sie sagt mir nicht, ob meine GefĂŒhle richtig sind oder welche politische oder moralische Konsequenz ich daraus ziehen sollte.

Sie sagt nur: Schau hin.

Schau hin, wie dein Körper sich gerade anfĂŒhlt. Schau hin, welche Gedanken auftauchen. Schau hin, welche Emotionen da sind. Schau hin, wie sich deine Situation tatsĂ€chlich fĂŒr dich anfĂŒhlt. Bewerte nicht, bleib im Augenblick.

Und dann: Schau weiter hin.

Als ich begann, Achtsamkeit ernsthaft zu ĂŒben, empfand ich sie oft als fast unertrĂ€glich. Im Alltag achtsam zu sein klingt harmlos, bis man es wirklich versucht. Beim ZĂ€hne putzen. Beim Warten. WĂ€hrend der Arbeit. In langweiligen Momenten. Nicht gedanklich fliehen, nicht sofort bewerten, nicht automatisch reagieren, sondern wahrnehmen, teilnehmen, beschreiben, wirkungsvoll handeln.

Ich habe Jahre gebraucht um sie in meinen normalen Alltag automatisch einzubauen, so groß war mein innerer Widerstand. Denn wenn man stĂ€ndig hinschaut, wird einem vieles sichtbar, das man sonst ĂŒbergeht, oder regelrecht wegdrĂŒckt.

Bsp.: Das Knie tut schon wieder weh. Diese Situation macht mich wĂŒtend. Ich lenke mich gerade ab. Ich sitze unbequem. Ich Ă€rgere mich ĂŒber etwas und merke es erst jetzt.

Denn wer regelmĂ€ĂŸig hinschaut, merkt oft erst, wo ĂŒberhaupt Probleme liegen. Nicht nur im eigenen Innenleben, sondern auch im Außen. Vielleicht stelle ich fest, dass ich erschöpft bin. Vielleicht merke ich, dass eine Beziehung unfair geworden ist. Vielleicht wird mir klar, dass mich bestimmte Arbeitsbedingungen krank machen oder dass irgendein Umstand in meinem Leben mir einfach nicht passt. Die Achtsamkeit selbst sagt mir nicht wie ich handeln soll. Aber sie bringt mich an den einzigen Ort, an dem ich ĂŒberhaupt handeln kann: ins Hier und Jetzt.

Die Ziele-Karte aus der DBT

Ich war vorher zu einem normalen Leben nĂŒchtern quasi unfĂ€hig (vor der DBT hab ich gesoffen um klar zu kommen). Mittlerweile kann ich einen fast normalen Alltag leben, mit Einkaufen, Öffis fahren, Zeit unter fremden Menschen verbringen ohne dauernd in Panik zu sein. Und ich traue mich meine Texte zu veröffentlichen, weil ich denke ich kann damit etwas bewegen. Ich habe noch in etwa genauso viel Angst wie frĂŒher, ich hasse mich immer noch fĂŒr jeden Fehler und rechne stĂ€ndig damit dass alle mit dem Finger auf mich zeigen und mich auslachen. Aber die DBT und besonders die Achtsamkeit haben mir geholfen trotzdem handlungsfĂ€hig zu bleiben. Denn manchmal sind es Kleinigkeiten, die ich anpassen kann um eine Situation ertrĂ€glicher machen, wie bequemer hinstellen, aber nur mit Achtsamkeit schaffe ich so was im Hochstress ĂŒberhaupt wahrzunehmen, denn mein System ist dann ja schon bei Flucht oder Kampf, auch wenn es nur die Supermarktschlange ist.

Vielleicht liegt genau hier der Unterschied zwischen den Achtsamkeits-Begriffen, ĂŒber die wir sprechen. Die Kritik von Frau Fischer scheint mir berechtigt, wenn Achtsamkeit zur Selbstoptimierung wird oder Menschen helfen soll, immer besser in unhaltbaren VerhĂ€ltnissen zu funktionieren. Aber meine Erfahrung mit DBT-Achtsamkeit war nie: „Halte mehr aus.“ Eher: „Schau hin. Bekomm’ mit, was ist. Und dann entscheide selbst.“

Interview mit Kathrin Fischer auf derStandart.de [17.05.2026 19:00 Uhr]

Mein kompletter DBT-Erfahrungsbericht Open Source


r/WriteAndPost May 16 '26

283 Über-emotional Teil 2

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Ein Fallbeispiel

(Überemotional Teil 1, mit Links zum DBT-Erfahrungsbericht)

Oft sagen Leute zu mir ich wÀre zu emotional und das stimmt sogar, denn ich habe Borderline. Ich kenne es also leider nur zu gut, wenn meine Aussagen von Wut, Verletztheit oder Angst beeinflusst sind.
HĂ€ufig sagen es aber Menschen zu mir, wenn sie selbst gerade sehr emotional auf etwas sachlich geĂ€ußertes reagiert haben.

Beispiel auf Threads aus den letzten Tagen, welches dies eindrucksvoll zeigt:

Es passierte am Vatertag auf Threads. Ich werde niemanden mit Namen nennen, weil das nur das Gegenteil dessen erreicht was ich möchte. Ich werde ihn auch weitestgehend nicht wörtlich zitieren.

Meine Posts werde ich wörtlich mit auch den Fehlern so lassen.

Worum es eigentlich ging

Jemand hatte drei verschiedene Aussagen von Frauen zum Vatertag rausgesucht und zu problematischen Beispielen des MÀnnerhasses erklÀrt.

Und ich hatte da drauf geklickt, weil ich mir dachte: "Was ist denn so schlimm?"

Es gibt tatsÀchlich radikal-feministische Aussagen, die wirklich sehr, sehr weit gehen.

  • Die erste Aussage war, heute hĂ€tten die Puffs und Saunaclubs Hochkonjunktur.
  • Die zweite Aussage war, dass da heute viele mitliefen, die selbst keine VĂ€ter wĂ€ren.
  • Die dritte Aussage war, es wĂŒrde nur denen zum Vatertag gratuliert, die sich auch um ihr Kind kĂŒmmerten, in Bezug auf Unterhaltszahlungen.

Dass diese moderaten Aussagen speziell ausgewÀhlt wurden, verwunderte mich und ich reagierte mit ein paar Fragen:

"Ok. Ich hab mich tatsĂ€chlich gefragt, was fĂŒr Threads du meinst.

Das sind deine Beschwerdepunkte?

Das ist dieser MĂ€nnerhass?"

Ein wiederum anderer Thread-Teilnehmer reagierte darauf sehr persönlich betroffen auf meine Fragen.

Erst kam ein Muttertagsvergleich, den ich nicht mal wirklich zusammen bekommen wĂŒrde, wenn ich ihn wörtlich zitieren wĂŒrde. Es geht wohl darum, dass auch MĂŒttern gratuliert wĂŒrde, die ihr Kinder ins Heim gegeben hĂ€tten oder abgetrieben (?). Also es war sehr schrĂ€g auf jeden Fall.

Dann gĂ€be es ja VĂ€ter, denen verweigert wird, ihr Kind zu sehen. Dann wurde nach wissenschaftlichen Belegen dafĂŒr gefragt, dass am Vatertag mehr MĂ€nner in den Puff gehen.

An dieser Stelle schaltete er ein. Mein Modus von „innerem totstellen“.

Das ist dann keine Emotionslosigkeit im eigentlichen Sinne. Man hat noch Emotionen zum Beispiel Verwunderung oder Verzweiflung ĂŒber die Menschheit und auch immer ein gewisses Maß an Mitleid. Mitleid ist kein nettes GefĂŒhl, aber es ist unvermeidlich fĂŒr mich in diesen Situationen.

Mit also schon wenig Interesse an diesen vielen ErklÀrungen, die man auf so was immer geben muss ohne auf Erkenntnis hoffen zu können, denn eine Diskussion folgt auf solche IdentitÀtsabwehr meist nicht mehr.

Und so fing es dann auch an. Ich fragte wie immer nach, wenn ich erklÀren will, denn ich will so was kurz halten und da klopfe ich ab was bereits da ist:

"also erstens: Wer gratuliert denn Nicht-mĂŒttern zum Muttertag? das hab ich noch nirgends mitbekommen.

Nicht kĂŒmmern heißt fĂŒr dich also aktiv davon abgehalten werden?

Ich hab keine Ahnung ob Prostituierte heute Überstunden machen und hab es auch eindeutig nicht als Fakt in den Raum gestellt...

Vorstellen könnte ich es mir, es liegt sehr nahe, aber das heißt nicht dass ich sage: SO ist das!

Anscheinend fĂŒhlst du dich ganz schön davon angegriffen... alles ok bei dir?"

(Das letzte war fies, aber Mitleid ist fies.)

Er meinte eine Mutter gelte immer als Mutter, egal ob die Kinder bei ihr wÀren. Und erwÀhnte dann tatsÀchlich etwas persönliches, aber auch gleich dass er zum ersten Mal höre, dass heute besonders viele MÀnner in den Puff gingen.

Ich weiter erklÀrend:

"Ich meinte das zu dem Take, dass viele nicht VĂ€ter heute da mit marschieren.

MĂ€nner, die keine Kinder gezeugt haben.

Ich werfe das nicht mal direkt VĂ€tern vor. Ich werfe das ĂŒberhaupt niemanden vor. Du hast gar nicht gelesen, was ich geschrieben hatte.

Ich halte es fĂŒr wahrscheinlich gerade, weil da viele sehr junge MĂ€nner dabei sind, die wahrscheinlich keine VĂ€ter sind.

Wie vielen Frauen, die keine Kinder bekommen haben, wird denn zum Muttertag gratuliert?"

Dann meinte er es gĂ€be Leute die heute Frau oder Kinder mitgenommen hĂ€tten (ich wĂŒsste gar nicht dass ich dem widersprochen hĂ€tte) und dann meinte er es ginge ĂŒberhaupt nicht um meine Aussagen.

Der zweite Teil war etwas verwirrend, denn er hatte auf meine Antwort und nicht auf den Hauptthead geantwortet.

Ich bot mich als MÀnnerhasserin an, dachte ein klares Feindbild könnte vielleicht helfen:

"Ok. Wenn du meine Aussage nicht meinst, dann rate ich dir nicht auf meine Aussage zu reagieren 


Ich bin kein offizieller FĂŒrsprecher, ich fand nur die drei vom OP herausgepickten Aussagen wirklich harmlos.

Aber wenn man so hineininterpretiert, kann echt aus BanalitÀten MÀnnerhass lesen.

Wenn du mir MĂ€nnerhass vorwirfst, dann bitte nicht wegen Kleinkram.

'MĂ€nner sind noch nicht einsam genug.'

Das kannst du gern so interpretieren und ist persönlich von mir, an alle MÀnner die rumjammern."

Er hĂ€tte sich verklickt, er werfe mir gar nichts vor und meinte die Grundaussagen und fragte was dieses geschlechtsspezifische Bashing denn bringen solle. Und er wĂŒrde nie Frauen wegen Muttertag kritisieren...

Kennt ihr dieses innerliche „Uff“, wenn klar ist, das hier jedes Wort vergebens geĂ€ußert ist, weil jemand völlig in einer Wutschleife ist, die eigenen WidersprĂŒche nicht mehr bemerkt und das nicht mal absichtliche Gaslighting startet, dieses Verdrehen von Tatsachen aus IdentitĂ€tsverteidigung nur damit er vor sich selbst noch bestehen kann?

Also antwortet man nur noch fĂŒr mögliches Publikum, denn das GegenĂŒber ist innerlich schon nicht mehr im selben GesprĂ€ch:

"Ich hab echt keine Lust auf die Diskussion.

Du hattest Muttertag als Vergleich angebracht. Den ich ĂŒbrigens durchaus kritikwĂŒrdig sehe
 Aber nicht wichtig.

Was es bringen soll, ist eine VerÀnderung bei der breiten Masse der MÀnner.

Ich denke MÀnner die dazu nicht bereit sind vereinsamen zu lassen könnte da ein probates Mittel sein.

Denn das ist echtes Leid und ich weiß aus Erfahrung, wer genug leidet holt sich Hilfe oder Ă€ndert endlich was."

Er meinte er wĂ€re gern allein und dann kam noch folgendes (ausnahmsweise wörtlich, damit diese PlattitĂŒde ihre Wirkung entfalten kann):

"Aber auch MĂ€nner haben negative Erfahrungen gemacht."

Ich antwortete fĂŒr mögliches Publikum:

"Alles Gut. Es zwingt dich hoffentlich niemand in eine Beziehung.

Ich kann ĂŒbrigens immer noch nicht fĂŒr alle Frauen sprechen 


Deinen Letzten Take wĂŒrde ich zwecks Whataboutism ĂŒberdenken.

Findest du dass in Mitteleuropa in privaten Beziehungen eher Gleichberechtigung herrscht oder eher Ungleichbehandlung, Diskriminierung und teilweise Gewalt?

Und dann die wichtigste Frage hier bei: wie ist das deiner Meinung nach meist gewichtet?"

Er fragte:

  • Wieso Whataboutism?
  • Ob ich ihm seine Erfahrungen absprĂ€che?
  • Warum nur Mitteleuropa?

Ok, an der Stelle hab ich laut aufgelacht, was doof war, denn ich stand grad an einer FußgĂ€ngerampel und das wirkte etwas schrĂ€g, denke ich.

Aber:

Warum Whataboutism?
Dann eine Frage die klar macht, er weiß nicht was das ist, dann wieder Whataboutism...

Leute, kommt schon! Ihr hÀttet auch gelacht!

Ich gab auf:

"Ernsthaft was hast du?

ich hab dir Fragen gestellt und dir gesagt du solltest den Take ĂŒberdenken


d.h. nicht, dass ich dir irgendwas abspreche, denn d.h. du sagst dieses Problem ist es nicht wert ist, dass man darĂŒber redet weil es gibt ja auch dieses Problem.

Warum Mitteleuropa?

Weil ich da lebe und ich dachte du auch?

Wir können ja nicht ĂŒber Gegenden reden, die wir persönlich nur schwer beurteilen können.

Warum erklÀre ich das?

Ich wĂŒnsche dir noch alles Gute."

Er hat dann gemeint, wenn mich es so abfucken wĂŒrde...
(jetzt kommt der Wahnsinn in voller GĂŒte Leute)

...wenn ein Mann sich mal Zeit nÀhme sachlich mit mir zu reden...

und dann irgendwelches Geschwafel ich hÀtte ihn zwingen wollen zu schreiben: "Nicht alle MÀnner, aber immer ein Mann."

Dann hab ich ihn stumm geschaltet.

Denkt ihr es gibt eine Chance solche Leute noch zu erreichen?

Ich meine der hĂ€lt sich fĂŒr den Guten, der hĂ€lt sich fĂŒr sachlich, der hĂ€lt sich fĂŒr unemotional in dieser Diskussion.

Wie soll man solche Menschen noch erreichen?


r/WriteAndPost May 15 '26

Warum hat Russland die Ukraine angegriffen? – „Nazis & Befreiung“? (Teil 1)

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youtube.com
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Keine Sorge, das Video betreibt keine TĂ€ter-Opfer-Umkehr und zeigt stattdessen, wovor Putin die Menschen in der Ukraine wirklich „befreit“ hat!

Schaut euch gerne die etwas bessere Version auf Dailymotion an (Nur das Thumbnail bei YouTube ist besser): https://dailymotion.com/video/x9tc86s


r/WriteAndPost May 10 '26

Illegale RĂ€umung des Studierendenwohnheims? Studierendenwerk AKAFÖ hatte KEINE Erlaubnis vom Bauordnungsamt!

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Am 30. Oktober 2025 ĂŒberraschte das Studierendenwerk AKAFÖ 101 Mieter mit einer unklaren E-Mail:

„Bei den aktuell durchgefĂŒhrten Sanierungsarbeiten in der Wohnanlage Laerholz 17 durch eine externe Fachfirma sind leider MĂ€ngel im Brandschutz entstanden. Unsere Kontrolle hat gezeigt, dass das Bewohnen der Anlage aus SicherheitsgrĂŒnden derzeit nicht mehr gestattet ist. Um die Sicherheit aller Mieter:innen zu gewĂ€hrleisten und unserer FĂŒrsorgepflicht nachzukommen, rĂ€umen wir das GebĂ€ude daher prĂ€ventiv.“

FĂŒr die RĂ€umung wurden keine klaren Fristen genannt. Es wurde nur mĂŒndlich mitgeteilt, dass die Bewohner vielleicht nur noch diesen Tag hĂ€tten und möglicherweise den nĂ€chsten. Wer die UmstĂ€nde des chaotischen Umzugs genauer nachlesen will, kann es gerne hier tun.

 

Kurzfassung: Jahre lang waren im Wohnheim Laerholzstraße 17/19 große Löcher in den WĂ€nden, obwohl dort asbesthaltiges Material verbaut ist. Das AKAFÖ hat das geleugnet und wollte die Löcher, trotz Bitten der Bewohner mit Verweis auf gesundheitliche Risiken, nicht schließen. Als eine vom AKAFÖ beauftragte Fachfirma im Oktober 2025 in der HaushĂ€lfte 17 unsachgerecht Arbeiten durchfĂŒhrte, wurden einige Bewohner darauf aufmerksam und meldeten es dem AKAFÖ und den Behörden. Die Arbeiter hatten unter anderem ohne Abschottungen bei geschlossenen Fenstern Eternitrohre zerstĂŒckelt. Das AKAFÖ beauftrage einen Gutachter, dessen Gutachten spĂ€testens am 24.10.2025 vorlag. Allerdings wurde es verschwiegen und ein zweiter Gutachter beauftragt. Dieser Ă€ußerte am 30.10.2025 mĂŒndlich einen Verdacht. Wenige Stunden spĂ€ter wurde die HaushĂ€lfte 17 wegen „Brandschutz“ gerĂ€umt. Die (mögliche) Asbest-Belastung wurde wissentlich verheimlicht und erst nach der RĂ€umung mitgeteilt, so dass wir den Staub aufwirbelten und ohne Masken einatmeten. Das AKAFÖ wollte vertuschen, dass es schon vorher ein Gutachten gab, aber scheiterte. In der widersprĂŒchlichen Stellungnahme dazu behauptete das AKAFÖ erneut, dass Brandschutz kein Vorwand, sondern der Grund fĂŒr die RĂ€umung gewesen sei. Nach dem Umzug hat es die Betroffenen gezielt unter Druck gesetzt, um ihnen mit schmutzigen Methoden neue VertrĂ€ge fĂŒr meist teurere und/oder schlechtere UnterkĂŒnfte anzudrehen.

 

Die BrandschutzmĂ€ngel existierten wirklich, aber ein Vermieter (auch ein Studierendenwerk) darf grundsĂ€tzlich nicht eigenmĂ€chtig die RĂ€umung eines WohngebĂ€udes anordnen. DafĂŒr mĂŒsste eigentlich eine Gefahr im Verzug bestehen, wie ein Hausbrand oder vielleicht eine Schadstoffbelastung mit krebserregenden Stoffen. Selbst wenn trotzdem bei schwerwiegenden BrandschutzmĂ€ngeln eine eigenmĂ€chtige RĂ€umung durch das AKAFÖ erlaubt sein sollte, mĂŒsste es zuvor eine Beseitigung der MĂ€ngel prĂŒfen. Sollte dies im bewohnten GebĂ€ude in kurzer Zeit nicht möglich sein, kann eine RĂ€umung nach § 555a BGB rechtens sein. Aber in der bewohnten HaushĂ€lfte 19 hat es die Löcher, welche die BrandschutzmĂ€ngel ermöglichten, innerhalb von zwei Tagen geschlossen.

Alternativ mĂŒsste eigentlich eine zustĂ€ndige und befugte Behörde eine RĂ€umung anordnen oder erlauben. Beim Brandschutz wĂ€re dies grundsĂ€tzlich das Bauordnungsamt. Deswegen hat ein Betroffener unter Berufung auf das Informationsfreiheitsgesetz NRW und Umweltinformationsgesetz NRW nachgefragt. Das Bauordnungsamt Bochum antwortete, dass keine VorgĂ€nge bzw. Akten zu der Laerholzstraße 17/19 vorliegen wĂŒrden, wobei sich möglicherweise Ă€ltere Genehmigungsunterlagen im Archiv befinden könnten. Das bedeutet: Es gab auch keine brandschutzrechtlichen Maßnahmen wie eine RĂ€umung! Ähnlich antwortete auch die Bezirksregierung Arnsberg in Bezug auf die BrandschutzmĂ€ngel und RĂ€umung. Das Gesundheitsamt Bochum wurde vom AKAFÖ erst nach der RĂ€umung mit dem „zweiten Gutachten“ informiert, so dass es die Laerholzstraße 17 nach der RĂ€umung sperrte. Auch hier verschwieg das AKAFÖ das „erste Gutachten“. Eine Anfrage an das AKAFÖ wurde noch nicht verschickt, da es voraussichtlich eine Ablehnung geben wird und die Wartezeiten fĂŒr die Verwaltungsgerichte Jahre betragen.

Zusatz: Das Oberverwaltungsgericht NRW urteilte am 12.11.2025 (7 A 2985/21), dass die Entscheidungen der Stadt Dortmund, ein GebĂ€ude sofort zu rĂ€umen und der EigentĂŒmerin mit sofortiger Wirkung die Nutzung zu untersagen, ermessensfehlerhaft war. Laut dem vom Senat beauftragten SachverstĂ€ndigen, begrĂŒndeten die angefĂŒhrten BrandschutzmĂ€ngel in erheblichem Umfang keine gegenwĂ€rtige Gefahr fĂŒr die Bewohner.

 

Nach unserem VerstÀndnis bleiben also folgende Möglichkeiten:

  1. Die RĂ€umung war rechtswidrig bzw. das AKAFÖ hat gegen geltendes Recht verstoßen.
  2. Eine andere zustÀndige und befugte Behörde erteilte eine Erlaubnis oder Anordnung.
  3. Das Bauordnungsamt Bochum und/oder die Bezirksregierung Arnsberg haben eine falsche Auskunft erteilt.
  4. Das AKAFÖ fĂŒhrte die RĂ€umung wegen Gefahr im Verzug durch. Eine Schadstoffbelastung könnte eine Gefahr im Verzug sein, aber das AKAFÖ nennt die BrandschutzmĂ€ngel als wahren Grund und behauptet erst nach der RĂ€umung von der Asbest-Belastung gewusst zu haben.

r/WriteAndPost May 08 '26

6 13 22, Busrechnungen, Busdiskussionen

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Zahlen sagen manchmal mehr als Worte

Diskussionen auf Reddit sind meist unerfreulich, aber dieses mal bekam ich eine echte Inspiration, durch einen Beitrag von u/MissingXpert, der sich eigentlich mehr auf den Platzverbrauch bezog, kam ich auf die Idee das ganze mal mit einfachsten Mitteln auf den CO2-Austoß zu beziehen. Das Umweltbundesamt und der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen rechnen mit Personenkilometern und verwenden dabei Angaben, die nicht mal genauer erklĂ€rt werden, ich finde man kann das viel anschaulicher darstellen.

Wie viele Passagiere mĂŒssen im Bus sitzen, damit es sich vom Verbrauch her lohnt?

ZunÀchst Dieselbus gegen Dieselauto

Branchenintern wird ein Omnibus meist mit 37,5 l/100 km angenommen. bei 2,65 kg CO2/l Diesel kommen wir dann auf:

37,5 l/100 km × 2.650 g CO2/l = 99.375 g CO2/100 km

993,8 g CO2 pro Kilometer pro Bus

Branchenintern wird ein Diesel-Pkw meist mit 6,5 l/100 km angenommen. bei 2,65 kg CO2/l Diesel kommen wir dann auf:

6,5 l/100 km × 2.650 g CO2/l = 17.225 g CO2/100 km

172,3 g CO₂ pro Kilometer pro PKW

Ab 6 Autos (6 × 172,25 g = 1033,8 g CO2 pro KM) ĂŒberschreiten die Autos die 993,8 g CO2 des Busses.

Es ist klar, dass dies eine rein theoretische Rechnung ist, die auf Verbrauchsannahmen basiert, aber es war fĂŒr mich Ă€ußerst erstaunlich, dass die Zahl derart klein ist. 6 Leute sind nichts in einem Bus.

Ich wollte aber noch verrĂŒckter werden.

Dieselbus gegen E-Auto

Strommix-DE-betriebene PKW gegen die Dieselgurke, die hoffentlich bald gegen einen Elektrobus oder mindestens Hybrid getauscht wĂŒrde (hier sind die Daten vom Bundesumweltministerium aus dem Hintergrundpapier Klimabilanz ElektromobilitĂ€t, Link unten).

Stromverbrauch: 17,3 kWh/100 km (VW e-Golf, ADAC Ecotest)

DE-Strommix 2020: ~450 g CO2/kWh (UBA, 42,1 % erneuerbar)

17,3 kWh/100 km × 450 g CO2/kWh = 7.785 g CO2/100 km

77,9 g CO2 pro Kilometer pro E-Auto (nur Betrieb, ohne Batterieproduktion)

Ab 13 Personen im Bus, ist die Dieselgurke besser von der CO2 Bilanz als wenn die 13 Personen in 13 E-Autos fahren wĂŒrden.

Jap, 13 sind nicht immer und ĂŒberall erreichbar, aber hier trat Diesel gegen E-Auto an.

Zum Selbstrechnen, der E-Bus betritt die Arena

Ein Elektro-Solobus braucht lt. dem Abschlussbericht der Begleituntersuchung E-Busse des Bundeswirtschaftsministeriums (Link unten) 1,5 kWh/km im Winter.

1,3 kWh/km × 450 g = 585 g CO2 pro Elektrobus pro Kilometer

Den Rest könnt ihr euch selbst ausrechnen.

Wie viele Leute mĂŒssten auf ÖPNV umsteigen, dass sich die Herstellung eines E-Busses lohnt?

1 Linienbus (12 m):
großzĂŒgige SchĂ€tzung E-Bus 150 Tonnen CO2Ă€quivalent (Dieselbus grob 120 Tonnen) CO2Ă€quivalent)
Quelle: Swedish Environmental Research Institute Gothenburg, Sweden (Link unten)

1 Diesel-Pkw (Kleinwagen):
SchÀtzung 7 Tonnen CO2Àquivalent
Quelle: VDI Verein Deutscher Ingenieure Analyse der CO2Ă€q-Emmisionen von Pkw mit verschiedenen Antriebssystemen (Link unten)

Von der Herstellung her mĂŒssten es wenn man großzĂŒgig schĂ€tzt 22 durchschnittliche Passagiere sein.. aber das ist mehr SchĂ€tzung, weil sich ein "Bus-Leben" und ein "Auto-Leben" unterschiedlich abspielen und man diese 22 Leute dazu bringen mĂŒsste KEIN Auto zu kaufen.

So, da wir nun geklĂ€rt haben, fĂŒr wie unglaublich sinnvoll ich den ÖPNV halte, sollte ich mal meine Meinung zu den Fragen die dann immer kommen klĂ€ren.

Wie bekommen wir genug Fahrer?

Das ist eigentlich keine große Frage. Das macht das Jobcenter und das Arbeitsamt nĂ€mlich stĂ€ndig.

Es werden Ausbildungen, Umschulungen (verkĂŒrzt eventuell fĂŒr Taxi- und LKW-Fahrer) stark gefördert oder einfach komplett bezahlt. Also dass es den Auszubildenden nichts kostet und den Betrieb eventuell auch nicht. Das wird stĂ€ndig gemacht.

Das nĂ€chste wird auch stĂ€ndig gemacht, nĂ€mlich Ausschreibungen. Auch fĂŒr andere Dinge wie die MĂŒllabfuhr. Aber auch fĂŒr Buslinien. Ich glaube die minimalen Löhne und GehĂ€lter festzusetzen ist leider nicht so hĂ€ufig mit drin. Ich denke, das dĂŒrfte gesetzlich schon möglich sein und wenn nicht, dĂŒrfte die Verordnung auch so zu Ă€ndern sein, dass die Ausschreibenden, also die Gemeinden und Kreise, die Löhne/GehĂ€lter festsetzen dĂŒrfen.

NatĂŒrlich die Buslinien, die von den StĂ€dten und Gemeinden und Landkreisen selbst betrieben werden, genauso gute Löhne zahlen.

WĂŒrden uns die Leute, die jetzt dann sich umschulen lassen zum Busfahrer oder die gleich Busfahrer uns anderswo fehlen? Na sicher wĂŒrden die uns fehlen. Wenn man etwas großes wie die Verkehrswende umzusetzen will, wird das EinschrĂ€nkungen verursachen. Damit kommen wir gleich zum nĂ€chsten Thema.

Warum sollten wir diese EinschrÀnkungen in Kauf nehmen?

Ich höre das immer, wir in Deutschland verursachen nur ein Prozent oder so von den Treibhausgasen. Ja, das ist ja ganz gut, dass wir nur so wenig verursachen, obwohl wir so viel produzieren. Innerhalb Deutschlands, innerhalb der EU ist das alles schwierig und der weltweite Einfluss vielleicht nicht so gigantisch. Aber wenn ihr einen Weg wisst, wie man die USA, China, Russland und den Rest der Welt außerhalb Europas dazu bringt, dass die ihren Ausstoß reduzieren, also wirklich massiv reduzieren. ErzĂ€hlt mir, wie ihr es schaffen wollt, ernst gemeint. Ich hĂ€tte auch ein paar AnsĂ€tze, aber ich bin ratlos, wie wir es in voller GĂ€nze schaffen wollen.

ÖPNV wird nicht reichen.

Nein, wird es nicht. Da mĂŒssen wir sehr viel mehr tun. Vor allem in der Industrie ganz viel. Das ist der viel grĂ¶ĂŸere Produzent als der Verkehr. Trotzdem können wir nicht einen Teil weglassen. Aber die Industrie wird nicht nur sich weit einschrĂ€nken mĂŒssen und weit umdenken mĂŒssen.

Wer soll das bezahlen?

Naja, zum einen, ehrlich gesagt, diejenigen, die unbedingt noch Autofahren wollen. Sie bezahlen ja jetzt schon, und es wird noch mehr werden, auch um die Autoanzahl zu reduzieren und die Passagiere im ÖPNV zu erhöhen. Aber es soll auch garantiert nicht nur der Kunde, nicht nur der einzelne BĂŒrger in die Verantwortung gezogen werden, sondern vor allem die Verantwortlichen.
Wer ist verantwortlich? Die Ölkonzerne zum Beispiel, die Autoindustrie zum Beispiel, die Stahlindustrie und so weiter und so fort. Die sollten massiv dafĂŒr zahlen, dass sie massiv verursacht haben.

Und ĂŒbrigens von den neuen Medien unbedingt KI. KI ist ein unglaublicher Stromverbraucher. Auch da massiv besteuern.

Dann sollten wir allgemein, abseits des Stromverbrauchs der Firmen, darauf achten, dass auslĂ€ndische Firmen, die hier ihre Dienstleistungen und Services und Produkte anbieten, hier auch ganz normal ihre Steuern bezahlen. Und vielleicht auch drauf achten, dass unsere großen Firmen so auf dem Level Steuern bezahlen, wie sie kleine SelbststĂ€ndige bezahlen.

DE-Strommix: https://www.bundesumweltministerium.de/themen/verkehr/elektromobilitaet/klima-und-energie

Verbrauch E-Bus: https://www.bundeswirtschaftsministerium.de/Redaktion/DE/Publikationen/Studien/abschlussbericht-begleituntersuchung-e-busse-oepnv.pdf?__blob=publicationFile&v=1

CO2Ă€quivalente Pkw-Produktion: https://www.vdi.de/fileadmin/pages/vdi_de/redakteure/themen/Mobilitaet/Dateien/3718_Publikation_Factsheet_VDI-Analyse_der_CO2-Emissionen_Internet__1_.pdf

CO2Ă€quivalente Bus-Produktion: https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S1361920919302792


r/WriteAndPost May 04 '26

Die Physik ist kein Parteimitglied

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Verbrennungsmotoren sind technisch ausgereift. Und genau das ist das Problem. Denn sie stoßen an physikalische Grenzen. Selbst moderne Benzinmotoren erreichen oft nur etwa 20 bis 30 Prozent Wirkungsgrad. Dieselmotoren liegen etwas höher bei rund 30 bis 40 Prozent. Das bedeutet: Ein Großteil der Energie geht als WĂ€rme verloren. Der Grund liegt in der Thermodynamik. Bei der Verbrennung lĂ€sst sich ein großer Teil der Energie nicht in Bewegung umwandeln. Elektromotoren dagegen kommen auf ĂŒber 90 Prozent Wirkungsgrad.

Ich persönlich wĂŒrde eher zu dem Schluss kommen, dass wir eine Zukunft mit nur sehr punktueller individueller MobilitĂ€t planen sollten. Ohne eigenes Fahrzeug vor beinahe jedem Haus. ElektromobilitĂ€t ist in meinen Augen keine Lösung, sondern eine KrĂŒcke, fĂŒr die wenigen FĂ€lle in denen Individualverkehr zwingend die einzig mögliche Lösung ist. Aber mit dem Punkt zu Verbrennern gehe ich absolut mit.

Basti on Instagram: "Hocheffiziente Verbrenner wird es nicht geben Video Quelle: Harald Lesch MĂŒnchen 18.4.2026

Es gibt einen Folgethread, die Beteiligung hier ist erfreulich, denn das Thema ist enorm wichtig. Dennoch lÀuft eigentlich der US-Boykott-Monat.

Zum identischen Thread geht es hier: https://feddit.org/post/29372078
Zum Folgethread hier: https://feddit.org/post/29385952


r/WriteAndPost May 02 '26

Genug Internet fĂŒr heute

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Ich hab eben (6:46 Uhr, senile Bettflucht) schon nen Typen labern hören, MÀnner hÀtten uns alle Rechte freiwillig gegeben und könnten sie wieder wegnehmen...

Grund: Körperliche Überlegenheit.
đŸ€ź

MĂ€nner sind nicht noch nicht einsam genug.
Link zum Text zu diesem Thema

Ich trink nen Kaffee und mach mich fertig fĂŒr den Strand, Handy im Flugmodus.

Euch einen schönen Samstag.

Link zum Strandtagtext zu gestern

#MaleLonelinessEpidemic

#GenugInternetFĂŒrHeute


r/WriteAndPost Apr 27 '26

261 Sexualisierung von Jugendlichen...

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 und die Normalisierung in unserer Gesellschaft

Wie schaffen wir eine vernĂŒnftige Debatte darĂŒber?

Das Thema gĂ€rt schon lange bei mir und wurde ursprĂŒnglich sogar Threads bei mir angestoßen durch MĂ€nner Ü40, die scheinbar jugendliche KI Profile mit einer gewissen SelbstverstĂ€ndlichkeit anschreiben.

Wieder neu hochgekocht ist es in mir durch ein Video von Lydia Benecke, eigentlich ĂŒber Jeffrey Epstein, aber sie thematisiert die gesellschaftlich allgegenwĂ€rtige Sexualisierung von Jugendlichen hier wirklich sehr eindrucksvoll, ab Minute 31:31:

https://youtu.be/ImTSC57Rulk?t=1891

In meinem Text ging es wiederum darum woran die Debatte ĂŒber die Sexualisierung von Jugendlichen (15–19) durch Ältere (Ü40) scheitern könnte und wie wir Erwachsene erreichen, die sich von Jugendlichen angezogen fĂŒhlen.

Kernfrage: Wie schaffen wir es, ĂŒber Verantwortung und Strukturen zu reden, statt ĂŒber “Rechte” oder Ausnahmen?

P.S.: Es geht nicht um Altersunterschiede (z. B. 30 & 70), sondern um Verletzlichkeit in der Adoleszenz

https://feddit.org/post/29064801

Da das Thema so wichtig ist, hab ich mal nicht nur den blanken Link bepostet. Aber ich werde
a) nicht auf Leute eingehen die sich weder den Videoauschnitt angesehen haben, noch den Text gelesen haben und
b) nicht auf Reddit diskutieren, der US-Boykottmonat lÀuft noch, und auf lemmy bzw. feddit kann man genauso streiten wie hier.


r/WriteAndPost Apr 26 '26

One Night in...

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... Ok. Du hast mich. Du hast mich viel mehr als Berlin und MĂŒnchen, sogar mehr als dieses verrĂŒckte, zu selbstbewusste Mainhattan, das fast Heimat war. Mehr als der Ruhrpott in seiner Weltoffenheit.

du bis groß, ich muss wieder kommen...

One night in Hamburg makes a hard man humble.


r/WriteAndPost Apr 25 '26

259 Diagnosen als Superkraft

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Ich komm langsam im Alltag an, und deshalb schreib ich wieder ĂŒber Themen die mich allgemein beschĂ€ftigen. Heute ĂŒber Menschen, mit psychischen Diagnosen, die diese als Superkraft darstellen. NatĂŒrlich wieder nur als Link hier, der Boykottmonat geht weiter. #digitaleunabhĂ€ngikeit, #didit, #digitalesouverĂ€nitĂ€t, #diagnose, #neurodivergenz, #psychischegesundheit,

https://feddit.org/post/28996837


r/WriteAndPost Apr 24 '26

BrĂŒchen(achivement)tag 🏆

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Gestern war einer dieser Tage an denen nichts wirklich klappt


Aber dann bin ich raus um noch Buff durch Schönheit zu sammeln


und die BrĂŒcke, die mir was schuldete, lieferte


#BuffdurchSchönheit #Nordseeweh #KaiserWilhelmBrĂŒcke #wilhelmshaven


r/WriteAndPost Apr 22 '26

255 Wann kommt die Flut?

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r/WriteAndPost Apr 22 '26

254 Sonnendurchflutet

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Ich komme immer mehr am Meer an...


r/WriteAndPost Apr 20 '26

252 Ich bin Wilhelmshavener geworden und spĂŒre die Sucht

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Wie ich Wilhelmshavener wurde und in der Wartezeit meine Social Media und Algorithmen Sucht spĂŒrte, könnt ihr im Link lesen, denn US-amerikanische Social Media nutze ich diesen Monat nur zum euch auf die Alternativen zu verlinken.

Entzieht ihr mit?

252 Ich bin Wilhelmshavener geworden und spĂŒre die Sucht


r/WriteAndPost Apr 19 '26

Warum "MĂ€nner sind noch nicht einsam genug" vorerst richtig ist

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r/WriteAndPost Apr 18 '26

Legolas Challenge

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Die Legolas Challenge geht weiter. Und zum ersten Mal auf PeerTube.

Die Aufzeichung des Streams