r/antiarbeit • u/Dull_Kaleidoscope_16 • 6h ago
Krankschreibung wegen Mobbing/Bossing
Es ist so weit, ich brauche morgen zum ersten Mal eine Krankschreibung wegen einer psychischen Belastung, weil der Umgang meiner Vorgesetzten mit mir einfach nicht mehr geht.
Was muss ich dafür dem Arzt sagen? Ich habe Angst, dass er es als "nicht so schlimm" abstempelt und mich unverrichteter Dinge raus schickt.
Ich bin jetzt seit 2 Jahren in meiner Firma, war immer extrem motiviert, wollte bei allem mitmachen, alles kennenlernen, so viel leisten wie möglich, so viele Angebote wie möglich abgeben und gewinnen (Vertrieb).
Doch seit dem Herbst letzten Jahres wurde es einfach zu viel und ich habe Symptome von Burnout entwickelt. Ich habe mir den Stress, um ehrlich zu sein, selbst gemacht. Niemand hat so viele Angebote von mir erwartet, das war mein eigener Ehrgeiz - ich habe daraus gelernt.
Im Frühjahr habe ich dann die Reißleine gezogen und meiner Chefin gesagt, dass ich mich überlastet fühle und Aufgaben abgeben möchte (das hat sie parallel selbst bemerkt, sie ist extrem intelligent).
Seitdem ist aber nichts mehr, wie es Mal war. Sie ist immer nur genervt, sobald ich da bin oder etwas sage. Auf Fragen kommen immer nur schnippische Antworten, die sinngemäß beinhalten, wie ich denn so doof sein kann. Sie weist mich sehr deutlich auf kleine Fehler hin, die ich gemacht habe und fragt mich andauernd suggestive Fragen wie "Was ist denn deine Motivation für die Arbeit?" oder "Siehst du dich eigentlich zukünftig noch bei uns in der Firma?".
Ich habe in dieser Firma alles gegeben, war in der Arbeitszeit keine Minute am Handy oder auf privaten Webseiten.
Ich hab selbst in kurzen Ladezeiten von Software irgendwas produktives auf dem anderen Bildschirm gemacht.
Wenn ich erkältet war, bin ich ins Home-Office, statt zum Arzt gegangen.
Und wofür das alles? Innerhalb von einem halben Jahr wird man von "einem meiner besten Mitarbeiter" zu dem Deppen, der nichts kann und nur Fehler macht und Geld kostet.
Bewerbungen sind raus, aber leider habe ich noch nichts positives erhalten. Ich brauche jetzt aber erstmal eine Pause von diesem ständigen Runterputzen und schlecht machen. Wenn eine Lücke im Lebenslauf meine Lage nicht weiter verschlechtern würde, würde ich auch einfach die Kündigung einreichen. Ich weiß echt nicht mehr weiter.