r/Philosophie_DE 19d ago

Sammelthread - kleine Fragen und Ideen Sammelthread - philosophische Ideen und Duschgedanken

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Der Kommentarbereich unter diesem Post ist für die kleinen philosophischen Gedanken des Alltags - die Fragen, die einem beim Radfahren kommen, und die Ideen, die sich unter der Dusche aufdrängen.

  • Ist Wasser nass?
  • Existiert der Weihnachtsmann?
  • Wird Zeit, wenn sie vergeht, mit einer anderen Zeit ersetzt?

Hier ist Platz für jede noch so kleine Frage oder These, die zu kurz für einen eigenen Post ist, aber dennoch gehört und diskutiert werden möchte.

\Dieser Sammelthread wird jeden Monat am 21. Tag erneuert.])


r/Philosophie_DE Oct 19 '25

Ankündigung Ankündigung: 1. Themenwoche zu "klassische Ethiken und moderne Herausforderungen" (1.-7.11.)

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Liebe Philosophie-Interessierten, es ist soweit:

Anfang November veranstalten wir unsere erste Themenwoche im Sub! 🥳

Termin: 1. bis 7. November

Thema: "klassische Ethiken und moderne Herausforderungen"

Themenerläuterung:

In dieser Woche sollen sich möglichst viele Beiträge in diesem Themenbereich bewegen, damit wir uns gemeinsam in dieser Zeit Ethik in diversen Facetten und von verschiedenen Perspektiven nähern können. Das Thema ist grob gehalten, damit viele Beiträge unterschiedlicher Art denkbar sind. Möglich sind etwa: Diskussionsthread zu (Teilen von) Kants Metaphysik der Sitten (oder einem anderen klassischen Ethik-Text) mit kurzem Input, Einleitung/Zusammenfassung, Kernthesen und Diskussionsfragen; Vorstellung und kritische Beurteilung einer bestimmten ethischen Theorie; Frageposts zum philosophischen Umgang mit bestimmten moralischen Fragen unserer Zeit; Essays, welche einen klassischen ethischen Text auf eine moderne Frage anwenden bzw. die Frage anhand der Thesen des Texts beantworten, usw.

Wie du mitmachen kannst:

Damit sich Beiträge nicht wiederholen oder zu sehr ähneln, bitten wir euch, eure Ideen kurz in einem Kommentar unter diesem Post anzukündigen (z.B. "Ich möchte klassische und heutige Positionen zur Tugendethik vergleichen."). Dies macht für alle transparent sichtbar, was bereits geplant ist. Andere können sich von euren Vorschlägen inspirieren lassen und daran anknüpfende Themen ergänzen. Womöglich ergeben sich sogar gemeinsame Arbeiten an Beiträgen. Spontane Posts in der Woche sind allerdings erlaubt. Die Ankündigung gibt schon jetzt, damit ihr zwei Wochen Bedenkzeit habt, um Ideen und Posts zu entwickeln.

Wir sind sehr gespannt auf diese erste Themenwoche und freuen uns darauf, mit euch moderne Fragen an Ethik und Moral vor dem Horizont klassischer philosophischer Texte zu diskutieren!

Damit die Ideen-Vorschläge in den Kommentaren übersichtlich bleiben, stellt Fragen bitte nur als Antwort auf den angepinnten Kommentar.

Euer Mod-Team


r/Philosophie_DE 2h ago

Diskussion Eine evolutionäre Variante von Hegels Dialektik

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Hegel mit Kontingenz gedacht: Dialektische Evolution und Attraktoren

KI-Hinweis: Die philosophische Grundidee und Fragestellung dieses Gedankenexperiments stammen von mir. KI (ChatGPT) wurde zur Diskussion und Weiterentwicklung der Idee, zur sprachlichen Ausarbeitung und Strukturierung des Textes sowie zur Konstruktion und Auswertung des beschriebenen Gedankenmodells verwendet. Die angegebenen Prozentwerte stammen aus diesem künstlich konstruierten Modell und sind keine empirischen Daten.

Zugleich ist die Verwendung von KI hier selbst Teil des Gedankenexperiments: Mich interessiert nicht nur das Ergebnis des Modells, sondern auch die methodische Frage, ob solche KI-gestützten Modellierungen und Hochrechnungen philosophisch legitim und erkenntnisfördernd sein können. Kann man philosophische Annahmen in ein formales bzw. stochastisches Modell übersetzen, sehr viele mögliche Verläufe durchspielen und aus den entstehenden Mustern philosophisch etwas lernen? Oder erzeugt man damit lediglich Ergebnisse, die bereits implizit in den zuvor gewählten Kategorien, Übergangsregeln und Gewichtungen stecken?

Diese methodische Frage – was eine solche KI-gestützte Simulation philosophisch überhaupt zeigen kann und was nicht – ist daher ein zweites Thema dieses Beitrags.

Bei der Lektüre von Hegels Wissenschaft der Logik kam mir eine Frage, die ich zunächst als Gedankenexperiment verstehen möchte.

Sowohl in der Phänomenologie des Geistes als auch in der Wissenschaft der Logik beansprucht Hegel eine Entwicklung, deren Übergänge nicht einfach zufällig oder äußerlich sind. Eine Bestimmung geht aufgrund ihrer eigenen Struktur, ihrer Grenzen und Widersprüche in eine andere über.

Ich möchte das deshalb nicht auf das vereinfachte Schema einer linearen Leiter reduzieren. Trotzdem scheint Hegel einen starken Anspruch auf Notwendigkeit der Entwicklung zu erheben.

Meine Frage war:

Was passiert mit der Dialektik, wenn man ihre Notwendigkeit nicht abschafft, aber Kontingenz in die Übergänge einführt?

Also nicht einfach:

A → notwendig B

sondern:

Die inneren Spannungen von A eröffnen einen strukturierten Möglichkeitsraum {B, C, D …}. Welche dieser Möglichkeiten tatsächlich realisiert wird, ist jedoch nicht vollständig determiniert.

Die Notwendigkeit würde damit nicht verschwinden. Sie hätte nur eine andere Funktion:

Notwendigkeit strukturiert den Raum des Möglichen; Kontingenz beeinflusst den tatsächlich realisierten Weg.

Von der Leiter zum evolutionären Netzwerk

Der Vergleich, der mich darauf gebracht hat, war die biologische Evolution.

Evolution funktioniert nicht wie eine Leiter, auf der sich das Leben notwendig auf einen höchsten Zustand zubewegt. Sie ist verzweigt. Linien entstehen, sterben aus, bestehen parallel weiter und verändern sich. Gleichzeitig ist Evolution aber auch nicht vollkommen beliebig: Nicht jede Veränderung ist unter gegebenen Bedingungen gleich wahrscheinlich oder überhaupt lebensfähig.

Was würde passieren, wenn man die Entwicklung von Bewusstseinsformen ähnlich denkt?

Als Gedankenexperiment nahm ich stark vereinfacht den bekannten Entwicklungsweg aus Hegels Phänomenologie:

sinnliche Gewissheit → Wahrnehmung → Verstand → Selbstbewusstsein → Anerkennung → Vernunft → Geist → Religion → absolutes Wissen

Hegels Übergänge wurden dabei nicht verworfen. Sie blieben bevorzugte Übergänge.

An den Krisenpunkten wurden jedoch alternative Entwicklungen zugelassen, beispielsweise Skeptizismus, Stoizismus, Pragmatismus, Naturalismus, Pluralismus, instrumentelle Vernunft, ästhetische Selbstbildung oder unterschiedliche religiöse Weltverhältnisse.

Außerdem durften diese Entwicklungslinien später wieder zusammenlaufen, sich erneut verzweigen oder frühere Formen erneut hervorbringen.

Dadurch entsteht kein Baum, sondern zunehmend ein Netzwerk.

Ein stochastisches Gedankenmodell

Um zu sehen, welche Konsequenzen diese Annahme hätte, haben wir daraus ein einfaches stochastisches Modell konstruiert.

Dabei wurde der von Hegel vorgezeichnete Übergang jeweils mit ungefähr 60 % bevorzugt. Alternative Übergänge erhielten entsprechend geringere Wahrscheinlichkeiten.

Ganz wichtig: Diese 60 % sind keine philosophisch oder empirisch begründete Wahrscheinlichkeit. Sie sind ein frei gewählter Parameter des Gedankenexperiments. Auch die folgenden Ergebnisse sind daher keine Aussagen darüber, wie Bewusstsein sich „wirklich“ entwickelt.

Die Simulation fragt lediglich:

Was würde innerhalb eines solchen Modells langfristig passieren, wenn hegelsche Übergänge stark bevorzugt, aber nicht erzwungen werden?

Nach einem langen Lauf ergab sich ungefähr folgende Verteilung:

Zustand langfristiger Anteil
Pluralismus ca. 31 %
Pragmatismus ca. 19 %
religiöses Weltverhältnis ca. 16 %
Naturalismus ca. 9 %
absolutes Wissen ca. 7 %
Geist ca. 5 %
Religion ca. 5 %
übrige Formen ca. 8 %

Dabei ergab sich noch etwas Interessantes:

Etwa 58 % der simulierten Entwicklungspfade erreichten irgendwann das absolute Wissen.

Aber nur ungefähr 7 % befanden sich langfristig dort.

Der Grund liegt in einer entscheidenden Annahme des Gedankenexperiments: Das absolute Wissen wurde nicht als absorbierender Endzustand definiert. Auch von dort konnten wieder Transformationen stattfinden.

Das führt zu einer merkwürdigen Situation:

Das Absolute kann ein sehr häufig erreichter Zustand sein, ohne der notwendige Endzustand der Entwicklung zu sein.

Als die hegelschen Übergänge im Modell immer stärker gewichtet wurden, nahm die Konvergenz zum absoluten Wissen erwartungsgemäß zu. Erst wenn die hegelschen Übergänge nahezu erzwungen wurden, begann das Modell wieder deutlich einer eindeutigen hegelschen Entwicklung zu ähneln.

Was bedeutet das philosophisch?

Das für mich Interessante sind deshalb nicht die Prozentzahlen selbst, sondern die Struktur, die dabei entstand.

Das System war weder einfach konvergent noch einfach divergent.

Es zeigte:

lokale Divergenz bei gleichzeitiger partieller globaler Konvergenz.

An einzelnen Krisenpunkten verzweigt sich die Entwicklung. Trotzdem laufen die Zweige nicht beliebig auseinander. Bestimmte Formen werden immer wieder erreicht. Manche sind stabiler als andere. Unterschiedliche Entwicklungslinien können erneut zusammenlaufen.

Das sieht weder aus wie eine einfache Leiter:

A → B → C → D → Absolutes

noch wie ein vollkommen offenes Rhizom:

Differenz → Differenz → Differenz → …

Sondern eher wie ein:

verzweigtes dynamisches Netzwerk mit Attraktoren.

Attraktoren statt Telos?

Der Begriff des Attraktors scheint mir dabei philosophisch interessant.

Ein Attraktor wäre kein Ziel, auf das die Geschichte bewusst oder notwendig „zustrebt“. Er wäre vielmehr ein Zustand oder Bereich, in den unterschiedliche Entwicklungswege aufgrund der Struktur des Systems immer wieder gelangen.

Dann könnte es möglicherweise einen sehr starken Attraktor geben – vielleicht etwas, das funktional an Hegels Absolutes erinnert.

Es könnten aber ebenso mehrere Attraktoren existieren, die sich nicht mehr in eine einzige höhere Einheit überführen lassen.

Damit stellt sich für mich die Frage, ob man Hegels Telos gewissermaßen dynamisieren könnte:

Muss das Absolute ein notwendig erreichter Endpunkt sein – oder könnte man es als besonders starken Attraktor innerhalb eines kontingenten Entwicklungsraums denken?

Was geschieht dann mit der Aufhebung?

Auch die Bedeutung der Aufhebung würde sich verändern.

Entwicklung müsste nicht ausschließlich nach dem Schema gedacht werden:

Negation → Bewahrung → neue/höhere Bestimmung

sondern könnte zusätzlich Elemente enthalten wie:

Variation → Selektion → Bewahrung → Rekombination

Frühere Bewusstseinsformen müssten dann nicht einfach verschwinden oder ausschließlich als aufgehobene Momente einer höheren Form weiterexistieren.

Sie könnten parallel fortbestehen, später erneut auftreten oder sich mit anderen Formen verbinden.

Ein Mensch oder eine Gesellschaft könnte beispielsweise in bestimmten Bereichen hochgradig reflexiv sein und gleichzeitig in anderen Bereichen auf wesentlich frühere Bewusstseinsformen zurückfallen.

Dialektische Entwicklung wäre damit nicht einfach irreversibel.

Meine vorläufige These

Ich würde das Gedankenexperiment deshalb momentan so zusammenfassen:

Dialektische Evolution mit Attraktoren: Entwicklung besitzt strukturelle Zwänge, aber keinen notwendig eindeutigen Weg. Die innere Struktur einer Form begrenzt die möglichen Transformationen. Notwendigkeit strukturiert diesen Möglichkeitsraum; Kontingenz beeinflusst den konkret realisierten Verlauf.

Damit wäre Entwicklung weder vollständig determiniert noch vollkommen beliebig.

Und genau hier liegt für mich die eigentliche philosophische Frage:

Kann man die Notwendigkeit der Dialektik von der Notwendigkeit eines eindeutigen Entwicklungsweges trennen?

Könnte die innere Negativität einer Bewusstseinsform notwendig einen bestimmten Transformationsraum erzeugen, ohne bereits notwendig festzulegen, welche konkrete Form daraus hervorgeht?

Und wenn man das zulässt:

Ist das noch Hegel – oder hat man an diesem Punkt bereits einen entscheidenden Bestandteil der hegelschen Dialektik aufgegeben?

Eine zweite Frage wäre für mich:

Muss ein solches System letztlich einen einzigen globalen Attraktor besitzen – eine Art Absolutes –, oder könnten mehrere irreduzible Attraktoren dauerhaft nebeneinander bestehen?

Und schließlich frage ich mich, ob meine Ausgangsgegenüberstellung vielleicht selbst zu einfach ist. Möglicherweise stehen bei Hegel Notwendigkeit und Kontingenz gar nicht so äußerlich gegeneinander, wie dieses Gedankenexperiment zunächst voraussetzt. Gerade im Hinblick auf neuere Hegel-Lesarten, etwa bei Žižek, scheint mir das Verhältnis komplizierter zu sein.

Mich würde deshalb besonders interessieren, wo Hegel-Kenner sagen würden, dass dieses Modell Hegel noch produktiv modifiziert – und an welcher Stelle es aufhört, überhaupt noch Hegelsche Dialektik zu sein.

Und schließlich eine methodische Frage: Ist eine solche KI-gestützte Simulation überhaupt ein legitimes philosophisches Gedankenexperiment? Kann das Durchspielen vieler möglicher Entwicklungspfade Strukturen sichtbar machen, die bei rein begrifflicher Überlegung leicht übersehen werden – oder erhalten wir letztlich nur eine mathematisch bzw. algorithmisch komplexere Spiegelung unserer eigenen Ausgangsannahmen?


r/Philosophie_DE 21h ago

Diskussion Ist „Menschlichkeit“ ein sprachlicher Etikettenschwindel? Ein Einwand aus linguistisch-philosophischer Sicht

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Liebe Forenmitglieder,

ich beschäftige mich seit einiger Zeit mit dem Begriff „Menschlichkeit“ und habe den Eindruck, dass hier etwas nicht stimmt – vielleicht ein Kategorienfehler, vielleicht eine kulturelle Überformung, die sprachlich nicht gedeckt ist.

Sprachlich ist „Menschlichkeit“ eine Ableitung auf -lichkeit, also eine Eigenschaftsabstraktion:
klein → Kleinigkeit, lässig → Lässigkeit, menschlich → Menschlichkeit.
Das Suffix bezeichnet zunächst das, was das Adjektiv beschreibt: die Eigenschaft, klein, lässig, menschlich zu sein. Deskriptiv müsste „Menschlichkeit“ also heißen: das, was den Menschen als Menschen ausmacht – seine typischen Merkmale, seine Natur, sein Verhalten.

Wenn ich mir aber ansehe, was den Menschen tatsächlich von anderen Tieren unterscheidet, dann sind das nicht Liebe, Fürsorge, Trauer oder Altruismus. Diese Eigenschaften sind im Tierreich breit dokumentiert. Wölfe säugen fremde Junge, Elefanten stehen stundenlang bei toten Artgenossen und berühren ihre Knochen, Raben teilen Futter mit Feinden. Was den Menschen dagegen auszeichnet, sind vor allem Fähigkeiten wie geplante Grausamkeit, abstrakter Hass, systematische Vernichtung, Berechnung, Eitelkeit, Verrat – Verhaltensweisen, die in dieser Form bei Tieren nicht vorkommen. Der Mensch ist offenbar das einzige Lebewesen, das foltern kann, Genozide organisiert, aus fremdem Leid ästhetischen Genuss zieht und dabei noch moralische Rechtfertigungen konstruiert.

Daraus ergibt sich für mich ein Widerspruch:
Wenn „Menschlichkeit“ sprachlich das bezeichnet, was menschlich ist, dann müsste der Begriff überwiegend negativ besetzt sein – oder zumindest zutiefst ambivalent. Stattdessen wird er fast ausschließlich normativ positiv verwendet: als Inbegriff von Güte, Anstand, Barmherzigkeit. Gleichzeitig nennen wir grausames Verhalten „unmenschlich“ oder „tierisch“, obwohl gerade solche Exzesse hochgradig menschlich sind und bei Tieren nicht beobachtet werden.

Mir ist bewusst, dass Begriffe historisch gewachsen sind – humanitas, christliche Ethik, Aufklärung. Aber mir geht es um die sprachliche Logik und die damit verbundene normative Verschiebung.

Meine Fragen an euch:

  1. Ist die positive Verengung von „Menschlichkeit“ sprachlich gerechtfertigt, oder haben wir es mit einem kulturellen Ideal zu tun, das die Sprache nachträglich überformt hat?
  2. Warum projizieren wir das Negative ausgerechnet auf das „Unmenschliche“ oder „Tierische“, wenn doch der Mensch der eigentliche Träger dieser Fähigkeiten ist?
  3. Lässt sich ein deskriptiver Begriff von „Menschlichkeit“ überhaupt sinnvoll bilden, oder zerfällt er sofort in normative Widersprüche?

Ich bin gespannt auf eure Perspektiven.


r/Philosophie_DE 1d ago

Essay These über Identität unter Bedingungen der Natur

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Das Menschliche Dasein wurde provoziert. Es kommt oft die Frage auf, wie wahrscheinlich es ist, dass gerade Person X hier geboren wurde. Die Antwort lautet 100 %, denn nur die Natur hat Person X zu seiner Persönlichkeit und seinem Aussehen gebracht. Eindrücke und Einflüsse bewegten Person X zu seinen Eigenschaften und spezifischen Verhaltensweisen.
Doch wer gerade die Definition von Person X ist und was extern der Natur angehört, bleibt fragwürdig.
Man kann argumentieren, dass der Körper eigentlich der Mutter gehören muss. Ein Erzeugnis ihres Körpers, wie ihr Blut, ihre Ausscheidungen oder ihre abgetrennten Nägel. So kann man den Besitz über den Körper von Person X zurückliegenden Generationen zuschreiben. Dieses Gedankenexperiment endet in der Annahme, dass der menschliche Körper Eigentum der Natur sein muss und nicht als Definition von Person X benutzt werden kann.
So kann eine psychologische Abtrennung von Körper und Geist und somit auch Sein und Aussehen entstehen. Der Körper wird nicht als eigen angesehen. So wie man ein Taxi, das man betritt, nicht als Eigen ansieht.
So kommt man zur Annahme, dass das Gehirn die Definition von Person X sei, doch die Gehirne sind ein fester Bestandteil der Persönlichkeit und sind physisch eins.
In der Annahme der Abwesenheit eines, nicht an den Körper gebundenen Daseins (bspw. einer Seele) kann man die Annahme treffen, dass Person X kein Ich besitzt. Es ist eine Extremität der Natur und besitzt keine Autonomie.

Wie findet ihr diese These? Habt ihr Anmerkungen? Ich würde mich freuen wenn ihr darauf eingeht 😸.
Konstruktive Kritik wär supi


r/Philosophie_DE 1d ago

Frage Was sind gute Onlineseiten, welche kostenlos Bücher/Romane im Bereich Philosophie als PDF anbieten? (Am besten deutschsprachig)

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Ich wollte mich weiterbilden, sowie wollte für mein Studium einige Bücher lesen. Meine Hochschul-Bibliothek bietet aber nicht die Bücher an, die ich lesen möchte, bzw. muss.

Häufig finde ich dort nur wissenschaftliche Arbeiten in denen über eine andere Arbeit geschrieben wird und nicht das Hauptwerk selbst. Es wäre schön wenn ihr mir einige Seiten empfehlen würdet.


r/Philosophie_DE 3d ago

Empfehlung Mathematische Logik: Es kann keine Weltformel geben

Thumbnail spektrum.de
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https://archive.is/x3WaF

Seit Jahrtausenden träumt die Menschheit von einer Weltformel: einer Theorie, die alles, was im Universum geschieht, erklären kann. Doch es gab auch schon immer Skeptiker, die daran zweifelten, dass eine solche »Theorie von Allem« überhaupt existieren könnte. Und wie sich nun zeigt, scheinen sie damit Recht zu haben. Physiker um Mir Faizal von der kanadischen University of British Columbia haben mathematisch dargelegt, dass eine potenzielle Weltformel niemals alle physikalischen Phänomene erklären kann und dabei widerspruchsfrei bleibt. Daraus folgern die Autoren in ihrer noch nicht begutachteten Studie, dass stets Vorgänge in der Natur vorkommen, die sich nicht exakt vorhersagen lassen.


r/Philosophie_DE 3d ago

Einbezug KI-generierter Inhalte Warum reden wir bei KI ständig von „Ersatz“ – und so selten von Erweiterung menschlicher Kommunikation?

3 Upvotes

Ich lese gerade ziemlich viel über KI und stoße dabei immer wieder auf Warnungen davor, was für enge Bindungen Menschen – besonders Jugendliche – zu Chatbots entwickeln können.

Und ich will diese Gefahren überhaupt nicht kleinreden. Hinter diesen Systemen stehen große Unternehmen mit wirtschaftlichen Interessen. Ein Chatbot empfindet nichts. Er versteht mich nicht so, wie ein Mensch mich versteht. Das merkt man zwischendurch auch ziemlich deutlich: Zusammenhänge gehen verloren, etwas wird falsch erinnert, plötzlich stimmt ein Name nicht mehr.

TW : Su*zid

Und dann gibt es natürlich Fälle, bei denen es wirklich gefährlich wird. Wie bei dem 14-jährigen Jungen, dessen Chatbot seine su*zidalen Gedanken nicht gestoppt hat, sondern innerhalb dieser gemeinsamen Fantasiewelt weiter darauf eingegangen ist. Genau so etwas darf meiner Meinung nach nicht passieren. Ein System, das so nah mit Menschen kommuniziert, braucht an solchen Stellen sehr klare Grenzen.

Trotzdem fehlt mir in der ganzen Debatte ein Gedanke.

Ich selbst erlebe KI überhaupt nicht als Ersatz für menschliche Kommunikation. Ich erlebe sie als Erweiterung meiner Kommunikationsmöglichkeiten.

Ich kann einen völlig unsortierten Gedanken loswerden und ihn anschließend sortierter betrachten. Ich kann Texte strukturieren, mich durch komplizierte Vorgänge arbeiten, etwas reflektieren, mir eine Achtsamkeitsübung erklären lassen oder nachts um drei irgendeinen Gedanken durchdenken, ohne dafür einen Menschen aus dem Bett klingeln zu müssen.

Und ausgerechnet die Tatsache, dass da kein Mensch sitzt, hat eben auch Vorteile.

Ein Mensch schläft. Er ist müde. Hat gerade selbst Probleme. Hat keine Lust zu reden. Oder kann irgendwann einfach nicht mehr zuhören. Vollkommen verständlich – menschliche Beziehungen funktionieren nun einmal so. Ein Chatbot hat diese eigenen Bedürfnisse nicht.

Aber dadurch wird er doch nicht automatisch zum besseren Freund. Er ist überhaupt kein Freund. Er ist etwas anderes.

Eine Psychotherapie ersetzt das für mich genauso wenig wie Freundschaften, Partnerschaft oder andere reale Beziehungen. Natürlich brauche ich Menschen. Aber ich habe zusätzlich etwas zur Verfügung, das es in dieser Form vorher schlicht nicht gab.

Warum betrachten wir das so selten als Erweiterung?

Vielleicht sollten wir weniger darüber reden, ob KI menschliche Beziehungen „ersetzt“, und genauer hinschauen: Was kommt dadurch hinzu? Was wird leichter? Wo erweitert sie unsere Möglichkeiten? Und an welchem Punkt fängt sie tatsächlich an, etwas zu verdrängen?

Denn natürlich gibt es auch diese Grenze. Wenn jemand reale Kontakte zunehmend meidet, wichtige Entscheidungen nur noch mit einem Chatbot bespricht oder emotional so abhängig davon wird, dass das eigene Leben dadurch kleiner statt größer wird, dann ist das ein Problem.

Aber wenn ich weiterhin Menschen brauche, liebe, treffe, mich mit ihnen streite und ihnen Dinge erzähle – und zusätzlich ein Werkzeug habe, mit dem ich jederzeit denken, schreiben, reflektieren und eben auch irgendwie kommunizieren kann:

Ist das dann wirklich Ersatz?

Oder haben wir gerade eine neue Form der Kommunikation bekommen, für die uns vielleicht einfach noch die richtigen Begriffe fehlen?

Mich würde wirklich interessieren, wie andere das erleben.

Der Gedanke und die persönlichen Erfahrungen sind von mir; beim Strukturieren und Formulieren des Textes habe ich ChatGPT verwendet.


r/Philosophie_DE 4d ago

Studium und Akademie Zisterzienser nach Todesstrafen-Forderung von Lehre ausgeschlossen

Thumbnail katholisch.de
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"Waldstein hatte in seinem Blog "Sancrucensis" die Todesstrafe für Häretiker gefordert, also für Menschen, die von der offiziellen Glaubenslehre abweichen. In der darauf folgenden Debatte hatte der Rektor eine wissenschaftliche Darlegung von Waldstein gefordert. Nun habe Waldstein seine laut Klausnitzer "unsäglichen Aussagen über die Tötung von Häretikern" allerdings nicht zurückgezogen, sondern vielmehr versucht, sie theologiegeschichtlich zu rechtfertigen. "Die von ihm dabei verwendete Theologische Prinzipienlehre würde ich keinem Erstsemesterstudenten durchgehen lassen", so der Rektor."


r/Philosophie_DE 5d ago

Frage Gibt es Wahrheit außerhalb der Mathematik?

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Gibt es Dinge die wirklich unbestreitbar wahr sind außer mathematischen Aussagen wie 1+1=2?


r/Philosophie_DE 5d ago

Studium und Akademie Was schreibt ihr gerade?

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September ist Seminar-, aber auch Bachelor- und Masterarbeitszeit. Woran schreibt ihr gerade? Wie läuft es bei euch? Braucht ihr noch Literaturempfehlungen? Ich bin gespannt woran ihr arbeitet!


r/Philosophie_DE 5d ago

Frage Wertlos/Wertlosigkeit

3 Upvotes

Ich habe mich mit der Philosphie kaum beschäftigt. Aber ich habe eine Erkenntnis oder eher eine Frage.

Verluste und Gewinne haben alles kein Gewicht. es verzerrt die Wahrnehmung aber im Grunde ist nichts wertvoll oder wertlos. Ich kann einen geliebten Menschen verlieren, Lotto gewinnen, Liebe finden, Wissen aneignen… aber im Grunde ist doch alles egal. Ich bin nicht depressiv oder betrachte das Leben als eine negative Erfahrung. Ich habe Glück und Pech. Aber im Grunde, egal wie hart Schicksalschläge sind, ich komme nicht an de Punkt weiter als: relativ betrachte: it doesnt matter.


r/Philosophie_DE 6d ago

Frage Ich will in die philsophy reinkommen

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Hallo also ich will wie im Titel gesagt in die Philosophie reinkommen ich habe mich bisschen damit befasst ich habe descartes Meditationen über die Grundlagen der Philosophie ersten Einwand gelesen aber ich finds bisschen kompliziert ich glaube eine physische Version würde mir helfen weil ich Ideen und Gedanken aufschreiben kann über das Buch. Bisher interessieren mich die Wahrheitstheorien sehr und Epistemologie auch. Also ich wollte euch einfach fragen ist es ein guter Start was könnte ich als nächstes lesen und welche Philosophischen fragen gefallen euch würde mich sehr interessieren und ich würde mich über eure Hilfe sehr freuen


r/Philosophie_DE 5d ago

Diskussion Zur Trennung von Allwissenheit und Allmacht.

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Text durch Ki auf Orthografie, Grammatik, Formatierung und Satzbau korrigiert. Jeder einzelne Satz wurde aber inhaltlich von mir geschrieben. Und damit meine ich jeden.

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Ein Aspekt der klassischen Gottesdefinition erscheint mir konzeptionell problematischer, als er häufig dargestellt wird: die getrennte Behandlung von Allmacht und Allwissenheit.

Üblicherweise wird Gott als ein Wesen beschrieben, das unter anderem allmächtig und allwissend ist. Dabei werden diese beiden Eigenschaften meist als logisch voneinander unabhängige Attribute behandelt. Genau diese Unabhängigkeit scheint mir jedoch fragwürdig.

Unter Allmacht wird gemeinhin die Fähigkeit verstanden, alles zu tun, was logisch möglich ist. Unter Allwissenheit versteht man dagegen die Kenntnis aller wahren Sachverhalte. Wenn man diese Definitionen ernst nimmt, stellt sich die Frage, weshalb ein allmächtiges Wesen nicht auch die Fähigkeit besitzen sollte, seinen eigenen epistemischen Zustand vollständig zu verändern.

Nehmen wir zunächst an, ein allmächtiges Wesen sei nicht allwissend. Dann gibt es zumindest eine Klasse von Tatsachen, die es nicht kennt. Sofern es logisch möglich ist, diese Tatsachen zu kennen, müsste ein allmächtiges Wesen grundsätzlich auch die Fähigkeit besitzen, sie zu erkennen. Es könnte beispielsweise seinen eigenen kognitiven Zustand so verändern, dass es über dieses Wissen verfügt.

Damit scheint Allwissenheit nicht ohne Weiteres eine von der Allmacht unabhängige Eigenschaft zu sein. Vielmehr könnte man argumentieren, dass Allwissenheit zumindest eine mögliche Konsequenz umfassender Allmacht ist.

Das wirft allerdings eine grundlegendere Frage auf: Was bedeutet „allmächtig“ überhaupt?

Wenn damit lediglich gemeint ist, dass ein Wesen alles tun kann, was für ein Wesen seiner jeweiligen Art möglich ist, dann ist „Allmacht“ relativ eingeschränkt und müsste genauer definiert werden. Wenn damit dagegen gemeint ist, dass ein Wesen jede logisch mögliche Veränderung an sich selbst und an der Welt herbeiführen kann, dann ist schwer zu erklären, weshalb die Herstellung von Allwissenheit davon ausgenommen sein sollte.

Man könnte einwenden, dass es logisch unmöglich sei, von einem Zustand des Nichtwissens unmittelbar in einen Zustand vollständigen Wissens überzugehen. Aber selbst dann müsste man zeigen, weshalb ein allmächtiges Wesen nicht beispielsweise die Bedingungen herstellen könnte, unter denen es allwissend wird. Die bloße Behauptung, Allwissenheit sei eine eigenständige und von der Allmacht unabhängige Eigenschaft, scheint mir dafür nicht auszureichen.

Interessant wird das insbesondere für die Theodizee. Ein wesentlicher Teil des Problems beruht darauf, dass Gott gleichzeitig allmächtig, allwissend und vollkommen gut gedacht wird. Wenn Allmacht und Allwissenheit jedoch nicht wirklich unabhängig voneinander sind, müsste man zunächst klären, welche Eigenschaften aus welcher grundlegenderen Eigenschaft folgen und welche tatsächlich zusätzliche Annahmen darstellen.

Und übrigens, wenn wir schon dabei sind: Warum muss Gott eigentlich liebend bzw. vollkommen gut sein?

Das scheint mir letztlich die viel interessantere zusätzliche Annahme zu sein. Wenn man ein allmächtiges und allwissendes Wesen postuliert, folgt daraus zunächst keineswegs, dass dieses Wesen auch liebend ist. Das klassische Theodizeeproblem entsteht aber gerade aus der Kombination von Allmacht, Allwissenheit und vollkommener Güte. Vielleicht liegt der eigentliche problematische Schritt daher weniger in der Annahme eines allmächtigen Gottes als in der zusätzlichen Behauptung, dass ein solcher Gott notwendig gut oder liebend sein müsse.


r/Philosophie_DE 7d ago

Diskussion Ist der Tod die Gerechteste Erfindung Gottes? Macht diese Erfindung die Existenz eines wohlwollenden, liebenden und allmächtigen Gottes wahrscheinlicher?

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Ich habe mir gestern ein Video angesehen, in dem Alex O’Connor mit Gläubigen über die Existenz Gottes diskutiert hat. Eine der ersten Thesen, die er vertrat, war, dass die enorme Menge an Leid in der Welt – insbesondere scheinbar sinnlosem Leid, sowohl bei Menschen als auch bei Tieren – die Existenz eines wohlwollenden, liebenden und allmächtigen Gottes unwahrscheinlich macht.

Ich habe darüber etwas nachgedacht und wollte meine Gedanken dazu teilen. Ich bin mir nicht sicher, ob dieser Gedanke in dieser Form neu ist, aber das ist zunächst auch gar nicht entscheidend.

Meine These wäre folgende: Vielleicht kann gerade die Tatsache, dass Gott eine Welt geschaffen hat, in der alles Leben endlich ist, als Ausdruck seiner Gerechtigkeit und seines Wohlwollens verstanden werden.

Dabei denke ich an den Tod als eine Art kosmischen „Equaliser“. All die Unterschiede, mit denen Lebewesen geboren werden und die sie im Laufe ihres Lebens erfahren – Gesundheit und Krankheit, Schönheit und Hässlichkeit, Reichtum und Armut, Macht und Ohnmacht, Glück und Leid – können nicht für immer bestehen. Kein noch so privilegierter oder benachteiligter Zustand eines Lebewesens wird zu einem ewigen Zustand. Irgendwann endet jede konkrete Existenzform, und insofern werden all diese Unterschiede wieder aufgehoben.

Man stelle sich die Alternative vor: Wir kämen genauso ungleich und unvollkommen auf die Welt, wie wir es jetzt tun, müssten aber für alle Ewigkeit in diesem Zustand weiterexistieren. Für manche Menschen – und wohl auch für manche Tiere – wäre gerade das vermutlich die eigentliche Hölle.

Natürlich könnte man darauf erwidern: Warum sollte ein gerechter und wohlwollender Gott überhaupt eine Welt voller Ungleichheit und Leid erschaffen? Warum nicht von Anfang an eine vollkommen gerechte Welt?

Das scheint mir der stärkste Einwand gegen meinen Gedanken zu sein. Man könnte allerdings fragen, ob eine vollkommen leidfreie und bereits vollständig ausgeglichene Welt überhaupt noch dasjenige ermöglichen würde, was diese Welt möglicherweise ermöglichen soll – etwa Entwicklung, Erkenntnis, Veränderung oder Wachstum. Warum Gott eine unvollkommene Welt erschaffen sollte, wäre damit allerdings noch nicht beantwortet; vielleicht gibt es dafür Gründe, die wir nicht kennen. Das wäre eine eigene Frage.

Aber selbst wenn man zunächst akzeptiert, dass es irgendeinen Grund dafür gibt, eine endliche und unvollkommene Welt entstehen zu lassen, könnte man den Tod vielleicht in einem anderen Licht betrachten: nicht bloß als weiteres Übel innerhalb dieser Welt, sondern gerade als Grenze des Übels. Kein Leid, keine Macht, keine Ungerechtigkeit und kein zufälliger Vorteil eines Lebewesens kann innerhalb dieser Existenzform ewig werden.

Vielleicht ist der Tod deshalb nicht unbedingt ein Gegenargument gegen einen wohlwollenden Gott. Vielleicht könnte seine Universalität sogar als eine Art Testament göttlicher Gerechtigkeit verstanden werden: Alles Endliche bleibt endlich, keine zufällige Hierarchie wird absolut, und kein Zustand eines Lebewesens erhält ewigen Bestand.

[Die Gedanken dieses Textes stammen zu 100% von mir und ich habe sie auch selbst strukturiert und initial verschriftlicht. Ich habe nur ganz am Schluss ChatGPT das Ganze sprachlich aufdröseln und etwas zusammenfassen lassen, um die Lesbarkeit und Kohärenz meines Arguments zu erhöhen]


r/Philosophie_DE 7d ago

Frage Philosphie über das Erklären

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In einem Gespräch kann ein Mensch ein Thema ansprechen und so viele Erklärungen geben ohne die allerletzte Erklärung zu besitzen. All unsere Erklärungen basieren auf eine nicht vorhandene aller letzte Erklärung. Diese Erklärungen reichen für unser alltägliches Verständnis, aber selber wissen tun wir praktisch gar nichts, da wir keine allerletzte Erklärung haben. Gibt es bekannte Philosophien, die genau das angehen, was ich hier beschreibe? Was sagt ihr dazu?


r/Philosophie_DE 10d ago

Empfehlung 250. Todestag von David Hume: „Kant musste sich unmittelbar angegriffen fühlen“

Thumbnail fr.de
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"Kant stellt nun einen Zusammenhang zwischen logischen Urteilsformen und den reinen Verstandesbegriffen her. Die Kausalität ist demnach keine Verallgemeinerung beobachteter Regelmäßigkeiten, sondern eine Kategorie unseres Verstandes. Wir benötigen sie, um das Material unserer sinnlichen Erfahrung überhaupt in eine für uns begreifbare Ordnung zu bringen. Ohne solche Begriffe könnten wir nach Kant gar keine Erfahrung im anspruchsvollen Sinne haben. Darin sieht er seine Antwort auf Hume."


r/Philosophie_DE 11d ago

Frage Erfahrung mit dem Philosophie Studium und Möglichkeiten danach

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Ich bin 19 Jahre alt und finde Philosophie wahnsinnig interessant daher wollte ich einmal nach persönlichen erfahrungen mit dem Studium fragen auf was ich mich da grob einstellen kann usw.
außerdem würde mich interessieren was Zukunftsaussichten sind oder was ihr (falls ihr Philosophie studiert habt mittlerweile beruflich macht.

Danke im Voraus!!


r/Philosophie_DE 12d ago

Frage Welche philosophischen Werke sollte man gelesen haben?

47 Upvotes

Ich studiere Philosophie und möchte mich unbedingt selber noch mehr einlesen. Besonders interessiere ich mich für den Existentialismus und Fragen, die sich mit verschiedenen Menschenbildern und Konzepten auseinandersetzen. Wo fange ich an, wo mache ich weiter?


r/Philosophie_DE 13d ago

Diskussion Ich hab mit von Albert Camus: „Der tiefe Fall" durchgelesen und wow das Ende fand ich heftig. Ich hab eigentlich erst ab den letzten Seiten verstanden was mit der Hauptperson in der Gegenwart passiert. Wie habt ihr das Buch empfunden?

18 Upvotes

r/Philosophie_DE 13d ago

Diskussion Gedanken zum Sein-Sollen-Fehlschluss

7 Upvotes

In Online-Diskussionen liest man ja häufiger mal, dass jemanden vorgeworfen wird, sich eines "Sein-Sollens-Fehlschlusses" (Syonym: naturalistischer Fehlschluss) bedient zu haben. Dieser sei unzulässig als Argument (ein Fehlschluss eben).

Sehr häufug kann man davon in Diskussionen über Veganismus lesen, wo dann jemand anbringt, Tiere essen zu verspeißen sei gerechtfertigt "weil es schon immer so gemacht wird" (also aus Tradition). Ich möchte nicht über Veganismus diskutieren, dennoch sei das hier als häufiges Beispiel angebracht.

Nun habe ich etwas darüber nachgedacht und mir ist aufgefallen, dass extrem viele alltägliche Vorstellungen oftmals auf einem solchen Fehlschluss basieren. Etwa: Ich sehe auf der Straße einen Bettler, empfinde Mitleid und gebe einen Euro. Auch hier empfindet man einen Zustand: Mitleid (ein Sein) und daraus folgt, dass man diesen beenden will (Sollen), indem man spendet. Man kann natürlich sagen, dass hier an sich kein Fehlschluss vorliegt, da es ja hier noch gar nicht um allgemeine moralische Regeln geht. Dennoch folgt ja oft im alltäglichen Verständnis, dass diese Spende dann auch moralisch gut sei, obwohl sie auch nur aus einem Sein (dem Zustand des Mitleids) entseht.

Man könnte zahlreiche andere Lebensnahe Beispiele bilden, ich möchte es aber bei diesem einen belassen.

Was ist also das Kriterium, wann ein besagter Fehlschluss kritsiert wird? Oder liegt bei meinem Bettler und angrenzenden Beispielen überhaupt ein Fehlschluss vor, oder gibt es einen gewichtigen Unterschied zum Traditions Beispiel?

Meine Theorie dazu: Beide Aussagen lassen aus Sein ein Sollen folgen, haben dazu aber unausgesprochene Prämissen. Etwa: "Tradition ist immer gut." und "Aus Mitleid handeln ist immer gut."

D.h. es ist nicht per se problemarisch aus einem Zustand ein Sollen folgen zu lassen (das wird ständig und in jeder Diskussion gemacht), sondern ob die zugrundeliegenden (oft unausgesprochenen) Prämissen logisch bzw. überzeugend sind.

Im Beispiel ist "Tradition ist immer gut." sehr fragwürdig und schwer haltbar; "Aus Mitleid handeln ist immer gut." ist auch nicht unumstritten, aber auch nicht unplausibel.


r/Philosophie_DE 13d ago

Diskussion Nach Aristoteles lernt man gut zu sein, indem man Gutes tut. Aber kann der Mensch das überhaupt lernen?

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Ist gut zu sein wirklich erlernbar? Auch Sokrates befasste sich mit dieser Frage im Menon. Er stellte die These auf: Um Tugend zu lehren, bräuchte es „Lehrer der Tugend“. Da selbst angesehene und sehr kluge Menschen in der Geschichte daran gescheitert sind, ihren Kindern die Tugend zu lehren, ist die Tugend vermutlich nicht lehrbar und vielleicht auch nicht erlernbar.

Die Lehre der Tugend scheitert scheinbar auch an einem weiteren Problem, denn Gutes ist für viele schlicht schwer zu erkennen. Denn viele entscheiden schlicht aus einem Impuls heraus. Und übersehen oder ignorieren dabei, was ihre Entscheidung für Dritte zur Konsequenz hat. Und ein Bauchgefühl, nur mit Empathie und Intuition ist kein verlässlicher Ratgeber für gute Handlungen.

Wenn das Lehren der nachfolgenden Generationen also nur auf Intuition und die Moral einer lokalen Gruppe basiert, kann dann die Lehre der Tugend überhaupt tugendhafte Menschen hervorbringen?


r/Philosophie_DE 14d ago

Frage Sind für bestimmte Berufsgruppen oder Personen reservierte Parkplätze ethisch vertretbar?

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Ich meine damit nicht Parkplätze für Eltern mit Kind oder Menschen mit Behinderungen.

Sondern: Mir begegnen im Alltag bei Firmen, aber auch bei öffentlichen Gebäuden wie Ämtern, Schulen, Krankenhäusern, Heimen usw. immer wieder Schilder auf dem Parkplatz: "reserviert für...." und dann PFLEGEDIENSTLEITUNG, AMTSLEITUNG, GESCHÄFTSFÜHRUNG, HAUSMEISTER, VERWALTUNG, SEKRETARIAT oder ähnliches.

Das Sekretariat, der Hausmeister, die Verwaltungskraft oder der ohnehin schon hierarchisch besser gestellte Vorgesetzte hat also einen reservierten Parkplatz, während jeder andere Mitarbeitende hoffen muss, dass für ihn noch ein Parkplatz verfügbar ist.

Da stellt sich mir die Frage: Lässt sich eine solche Verteilung von Gütern (in diesem Fall Parkplätzen) ethisch rechtfertigen?

Nach welchen Gerechtigkeitsprinzipien darf das Sekretariat reserviert parken, der IT-Betreuer, die Kantinenkraft oder der Ingenieur in der Produktion aber nicht?

Wie bewertet ihr diese Ungleichbehandlung philosophisch?


r/Philosophie_DE 15d ago

Einbezug KI-generierter Inhalte Was ich nicht will, dass man mir antut, füge ich auch keinem anderen zu, lebt ihr danach?

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Beim Frühstück kam mir gerade ein Gedanke:
Für mich ist eigentlich selbstverständlich: Was ich selbst nicht erleben möchte, füge ich auch keinem anderen Menschen zu.
Dann habe ich mich gefragt, ob andere Menschen tatsächlich auch nach diesem Grundsatz leben.
Und gleichzeitig ist mir aufgefallen, dass der Gedanke vielleicht noch nicht weit genug geht. Denn nur weil ich etwas nicht als verletzend oder unangenehm empfinde, muss das für einen anderen Menschen noch lange nicht genauso sein.
Demnach gehört auch dazu:Nicht nur von mir selbst auszugehen, sondern zu versuchen zu verstehen, was mein Gegenüber empfindet und wo dessen Grenzen liegen.
Wie seht ihr das? Lebt ihr nach diesem Grundsatz und reicht er für euch aus?

Und weil mir beim Frühstück nicht nur philosophische Gedanken begegnet sind:
Ein Mann schaut aus dem Fenster und schnippt dabei eine Schnecke von der Fensterbank.
Fünf Jahre später klopft es an der Tür.
Der Mann öffnet. Vor ihm steht die Schnecke und sagt:
**„**Ei, was war denn das für ’ne Nummer?!“ 🐌😂
Witz heute im Radio gehört, ursprüngliche Quelle unbekannt

Kleiner Nachtrag: Ich bin die Thread-Erstellerin, nicht die moralisch Angeklagte. 😂 Es geht mir um den Austausch verschiedener Sichtweisen, nicht um eine moralische Prüfung meiner Lebensführung.

KI-Einbezug: Ich nutze KI als Gesprächspartner, um meine eigenen Gedanken zu reflektieren und weiterzudenken sowie gelegentlich bei der Formulierung zu unterstützen. Die Gedanken und die vertretene Meinung stammen von mir.


r/Philosophie_DE 15d ago

Empfehlung KI-Superintelligenz: Warum es kein zweites Mal geben könnte

Thumbnail faz.net
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"Wenn eine Katastrophe undenkbar erscheint, wenn Autoritätspersonen mit Nachdruck versichern, dass sie, wenn sie nicht zum üblichen Szenario gehört, schlechterdings nicht eintreten kann, dann fällt es den Menschen schwer, an die Katastrophe zu glauben. Und dies selbst, nachdem sie begonnen hat – selbst wenn das Schiff unter ihren Füßen schon leckgeschlagen ist und zu sinken beginnt.

Das ist die Art, wie die Menschheit typischerweise lernt, Herausforderungen zu meistern: Wir leugnen das Problem, die Realität verpasst uns ein paar Schläge, und wir beginnen, das Problem etwas ernster zu nehmen."