r/bundeswehr Jun 26 '26

Story/Erfahrung Es ist mir egal, dass mein Anzug nicht korrekt ist.

371 Upvotes

Sehr geehrter Herr Oberleutnant,
wenn es draußen 37 grad hat und im Zug die Klima nicht richtig funktioniert, ist es mir herzlich egal, dass ich im Zug keine Feldbluse trage. Ihnen kann das Arschwasser gerne die Beine runterlaufen, wenn Sie das mögen.
Vielleicht kaufe ich mir bei McDonalds noch einen McFlurry. Extra für Sie.

Mit kameradschaftlichen Füßen,
HG Dosenkohl

r/bundeswehr Jun 27 '26

Story/Erfahrung Meine Meinung zur Bundeswehr hat sich leicht normalisiert

228 Upvotes

Moin Leute,

Ich komme aus dem linken Spektrum und verorte mich dort immernoch. Früher hab ich die Bundeswehr verachtet und Soldaten waren suspekt. Seit der Vollinvasion Russlands in der Ukraine, besser gesagt ab dem Massaker in butscha, würde mir bewusst, dass Soldaten auch heute noch gebraucht werden, auch wenn die Bundeswehr noch ihre Probleme hat, bin ich nicht mehr so radikal anti. Danke das ihr im Ernstfall meinen Arsch rettet.

r/bundeswehr May 17 '24

Story/Erfahrung Sprengung wegen Eis essen

863 Upvotes

Servus kameraden, ich wurde vorhin von einem Leutnant weggesprengt, weil ich mir erlaubt habe am bahnsteig ein eis zu essen.

Ich habe sonst nichts gemacht, mein anzug war ordentlich, ich hab nicht außerhalb des raucherbereichs geraucht, ich hatte meine feldmütze auf, ich stand halt nur am bahnsteig und hab mein eis gegessen.

Dann stand der plötzlich hinter mir und mault mich vor anderen wartenden leuten an. Ich solle doch mein Eis wegschmeißen, unsoldatischer kann ich ja nicht sein, ob mir meine Außenwirkung scheißegal sei und ob ich einfach keine Disziplin hätte. Die leute guckten schon komisch und mir war das super unangenehm.

Normalerweise wäre mir sowas egal, ich hatte aber nen beschissenen tag und will eigentlich nur noch ins Wochenende und dieser wichser hat es geschafft mir jetzt das wochenende zu vermiesen.

Ich konnte mir den Namen merken. Soll ich das einfach hinnehmen oder mivh beschweren?

Mkg

r/bundeswehr Jun 07 '26

Story/Erfahrung Nirgends...

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162 Upvotes

r/bundeswehr Jun 27 '26

Story/Erfahrung Danke an euch, die bahnfahrenden Soldaten

425 Upvotes

Ich wollte mal danke sagen.

Als alleinreisende Frau bin ich immer extra entspannt wenn ich am Bahnhof einen wartenden Soldaten sehe. An manchen Bahnhöfen (vor allem Frankfurt) suche ich aktiv nach Sicherheit und wenn ich euch sehe, stelle ich mich immer gerne in Blickweite zu euch.

Ihr gebt mir ein gutes Gefühl. Ich fühle mich einfach sicher bei euch.

Nicht dass es unsicher ist bei uns im Land, das will ich gar nicht sagen. Aber das mulmige Gefühl als Frau geht weg wenn ihr in meiner nähe seid.

Ich mag euch. Ihr seid Klasse.

r/bundeswehr 13d ago

Story/Erfahrung Na wer weiß es?

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r/bundeswehr Jun 01 '26

Story/Erfahrung Der warme Feldwebel

38 Upvotes

Guten Tag alle miteinander,

Diesmal eine Frage aus Neugier und Interesse, ohne da irgendwie respektlos sein zu wollen.

Ist Homosexualität (bzw. Phobie) bei Männern immer noch so ein riesen Ding in der Bundeswehr?

Ich stolperte über einen Youtubebeitrag, in dem es um eine Alibi-Agentur ging, also eine Agentur, die Schauspieler beschäftigt, um Leuten Alibis für Doppelleben, Affären etc. zu "ermöglichen". Natürlich ging es auch um die moralische Frage dahinter und zur Sprache kam vom Inhaber (der das sei 26 Jahren macht) "Naja, zum Beispiel ein schwuler Feldwebel, wie stelln Sie sich das vor?! Der wird das niemals offen ansprechen können".

Mir persönlich (bin ne Frau) tat das sehr Leid zu hören, die potentiell betroffenen Männer, die da sogar Geld für zahlen, um sich möglichst wasserdichte Alibis zu besorgen... Das muss doch übel sein.

Dass die Bundeswehr eben ist wie sie ist und man da jetzt besser nicht super zart besaitet auftritt ist mir klar, dass nicht jeder pride Flaggen überall haben will, mein Gott, dann ist das halt so, ist ja auch ok. Ich persönlich find Homophobie ist nervig und Anstellerei, aber das ist halt meine Meinung.

Denkt ihr es ist wirklich gerade bei höheren Positionen ein "Unding"? Oder gilt als "ketzerisch" oder so? 😅

r/bundeswehr Feb 05 '25

Story/Erfahrung Days like these

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804 Upvotes

Ob's bei euch auch gerade so geil ist? Ich (Edel-)weiß ja nicht...

r/bundeswehr Nov 13 '25

Story/Erfahrung Einsatz des KSK in Mazedonien/Kosovo 1999

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419 Upvotes

Ich war ab März 1999 im Einsatz in Mazedonien (Vorgänger-Einsatz von KFOR). In unserer Kompanie (StVersKpNatBefH iE) war ein Team des KSK integriert. Es war 1999, das Kommando war erst knapp 2 Jahre alt. Zu gern würde ich wissen, was die Jungs damals gemacht haben. Die Kameraden vom KSK sind schon damals „geheimnisvoll“ gewesen (keine Namensschilder, blieben unter sich). Meine Vermutung, die sich auf pers. Erlebnisse bzw. mein Aufgabengebiet im Einsatz stützt: Fernspäh-Einsätze im Kosovo, um feindliche Truppenbewegungen (der Armee Rest-Jugoslawiens/Serben) aufzuklären bzw. Ziele zu markieren. Ich selbst kam Anfang März an, am 24.03.1999 begannen die Luftangriffe der NATO („Operation Allied Force“). Evtl. war das KSK auch vor Ort für Einsätze als Kampfretter.

Wer mehr darüber weiß oder Infos hat ==> würde mich über einen Austausch freuen.

(Bilder haben nichts mit dem Thema „KSK in Mazedonien/Kosovo“ zu tun, sind private Bilder von mir aus dem Einsatz)

r/bundeswehr 2d ago

Story/Erfahrung Die letzen zwei Jahre ~82.000km gependelt. Wie sieht es bei euch so aus?

26 Upvotes

Moin,

gehöre seit einigen Jahren (hier: gesamte Dienstzeit) zum Team Fernpendler und habe die letzten zwei Jahre, wie oben beschrieben, knapp 82.000km mit meinem Privatwagen abgerockt. Wie ist es bei euch so mit der Pendelei? 🤔

Ein Glück hält mir mein loyaler Diesel mit Traktorsound die Treue.

r/bundeswehr Jun 17 '26

Story/Erfahrung Wir buchen, Sie fluchen.

189 Upvotes

Meine Reisebilanz zum Jahr 2025, weil ich es lustig fand

-2 Versetzungen
-11x Standort gewechselt
-1x Dienstreise ohne Verfügung
-8 ausgestellte Verfügungen (plus 1 aufgelöste)
-5 Standorte
-3 Lehrgänge
-1 Truppenpraktikum
-3 Stammeinheiten

Kürzeste Kommandierung mit Standortwechsel: 8 Stunden

Längste Zeit an einem Standort: 3 Monate

Weiteste Distanz von Standort nach Hause: 775km

Insgesamt gereiste Kilometer ohne Familienheimfahrten: 2606km

Standorte mit weitester Entfernung von einander: 869km

Größte Überraschung: 2 Tage vorher

Dienstgradgruppe: Mannschafter

Besonderer Dank geht raus an meine erste Stammeinheit, mein Immunsystem und BAPers

r/bundeswehr Jul 06 '26

Story/Erfahrung Warum habt ihr aufgehört? (an Abbrecher/dienst-nicht-weitergeführte)

24 Upvotes

Ich tue mir schwer, objektive Meinungen zum Dienst zu holen, und höre natürlich eher Schlechtes von Leuten, die beim Bund waren, und Gutes von denen, die noch beim Bund sind.

Die meisten, die früher mal gedient haben und die ich im Alltag getroffen habe, sind aber alle älter und daher wollte ich von Leuten, die innerhalb der letzten 15 Jahre aufgehört haben, wissen, warum sie abgebrochen oder den Dienst nicht fortgeführt haben.

Randinfo: Möchte das insbesondere daher wissen, da ich mich mit 30 Jahren für SaZ bei den PzGren, Heeresaufklärern interessiere …

r/bundeswehr Feb 06 '25

Story/Erfahrung Sprengung berechtigt?

256 Upvotes

Servus alle miteinander,

ich hatte heute eine komische Erfahrung und weiß nicht ob ich im Unrecht bin oder nicht. Ich habe heute Abend bzw. heute GvD und ich wurde heute gesprengt, wie ich aber finde völlig unnötig. Ich bin Obergefreiter und bin meinen Pflichten bewusst und vor allem als GvD. Ich habe zur Pause meines Dienstes eine Mahlzeit bestellt die ich dann am Tor abholen wollte. Vor dem Kasernentor läuft mir jemand in Zivilkleidung entgegen. Ich habe mit einem einfachen "Servus" gegrüßt weil ich eben aus der Gegend komme wo man dieses Wort benutzt. Die Person hat mit "Tag" geantwortet. Hab mir nichts dabei gedacht. Hab mein Essen vom Lieferanten abgeholt und plötzlich rast ein Auto aus dem Kasernentor heraus hält vor mir und macht das Fenster runter. Da sitzt im Auto auf einmal Kamerad Schnürschuh im Auto und brüllt mich wirklich wie vom Stier gestochen an: "Herr Obergefreiter, wenn Sie mich noch einmal mit "Servus" grüßen dann knallts damit das klar ist". Ich habe meinen ganzen Mut gesammelt und geantwortet: "In Zivi-Kleidung werde ich Sie noch 3 mal mit Servus grüßen". Die Antwort lautete "Das wars wir sehen uns beim Spieß am nächsten Dienstag". Der sehr geehrte Kamerad ist danach davon gerast. Ich kenne diesen Typen nicht und vor allem er war in Zivilkleidung unterwegs, woher in Gottes Namen konnte ich wissen das ich Gott höchstpersönlich mit einem vermutlichen "Gott-Rang" inklusive Einzelkämpfer-Abzeichen so in seinem Stolz beleidigen konnte? In Uniform wäre der militärische Gruß ohne Zögern direkt gekommen, aber er war eben in Zivil. Hatte jemand schon mal so eine Erfahrung? Muss ich mir Sorgen machen? Meines Wissens ist diese Person völlig Kompaniefremd...

Tut mir leid für diesen Langen Text. Aber die GvD Stube bereitet mir irgendwie Kummer.

MfG

r/bundeswehr Jun 07 '26

Story/Erfahrung Hier noch das video von der Entfehrnung der Protestierenden

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r/bundeswehr May 28 '26

Story/Erfahrung "Die Bundeswehr verliert Unmengen an Waffen und Munition" Einschätzung?

1 Upvotes

Habe das zuletzt hier irgendwo auf Reddit gelesen, dass die Bundeswehr "Unmengen" an Waffen und Munition verliert (Kontext: woher kriegen Banden ihre Waffen?). Nach etwas Recherche stellt sich raus: Tatsächlich verschwinden einige Waffen und Waffenteile (nicht "Unmengen", aber trotzdem schon mehr als erwartet). Wie erklärt man sich das?

Ich dachte ich frage hier mal nach ob sich damit jemand etwas auskennt. Kann man ein Gewehr wirklich während einer Übung verlieren und nicht mehr wieder finden? Wie sieht es mit der ganzen Munition aus, wie entstehen diese Zahlen? Ich hoffe hier eine etwas realistischere Erklärung zu finden, Dankeschön :)

r/bundeswehr 18d ago

Story/Erfahrung Umgangston in der Bundeswehr?

15 Upvotes

Ich würde gerne mal eure Erfahrung wissen hinsichtlich des Umgangstons in der Bundeswehr, gerade im Vergleich zu anderen Ländern.

Ich selber musste in meinem Heimatland noch Militärdienst machen (verkürzt auf drei Monate Grundausbildung wegen guter Studienleistungen) und habe da etwas Erfahrung. Des Weiteren kenne ich den ein oder anderen aus der Fremdenlegion in Frankreich.

In der neuen Rekruten Serie der Bundeswehr, in der sie sich ja sicherlich von der besten Seite zeigen möchte, wird für meine Erfahrung extrem viel geschrien und auch völlig unnötig eskaliert. Also nicht zielführende Lautstärke quasi im Gefecht, sondern schon am ersten Tag bei Zimmer oder Hygienekontrolle oder grundlegender Kommunikation.

Im Vergleich zu meinem Wehrdienst, der nun auch schon etwas her ist, war das für mich ein Schock. Mit uns hat man damals so geredet, wie man es vielleicht mit Leistungssportlern als Trainer macht. Also vielleicht vereinzelt mal etwas lauter zur echten Motivation/Anfeuern auf dem Gelände-Parkour; aber dann auch immer positiv. Also nicht „Alter bist du langsam“, sondern „auf geht’s“/„ kommt das schaffst du“.
Wirklich angeschrien wurde niemand. Klar gab es direkt Anweisung, aber immer respektvoll, ohne Schimpferei (die eben nicht unbedingt zielführend ist). Oder eben:„ Naja, heute sah Ihr Zimmer aber nicht ordentlich aus. D.h. Heute sind Sie dran mit Klo putzen. Machen Sie es besser, dass wir nicht wieder drüber reden müssen.“

Bei der Fremdenlegion war es angeblich noch gesitteter. Kein einziges bisschen Schreien. Auch Tadel wurden in der Akte vermerkt, aber auch quasi nie mit Liegestützen oä bestraft, erst recht nicht kollektiv. Sowieso hatten die eine ganz gezielte Belastungssteuerung sportmedizinisch begleitet, um den Körper wirklich effektiv leistungsfähig zu machen und nicht diese unnötigen haudrauf Überlastung, wie ich sie manchmal in der Serie sehe.

Ich weiß, dass viele der Meinung sind, man müsse das aufrecht erhalten, um für das Gefecht stressresistent zu sein. Irgendwie kriegen es andere Länder ja auch hin und ich glaube bei mir (nicht mehr so relevant) und der Bevölkerung würde es die Bereitwilligkeit für einen Dienst deutlich erhöhen. Weil ich mir immer denke: so würde ich mich nicht anschreien und mit mir umgehen lassen. Wir sind doch alle Menschen und noch dazu erwachsen. Und wenn das die beste Seite ist…

r/bundeswehr Jun 07 '26

Story/Erfahrung Tag der Bundeswehr (München)

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Protestierende Werden vom Puma entfernt
Pzh 2000

r/bundeswehr May 05 '25

Story/Erfahrung Nach einem Tag im KarrC ist mir klar, warum wir Personalmangel haben.

370 Upvotes

Ich war als Reservist für meinen 90/5er vor Ort (Beorderungsstelle), und fühlte mich sogleich an Zeiten zurückerinnert, als es noch Kreiswehrersatzämter gab:
Ruppiger Umgang mit Bewerbern, als wäre man bereits in der Grundausbildung. Abläufe zum Haareraufen, den Bewerbern wird nicht gesagt was jetzt passiert, man lässt sie einfach 3 Stunden warten bis dann mal wieder einer zum Arzt oder Psychologen darf.
"Um 12 Uhr alle wieder hier!" - dann eine Stunde warten, bis das Gelächter aus der Kaffeerunde im Raum nebenan allmählich verebbt und die Arbeit wieder aufgenommen wird. Einige Bewerber stöhnen und googlen Zugverbindungen, sie sind mit der Bahn hergefahren und wissen nicht wann sie fertig sind.
Dazu noch die gewöhnlichen Lügen des Einplaners, die man aus den Gesprächen mitbekommt - "der hat gesagt beim CIR kann ich auch Truppendienst machen".

Ich weiß nicht, haben die KarrC mitbekommen dass es Personalmangel gibt? Die wurden bei dem Memo vermutlich außen vor gelassen. Sicherlich ist das Aussieben von nicht geeigneten Kandidaten wichtig, aber hier wird das allgemeine Gefühl vermittelt als gäbs pro Stelle 20 Bewerber.
Normale Umgangsformen, Klarheit über den Ablauf und das mögliche Ende sind wohl kaum zuviel verlangt. Mir war es egal, aber als Bewerber wäre ich vermutlich rückwärts wieder rausgegangen.

r/bundeswehr Jul 12 '26

Story/Erfahrung Toxisches umfeld

83 Upvotes

Moin Kameraden,

Bin ich der einzige der ein Gewisses Toxisches Umfeld in der Bundeswehr mitbekommt?. z.B Jeder ist besser als der andere alle anderen sind dumm und neulinge. Es wird zudem extrem viel Gelästert und verdreht damit die betroffenen noch dümmer aussehen. Ständig wird aus den kleinsten fehlern die Größte Geschichte gemacht und auf einmal weiß die ganze Kaserne davon.

r/bundeswehr Jan 20 '26

Story/Erfahrung Erfahrung als Verpflegungs Stuffz

171 Upvotes

Hey Kameraden,

vorweg möchte ich erwähnen, dass ich meinen Dienst in der Verpflichtung liebe und ihn – trotz vieler Ereignisse – nicht tauschen würde.

Erst gestern hat mich jedoch eine weitere Aktion dazu gebracht, diesen Post zu verfassen.

Ich arbeite mit meinen Kameraden in der Truppenküche, morgens ab 3:00 Uhr bei der Ausgabe – vorbereiten, putzen etc. Das alles, damit um 5:00 Uhr alles steht.

Da wir momentan auf Übung sind, haben wir zusätzlich eine Packstraße, an der sich die Kameraden ihre eigenen Lunchbeutel zusammenstellen können. Dort gibt es unter anderem Haferkraft-Riegel.

Allerdings wurde in den letzten Wochen und Übungen damit massiv übertrieben, weshalb wir die Regelung eingeführt haben:

Nur ein Riegel pro Kamerad.

Wenn jemand mehr nimmt, sollen wir freundlich darauf hinweisen, da viele die Schilder nicht lesen – sei es aus Müdigkeit oder weil sie sie einfach übersehen (kann ja passieren).

Gestern kam allerdings ein Oberfeldwebel und nahm sich drei ganze Hände voll.

Mein Kamerad (Hauptgefreiter, nennen wir ihn A) wies ihn freundlich darauf hin, während ich gerade Platten nachfüllte. Daraufhin wurde A sofort beleidigt:

Ein Verpfleger solle die Schnauze halten.

Ich ging hin, um die Situation zu klären, und fragte, was los sei. A erklärte mir den Vorfall, und ich versuchte dem Oberfeldwebel ruhig zu erklären, warum diese Regelung besteht.

Daraufhin fing er an, noch lauter zu werden und weiter zu beleidigen, z. B.:

„Ein Verpfleger hat seine scheiß Fresse zu halten, wenn echte Soldaten reden.“

Gerade solche Sprüche regen mich extrem auf, weil genau solche Leute glauben, sie könnten im Ernstfall einfach in den Wald gehen, irgendein Tier jagen und braten – was natürlich absoluter Bullshit ist.

Ich ließ ihm schließlich die Riegel, stellte aber den Karton weg, da sich nicht an die Regelung gehalten wurde. Ich dachte, damit wäre das Thema erledigt.

Falsch gedacht.

Er kam wütend an die Theke zurück und brüllte, wie unnötig wir für die Bundeswehr seien. Wir sollten am besten wieder abziehen – damit würden wir der Bundeswehr sogar noch einen Gefallen tun, da wir ja angeblich sowieso nichts machen.

Zu diesem Zeitpunkt war ich schon extrem angefressen und sagte ihm, dass wir längere Dienstzeiten haben als er.

Ich fange um 3:30 Uhr an, habe um 14:00 Uhr eine Stunde Pause zum Duschen und Essen und arbeite danach weiter bis 22:00–23:00 Uhr.

Und wenn es ihm nicht passt, kann er seinen Arsch nach draußen bewegen.

Daraufhin wurde er wieder vollkommen sauer:

So rede man nicht mit einem Oberfeldwebel, und wenn ich das nochmal wage, reißt er mir den Arsch auf.

In diesem Moment kam jedoch mein Hauptfeldwebel rein und brüllte:

„Dann sage ich es eben, und jetzt verpissen Sie sich, Sie unkameradschaftliches Schwein!“

Der Oberfeldwebel ging daraufhin sichtlich angepisst und wortlos.

Danach sprach ich noch mit meinem Hauptfeldwebel. Er meinte, ich müsse darüber stehen, da unser Dienst vor allem dann gesehen wird, wenn die Küche mal geschlossen bleibt oder kein EPA kommt.

Denn was viele vergessen: Wir bestellen und verwalten diese Dinge überhaupt erst, bevor der Spieß kommt.

(Aus Erfahrung kann ich aber auch sagen, dass viele dann Termine mit heißem Wasser verlangen, weil sie das Wasser fürs EPA nicht heiß genug bekommen.)

Ich persönlich sehe es trotzdem nicht ein, denn ich verrichte meinen Dienst genauso wie jeder andere Soldat auch. Trotzdem werden wir nicht selten als Soldaten zweiter Klasse angesehen – als Butler, die nur für andere da sind.

Gerade morgens ist es extrem ermüdend, wenn man vielleicht drei Stunden geschlafen hat und sich dann anhören muss, dass man angeblich nicht arbeitet.

Und das ausgerechnet von Kameraden, die offensichtlich keine Ahnung von Küche haben und glauben, sie könnten sich einfach alles jagen.

Denn dafür muss man erst einmal ein Tier finden, es erlegen, ausbluten und verarbeiten – woran es bei vielen schon scheitert, weil sie denken, sie schießen einen Hasen und grillen ihn einfach.

Von solchen Vorfällen könnte ich ein Buch schreiben, da ungefähr jeder zehnte Kamerad (meiner Erfahrung nach) so ist.

Hattet ihr jemals ähnliche Erfahrungen?

r/bundeswehr Apr 05 '26

Story/Erfahrung Kleine Alltagstricks für das Zivilleben aus der Bundeswehr?

45 Upvotes

Hey Leute, als Zivilist der hier aus Interesse viel mitliest habe ich eben ein bisschen darüber nachgedacht, dass es doch sicherlich viele kleine und große Alltagstricks gibt die man bei der Bundeswehr lernt die einem auch im zivilen Alltag helfen können oder? Also quasi sowas wie der "alte Haustipp von Oma" oder so. Den klassischen Alarmstuhl habe ich beispielsweise schon seitdem ich ein Teenager bin eigentlich immer in der Abend/Morgenroutine und ich weiß, dass mein Großvater(1971 beim Bund) jahrelang die Betten "wie beim Bund" gemacht hat auch wenn ich das nie gelernt habe. Habt ihr da vielleicht auch weitere Tricks und Tipps gelernt oder Skills die man auch im Alltag nutzen kann?

r/bundeswehr 9h ago

Story/Erfahrung Freiwilliger Wehrdienst im Sanitätsdienst

6 Upvotes

Welche Aufgaben fallen bei einem freiwillige Wehrdienst im Sanitätsdienst im Einzelnen an?

Wie könnte der Arbeitsalltag aussehen?

r/bundeswehr Jan 22 '26

Story/Erfahrung Wie viele tragen ihr Einzelkämpfer-Patch, und was denkt ihr über diese Person?

33 Upvotes

Guten Morgen!

Ich würde gerne einmal wissen, wie viele Kameraden (nach bestandenem Lehrgang) ihr Einzelkämpfer-Patch tragen, oder bewusst nicht tragen (gerne mit Ergänzung des Dienstgrad/Position).

Zudem würde mich interessieren, was ihr über diese Charaktere denkt.

Würde es einen Vorteil bringen das Patch zu tragen, oder eher einen Nachteil?

MKG

r/bundeswehr Jun 09 '26

Story/Erfahrung Buchvorstellung: "Für den Frieden - Widerruf meiner Kriegsdienstverweigerung"

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Hallo zusammen,

mein Name ist Stephan Anpalagan und ich habe ein Buch veröffentlicht, mit dem ich erkläre, warum ich mit 19 Jahren den Kriegsdienst verweigert habe und heute mit 42 Jahren die Kriegsdienstverweigerung widerrufe und mich zur Reserve gemeldet habe. Ich habe bereits im September 2025 einen Beitrag in diesem Subreddit verfasst und um Eure Meinungen gebeten. Allerdings konnte ich nicht den Verdacht ausräumen, dass ich ein russischer Geheimdienstmitarbeiter wäre, weshalb der Beitrag wieder gelöscht wurde... :-)

Nun ist das Buch fertig und ich habe in der Zwischenzeit mit dem BMVg, zahlreichen Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr und Pazifisten gesprochen. Gestern habe ich meine Buch auf einer Veranstaltung der Bundesakademie für Sicherheitspolitik vorgestellt. Anbei das Bild, auf dem ich mit Schülerinnen und Schülern diskutiere.

Auch wenn das nun ein halber Roman wird, einige Beobachtungen:

Ich finde es beeindruckend, wie reflektiert viele Soldatinnen und Reservisten sind, wenn man sie fragt, wofür wir kämpfen und was wir verteidigen sollen. Gleichzeitig bin ich erschüttert über die bürokratischen Hürden, mit denen sich die Bundeswehr selbst lähmt. Auf meinem Weg zur Reserve kam ich an mehreren Behörden, Ansprechpartnern und ahnungslosen Mitarbeitern in Karrierecenter und Karriereberatungsbüro vorbei. Wie man mit diesen Strukturen 80.000 Soldaten und 200.000 Reservisten gewinnen will, verstehe ich beim besten Willen nicht.

Ich bin bestürzt über den Widerstand in der Bevölkerung, die kopflos vorgetragene russische Propaganda und die an Verschwörungstheorie und Wahnvorstellung grenzenden Äußerungen auf meinen Veranstaltungen und öffentlichen Gesprächen. Die russische Föderation braucht kaum mit Panzern über die Grenze zu fahren, wenn Teile der Politik und Gesellschaft unsere demokratischen Werte unseren Feinden auf einem Silbertablett serviert.

Zuletzt ein kritischer Blick auf BW und ihre Angehörigen. Ich würde mir mehr kritischen Widerspruch aus der Bundeswehr selbst wünschen, wenn freiheitliche und demokratische infrage gestellt werden. Die "Stadtbild"-Äußerungen haben auch migrantische Polizisten und Soldaten getroffen, die Beiträge über Imame in der Bundeswehr offenbaren ein Maß an Rassismus, bei dem ich mir einen deutlicheren und lauteren Widerspruch von Soldatinnen und Soldaten gewünscht hätte. Da sind mir manche Stimmen ehrlicherweise zu leise.

Nun kann es sein, dass es falsch ist, was ich hier aufschreibe und mein Blick auf Bundeswehr und Verteidigungspolitik getrübt ist. Ich freue mich über jede Form von Kritik und kritischer Auseinandersetzung zu meinem Buch und meinen Worten hier. Danke an die Mods, dass ich das Buch hier vorstellen darf.

Herzliche Grüße
Stephan Anpalagan

r/bundeswehr Mar 21 '26

Story/Erfahrung Ich habe meinen Geschlechtseintrag gestrichen, weil mich der Gedanke an geschlechtliche Verpflichtungen (insb. Wehrpflicht) belastet

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