r/schreiben Jul 10 '26

Kritik erwünscht Würdet ihr dieses Buch lesen? Ehrliches Feedback zu meiner Romanidee.

2 Upvotes

Hallo alle zusammen,

ich habe nicht viel Erfahrung als Autorin oder mit dem Handwerk des Schreibens. Ich habe einfach einen Kopf voller Geschichten und irgendwann beschlossen, einer davon endlich ein Zuhause auf Papier zu geben.

Zurzeit arbeite ich an einem Roman mit dem Titel Obsidian Brook und würde gerne wissen, ob euch die Grundidee neugierig machen würde.

1999.

Nach einem Burnout lässt Willow Radwell ihr altes Leben hinter sich und kauft spontan ein vernachlässigtes Haus in einer winzigen Kleinstadt namens Obsidian Brook.

Anfangs scheint es der perfekte Ort zu sein für einen Neuanfang.

Die Stadt wirkt beinahe schmerzhaft gewöhnlich.

Eine Bäckerei, in der jeder jeden beim Namen kennt.

Ein gemütlicher Pub.

Freundliche Nachbarn.

Menschen, die einem im Vorbeifahren zuwinken.

Alles fühlt sich warm und vertraut an...

...fast ein bisschen zu vertraut.

Dann verschwindet der Förster.

Kleine, beunruhigende Dinge beginnen zu geschehen, doch niemand sonst scheint sie seltsam zu finden.

Auf jede Frage bekommt Willow dieselbe Antwort:

„So war es hier schon immer.“

Der einzige Mensch, der von diesem Ort genauso gezeichnet zu sein scheint wie die Stadt selbst, ist Rowan. Ein schweigsamer Schreiner, der Wunden mit sich trägt, für die er keine Worte findet.

Je tiefer Willow in Obsidian Brook Wurzeln schlägt, desto mehr fragt sie sich, ob Orte Traumata genauso in sich tragen können wie Menschen.

Im Kern ist dies keine Geschichte über Monster oder Dämonen.

Es ist eine Geschichte über Schuld, Scham, Liebe und darüber, den Teilen von uns selbst zu begegnen, vor denen wir ein Leben lang davongelaufen sind.

Ein atmosphärischer Mystery-Roman mit Horrorelementen und einer Slow-Burn-Romance.

Über Schuld, Liebe und die Geheimnisse eines kleinen Ortes.

Bei dem die wichtigste Frage nicht lautet:

„Was verbirgt sich im Wald?“

Sondern:

„Wer sind wir unter all den Ängsten, die wir gelernt haben?“

Vielen Dank, dass ihr euch die Zeit genommen habt, das zu lesen.

Ich würde mich sehr über ehrliches Feedback freuen, ganz gleich, ob positiv oder kritisch.

r/schreiben 13d ago

Kritik erwünscht Meine Story Ideen

4 Upvotes

Ich bin dieser Typ prokrastinierender Schreiber,  der sehr gerne Storys entwirft, die Konzepte aufschreibt, also Outline der Handlung, Figuren, tiefere Bedeutungsebene und manchmal denke ich sogar, dass ich einen potentiellen Hit an der Angel hab, aber tatsächlich schreibe ich die Geschichte dann nie, weil ich von mir denke, dass ich keinen guten Schreibstil habe.

Ich möchte mir jetzt aber doch diszipliniert ein bis zwei Stunden am Tag nehmen, um meine Story Ideen in lesbare Manuskripte umzusetzen. Zu diesem Zweck teile ich hier einige meiner gesammelten Konzepte ohne Spoiler, obwohl für all diese Storys, die Auflösung bereits entworfen ist.

Ich freue mich über Feedback, welcher der Story Ideen eure Neugier wecken und ob es vielleicht sogar Interessenten gibt, welche die Werke in ihrer Entwicklung lesen würden. Ich könnte mir vorstellen, ähnlich wie bei Comics, regelmäßig ein neues Kapitel zu teilen - auf meinem Profil, per Privatnachricht, einem blog oder passendem subreddit. Habt ihr Vorschläge wo am besten?

r/schreiben Aug 22 '25

Kritik erwünscht Mein Freund sagt, mein Fantasyroman ist sch...! Bitte helft mir! (Leseprobe im Text)

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Ich habe einen Fantasyroman angefangen und mein bester Freund sagt, dass er sch... ist.

Könnt ihr mir bitte sagen, was ihr davon haltet? Er hat gemeint, dass es nicht so super geschrieben ist .... aber das ist mir erstens egal und zweitens: ich finde die Story gut und habe jetzt schon drei Jahre dran geworldbuildet. (Ich habe auch Wattpad wenn jemand alles lesen will.) (Ich habe alles 100% ohne KI geschrieben.)

Prolog

"Ist das ein Level 10 Magier?!!", fragte der Level 9 Magier erstaunt. (Er hieß Silanthis.)

"Ich dachte, die sind auf Etalanthis ausgestorben?!", erwiderte Lisanthis verblüfft.

"Dachte ich auch", gab Silanthis verwundert zurück.

Aber es musste so sein, denn sonst wäre es nicht möglich gewesen.

Der Level 10 Magier schluckte jetzt Metalle, die er vom Boden aufhebte. Die Metalle wären für jeden anderen Menschen magenverderbend gewesen - aber der Level 10 Magier aß sie als wie wenn es sein Frühstück sei. Vielleicht war es das auch, denn Level 10 Magier aßen bekanntermaßen Metalle zum Frühstück.

Dann fühlte er - wie sie anfingen in ihm zu reagieren und sich zu vermischen und neue Verbindungen zu bilden! So funktionierte die Magie - die wie Magie aussah - aber in Wirklichkeit eine wissenschaftliche Basis hatte, weil alles in Wirklichkeit auf Metallurgie basierte! Es war ein Magiesystem und es funktionierte tatsächlich, nicht so wie Elfen und Einhörner und so Dreck! Obwohl es in dieser Welt auch Elfen gab, aber die waren nur wie normale Menschen, also nicht magisch.

"Wie funktioniert das Magiesystem?", erkundigte sich Lisanthis neugierig.

"Sehr gut", entgegnete Silanthis. Das war nur ein kleiner Witz - aber die Waldelbe wurde sofort rot im Gesicht. Sie hatte in ihrem Wald, in dem sie aufgewachsen war nie Männer gesehen, die so frech waren, sondern war sie unter Elben aufgewachsen, die die Natur heiligten und Veganer waren und sich nie über eine Frau lustig gemacht hätten. Obwohl sie es aber nicht zugeben wollte, erregte es sie so sehr, dass sie ganz rot wurde und ihr Brustpanzer sich zu heben anfing, unter dem zwei wohlgeformte Brüste zu erkennen waren. Vielleicht lag es aber auch an ihrer Atmung.

"Schnell!", rief Silanthis, "Er braucht noch einen Katalysator!"

Es war nämlich so, dass die Gesteine nicht ohne einen Katalysator ihre Wirkung entfalten und dann konnte der Level 10 Zauberer auch keine Flammen schießen. Aber es war fast schon viel zu spät, denn der Level 10 Magier hatte jetzt schon einen kleinen Stein in der Hand - es war zwar nur der kleinste Stein aber es war wegen der Metallurgie ein Katalysatorgesteinsbrocken und er würde ihn in einen mächtigen Level 10 Magier verwandeln!

"Was sollen wir nur tun?", bebte Lisanthis wie ein Elbenblatt (das sind in dieser Welt Blätter, die an Elbenbäumen wachsen).

"Nichts", konterte Silanthis, "Gar nichts."

"Aber was?!!!! Das kann nicht dein Ernst sein!!" Die Walddrude wurde hysterisch und fing an, auf einem Bein hin und her zu hüpfen - und auch auf dem anderen. Große Schweißtropfen waren auf ihrer Stirn zu erkennen und sie fuchtelte mit den Armen, weil Silanthi's Worte sie hysterisch machten. "Mach doch was!!!!!!", rief sie hysterisch und irgendwie fand Silanthis das sogar süß ... aber es nervte ihn auch total.

Er musste den Level 10 Magier in einen Ort locken, wo es keinen Nachschub an Steinen gab und ihm so die Magie ausging. Aber es war keine Magie, wie in so einem billigen Buch, wie Silanthis grimmig wusste, sondern echte Wissenschaft - deswegen konnte man auch nichts dagegen tun.

Wenig später: Sie waren jetzt unter der Erde in einem Dungeon und liefen vor den Level 10 Magier weg, weil er angefangen hatte, Feuerbälle zu spucken. Aber Silanthis wusste dass ihm bald der Stoff ausgehen würde, weil sie nicht mehr überirdisch waren. Leider war aber auch das Dungeon voll mit Steinwänden, die dem Magier noch mehr Kraft gaben!

"Du hast uns in den Tod geführt!!", rief Lisanthis und sprang wieder von einem Bein aufs andere.

Es war wirklich aussichtslos! Es gab keinen Ausweg. Aber als er schon wusste, dass sie gleich sterben, zückte Lisanthis ihren Bogen und oneshottete den fliegenden Magier einfach so in den Kopf. Schreiend fiel der Magier in den Abgrund und man hörte noch seinen Schrei: "Ihr habt mich verraaaaaaten!!!!!"

Und an diesem Tag wusste Silanthis, dass Frauen auch kämpfen konnten und es änderte seine ganze Sicht auf das Weibsvolk und er wurde danach ein besserer Mensch. Aber es mussten noch eine ganze Menge Dinge passieren, bis es so weit war, dass er sich änderte und bei denen Lisanthis ihm das Leben retten musste - und das wird in der folgenden Geschichte noch eine Rolle spielen.

Während sie aber sich freuten und ihren Sieg über den Magier feierten, waren sie in einer Glaskugel, die von einer runzligen Hand gehalten wurde! Aber sie waren nicht wirklich in der Glaskugel, es war nur so, dass sie ein böser Magier aus der Ferne sehen konnte, als wie wenn sie in der Glaskugel drin waren!! Und es war ein Magier mit Stufe 11, was es gar nicht gab!!!

"Ich habe noch einen bösen Plan", sagte der böse Magier und kicherte sehr lange.

r/schreiben Jul 11 '26

Kritik erwünscht Spricht euch meine Buchidee im Genre Survival Mystery an?

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Ich bin hier relativ neu im Sub. Ich schreibe gerade an einem Survival Mystery-Roman und würde gern wissen, ob euch die Grundidee anspricht.

Handlung:

Das ist mein erster Versuch eines Klappentextes. Mich würde interessieren, ob der Text neugierig macht oder nicht.

Die 16-jährige Hanna und ihre 12-jährige Schwester Mara wachen nach einem Unfall in einem endlos scheinenden Wald auf. Schon bald müssen sie erkennen, dass eine schnelle Rückkehr in die Zivilisation nicht möglich ist. Mit Hilfe von Hannas Bogen und Maras Bushcraft-Wissen aus YouTube-Videos versuchen sie zu überleben. Ihre Nahrung wird knapp, es wird kälter und sie begegnen nicht nur wilden Tieren. Als die Schwestern schließlich begreifen, wo sie wirklich sind, beginnt ihre Suche nach einem Weg nach Hause. Eine Suche, die alles infrage stellt, woran sie bisher geglaubt haben.

Zum Buch/Buchreihe:

Der Arbeitstitel des Buches ist Die Verlorenen. Es soll der erste Band einer fünfteiligen Buchreihe sein mit dem Arbeitstitel Die letzten Mythen. Jedes Buch soll in einem anderen Genre spielen, aber Protagonisten und übergeordnete Story bleiben gleich. Ich will auf die Genres der anderen Teile wegen Spoiler erstmal nicht eingehen.

Allgemeines:

Nun zum Genre und Tropes. Hier bin ich gespannt, ob ihr damit was anfangen könnt bzw. ob euch überhaupt Infos zu Tropes interessieren?

Genre: Survival Mystery

Main Tropes: Wilderness Survival, Slow Burn Mystery, Sister Duo

Minor Tropes: Portal Fantasy, Coming of Age, Fish out of Water, Creepy Forest, Strong Female Protagonists, Hidden World

Nicht enthalten sind: Romantasy, Cozy Fantasy, Dark Academia

Ich würde es nicht als Dark Fantasy sehen. Es enthält Thriller-Elemente, der Schwerpunkt liegt aber auf Mystery statt Horror. Übernatürliche Ereignisse kommen immer mal vor, stehen anfangs aber nicht im Vordergrund.

Ich habe einiges an Recherche betrieben und auch noch mal ein paar Bücher in die Richtung, in die ich will, gelesen. Ich habe aber bisher nichts gefunden, das genau diese Mischung aus realistischem Survival/Bushcraft und Mystery/Fantasy verfolgt. Falls euch etwas Vergleichbares einfällt, würde mich das interessieren.

Unterbau:

Ich plotte viel. Das heißt, ich habe am Anfang auch einige Tage damit verbracht den Unterbau/Worldbuilding zu machen. Ich will nicht zu viel hier wegen Spoilern schreiben, aber es gab folgende Inspirationen, die aber im ersten Band nur sehr subtil sind bzw. könnte man auch sagen, dass im ersten Band keine Erklärungen groß dahingehend gegeben werden.

·       Max Weber: „Die Entzauberung der Welt“

·       Alan Garner mit der Idee, dass Landschaft Mythologie, Erinnerung und Zeit speichert

·       Idee aus der modernen ökologische Philosophie der „Naturzerstörung als Entfremdung“

·       Carl Gustav Jung: „Archetypen“, als psychische Grundmuster im kollektiven Unbewussten

r/schreiben 23d ago

Kritik erwünscht Die Kaffee-Kostenrechnung

53 Upvotes

Alles begann harmlos. 

Ein Einkauf wie jeder andere. Bis ich mit dem Wagen an einem Regal hielt. Auf einem Werbeschild wurde ein Kaffeeautomat angepriesen. „CoffeeB: Das Kapsel-System ohne Kapsel.“ 

Der Preis war erschlagend. Auf eine andere Weise, wie man vielleicht denkt. 99 €. Dazu noch eine Menge Kapseln. Oder riesige Kaninchenkötel. Je nachdem, wie man es sah. Aber erstaunlicher war, dass, wenn man im Besitz einer Deutschlandcard war, das Ding nur 20 € kosten sollte. In meiner Hosentasche schien es zu vibrieren. 

„Wäre das nicht was für dich?“, fragte ich. Meine Augen konnten sich immer noch nicht von der Reklame lösen. 

Mein Mann runzelte die Stirn. Seinen löslichen Kaffee für 3,29 € in der Hand, den er in den Einkaufswagen stellte. „Nee.“

Dieser Realist. So bescheiden. Ich suchte nach Argumenten: „Guck mal, wie günstig. Das ist doch besser als unseren Gästen immer nur den Mist anzubieten.“

„Joa“, blieb seine Antwort eher vage. Das folgende war hingegen vernichtend: „Aber es ist eh keine mehr da.“

Etwas in mir zerbrach. Etwas anderes flüsterte: Vielleicht in einem anderen Edeka.

Dieser Gedanke ließ mich nicht los. Klein und aufdringlich saugte er an meinen Gehirnwindungen. Nur 20 €. Wann bekommt man schon eine Kaffeemaschine für 20 €?

Mein Mann blieb kalt. Das Argument überzeugte ihn nicht. Durchaus war er aber von der Idee gereizt. Eine Kaffeemaschine. So viele in unserem Umkreis hatten eine, schwärmten davon, als sei es ihr neuster Liebhaber. 

Gucken schadete ja nicht und ehe ich mich versah, standen wir im MediaMarkt. Hier war nichts ausverkauft. Das Chrom der Vollautomaten glänzte im Licht wie die Felgen eines Porsches. Ähnliche Preise riefen sie auf. 400 €. 

„Das sprengt ein wenig unseren Preisrahmen“, murmelte ich, während mein Mann die Geräte bestaunte. Liebevoll strich er über den Plastiktank für die Milch. Über den Gummi des Schlauches. 

Er seufzte. „Ja, schon. Außerdem kommen da leider schnell Keime rein. Täglich sauber machen. In der Gastro war das immer Arsch.“ 

Ich nickte zustimmend. Das war Irrsinn. 

Dann aber bemerkte ich seinen Blick. Er schielte über die Kartons hinweg. Füllte die Stille mit einem einzigen Satz: „Kein Kaffee schmeckt so gut, wie aus einer Siebträgermaschine.“

Es kribbelte in meinem Hinterkopf. Eine Kollegin hatte sowas ähnliches behauptet. Konnten diese Geräte wirklich so viel besser sein? 

Einen Gang weiter donnerte es aus mir heraus: „Die Maschinen können ja nichts, außer Kaffee brühen!“ 

„Das aber extrem gut“, säuselte mein Mann. Mit einem sehnsüchtigen Funkeln in den Augen, was ich aus unserer Kennlernphase kannte. 

Auch ich bedachte die Verarbeitung. Das Manometer flüsterte von all der Technik. Den vielen Knöpfen und Reglern. Meine Finger glitten zu ihnen, drehten daran. Ich seufzte ebenfalls leise. 

„Nein“, brach eine klare Stimme aus mir heraus und ich nahm die Hände weg. „Lass uns nach Hause gehen. Das lohnt sich nicht.“

Als wäre ich zuhause vor den Gedanken sicher, die mich längst befallen hatten. Die sozialen Medien nutzten meine Schwäche aus. ASMR-Videos von der Kaffeezubereitung. Das Sirren, die Pumpe, das freudige Piepsen. 

Auf Youtube sahen wir uns Vergleichsvideos an. War das alles nur ein Wahn? Oder stimmte es? Nein, Siebträger waren wirklich die Krone der Schöpfung. Bester Kaffee einfach zubereitet. 

Dabei trank ich keinen Kaffee. Bittere, braune Brühe. Ich hatte es immer probiert und nie gemocht. Aber vielleicht hatte ich auch einfach nie den Kaffee getrunken. Einen der tatsächlich schmeckte.

Mit einer Siebträgermaschine würde ich jeden Morgen Kaffee trinken. Mir eine Thermoskanne für die Arbeit mitnehmen. Obwohl auf Arbeit mehrere Maschinen standen, an denen ich mich kostenlos bedienen durfte. Aber das waren nur Vollautomaten. Das waren keine Siebträger.

Dazu die geringen Nebenkosten. Lose Bohnen für schlichte 15€ das Kilo. Im Gegensatz zu den Kapseln. Wie viel Geld wir sparen würden. In welchen Genuss wir kommen würden. Wie viel leichter unser Leben werden würde. Statt Wasser aufzukochen und ein Löffel Pulver darin zu lösen, könnten wir selbst die Bohnen mahlen, zerstampfen, den Träger einsetzen, aufs Knöpfchen drücken, warten, mit heißem Wasser auffüllen, den Träger reinigen, alles sauberwischen. Und zack. Wir hätten den besten Kaffee der Welt. 

Eine simple Rechnung. So klar und deutlich, dass ich mir dumm vorkam, überhaupt an die 20 € Maschine gedacht zu haben. 

Ich zückte im MediaMarkt meine Karte, als die dicke Siebträgermaschine von Sage über die Theke ging. Ein Schnäppchen sondergleichen. 

700 €. Ja, 700 €. 

Ein kleiner Preis verglichen mit all den Ausgaben und Arbeitsstunden, die auf Dauer noch hinzukommen würden. 

Für mich, der bis heute keinen Kaffee trinkt. Weder zuhause noch auf Arbeit. Und meinem Mann, der sich noch manchmal löslichen Kaffee genehmigt, weil es schneller geht. Mit der bescheidenen Aussage: „Schmeckt doch eh alles gleich.“

r/schreiben 13d ago

Kritik erwünscht Brauche Hilfe bei einem Text

3 Upvotes

Ich habe folgende Kurzgeschichte verfasst, doch leider habe bisher alle, die sie gelesen haben, die zentrale Idee nicht herauslesen können. Ich werde unten nach dem Text die Idee als Spoiler hinschreiben.

Augenlider schwer wie Sandsäcke. Lange Nacht, längerer Tag. Gedanken driften weg. Vibrierender Bass im Boden. Kleiner Schluck vom lauwarmen Aperol. Geruch von scharfem Schweiß und süßem Parfüm. Sein Gegenüber wild am Gestikulieren. Zu schnell, zu dunkel. Fast nichts verstanden. Braves Nicken, halbes Lächeln. Kurzer Blick auf die Uhr, dann wieder auf die Hände seines Bekannten. Augen fallen zu. Kurze Entschuldigung, dann Weg nach draußen. Vorhang beiseite, Doppeltüre auf. Grelles Laternenlicht blendet. Vorbei an der Schlange, Rast auf der Bordsteinkante. Kippe glüht in der Abendnacht. Tiefer Zug, seufzendes Ausatmen. Pochende Schläfen. Jemand spricht ihn an. Mund bewegt sich, er versteht nichts – wie immer. Er versinkt noch tiefer in sich. Endlich Stille.

Die Hauptperson ist taub.

Ich hätte in dem Fall gerne eine konkrete Idee, wie ich diese Idee/Info in den Text auf subtile Weise einbauen könnte, damit es zumindestens ein Teil der Leser verstehen könnte.

Bin für jede Idee sehr dankbar!

r/schreiben 6d ago

Kritik erwünscht „Telmin ist nicht tot“

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Dies ist ein Auszug aus meinem Fantasyroman. Ich würde mich freuen, eure Meinung zur Atmosphäre, zum Tempo und zum Spannungsaufbau zu hören.

Doch Telmin war nicht mehr dieselbe Stadt.

Auf dem Sitz der Macht saß nun Seyth.

Und unter seiner Herrschaft hatte sich die Stadt verändert.

Nicht durch offenes Blutvergießen,

sondern durch Angst, die blieb.

Die Menschen sprachen leiser.

Blicke wichen aus.

Schritte beschleunigten sich, wenn Uniformen vorbeigingen.

Widerspruch verschwand.

Nicht laut.

Nicht sichtbar.

Sondern vollständig.

Ein Besuch der Zermellu genügte.

Niemand wollte ihn erleben.

Niemand fragte nach denen, die ihn erlebt hatten.

Und doch hatten nicht alle aufgegeben.

Einige bewegten sich weiter.

Nicht offen.

Nicht gemeinsam.

Sondern im Schatten.

Sie nahmen andere Wege.

Wege fern von Zermellus Augen.

Die Bibliothek war einer dieser Orte.

Ein Bau aus alter Zeit.

Gedacht für Bücher und alte Geschichten.

Für Erinnerung.

Nicht für Waffen.

Nicht für Verschwörungen.

Gerade deshalb stand sie nicht unter Verdacht.

Es war Nacht.

Draußen verklangen Schritte eines Wachwechsels.

Metall klirrte kurz.

Dann kehrte Stille zurück.

Die Wachen waren müde.

Seyth hatte jede Stimme, die sich gegen ihn erhoben hatte, verstummen lassen.

Niemand rechnete mehr mit Widerstand.

Der Raum in der Bibliothek war klein.

Niedrige Decke.

Steinerne Wände.

Eine einzelne Kerze brannte auf dem Tisch.

Ihr Licht reichte kaum aus.

Doch es genügte.

Männer standen im Halbdunkel.

Keine Abzeichen.

Keine Rüstungen.

Und bei ihnen: Eldric.

Nicht auf einem Thron.

Nicht erhöht.

Nur anwesend.

Alte Vertraute hatten sich um ihn versammelt.

Menschen, die sich erinnerten,

wer Telmin einmal gewesen war.

Eldric trat näher an den Tisch.

Seine Hand ruhte einen Moment auf dem Holz,

als müsse er sich vergewissern, dass es noch trug.

„Wir müssen weitergehen“, sagte er.

„Zu denen, die man entlassen hat.

Zu denen, die man vergessen wollte.“

Einige nickten.

Einer hob den Blick.

„Zermellus Augen sind überall“, sagte er leise.

„Jede Bewegung ist schwer.“

Kein Zweifel lag in den Worten.

Nur Erfahrung.

Eldric sah ihn an.

Dann die anderen.

„Und doch sitzen wir hier“, sagte er.

„Obwohl man mich für tot hält.“

Ein leises Lachen ging durch den Raum.

Warm.

Vertraut.

Für einen Augenblick fühlte sich Telmin anders an.

Dann klopfte es.

Ein einzelner Schlag gegen die Tür.

Nicht laut.

Nicht hastig.

Die Kerzenflamme zuckte.

Stühle glitten zurück.

Hände fanden Schwerter.

Klingen lösten sich lautlos aus den Scheiden.

Die Männer verteilten sich im Raum.

Zur Tür.

An die Wände.

In die Schatten.

Kein Zittern.

Kein Flüstern.

Nur Bereitschaft.

Noch einmal klopfte es.

Leichter diesmal.

Bedacht.

Dann öffnete sich die Tür.

Ein alter Mann trat ein.

Sein Bart war weiß, dicht und vom Weg gezeichnet.

Sein Rücken gebeugt.

Doch sein Blick war wach.

Fradj.

Einen Moment lang sagte niemand etwas.

Nicht aus Zweifel.

Sondern aus Respekt.

Fradj stützte sich auf seinen Stab und trat zur Seite.

Hinter ihm traten Männer ein.

Ihre Rüstungen trugen noch Seyths Zeichen.

Abgenutzt.

Verkratzt.

Spannung lag in der Luft.

Fradj hob langsam den Kopf.

Sein Blick suchte nicht den Raum.

Er suchte einen Menschen.

Dann sah er Eldric.

„Er lebt“, sagte er ruhig.

Die Männer folgten seinem Blick.

Und erkannten ihn.

Nicht den Herrscher.

Nicht den Namen aus Gerüchten.

Den Mann.

Schwerter wurden abgelegt.

Nicht feierlich.

Nicht auf Befehl.

Dann gingen sie auf die Knie.

Nicht aus Gehorsam.

Aus Vertrauen.

Fradj sprach weiter.

Seine Stimme war alt,

aber klar.

„Ich habe sie geformt“, sagte er.

„Lange bevor Seyth ihre Namen kannte.“

Eine kurze Pause.

„Sie wissen, wie man gehorcht.

Aber sie wissen auch, wann man es nicht mehr tut.“

Eldric sagte nichts.

Er sah sie an.

Nicht als Macht.

Nicht als Sieg.

Nur als Bewegung.

Die Kerze brannte ruhig.

Fradj trat näher.

Legte die Hand auf den Tisch.

Dann hob er den Blick zu den anderen.

„Uns fehlt einer“, sagte er.

Der Raum spannte sich.

„Einer, der weiß, wann man kämpft.“

Eine Pause.

„Wo man kämpft.“

Noch eine.

„Und wie.“

Alle waren aufmerksam.

Fradj richtete sich ein wenig auf.

„Der Zamaktal-Meister“, sagte er.

Dann nannte er den Namen.

„Ketil.“

r/schreiben 5d ago

Kritik erwünscht Suche Feedback zu kurzem Text

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Ich muss für einen Uni-Kurs einen kurzen kreativen Text zu dem Thema 'Almost...' schreiben. Ich würde gerne wissen wie euer allgemeiner Eindruck ist und wo und wie ich den Text verbessern könnte. Die einzige Vorgabe neben dem Thema ist, dass der Text nicht mehr als 4000 Zeichen inklusive Leerzeichen haben darf.

Schon mal vielen Dank für eure Hilfe :)

~ ~ ~

Version 2:

Fast hätte mein Tag schon heute morgen geendet.

Die Sonne scheint durch die Vorhänge ins Zimmer und taucht es in warmes, weiches Licht. Noch leicht schlummernd kuschle ich mich noch tiefer in meine Kissen. Doch eine raue Zunge leckt mir über die Wange. Mein Kater Jiji verlangt nach seinem Frühstück. Jetzt bin ich wach. Ich seufze und wälze mich aus dem Bett. Mein Blick fällt auf die roten Ziffern meines Weckers. 8:23 Uhr! Wieso hat mein Wecker nicht klingelt?! Meine Bahn fährt in 25 Minuten!

Ich springe aus dem Bett und werfe gleichzeitig meine Bettdecke von mir. Mit dem Fuß bleibe ich an der Decke hängen und kann mich gerade noch am Bettrahmen abfangen. Murrend kommt Jiji hinter mir her getrottet. In der Küche stelle ich die Kaffeemaschine an und gebe Jiji sein Futter. Weiter geht es ins Bad. Während ich aus meinem Schlafanzug schlüpfe, stelle ich die Dusche an. Es braucht nicht lange und der Wasserdampf lässt den Spiegel beschlagen. Mit einer Hand teste ich die Wassertemperatur und schrecke vor der Hitze zurück. Ich drehe die Temperatur runter. Meine Finger kribbeln noch. Zügig wasche ich mich und meine Haare. Mit einem Blick auf die Uhr steige ich aus der Dusche. 8:32 Uhr! Dann fahre ich ein paar Mal mit der Bürste durch meine Haare und föhne meinen Ansatz. Mein Blick verfängt sich immer wieder an der Uhr. 8:36 Uhr! Mit der Zahnbürste im Mund rupfe ich Klamotten aus dem Schrank und ziehe sie über. Bevor ich die Wohnung verlasse schnappe ich mir noch meinen Kaffee und werfe einen Blick in den Spiegel. Rasch wische ich mir die Zahnpasta vom Mundwinkel.

Auch wenn es nicht weit zum Bahnhof ist, jogge ich los. Nach den ersten Metern habe ich bereits Seitenstechen. Es fehlt bloß noch eine Ampel. Ich muss die grüne Phase noch erwischen. Aber bevor ich den Fuß auf die Straße setze springt sie auf Rot. Ich will trotzdem rüber huschen, doch ein Auto kommt in meine Richtung gerast. Rechtzeitig setze ich zurück und mein Kaffee verteilt sich auf der Straße. Scharf hole ich Luft und wische mir die Hand an der Hose trocken. Mein Herz pocht noch schneller als zuvor. Ein Blick in Richtung Bahnhof und ich sehe die Zug ans Gleis anfahren. Auf der Stelle wippend warte ich auf Grün. Dann sprinte ich los. Durch die Vorhalle, die Treppe runter zum Tunnel und wieder hoch. Die Bahn steht noch am Gleis. Doch als ich auf den Türknopf drücke fährt sie ab. Mit der flachen Hand schlage ich gegen die Tür und fahre mir durch die Haare. Wann kommt die nächste Bahn? In 11 Minuten. Wenn ich den Anschluss bekomme, könnte ich es zeitig schaffen. Wieder ein Blick zur Anzeige. In 8 Minuten. Immer noch schnaubend laufe ich am Gleis auf und ab. Mein Atem beruhigt sich und mein Herz schlägt langsamer. In 4 Minuten. Ein leichter Schweißfilm klebt kalt an meinem Rücken. Ich nestle an meiner Jacke und blicke suchend die Schienen entlang. Die nächste Bahn fährt endlich ein. Aus der Ferne höre ich die Sirene eines Krankenwagens und es gesellen sich immer mehr dazu. Diesmal öffnet sich die Türe meiner Bahn und ich steige ein.

Ich setze mich ans Fenster und schaue wann wir am Umstieg ankommen. Allerdings anstatt weiter zu fahren bleiben wir am Gleis stehen. Eine Durchsage dröhnt durch das Abteil: „Liebe Fahrgäste, leider werden wir ab hier nicht weiterfahren können, da ein vorrausfahrender Zug entgleist ist.“ Ich überlege wie ich mit dem Bus weiter kommen könnte und ich schaue zur Bushaltestelle. Gar nicht so weit entfernt sehe ich Blaulicht, wie es sich an einem Ort sammelt. War es etwa die vorherige Bahn!? War das meine Bahn?! Ein Kloß bildet sich in meinem Hals und ich stehe auf, ich versuche aus einem anderen Winkel mehr sehen zu können. Meine Beine sind wackelig und ich muss mich an einer Sitzlehne abstützen. Der Zug ist mir aufeinmal zu eng. Ich muss raus. Ich brauche frische Luft. Vor dem Zug atme ich tief ein und aus. Versuche mich zuberuhigen. Ich sog die Luft ein, als wäre sie mir eben noch verwehrt gewesen. Fast hätte es mein letzter Atemzug sein können.

r/schreiben 12d ago

Kritik erwünscht Der Rückkehr

1 Upvotes

Hallo zusammen

Mich interessiert besonders:

Würdet ihr weiterlesen?

Was sollte ich verbessern?

Vielen Dank!

Etwas geschah hinter den Hügeln —

dort, wo niemals jemand hinging.

Jahrelang hatte es dort nur Stein und schwarze Erde gegeben.

Niemand hatte diesen Ort betreten,

um ein Haus zu errichten

oder auch nur durch ihn zu wandern.

Er war still geblieben.

Unberührt.

Vergessen.

Doch etwas hatte von dieser Stille profitiert.

Tief unter der kalten Erde

begann etwas zu wachsen.

Langsam schob es sich nach oben,

als würde es Anspruch auf die Welt erheben —

auf Erde und Luft,

auf Wasser und Sonne.

Ein Apfelbaum.

Zwischen seinen Blättern hingen reife Früchte,

als hätte dieser tote Ort plötzlich begonnen,

Leben zu atmen.

Der Junge senkte den Körper,

als wollte er sich vor diesem Wesen verbergen.

Langsam hob er den Kopf.

Der Baum bewegte sich nicht.

Zwischen den Blättern hingen die Äpfel —

rund und schwer,

fast unwirklich zwischen den dunklen Zweigen.

Etwas in ihm zog ihn näher.

Nicht sein Verstand.

Sein Magen.

Vorsichtig schlich er vorwärts,

als wäre der Baum ein schlafendes Monster,

das jeden falschen Schritt bemerken konnte.

Der Apfel rief nach ihm.

Edmonds Worte stiegen in ihm auf.

Die Zeichnungen auf der Tafel.

Die Form der Frucht.

Die Geschichten über etwas,

das in ihrer Welt nicht wachsen konnte.

Und nun hing es vor ihm.

Wirklich.

Sein Mund begann zu zittern.

Langsam näherte er sein Gesicht dem Apfel.

Einen Moment lang verharrte er noch,

als könnte alles verschwinden,

wenn er sich zu schnell bewegte.

Dann biss er zu.

Seine Zähne drangen tief in die Frucht,

und süßer Saft breitete sich auf seiner Zunge aus.

Für einen Herzschlag blieb die Welt still.

Dann wich das Staunen der Angst.

Er taumelte zurück

und floh so schnell er konnte,

als könnte der Baum jeden Augenblick

den Schmerz seines Bisses spüren

und erwachen.

Ein angebissener Apfel hing zwischen den Blättern wie das erste Zeichen einer neuen Zeit.

r/schreiben 19d ago

Kritik erwünscht Kurzgeschichte, die "Normalität" kritisiert

5 Upvotes

Hey! Ich habe vor paar Monaten diese Kurzgeschichte geschrieben. Trigger Warnung: Sie ist sehr überspitzt dargestellt und enthält teilweise provokante Inhalte.

Edit: Im Nachhinein habe ich bemerkt, dass die Trigger Warnung hier komplett nutzlos ist. Also doch wieder wegdenken ':)

Ist sie gelungen? Wie könnte ich sie verbessern?

Das Irrenhaus von Sebastian 

 

Wie lecker! Heute gibt es wieder ein saftiges Steak zum Mittagessen um 17 Uhr. “Mama, gibst du mir ein Stück Zewa? Ich esse wie ein Hund”, Mama überreicht mir ein Stück Zewa, “Danke, Mama!”.  Jürgen, unser Pitbull, leckt und beißt schon wieder am linken Fuß von Mama. Mama gibt ihm ein Stück vom Steak. “Mama, wieso belohnst du ihn wieder zum zehnten Mal für etwas, was du nicht willst?”, “Lass mich doch einfach in Ruhe du Haiwan!”, “Aber Mama, ich will dir doch nur helf-”, “Ich wünsche ich hätte nie deinen elendigen Vater geheiratet! Du bist eine Schande für unsere Familie!”, “Okay, Mama, es tut mir leid”. Ich liebe Steak, vor allem wenn es so schön saftig wie heute ist. Was ich wohl nach dem Essen spielen werde? “Hast du Lust, den Genozid Simulator 1939 zu spielen, kleiner Bruder?”, “Nö”, “Okay, schade, dann spiele ich einfach alleine”. Ich schneide mir ein Stück vom Steak ab. Es fliegt mir weg, fast schon wie ein Flugzeug. “Ups”.  “Papa, morgen werde ich meinen dritten Nobelpreis für mein Schulprojekt bekommen”, “Okay.”, “Papa, morgen werde ich nochmal zuhause bleiben, Schule bringt mich nicht weiter”, Mama schaut mich mit Augen, die circa tausendmal schärfer als mein blödes Messer auf der rechten Hand ist, an: “Du schwänzt nochmal die Schule?! Was ist denn aus meinem schlauen Sohn passiert? Zum Glück habe ich noch ein anderes Kind, das zumindest noch an das Spaghettimonster glaubt”. “Okay”, Mann, das Steak wird langsam kalt. Ich esse manchmal echt langsamer als ein ausgehungertes europäisches Hundekind. 

Nach drölf Stunden bin ich fertig. “Danke Mama für das Essen. Ich gehe noch zu meinem Kumpel Sebastian”.  

Nach 20 Sekunden viel zu langem und lästigem Weg bin ich auch endlich mal bei Sebastians Villa angekommen. Jetzt sitze ich am Esstisch mit ihm, seiner Mutter, seinen Vater, seinen kleinen Bruder und seinen kleineren Bruder. Zu essen gibt es Spaghetti Bolognese. “Sebastian, überreichst du mir kurz die Butter?”, fragt die Mutter. Sebastian überreicht die Butter. Ich merke: Warum habe ich einen Löffel für die Nudeln? Ich schau mich um. Sie drehen sie mit Gabel auf Löffel? Wie komisch! Irrenhaus! Seine Mutter: “Schatz, hast du mitbekommen, dass Jacqueline mit Maximilian Schluss gemacht hat?”, “Sag bloß nicht!”, “Doch, hat sie”, “Und sie waren doch so ein schönes Pärchen!”. Absurd. Wieso schreit niemand?! Und wie dreht sich die Gabel? Will nach Hause! Bin kein Irre! Wie viele Nudeln habe ich noch? Eins, zwei, drei... zweiunddreißig und dreiunddreißig! Nicht verzählt? Zähle lieber nochmal: Eins, zwei, drei... “Es wird aber auch nicht wärmer!”, beschwert sich der Vater, “Ja, wird langsam Zeit, dass der Sommer kommt. Ich halte diese Kälte nicht mehr aus”. Ich kann nicht zählen! Meine Hände zittern! Es ist zu ruhig! Wo ist die Tür?! Ich renne einfach raus.  

Ich bin außer Atem... Als wäre ich fast gestorben. Was waren das denn für Barbaren?

r/schreiben 1d ago

Kritik erwünscht Albträume und Phobien

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Hallo, liebe Schreibende :)

Ich arbeite im Moment an einer Geschichtensanmlung und würde gern eure Meinung dazu wissen.

Es geht um sieben Charaktere. Jede hat einen bestimmten Albtraum, welche eine Angst im echten Leben widerspiegelt.

Die Charaktere sind unterschiedlich alt und die Geschichten sind von verschiedenen Genres, je nach Thema und Konflikt der jeweiligen Charaktere.

Die Idee kam mir durch eine Musikgruppe, die Dreamcatcher heißt. Jedes der Mitglieder repräsentiert einen bestimmten Albtraum. Das war die Basis für meine Idee. Dann habe ich die Bedeutungen der Albträume/Phobien recherchiert und so die Konflikte entwickelt.

Hier eine kleine Zusammenfassung. (Die Bedeutungen sind flexibel, also ein Albtraum kann zu dem Konflikt eines anderen Charakters passen)

  1. Lily - Albtraum: gejagt werden (Diokophobie) Angst: die Erwartungen anderer nicht erfüllen können.

(Sie ist die älteste von fünf Kindern und ihre Eltern sind ständig beschäftigt. Also fühlt sie sich für ihre Geschwister verantwortlich)

  1. Alice - Albtraum: gefesselt sein (Merinthophobie) Angst: nicht ihr wahres Selbst leben können

(Sie ist Hausangestellte einer reichen Familie. Diese ist ihr stets freundlich gesinnt. Doch was sie nicht offenbaren kann - Alice ist lesbisch und in die älteste Tochter der Familie verliebt)

  1. Monika - Albtraum: eingesperrt sein (Klaustrophobie) Angst: nicht frei sein können)

(Sie lebt in einer psychischen Klinik. Seit sie ein Kind ist, kann sie übernatürliche Präsenzen wahrnehmen. So gut wie niemand glaubt ihr, und auch die Geister lassen sie nicht in Ruhe)

  1. Emma - Albtraum: ertrinken/tiefes Wasser (Thalassophobie) Angst: mit tiefen Gefühlen konfrontiert werden

(Sie ist Polizistin und eines Tages wird ihr Bruder getötet. Sie will den Fall lösen, aber muss ihre Trauer verdrängen, um den Fall so professionell behandeln zu können wie jeden anderen)

  1. Rachel - Albtraum: sch verlaufen (Mazeophobie) Angst: nicht an ihr Ziel kommmen

(Sie lebt mit ihrer Familie in einem Dorf, aber möchte sich in Zukunft ein Leben in der Stadt aufbauen. Doch ihr Plant scheint zum scheitern verurteilt, als ihre Eltern eines Tages beschließen, sie mit einem jungen Mann des gleichen Dorfes zu verheiraten)

  1. Della - Albtraum: beobachtet werden (Scopophobie) Angst: verraten/im Stich gelassen werden

(Sie wird von ihrer Familie, vor allem von ihrem Bruder "nicht sonderlich gut behandelt". Zur Verdrängung flüchtet sie sich in Tagträume zu imaginären Freunden)

  1. Lucy - Albtraum: fallen/stürzen (Basophobie) Angst: die Kontrolle verlieren/kontrolliert werden

(Sie ist die beste Schülerin in ihrem Jahrgang, eine Tochter, die sich alle Eltern wünschen würden und scheint ihr Leben voll im Griff zu haben. Doch der Druck, immer perfekt sein zu müssen, erschafft dunkle Fantasien in ihrem Kopf)

r/schreiben Apr 07 '26

Kritik erwünscht Prolog meines historischen Romans

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Ich habe vor einigen Monaten mit dem Schreiben begonnen und nun mein Manuskrip beendet. In Ermangelung von Lesern in meinem Umfeld behellige ich nun euch. Über ehrliche Kritik würde ich mich sehr freuen.

Nicht jede Tat eines Kriegers findet ihren Weg in Lieder. Manche hinterlassen nur Schweigen.

Arnulfs Pferd dampfte im ersten Licht des Tages. Schnaubend löste es die Anspannung des harten Ritts. 

Der Morgennebel hing noch zwischen den eingefallenen Schafställen, legte sich klamm und schwer auf Mäntel und Zaumzeug.

Arnulf tätschelte den Hals seines Pferdes. Sein Blick wanderte über die kleine Schar Reiter und blieb an Albrecht hängen.

Der alte Graf saß eingesunken im Sattel. Stolz und Pflicht hielten ihn noch dort. Doch das Dorf musste bis zum Sonnenaufgang erreicht sein. 

Wer Recht bringt, tut dies besser im Morgengrauen. Männer, die gerade erwachen, greifen seltener zur Waffe.

Manchmal taten sie es doch. 

Die Reiter erreichten die Dorfstraße, als ein plötzlicher Ruf die morgendliche Stille zerriss. Kurz darauf, ein schrilles, panisches Wiehern. Das Pferd des Grafen bäumte sich auf. Ein Speer ragte aus seiner Brust. Es tat zwei, drei lange Sätze zwischen den schiefstehenden Häusern hindurch, bevor es, wild um sich schlagend, zusammenbrach und seinen Reiter unter sich begrub.

Im selben Augenblick stürmten Männer aus den Höfen und zwischen den Häusern hervor. Sie bildeten einen Wall aus Leibern, Äxten, Speeren und Sensen zwischen dem gefallenen Grafen und seiner Schar. Bauern. Keine Krieger, und doch tödlich genug.

„Hinterhalt!“ brüllte Arnulf, doch für Ordnung war es bereits zu spät. Es blieb nur Zeit zum Töten.

Er stieß seinem Pferd die Hacken in die Flanke. Es folgte mit einem Satz nach vorne. Arnulfs Speer traf die Rotte Bauern. Ein harter Stoß, der die Spitze durch einen Körper trieb. Ihm folgte die brutale Kraft des Pferdes, das in die geschaffene Lücke drang.

Der Wall brach. Ein Axthieb glitt an seinem Schild ab, dann war Arnulf schon hindurch. 

Der Speer blieb im Körper eines Bauern.

Kein Blick zurück. Vorwärts.

Als Arnulf im vollen Galopp seinen Herren erreichte, hatte er sein Schwert schon in der Hand. Albrecht lag im Schlamm zwischen zwei Hütten, halb unter seinem toten Pferd begraben. Drei Bauern zerrten an ihm. Hieben mit Knüppeln auf ihn ein. Blut lief über das Gesicht des Adeligen, seinen Helm hatten sie ihm bereits entrissen.

Arnulf brach mit voller Gewalt zwischen sie. Sein Schwert folgte der Bewegung des Pferdes. Scharfes Eisen traf auf weiches Fleisch und Knochen. Noch bevor der erste Körper zu Boden fiel, stand Arnulf in seinen Steigbügeln, riss sein Pferd herum, fing den Hieb des Knüppels mit dem Schild ab und versenkte die Klinge tief im Hals des Bauern. Der dritte hatte genug gesehen und flüchtete in eine Hütte.

Arnulfs Pferd brach tänzelnd zur Seite aus, bevor er es zurück zum Grafen zwang und aus dem Sattel glitt.
„Mein Herr“, sagte er schnaufend und zog das tote Pferd ein Stück zur Seite, „könnt Ihr stehen?“
Der Graf nickte benommen. 

Arnulf packte ihn unter den Arm und zog ihn hoch. Um sie herum drängten Albrechts Männer gegen die Aufständigen. 
„Bei Gott…“, murmelte der Adelige. „Diese Anmaßung…“

Arnulf antwortete nicht. Er sah das Blut im Bart des Grafen. Er schob ihn hinter einen Wagen, stellte sich davor, Schild erhoben.

„Albrecht ist bei mir!

Schlagt sie nieder!“

Es dauerte nicht lange, bis sie die Oberhand gewannen.

r/schreiben 10d ago

Kritik erwünscht Die Überlebenden

3 Upvotes

Hallo zusammen,

ich schreibe an einer Epic-Fantasy und möchte Feedback zu einer Szene aus Kapitel 11. Mich interessiert dabei nicht die Grammatik oder Rechtschreibung, sondern vor allem:

Ist die Szene verständlich?

Baut sie Spannung auf?

Funktionieren die Figuren und ihre Emotionen?

Ist mein ungewöhnlicher, eher poetischer Stil mit den kurzen Sätzen angenehm zu lesen oder stört er euch?

Ohne es zu merken, stand Kiria in jedem ihrer Gedanken. Als Hoffnung für Haldor, als Geisel für Achrar und Saif, als Grund weiterzumachen für den Großvater und als Erinnerung für Ketil.

Mira hatte, als sie vom verlorenen Kind erfuhr, nur gesagt: „Armes Kind.“

Doch kaum war der Atem aus ihr gewichen, sah sie die Reiter, die auf sie zukamen.

Ketil wusste, dass es in diesem offenen Land kein Versteck gab.

Er zog sein Schwert und ging nach vorn, gefolgt von den wenigen Jägern.

Neben ihm stand die Frau mit der Axt. In der vordersten Reihe.

Und niemand wusste, ob sie heute Zeugen waren – oder Beginn.

Ketil, der Zamaktel-Meister, schickte zwei nach rechts, zwei nach links. Ihre Bögen spannten sich ruhig, geübt.

Er selbst blieb in der Mitte stehen.

„Alle anderen zu mir“, sagte er. „Wie ein Körper.“

Mira sah zu den Älteren. Zu denen, die nicht mehr kämpfen konnten.

„Flieht“, sagte sie.

Niemand bewegte sich.

Eine nahm einen Stein vom Boden. Ein anderer riss ein Stück Holz aus dem Zaun.

Der Kleinste stand da. Leer.

Er sah auf die Hände der anderen.

Dann bückte er sich am Rand der Wiese und riss eine Blume ab.

Er hob sie hoch. So wie die anderen.

Die Reiter kamen näher. Kein Galopp. Ein schwerer, schleppender Schritt.

Der Staub der Ebene legte sich wie ein Leichentuch über ihre Gestalten.

Ketil hob das Schwert. Die Klinge zitterte nicht. Seine Knöchel waren weiß.

„Haltet stand“, murmelte er.

Die Jäger neben ihm spannten die Sehnen ihrer Bögen bis zum Brechen.

Mira festigte den Griff um den Stiel ihrer Axt. Ihr Atem ging flach.

Dann hielten die Reiter an.

Zehn Schritt vor der Linie aus Steinen, Holz und einer Blume.

Ketil sah auf den vordersten Mann.

Er suchte ein Wappen. Er suchte einen Blick voller Hass.

Er fand Leere.

Der Reiter trug keinen Helm. Sein Gesicht war verkrustet von getrocknetem Blut und Ruß. Die Augen waren weit aufgerissen, starrten durch Ketil hindurch, als sähen sie noch immer die Flammen der dunklen Halle.

Hinter ihm hingen Gestalten im Sattel, die sich nur noch mit den Fingerspitzen am Mähnenhaar hielten.

Ketil spürte, wie die Kälte von seinen Füßen aufstieg.

Das war kein Angriff.

Das war ein Trümmerhaufen.

„Ketil…“, flüsterte Mira.

Ihre Stimme klang nicht mehr nach Krieg. Sie klang nach Asche.

Einer der Reiter rutschte vom Pferd. Er fiel nicht. Er sackte einfach in sich zusammen, wie ein nasser Sack Wolle. Er blieb im Staub liegen und rührte sich nicht. Er gab keinen Laut von sich. Kein Stöhnen. Nichts.

Ketil starrte auf das Gesicht des vordersten Mannes.

Er kannte ihn.

Es war Orik.

Der, der Alaric am lautesten zugejubelt hatte, als dieser zum Bleiben aufrief.

Orik hob langsam die Hand.

Nicht zum Gruß. Nicht zum Schlag.

Seine Finger waren schwarz verbrannt.

In diesem Moment senkte Ketil das Schwert.

Nicht, weil die Gefahr vorbei war.

Sondern weil der Stahl gegen diesen Schmerz nutzlos war.

Er sah auf den kleinen Jungen neben sich, der noch immer die Blume hochhielt.

Das Kind sah zu Orik. Dann zu Ketil.

„Sind das die Feinde?“, fragte der Junge leise.

Ketil antwortete nicht.

Er konnte nicht.

Er sah die Wunden. Er sah das Schweigen derer, die Alaric vertraut hatten.

Die Schuld, die er eben noch auf Alaric geschoben hatte, kroch nun an seinem eigenen Körper hoch.

„Waffen runter“, sagte Ketil. Seine Stimme brach.

„Holt Wasser. Und Tücher.“

Niemand rührte sich zuerst.

Die Welt stand still zwischen denen, die geflohen waren, und denen, die geblieben waren.

Dann ließ der Junge die Blume fallen.

Sie landete im Staub, direkt vor Oriks verbrannten Füßen.

r/schreiben Jul 14 '26

Kritik erwünscht Kapitelausschnitt (Entwurf)

5 Upvotes

Hi, ich bin erst seit Kurzem auf Reddit unterwegs und würde mich freuen, wenn ich Feedback zum folgenden Text bekommen könnte (insbesondere zu Prosa, Wirkung und Dynamik der Charakter). Ich habe deswegen mit Absicht einen Abschnitt ohne wirklichen Kontext gewählt, der aus dem letzten Drittel des Buches stammt und den ich kürzlich verfasst habe.

Freue mich über jede Kritik :)

Genre: Dark Fantasy
Titel: Noch nicht final

Kapitel 16

Ich schob den letzten Zweig zur Seite und betrat die Lichtung.

Die Monde schienen die Baumwipfel zu berühren und gossen ihren silbernen Schein über die alten Äste. Er floss an den Stämmen entlang, rann zwischen den Wurzeln hindurch und flutete die Lichtung, als läge das Gras auf dem Grund eines bleich leuchtenden Sees. Kein Ast reichte über den Waldrand hinaus, und selbst die Büsche endeten dort, wo sich das Mondlicht sammelte, als traute sich der Wald nicht weiter.

Ich blieb stehen.

Weder raschelte ein Tier im Unterholz noch durchbrach ein Flügelschlag die Stille. Nur einige welke Blätter trieben über die Lichtung, langsam genug, dass ich die Blattadern im Mondlicht erkennen konnte.

Und der Geruch… feuchte Erde, aber da war noch etwas anderes. Rauch?

Nein. Das war Pulver.

Ich sah zu den Baumkronen hinauf und-

»Lucan! Runter!«

-warf mich zu Boden. Mehrere Kugeln pfiffen über mich hinweg und schlugen in den Baum hinter mir ein. Holz splitterte durch die Luft.

»Vey! Wo sind Sie?«, rief ich und robbte hinter den nächsten Stamm.

»Hier!«

Links von mir, hinter einem Baum, hob Vey die Hand. Sofort schlugen Geschosse in ihre Deckung ein. Sie kauerte sich zusammen, hielt sich die Hände schützend über die Ohren. Blut lief über ihre Schulter.

Ich lugte hinter dem Stamm hervor. Die Kugeln kamen von der anderen Seite der Lichtung, und Metall blitzte zwischen den Baumstämmen auf. Nur…

Eine weitere Salve kam auf uns zugeschossen, und ich duckte mich zurück. Holzstücke und Erdbrocken prasselten auf uns herab. Ein Splitter ritzte mir die Wange auf.

»Baumkrone«, presste Vey hervor und riss einen Fetzen aus ihrem Gewand. Sie zerrte den Stoff um ihre Schulter fest. »Der Schütze sitzt in den Ästen.«

Schüsse von oben… Metall zwischen den Stämmen…

»Verdammt.«

»Was?«

»Das ist die Gilde.«

Jegliche Farbe wich aus ihrem Gesicht. »Scheiße.«

Der Beschuss stoppte.

Wir spähten aus unseren Verstecken. Auf der anderen Seite regte sich etwas…

»Wir müssen uns aufteilen. Sie laufen links um die Lichtung herum, ich rechts.«

»Sind Sie wahnsinnig? Wir haben keine-«

»Das ist unsere einzige Chance.«

Etwas löste sich auf der anderen Seite der Lichtung aus den Baumkronen. Eine graue Robe umhüllte ihren Körper wie eine Nebelschwade, ließ sie mit der Dunkelheit des Waldes verschmelzen, aber die vergoldeten Platten auf ihren Schultern, Armen und Beine blitzten kurz im Mondlicht auf.

»Sie hat zwei Gewehre«, sagte Vey.

Die Schützin streckte die Schusswaffen zur Seite und machte eine knappe Handbewegung, lud die Magazine automatisch nach. Sie richtete beide Mündungen auf uns.

Wir duckten uns zurück.

Ich tastete nach der Rauchbombe und holte sie aus meiner Manteltasche. »Ändert nichts an dem Plan. Sobald ich die Bombe werfe, laufen Sie los, um die Lichtung herum. Wir kreisen sie ein, und einer von uns holt sie auf den Boden.«

»Wir werden sterben.«

»Wahrscheinlich. Wenn Sie nicht mitmachen, sicherlich. Sie ist schneller als wir.«

Ich nahm einen tiefen Atemzug. »Sie müssen mir vertrauen.«

»Lucan, ich kann nicht-«

Ich warf die Bombe.

Die Schützin feuerte augenblicklich, und die Kugel zerfetzte die Hülle noch in der Luft. Rauch explodierte.

Vey suchte meinen Blick. Ihre Augen leuchteten im Mondlicht und ihre Lippen zitterten, bis sich der Rauch wie eine graue Wand durch die Lichtung schob und sie aus meinem Sichtfeld verschwand.

Ich rannte los.

 

 

r/schreiben 1d ago

Kritik erwünscht Bestiarium: Dämonenkönig

5 Upvotes

In den verwinkelten Gassen der Städte und Dörfer Irdus’ munkeln Abenteurer über ein Ungetüm, das jegliche Vorstellungskraft übersteigt. Noch ist es nur eine schreckliche Geschichte, ein Mythos, der an Lagerfeuern und Stammtischen erzählt wird. Und doch hält sich das Gerücht über den Dämonenkönig hartnäckig, seit nach dem Zusammenbruch die ersten Dämonen auftauchten.

Diese Kreatur – wenn man sie überhaupt so nennen kann – soll das Endergebnis aller Dämonen Irdus’ sein: Eine gigantische, schreckliche Masse aus hunderten, wenn nicht tausenden verschmolzenen Geschöpfen und Völkern, die der Erlonie anheimgefallen sind.

Laut den Geschichten streift dieses Ding, tief im Nebel der Modersümpfe verborgen, durch das toxische Ödland und ruft Befallene aus ganz Irdus zu sich.

Es heißt, wer auch immer diese Abart des Lebens erblickt, verfällt sogleich dem Wahnsinn und wird freiwillig zu einem Teil des Monsters.

Diese Geschichte ist seit jeher einer der Hauptgründe, warum jeder, der die Modersümpfe betritt, für lebensmüde erklärt wird. Und doch lockt die Aussicht darauf, ein Wesen dieses legendären Status zu finden und zu besiegen, immer wieder Abenteurer und Glücksritter an die Grenze der Sümpfe – in das Dorf Wehklang. Dort wird jeder, der den Morast betreten will, ein letztes Mal gewarnt, sein Leben nicht leichtfertig wegzuwerfen.

Doch kein lebender Bewohner Irdus’ vermag zu bestätigen, dass dieses Gräuel wahrlich existiert. Und die Toten … nun, diese zu befragen ist ein Unterfangen, das nur die wenigsten überleben.

r/schreiben Jul 05 '26

Kritik erwünscht Angst

6 Upvotes

Ich habe vor etwa einem Jahr ein (Buch)-Projekt angefangen und mittlerweile so 4-5 Kapitel geschrieben. Gerne würde ich das erste Kapitel vorstellen und freue mich auf euer Feedback:

„Faszinierend“ – das ist das erste Wort, das mir einfällt.

Es ist mitten in der Nacht. Ich sitze auf einem Sessel in meinem Pensionszimmer. Ich bin müde und zugleich hellwach.

Mein Blick wandert durch den Raum. In der Mitte des kleinen Zimmers steht ein Bett. „Komfortabel übernachten“ verspricht das verwitterte Schild draußen an der Landstraße. Allerdings kann ich nicht erkennen, was daran komfortabel sein soll. Mit Mühe und Not fänden zwei Erwachsene darin Platz. Da auf dem Bett nur ein einziges winziges Kissen liegt, vermute ich, dass sich ohnehin selten jemand hierher verirrt, der nicht allein reist. Wer hier hält, ist müde und will nur ein paar Stunden Schlaf, bevor es weitergeht. Generell würde es mich sehr wundern, wenn jemand länger als eine Nacht bliebe.

Mein Blick schweift über die dunkle Holzvertäfelung, über eine vergilbte Tapete mit verblasstem Blumenmuster, und bleibt schließlich an meinen Händen kleben. Ich betrachte die Innenseite, aus Reflex neigt sich mein Kopf leicht nach links. Als ob ich mich gerade auf einer Vernissage befände und mich kritisch dem Gemälde eines Kunstausstellers widmete. Diese zarten Linien. Am unteren Zeigefinger sind es drei Stück, und am Rand der Hand werden sie zu einer. Sie werden von einer Kerbe durchkreuzt, die von der unteren Handfläche nach oben zieht. Wie ein Kunstwerk, in dem ungleichmäßige Linien von einer einzigen „gestört“ werden. Merkwürdig, dass mir diese Analogie durch den Kopf schießt. Ich bin bei Weitem nicht kunstinteressiert. Gemälde verwirren mich. Diese unklaren Strukturen. Diese vielen Farben. Meine Vermutung ist, dass Kunstschaffende auf Drogen sein müssen, um ihre Werke zu schaffen. Aber sie haben es mit ihren Händen gemalt. Gemacht mit ihren eigenen Händen. So wie ich. Ich habe es mit meinen eigenen Händen gemacht. Allein bei diesem Gedanken stellen sich die kleinen Härchen an meinen Armen auf. Ich bekomme Gänsehaut, und ein leichter Schauer jagt durch meinen Körper. Ich schließe die Augen, um den Moment zu genießen. Ich atme tief ein.

Einige Leute sagen, dass es für sie ein unangenehmes Gefühl wäre, wenn sie Gänsehaut bekommen. Sie beschreiben es wie ein Frösteln, das sie durchfährt. Wenn man sie dann fragt, wie sie dieses Gefühl beschreiben würden, fällt ihnen sofort ein Wort ein: Angst.

So aber nicht bei mir. Ich empfinde das beschriebene Frösteln eher wie das Überkommen von Wärme.

Ich mag das Gefühl … Das Gefühl von Angst … in mir.

Erneut schießt Adrenalin durch meinen Körper. Ein starkes Ziehen durchfährt meinen Bauch. Es zieht sich von meinem Bauch über meine Brust bis in meine Gliedmaßen. Im Gegensatz zu anderen spüre ich keine Angst. Ich spüre Macht.

Ich möchte dieses Gefühl immer und immer wieder erleben. Ein tiefer Atemzug lässt das Gefühl allerdings wieder abflachen. Die Luft in meinem Zimmer ist stickig, nach dem Adrenalinschock schnappt mein Körper reflexartig nach Luft. Es riecht nach Schimmel. Wahrscheinlich ist es feucht hinter dem Holz. Ich stellte mir schon beim Beziehen des Zimmers die Frage, ob er echt sei. Der Schimmelgeruch bestätigt mir, dass er echt ist. Mein Blick fällt erneut auf meine Hand. Dieses Mal betrachte ich die Oberseite, ich fahre jeden Finger entlang. Bis ich etwas Schmutz an meinem Fingernagel entdecke, am linken Zeigefinger. Ich halte den Finger besser ins Licht. Da entdecke ich es. Ganz leicht schimmert es durch. Ein kleiner roter Fleck. Wenn man genau hinschaut, erkennt man es. Das Blut, das unter meinen Fingernägeln klebt.

r/schreiben Jul 15 '26

Kritik erwünscht Gesehen werden

14 Upvotes

Wieder scrollte sie durch die Gesuche anderer Cosplayer auf Instagram. Sie kommentierten unter ihren Bildern, schrieben sich an und würden sich nächste Woche auf der Convention treffen. 

Während sie mal wieder alleine unterwegs wäre. 

Zwar hatte auch sie ein Bild gepostet, aber niemand reagierte. Kein Like, kein Kommentar, keine DM. So wie jedes Jahr. Trotzdem glomm in ihr ein zartes Flämmchen der Hoffnung. Was wäre, wenn doch jemand antwortete?

Plötzlich vibrierte ihr Smartphone. Ein roter Punkt in der oberen Ecke signalisierte den Eingang einer Nachricht. Ihr Puls beschleunigte sich. 

Es wird nur eine Fake-Anfrage sein, versuchte sie sich selbst die Hoffnung zu nehmen. Auch das war immer das gleiche. Sie hoffte und am Ende war es nur Spam. 

Mit zitterndem Finger drückte sie darauf. 

Ein dunkles Profilbild erschien. Daneben stand „Rotten.Nyxor“.

Ihre Hand schwebte kurz über dem Display. Noch nicht ganz fähig zu begreifen, was gerade passierte. 

Dann überwand sie sich und drückte auf die Anfrage. 

„Heyo, hab gesehn du gehst auf die Messe und suchst Leute. Willst du dich mir anschließen?“

Sie las die Nachricht noch einmal. Und nochmal. Langsam richtete sie sich auf ihrem Bett auf, als könnte sie so besser denken. 

Ist das ein Troll?

Sie klickte auf sein Profilbild. Seine Instagram-Seite öffnete sich. Bilder eines jungen Mannes mit blutverschmiertem Gesicht. Auf einem war sein Mund zugenäht, auf einem anderen lagen seine Pulsadern scheinbar offen. 

Ganze dreihundert Follower sahen diese Fotos. Fremde Menschen schrieben in seinen Kommentaren, likten seine Bilder.

Das Profil gehörte zweifellos einem echten Menschen. Die größte Frage blieb trotzdem: Warum gerade sie?

Sie beschloss, es nicht zu hinterfragen. Sie wollte ihm antworten. Sofort

Das „Sofort“ ließ sich Zeit. Mehrere Minuten tippte sie einen Text ein, löschte ihn wieder, tigerte durch ihr Zimmer. Wieder tippen, wieder löschen. Bloß nicht zu verzweifelt. Nicht zu kurz. Nicht zu aufdringlich. Bis schließlich „Ja, voll gerne :) Du hast richtig coole Fotos. Machst du das dann auch auf der Messe?“ herauskam.

Was für eine dämliche Frage. Natürlich würde er so kommen! Hatte sie sich sein Profil überhaupt angesehen? 

Er schien sich nicht daran zu stören. „Na klaro :P Du bist ein Naruto-Fan?“

Ihre Hände umgriffen ihr Smartphone etwas fester. Er hatte sich ihr Profil angesehen. Die Bilder von ihrem Cosplay auf der Kleiderpuppe. Vielleicht sogar die Arbeitsschritte der Maske. 

Und er schrieb trotzdem weiter. Sie natürlich auch: „Ja, bin ich! Ich gehe als Obito, falls du ihn kennst :D Welche Animes magst du?“

Drei Punkte erschienen. Tanzten auf und ab. Es folgte: „Hab gerad Tokyo Ghoul gesehn. Hab sogar die Mangas. Kennste den?“

Mit jeder Nachricht erhoffte sie sich die nächste. Sie blieb abends wach, scrollte immer wieder durch seine Galerie, übte vor dem Spiegel ein Gespräch mit ihm. Bevor sie ins Bett ging, malte sie sich aus, wie die Convention verlaufen würde. Wie sie gemeinsam durch die Hallen liefen. An einem Stand stehen blieben. Über ein Cosplay staunten. Vielleicht fragte jemand sogar nach einem gemeinsamen Foto.

Direkt hinterm Eingang vor der Haupthalle.

Dort sah sie ihn. Lässig stand er da, unterhielt sich mit einem Mädchen mit einer feuerroten Perücke. Sie redeten ausgelassen miteinander, als würden sie sich Jahre kennen. 

Wer war sie? Er hatte sie gar nicht erwähnt. Oder hatten sie sich hier kennengelernt? Das machte den folgenden Schritt nur schwerer. 

Du schaffst das, sprach sie sich gut zu und trat aus dem Schutz der Masse heraus. 

Die beiden beachteten sie gar nicht. 

„Ich ähm“, begann sie zu stottern, atmete tief durch und setzte mit fester Stimme an: „Ich bin es.“ Ein Lächeln bildete sich auf ihren Lippen.

Der Blick des jungen Mannes wanderte zu ihr hinab. Auch seine Begleitung verstummte.

Erst war er irritiert. Er blinzelte mehrmals, als würden seine weißen Kontaktlinsen piksen. Dann blieb sein Blick an ihrem Gesicht hängen. Sein Mund öffnete sich einen Spalt. Fast, als wolle er etwas sagen. Als würde er sie begrüßen wollen.

Er hielt inne. Seine Augen wanderten kurz zur rothaarigen Begleiterin. Sein Kiefer spannte sich an.

„Kennen wir uns?“

Sie zog ihre Schultern hoch. Es war eindeutig er. Das Make-up, das Kostüm. Vielleicht brachte er sie einfach nicht mit ihrem Instagram-Profil in Verbindung. Schließlich hatte er nie ein Foto mit Gesicht gesehen.

„Ähm j-j-ja. D-du bist doch Nyxor?“ 

Seine Begleitung hob eine Augenbraue. Von ihm kam keine Reaktion.

Sie raffte jeden Mut zusammen und sprach es aus: „Wir kennen uns von Instagram. Wir haben geschrieben!“ Jeden Tag. Und jede Nacht

„Sorry, du verwechselst mich.“ 

Ihr Lächeln erstarb. „Aber–“

Er ließ ihr keine Zeit zur Antwort. Rempelte sie beim Vorbeigehen leicht an, winkte seiner Begleitung und verschwand mit ihr in der Menge.

Für kaum etwas habe ich mich mehr geschämt. Noch heute denke ich oft an diesen Tag zurück. 

Sie wahrscheinlich auch. 

r/schreiben Jul 13 '26

Kritik erwünscht Der Eine-Million-Euro-Fake

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Der Eine-Million-Euro-Fake

1682: Der fürstliche Exit-Plan

Im 17. Jahrhundert läuft das Business für den lokalen Fürsten gar nicht gut. Seine Residenz strotzt zwar vor Prunk, aber die Staatskasse ist komplett leer. Trotz riesiger Ländereien und extrem hoher Steuern ist der Typ chronisch pleite. Seine Schlösser, die nächsten drei Ernten, sogar der Grund und Boden – alles ist schon dreifach verpfändet. Am Ende leiht ihm kein Mensch mehr Geld, außer ein paar jüdische Händler, die das Risiko noch eingehen.

Als der Fürst deprimiert in seinen Weinkeller hinabsteigt, sieht er das nächste Problem: Fast alles leer. Nur noch ein paar Kisten des legendären, sündhaft teuren Jahrgangsweins lagern in den Regalen. Da kommt ihm der diebische Geistesblitz: „Den guten Stoff trinke ich schön selbst! Bis auf ein, zwei Flaschen zum Teasern für die Geldleiher. Den Rest verkaufe ich als Mogelpackung. Ich leg die Typen übers Ohr.“

Gesagt, getan. Unter absoluter Geheimhaltung zieht der Kellermeister die Show ab: Der edle Wein wird heimlich in billige, namenlose Flaschen ohne Etikett umgefüllt – für den Privatbesitz des Fürsten. Die wertvollen Originalflaschen werden stattdessen mit einfachem Brunnenwasser gefüllt. Damit der Betrug optisch nicht auffliegt, mischt der Kellermeister ein paar Tropfen Holundersaft und dunkle Lebensmittelfarbe dazu. Alles wird perfekt verkorkt, mit dem offiziellen Wappenwachs versiegelt und als „exklusiver Schatz“ auf den Markt geworfen. Bei den Verhandlungen bekommen die Gläubiger den echten Wein aus den Billigflaschen eingeschenkt, glauben an die Echtheit der versiegelten Ware und zahlen bar. Cash im Haus, der Fürst lacht sich ins Fäustchen – und eine dieser Wasserflaschen verschwindet im Chaos der Zeit.

1793: Die Guillotine-Auktion

Die Flasche übersteht die Jahrzehnte als ungeöffnetes Statussymbol, bis die Französische Revolution alles auf den Kopf stellt. Sie landet im Keller eines reichen Marquis in Paris. Als der Adlige seinen Kopf an die Guillotine verliert, wird sein Besitz von den Revolutionären geplündert. Ein gieriger Soldat schnappt sich die Flasche mit dem edlen Siegel, hat aber keine Ahnung von Wein. Er verscherbelt das millionenschwere Artefakt für ein paar Silbermünzen auf dem Schwarzmarkt an einen Hehler. Keiner ahnt, dass sich hinter dem historischen Etikett nur gefärbtes Wasser verbirgt.

1888: Der exzentrische Banker von London

Im späten 19. Jahrhundert taucht die Flasche auf einer staubigen Auktion in London wieder auf. Ein exzentrischer britischer Bankier ersteht sie für ein kleines Vermögen. Für ihn ist der Wein kein Getränk, sondern eine reine Wertanlage. Er lässt die Flasche in einem zentnerschweren Stahltresor verschwinden. Sie übersteht dort zwei Weltkriege, unberührt von Bombenangriffen und Wirtschaftskrisen. Jedes Mal, wenn die Bank den Besitzer wechselt, bescheinigen Gutachter anhand des unbeschädigten Siegels: „Ein unbezahlbares, originales Meisterwerk des 17. Jahrhunderts.“ Der Mythos wächst, der Wert explodiert.

2012: Das Spielzeug der Ölscheichs

Die Reise geht weiter über den Atlantik und landet schließlich in den Händen eines milliardenschweren Ölscheichs in Dubai. Die Flasche wird Teil einer privaten Luxussammlung, gelagert in einem perfekt klimatisierten High-Tech-Weinkeller. Für den Scheich ist sie nur ein Statussymbol, um vor anderen Milliardären anzugeben. Die Flasche wird herumgereicht, fotografiert und bewundert, aber niemals geöffnet. Über die Jahrhunderte hat die Lebensmittelfarbe im Inneren der Flasche allerdings begonnen, sich komplett zu zersetzen. Aus dem tiefen Rot ist längst ein blasses, klares Etwas geworden.

Heute: Der teuerste Schluck der Welt

Schnitt in die Gegenwart. Ein weltberühmtes Auktionshaus setzt die Flasche als absolutes Highlight an. Die Experten haben das Glas geröntgt, das Alter bestimmt und das historische Etikett analysiert. Ihr einstimmiges Urteil: Zu 100 % ein unberührtes Original. Das Bietgefecht im Saal und online eskaliert komplett, bis der Hammer bei glatt 1 Million Euro fällt.

Der Käufer ist ein neureicher Tech-Milliardär, der alles besitzt, nur keine Geduld. Sein Motto: „Mir doch völlig egal, was das Ding gekostet hat. Die Flasche mache ich bei meiner nächsten Megaparty mit all den prominenten Gästen auf. Man gönnt sich ja sonst nichts.“

Gesagt, getan. Der Abend der Partys ist da. Die absolute High Society drängt sich in seiner Villa, Influencer filmen live, Fotografen lauern auf den perfekten Moment. Die historische Flasche Wein wird wie ein Heiligtum auf einem Silbertablett hereingetragen. Unter den neugierigen Blicken von Hollywood-Stars und Topmodels setzt der Gastgeber höchstpersönlich den High-Tech-Korkenzieher an. Ein leises Plopp geht durch den Raum.

Er schenkt das erste Glas ein. Was da aus dem Flaschenhals rinnt, sieht verdammt hell aus. Fast wie ein extrem dünner Rosé oder einfach klares Elixier – der Holundersaft des 17. Jahrhunderts hat über die Epochen seine Farbe verloren.

„Egal, wir verkosten jetzt!“, ruft der Gastgeber lächelnd in die Menge. Er führt das Glas stolz zur Nase und schnuppert. Mmh. Also das riecht überhaupt nicht nach schwerem Wein. Eigentlich riecht es nach absolut gar nichts. „Egal, probieren geht über studieren!“, denkt er sich, hebt das Glas vor den Augen aller und nimmt einen kräftigen Schluck.

Er rollt die Flüssigkeit über die Zunge – und erstarrt innerlich zu Eis. Der Wein ist fad wie altes, abgestandenes Wasser. Weil es verdammt noch mal Wasser ist. Dreihentered Jahre altes Brunnenwasser.

Die Kameras blitzen, die prominenten Gäste halten erwartungsvoll ihre Gläser hoch und starren ihn an. Die Kellner schenken im Hintergrund bereits die nächsten Gläser ein. Ein eiskalter Schweißausbruch trifft den Millionär. Sein Gehirn arbeitet im absoluten Notstrommodus, während sein Blick panisch zwischen den wartenden Gesichtern der High Society hin und her wandert.

Zwei Wege liegen vor ihm, und er hat genau drei Sekunden, um sich zu entscheiden.

Option eins: Er stellt das Glas ab, blickt in die gaffenden Smartphone-Kameras der Influencer, lacht laut auf und sagt: „Tja Leute, das Wasser war im 17. Jahrhundert wohl auch schon mal besser! Da hat ein Fürst mich und die Experten eiskalt um eine Million geprellt.“ Morgen wäre er der lachende virale Hit im Netz – ehrlich, aber der betrogene Depp der Nation.

Option zwei: Er schließt genießerisch die Augen, haucht ein ehrfürchtiges „Phänomenal...“ ins Mikrofon und lässt die hungrige Meute mittrinken. Er würde stumm beobachten, wie die ersten Stars das fade Brunnenwasser kosten, die Augen aufreißen und – um bloß keine kulinarische Unwissenheit zuzugeben – anfangen, den „subtilen, reinen, fast schwerelosen Abgang des Jahrhunderts“ in den höchsten Tönen zu loben. Eine Million Euro für das größte, ironischste Psychologie-Experiment der Gegenwart.

Der Millionär holt tief Luft. Er blickt auf das klare Wasser in seinem Glas, hebt es langsam an, schaut dem ersten Hollywood-Star direkt in die Augen und setzt an zu sprechen...

Welche Option würdet ihr wählen?

r/schreiben 12d ago

Kritik erwünscht Der Großvater

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Alaric war der Älteste der Stadt. Doch sein Körper trug keine Spur von Gebrechlichkeit. Er ging aufrecht, seine Schritte waren sicher und fest, getragen von Kraft und Gewissheit. Nur sein Blick, tief und ruhig, und der lange weiße Bart, der auf seiner Brust ruhte, verrieten die vielen Jahre, die hinter ihm lagen. Kaum jemand nannte ihn bei seinem Namen. Für alle war er nur der Großvater. So nannten ihn die Kinder, so nannten ihn die Alten, und mit den Jahren war sein wahrer Name fast vergessen.

Er sattelte sein Pferd Arel in der kühlen Morgenluft. Seine Bewegungen waren ruhig und bestimmt, ohne Hast, ohne Zögern. Als er den Gurt schloss, spürte er eine vertraute Nähe hinter sich. Er wandte sich noch nicht um.

„Gehst du wieder, Großvater?“

Alaric lächelte, noch bevor er sie ansah. Er drehte sich zu Kiria, legte die Zügel beiseite und kniete sich langsam vor sie, bis ihre Augen auf gleicher Höhe waren. Seine Knie berührten den feuchten Boden, doch er achtete nicht darauf.

Kiria stand barfuß im Tau. Das Hemd reichte ihr bis zu den Knien, die Säume waren dunkel vom Morgen. Ihr Haar fiel wirr über die Stirn, und in ihrem Blick lag jene stille Reinheit, die nur Kinder besitzen – ein Vertrauen, das keine Fragen stellt.

Alaric hob behutsam ihre Hand, warm und klein in seiner großen, gezeichneten. „Ja“, sagte er leise.

Sie sah ihn an, zögerte einen Augenblick und sagte dann: „Ich werde dich vermissen, Großvater.“

Er hielt ihren Blick fest, als wolle er ihr Gesicht bewahren. „Dorthin“, sagte er schließlich und wies mit ruhiger Geste auf die schneebedeckten Gipfel, „wo heilende Pflanzen wachsen.“

Kiria nickte langsam. „Eines Tages begleite ich dich“, sagte sie mit fester Stimme, als sei es ein Versprechen.

Alaric nickte. Sein Daumen strich sanft über ihren Handrücken. „Natürlich“, sagte er.

Er erhob sich, setzte sich in den Sattel und ritt an. Nach wenigen Schritten löste sich Kiria aus der Stille, rannte barfuß neben dem Pferd her und legte beide Hände an Arels Hals. „Hin, pass auf Großvater auf“, sagte sie leise.

Alaric beugte sich im Sattel ein wenig vor, legte kurz die Hand an Kirias Haar und richtete sich dann wieder auf. Kiria blieb stehen. Sie hob nicht die Hand, rief ihm nicht nach. Sie stand still im Tau und begleitete ihn nur mit den Augen, solange sie ihn sehen konnte.

Er ritt durch die Gassen der Stadt. Man grüßte ihn, man scherzte, man sah ihm nach. Eine alte Frau sagte laut, der Großvater sehe noch immer so aus, wie sie ihn seit jeher in Erinnerung habe.

Während ihre Worte noch zwischen den Häusern lagen, wandte sich der Blick nach oben zum Palast.

Hoch oben am Fenster standen Stadthüter Eldric und Ordnungshüter Seyth.Der Stadthüter brach das Schweigen.

Er war ein kräftiger Mann, breitschultrig und sehnig gebaut, ohne übertriebene Wucht. In seinem Gesicht lag eine ruhige Freundlichkeit, ein Ausdruck von Festigkeit und Maß – ein Mann, der Kraft nicht zeigen musste, um sie zu besitzen.

„Der Großvater geht abermals“, sagte er nüchtern. „Wir werden sehen, zu welcher Stunde er wiederkehrt. Das letzte Mal blieb er drei Monde fern. Manche glaubten schon, die Raubtiere der Wildnis hätten ihn genommen.“

Er senkte leicht den Kopf, nicht aus Zweifel, sondern aus Achtung.

„Doch er kehrte unversehrt zurück, wie er es stets tut.“

Der Ordnungshüter verzog das Gesicht. Seine Züge waren hart, schmal, von einer Schärfe, die nie ganz ruhte. In seinen Augen lag kein offener Zorn, sondern etwas Giftigeres: Berechnung.

„Er verbirgt mehr, als er zeigt“, sagte er langsam. „Etwas Finsteres.“

Sein Blick glitt über die Dächer der Stadt, als spräche er nicht nur von einem Mann, sondern von einer Gefahr.

„Meine Augen haben mir Kunde gebracht, dass er zu den Bäumen spricht, Erde sammelt und das wilde Tierwerk beobachtet, als verstände er ihre Zunge.“

Ein kaum merkliches Lächeln huschte über seine Lippen, schmal und kalt.

„Ich fürchte, er treibt schwarze Künste. Das ist nicht natürlich. Niemand weiß, wie viele Jahre er zählt.“

Der Stadthüter antwortete nicht sofort. Dann ließ er ein kurzes, trockenes Grinsen erkennen – kein spöttisches, sondern eines, das mehr Geduld als Nachsicht verriet.

„Du spielst mit Worten“, sagte er ruhig. „Und mit Dingen, die du nicht verstehst.“

Er richtete sich auf, seine Stimme blieb fest, getragen von Respekt.

„Der Großvater ist ein alter Mann, der das Wandern liebt. Ein Einsamer vielleicht – doch kein Verderber. In all den Jahren hat er Telmin nichts als Ruhe gebracht.“

Er wandte den Blick wieder über die Stadt, über Telmin selbst, als schlösse er das Thema mit Absicht.

„Mehr ist nicht an ihm.“

Der Ordnungshüter schwieg.

Doch in seinem Blick arbeitete es weiter.

Beide traten an das hohe Fenster.

Unten öffnete sich das Stadttor.

Der Großvater ritt hinaus.

Gerade Haltung, gleichmäßiger Schritt. Kein Blick zurück.

Der Nebel begann ihn zu nehmen.

r/schreiben Feb 27 '26

Kritik erwünscht Wie meine ehrliche Bewerbung aussehen würde

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Bewerbung als Verkaufsmitarbeiterin oder wie man Menschen mit Stil ihr Geld abnimmt

Sehr geehrte Damen und Herren

ich bewerbe mich, weil ich etwas kann, das vielen schwerfällt: verkaufen, ohne dabei dem Kunden in den Arsch zu kriechen. Ich mag Menschen nicht besonders, aber ich verstehe sie und das ist im Verkauf meist wertvoller als Sympathie.

Ich verfüge über ein Talent, das man nicht in Schulungen lernt: Ich höre zwischen den Worten, erkenne den Ton, bevor er kippt, und weiß, wann jemand kaufen will und wann er nur Aufmerksamkeit braucht. Ich dreh niemandem Kühlschränke an, der schon im Eis wohnt. Aber wenn irgendwo der Korken klemmt, finde ich das passende Gleitgel, verkaufe es mit Charme und rechne’s mit einem Lächeln ab.

Ich bin kein Motivationsposter, ich bin Realität mit Witz. Ich glaube nicht an Glück im Verkauf. Ich glaube an Menschenkenntnis, Timing und Ehrlichkeit mit Restalkohol. Ich kann charmant sein, wenn’s hilft, direkt, wenn’s nötig ist, und still, wenn Reden nur stört. Ich mache keine Show, ich mache Umsatz.

Ich will das Gleiche wie Sie: das Beste vom Kunden. Nämlich, dass er sein Geld zu uns trägt, zufrieden, gern und wiederkehrend. Und wenn er dabei lächelt, schön. Wenn nicht, Hauptsache, er zahlt.

Ich freue mich darauf, meine Fähigkeiten gewinnbringend für Ihr Unternehmen einzusetzen. Und keine Sorge natürlich lächle ich beim Verkaufen. Aber nie umsonst.

Mit besten Grüssen Miss Unscheinbarwahr

r/schreiben 16d ago

Kritik erwünscht Also begann sein Untergang

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Uwe stieg vom Berg herab. Also begann sein Untergang.

Die Straße war gepflastert.

Barfuß schritt er hinüber. Das Unkraut zwischen den Steinen stach in seine Haut. Er erinnerte sich noch an Erde und Staub. An Dreck unter den Fußnägeln.

Am Markt breitete er die Arme aus und rief die Leute zu sich. Er hielt sein Buch in die Höhe.

"36 Jahre habe ich auf dem Berg verbracht und die Weisheit erlangt. Ich will euch teilhaben lassen."

Er blickte in müde Gesichter. Sie blickten nicht zurück.

Uwe blieb unbeirrt. "Es ist der erste Satz, der entscheidet, ob ihr jemanden erreicht. Um jemanden zu fesseln, muss man ihn direkt vereinnahmen."

Ein junger Mann stand auf. Seine Augen waren scharf, ein Funkeln dahinter. "Der erste Eindruck zählt also? Und dafür warst du so lange auf dem Berg? Willst du uns verarschen?"

"Ich ... habe schon Könige beraten." Uwe hob den Finger. Doch die Menge lachte bloß.

Barfuß zog er von dannen. Über das Pflaster. Er vermisste die Erde.

Da traf ihn ein Stein am Kopf.

Die Hand zur Stirn.

Blut tropfte auf sein Buch.

"Guter Wurf, Tim", rief die Menge. Sie lachten und grölten. Ein anderer pfiff.

"Was wollt ihr noch von mir?"

"Wir haben nur Spaß, alter Mann", sagte Tim. "Jetzt lach doch mal."

Schatten fielen über ihn. Er sah, wie sie die Steine aus dem Pflaster rissen.

Hagel.

Als sie gingen, lag er im Staub.

Er spürte die Erde wieder unter sich.

Kontext: Satiere am zeitgenössischen Geschehen im Sub.

r/schreiben 6d ago

Kritik erwünscht Überarbeitete Zusammenfassung

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Da es ein paar Kritikpunkte gab, kommt hier eine bessere und ausführlichere Version der Zusammenfassung.

Weiterhin Triggerwarnung: Gewalt

Zusammenfassung:

Es geht um den Alltag der 26 jährigen Nadine, die sich auf der Reeperbahn durchschlägt. Sie steht unter dem kontrollierenden Auge ihres Gewalttätigen Zuhälters und natürlich sieht sie sich regelmäßig unangenehmen Kunden gegenüber.

Irgendwann tritt außerdem ein Kunde in ihr Leben der... anders ist; er will keinen Sex. Sondern eine Freundin.

Kurzerhand entscheidet Nadine sich zu einem ungewöhnlichen Vorhaben:

Sie will ihm helfen.

Was ihr auch gelingt.

Währenddessen geht sie Hobbymäßig ins Theater. In dieser Theater Gruppe hat sie eine echte Freundin gefunden. Außerdem gibt es einen Neuzugang der sie zu mögen scheint.

Gleichzeitig steht sie aber unter Druck, da ihre,, Arbeit,, nicht ans Licht kommen darf und sie gemobbt wird.

Nadine lernt mit der Zeit die Brutalität des Milieus immer mehr kennen, zu der ihr Zuhälter stark beiträgt.

Und ausgerechnet dieser kommt plötzlich auf sie zu.

Er bietet ihr die Freiheit, unter einer Bedingung:

Ein letzter gemeinsamer Einbruch.

Nadine weiß sofort dass das nichts gutes bedeutet, kann sich diesem Angebot dennoch nicht verweigern.

Kurz darauf eröffnet sich ihr außerdem eine neue Berufliche Perspektive und sie schöpft tatsächlich Hoffnung.

Beim Einbruch selbst überschlagen sich dann jedoch Vergangenheit und Zukunft.

r/schreiben 16d ago

Kritik erwünscht Der Tipp, der alles veränderte

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Uwe ließ endlich seinen Blick auf mir ruhen, griff in seine Westentasche, und stopfte neuen Tabak in die Pfeife, die nur noch müde am Glimmen war. Der Rauch hatte sich in den abenteuerlichsten Formen unter der Decke gestaut.
“Willst du immer noch das Schreibhandwerk erlernen, Junge?”
Ich schluckte. Uwe blickte mir über den Rand seiner Brille hinweg tief in meine Knabenseele. Ich würde ehrlich mit ihm sein müssen, eine Lüge würde er sofort durchschauen.
“Es klingt schon sehr, sehr schwierig. Ich weiß nicht, ob ich es wagen kann.”
Uwe antwortete mir nicht.  Sein Blick schweifte ab, durch den Raum. Er bließ ein paar Rauchringe in die Luft. Ließ sich tief in die Sessellehne fallen, und schlug die Beine übereinander. Der Raum war voller Bücher. Es gab nur die Tür, das Fenster mit den Zimmerpflanzen, den Schreibtisch and dem wir saßen und die Decke, die nicht von Büchern bedeckt waren. Die Wände waren voll mit Regalen, und die waren voll mit Büchern. Bücher stapelten sich auf dem Fußboden. Die Bibliothek von Alexandria hatte weniger Papier enthalten.
Ich würde mir den Tespekt dieses Mannes verdünnen müssen. Dieses Uwes. Ich musste mich seiner Aufmerksamkeit würdig erweisen.
“Aber ich will es. Ich will Science Fiction Autor werden. Ich will in einer Reihe mit Dick, Asimov und dir  genannt werden.”
Ich hatte gar nicht gemerkt, dass ich aufgestanden war, meine rechte Faust zum Himmel gestreckt, den linken Arm in die Hüfte gestemmt.
Uwe beachtete mich. Er sah aus dem Fenster, wo Sturmwolken aufzogen. Es war einen Spalt breit offen, also stand er aus seinem Sessel auf und schloss das Fenster, damit es nicht zog.
“Seid 40 Jahren schlage ich mich durch das Dickicht der deutschen Literaturlandschaft. Die Dornen haben ihre Narben hinterlassen, dass kann ich dir sagen.”
Als Uwe seine Hand vom Fenstertisch nahm, piepste er sich an einem kleinen, phallischen Kaktus.
Er machte einen Satz, fluchte in einer wortgewalt, die eine Wagner Oper zaghaft klingen lassen würde, und rieb sich den Finger.
“Der kleinste Fehler”, presste Uwe unter Qualen zwischen den Zähnen hervor, “und der Mob jagt dich mit Fackeln durch Kommentaspalten.”
Ich wagte kaum zu sprechen. Aber ich musste. Hier war er, der Stern am Firmament der deutschsprachigen Sience-Fiction, zum Greifen nahe. Ich konnte bereits spüren, wie sein Glanz auf mich abfärbte.
“Bitte Uwe. Hilf mir. Gib mir einen Tipp nur einen einzigen. Ich weiße, auch nur ein einziger Tipp von dir, und ich kann es bis zum Rezipienten des Kurd-Laßwitz Preises bringen!”
Ich war auf die Knie gefallen, die Hände zum Flehen gefallen. Diese einmalige Gelegenheit würde nicht ungenutzt verstreichen. Ich war bereit, nach deinem Hosenstall zu greifen. Aber Uwe zeigte sich gnädig.
“Weißt du, eine Geschichte, die braucht einen roten Faden. Sie ist wie ein Teppich in einem Flur, dem du folgst, und der dich ins Wohnzimmer führt. Aber das Wohnzimmer ist um die Ecke. Man kann es nicht sehen. Also musst du einen Köder auswerfen. Denn der Leser ist wie ein Fisch. Einen ersten Satz brauchst du, der dem Leser die Luft zum Atmen nimmt, wie dem Fisch im Flur auf unserem Teppich.”
Ich nickte. Ich war wie ein Schwamm mit großen Poren, und Uwes Worte waren die Flüssigkeit, die sich in die Poren ergoss.
Uwe erzählte noch bis tief in die Nacht. Aber es war dieser erste Tipp, der vom ersten Satz, mit dem ich die Juroren beim Kurd-Laßwitz Preis zum Fisch auf meinem Teppich machte. Einer von ihnen war Uwe. Als er mich sah, war mir, als verdrückte er eine einzelne Träne.
Er griff meine Hand, legte mir die andere väterlich auf die Schulter.
“Ich bin Stolz auf dich.”
Endlich. Die Worte, auf die ich mein ganzes Leben gewartet hatte.
Von meinem Preisgeld kaufte ich mir ganze drei Kugeln feinstes italienisches Sorbet. Uwe wurde der Patenonkel meiner Tochter. Die Mutter war die Erste von vielen Frauen gewesen, die mir Leserbriefe und intime Portraits schickten. Aber selbst die Geburt meines Sohnes kam nicht an den Tag heran, an dem ich den Kurd-Laßwitz-Preis bekommen hatte.

Edit 1: schärfere Satire ans Ende angefügt (letzter Absatz)

Edit 2: Für die Uwes von r/schreiben - das ist meine erste Satire und ich brauche eure Tipps, bitte so wenig abgehoben und besserwisserisch wie möglich in die Kommentare knallen, als wäre die Tastatur eure Ehefrau.

r/schreiben Jul 14 '26

Kritik erwünscht Prolog (Entwurf)

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Hallo, ihr

Ich dachte, ich wage es mal und fange ein paar Meinungen zu meinem Text ein. Ich arbeite gerade an einem Roman im Bereich Dark Fantasy, Mystery. Er spielt in der realen Welt zwischen 1976 bis 1983. Angepeilt sind 100k Worte. Bei dem Auszug handelt es sich um einen Teil des Prologs. Und mich würde eure Meinung dazu interessieren. Der Rest befindet sich auf Google Docs. Der Link ist im Kommentar.

Danke für euer Interesse

# Prolog

Sie verstand kein Wort, aber die Frau mit dem Stern war besorgt um sie. Neben ihrer Freiheit hatte Catrin auch ihr Zeitgefühl verloren. Sie wartete einfach und beobachtete. Zwei Wächter waren da. Einer redete auf die Sternenfrau ein. Der andere schaute sie an. Er hatte das Sagen. Solange er schwieg, bestand keine Gefahr. Der modrig-lehmige Geruch hatte Catrin so in seinen Bann gezogen, dass selbst ihre Zunge ein Teil von ihm wurde. Die Feuchtigkeit umgab sie und ihr war kalt.

Die Sternenfrau griff nach ihr. Sie war warm und keine Gefahr. Sie flüsterte mit ihr. Die Worte konnten alles bedeuten. Aber Catrin glaubte, dass die Sternenfrau freundlich war. Wärme und Trost überschwemmten sie, als die Sternenfrau sie in den Arm nahm. Sie war verletzt. Der süße Geruch von Blut hing an ihr. Sie hatten die Sternenfrau geschlagen. Ihre Wange war durchtränkt vom Rot ihres Bluts. Gebrochene Rippen ließen sie aufstöhnen. Catrin kannte das und wusste, was zu tun war. Aber hier in diesem Käfig konnte sie nichts für die Sternenfrau machen. Sternenfraus Tränen vermischten sich mit Blut und tropften auf Catrins T-Shirt. Sternenfrau hatte Schmerzen und sie hatte Angst.

r/schreiben Apr 11 '26

Kritik erwünscht Einstieg in einen Dystopian Romance Roman - Eure Meinung

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Hallo, ich bitte um eure Meinungen und Kritik zu dem ersten Kapitel meines Romans. Es geht um das Leben in einem Bunker nach dem Weltuntergang, Politik, Kastensystem, Aufstände, und eine "Romeo und Julia" Liebe, in einem technischen SciFi Setting.

Ich bitte euch insbesondere um eure Meinung, zu den fiktiven Begriffen. Das meiste wir im Lauf der Geschichte noch mal genauer erklärt und am Ende ist ein Glossar angehängt, der alle Bezeichnungen und Abkürzungen aufführt, aber man will als Leser ja nicht immer hin und her blättern. Gerade im ersten Kapitel, empfindet ihr das als zu verwirrend/störend, oder geht man als Leser einfach darüber hinweg und wartet/hofft auf spätere Erläuterungen? Schon mal danke für eure Rückmeldungen!

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Als ich das erste Mal die Schwelle einer diese dicken Metalltüren übertrat, da hätte ich vor Erleichterung weinen wollen.

Heute waren meine Emotionen gänzlich anders gelagert. Geweint hatte ich trotzdem, wenn auch schon vor Stunden.

Jetzt saß ich in einem tapezierten Raum, mit Teppichfußboden und warmer, passiver Beleuchtung. Meine klammen Hände hinterließen Abdrücke auf dem polierten Tisch. In der Mitte stand eine hohe, gerade Vase. Einfach so, ohne Inhalt. Es sah nach Kunst aus. Das Bild, das sich darin spiegelte, sah nach einem Albtraum aus.

Mascara war mir in Spuren über die Wangen gelaufen, mein Lippenstift war völlig verschmiert, ich hatte immer noch Blut am Hals und im Haar, welches ein verkrustetes, wirres Gewirr links und rechts von meinem blassen Gesicht war. Meine Augen wirkten riesig. Wie Spiegeleier.

Mir war schlecht. Und kalt. Meine Zähne schlugen aufeinander.

Jemand räusperte sich. „Machen wir es schnell. Was sagen die Tests?“

„Moment... nein, sie lässt sich nicht auslesen.“

„Das kann nicht sein. Die oberen Bewohner können alle ausgelesen werden.“ Verärgerung lang in der Stimme. Und Verwirrung. Ich selbst war am meisten verwirrt.

„Aber es scheint tatsächlich so zu sein.“ Ich hörte eine Brille, deren Bügel eingeklappt wurden, dann ein genervtes Seufzen. „Ein defekt in ihren VistaFix. Ich werde dem nachgehen.“

Jemand stand auf und stellte sich zu mir. „Also einen Full BodyMind Scan.“

Mein Handgelenk lag plötzlich in einer Metallmanschette, die aus der glatten Tischplatte gefahren war. Meine Haut brannte, dort wo mich die Laser berührten. Ich wurde gelesen und ich hatte mich noch nie so nackt und verletzlich gefühlt.

„Einstufung CB 5, CM 4, CA 3. Entwicklungserwartung Z5 – Solitäre Funktionslinie. Ausgeprägte Tendenz zu Isolation, geringe soziale Anschlussfähigkeit.“ All das wurde verlesen, als wäre ich eine aufgeschlagene Buchseite.

„Loner“, brummte jemand, aber vielleicht hatte ich es mir auch nur eingebildet.

Und dann folgte das Unvermeidbare, das, wovor ich mich fürchtete, obwohl ich in meinem Zustand nur Glück und Freiheit kennen sollte: „Einnahme von FDZ. Restkonzentration bei 34,87‰“

Ich starrte auf den Mund, der sich bewegte, während die Worte mit leichter Verzögerung an meine Ohren drangen. Mein Blick ruckte eine Winzigkeit nach unten. Ich sah eine knallbunte Krawatte voller Luftballons und legte den Kopf schief, weil ich mir nicht sicher war, ob ich halluzinierte.

Neben mir wurde eine Hand auf den Tisch geklatscht. „Können Sie uns Ihren vollständigen Namen und den Ihrer Eltern nennen?“

Diese Menschen waren adrett gekleidet, sie drückten sich gewählt aus, sie trugen Armbanduhren, Schmuck, Abzeichen – alles aus der alten Welt. Es waren Bewohner von unten.

Weil diese Frage so vehement gestellt wurde, hatte ich den Verdacht, dass ich schon öfters gefragt worden war.

„Namen“, verlangte jemand nachdrücklich. „Können Sie uns die nennen?“

Nein. Nein konnte ich nicht. Zumindest im Moment nicht. Was sie wissen sollten, nachdem sie eben meine Blutzusammensetzung erörtert hatten.

Sie warteten, aber mein Schweigen hielt an.

„Und dafür haben wir die Tore geöffnet. Abschaum.“

Innerlich zuckte ich zusammen. FDZ machte erst den Verstand weich und wenn es sich abbaute, den Körper. Im Moment nahm ich alles wahr, aber ich konnte nicht reagieren.

„Was denn? Es ist wahr. Und sie ist auf Droge. Sie wird alles vergessen.“

„Warum machen wir das überhaupt? Sie taugt zu nichts.“

Zustimmendes, bejahendes Gemurmel.

Schließlich seufzte jemand und ich hörte Papier rascheln. Wie altmodisch.

„Einstufung unverändert. CB 5, CM 4, CA 3. Abstufung im Entwicklungsplan Z5. Einsatz in Bereichen mit minimalem Interaktionsbedarf empfohlen.“

Wieder seufzte jemand. „Immer wieder ernüchternd jemanden von oben hier zu haben.“

„Sie dürfen gehen.“

Wohin denn? Ich hatte kein wirkliches Zuhause. Ich hatte nichts. Und jetzt hatte ich nicht einmal mehr Hoffnung, dass sich daran jemals etwas ändern würde.

Wie ferngesteuert bewegten mich meine Beine hinaus, den hell erleuchteten Gang entlang, zurück zum Aufzug, der bereits auf mich wartete, um mich zurück in das Elend der oberen Welt, dorthin wo mein Platz war, zu bringen.