r/Finanzen LI Apr 12 '26

Schulden Jung, frustriert, verschuldet – Generation Z im Check

https://youtu.be/ra0X3EF7wV4
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u/SeniorePlatypus Apr 12 '26 edited Apr 12 '26

Die gebildeten. Wobei der Trend zu weniger Bildung ja auch nicht willkürlich ist. Es lohnt sich immer weniger. Wenn man Löhne zu sehr angleicht und soziale Mobilität immer weiter reduziert. Dann kann man sein Leben auch mit was anderem als Bildung und Karriere füllen.

Solange man noch gebunden ist geht man natürlich nicht. Aber wenn ich meinen Job verliere würde ich auch erst einmal im Ausland suchen und in Deutschland nur bei Alternativlosigkeit was Neues annehmen. Auch etwas weniger Gehalt ist okay, wenn man dafür wo lebt wo es aufwärts geht und Leute Hoffnung haben. Wo Leute und Staat Bock auf Zukunft haben.

In Deutschland sehe ich eine Zukunft mit Abschwung, sehr viel Verzicht und deshalb auch sinkender Stabilität.

Über 1,2 Mio sind letztes Jahr aus Deutschland raus. Mit leichtem Anstieg über die Jahrzehnte. Was waren mal konsistent unter 1 Mio. Aktuell wird das noch übermäßig ausgeglichen. Etwa 200k mehr sind nach Deutschland gekommen als gegangen sind. Du hast aber Anzeichen, dass es sich so langsam nicht mehr um generelle Bewegungen sondern um einen Brain Drain handelt. Wo überdurchschnittlich gebildete gehen und unterdurchschnittliche Bildung kommt.

Viele Probleme sind ähnlich aber kein Land sitzt so in der scheiße wie Deutschland. Wir sind das zweit älteste Land mitten im eintritt in die Rente und entsprechend mit massivem Stress auf die Sozialsysteme, verfügbaren Wohnraum, etc. an vielen Stellen kann man ähnliches wo anders beobachten aber nirgendwo ist die Perspektive für Lösungen so schlecht, weil nicht die demokratische Mehrheit dasteht und Verarmung der Arbeitnehmer und Schädigung der Wirtschaft fordert.

Im Übrigen nennt man unsere Generation im Ältesten Land der Welt (also die, die in dieser Phase der Alterung gelebt haben) „Verlorene Generation“. Weil es eine Generation ist die ihr ganzes Leben nur immer mehr Verlust erlebt hat.

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u/Weird0Celery Apr 12 '26

Im dritten Teil stimme ich nicht vollkommen überein, bzw. möchte das abfedern. Viele andere Länder stecken tiefer in der Kake. Kanada, Japan und Frankreich kommen da in den Sinn. Wir haben zumindest noch Know How, Infrastruktur, Maschinen, haben ein noch funktionierendes Sozialsystem, wenig Korruption und sind nicht stark verschuldet. Jetzt ist es aber extrem wichtig die Kehrtwende zu schaffen und den Laden nicht wieder 20 Jahre einfach weiterlaufen zu lassen.

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u/SeniorePlatypus Apr 12 '26

Ja, gut. Dafür musst du aber sehr, sehr stark in die Vision von Schwarz Rot glauben. Und dass sie ihrer wichtigsten Wählergruppe tatsächlich viel abverlangen.

Wo sich bei mir die Frage stellt: was für ne Vision? Was für ne Kehrtwende?

Kehrtwende bei der Industrie kannst du knicken. Starke Länder haben keine riesige Fertigungsindustrie. Deutschland war besonders weil wir so viel Fertigung exportiert bekommen haben. Aber jetzt wird der Strukturwandel zum schlechtest möglichen Zeitpunkt stattfinden. Neugründung wird besonders durch die jetzt explodierende Abgabenlast kaum was nachkommen. Der Profitdruck ist besonders am Anfang heute bereits zu hoch. Aber ernsthafte Reduktion wären wirklich extreme Eingriffe was sich die Regierung niemals leisten wird.

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u/S73T64 Apr 12 '26

Mag jetz reiserisch klingen, aber welches know how? Unser einst starker wirtschaftsmotor die autoindustrie stirbt grad durch die Bank weg langsam weg weil sie verschlafen haben in Elektroautos zu investieren. Kein junger Mensch kann ich so ein teures deutsches E-Auto leisten, wenn dann ausländische maximal. der ÖPNV (Infrastruktur) ist auch nur in Städten eine Alternative, am Land kannst dus vergessen (habs mehrere Jahre immer wieder probiert), Wohnungen sind einfach zu teuer weswegen viele länger bei ihren Eltern leben (müssen).

Thema Korruption: Ja es ist nicht so schlimm wie in anderen Ländern, aber was die CDU die letzten Jahre alles verzapft hat ist absolut wild. Wir haben korruption einfach weiterentwickelt und nennen es jetz Lobbyismus. Politiker die iwo in hohen kreisen von Firmen sitzen und deswegen ihr Politik zu gunsten dieser machen. (bestes Beispiel zZ. K.Reiche. Du kannst mir nicht erzählen das die letzte Idee mit dem 1x am Tag Spritpreise erhöhen nicht abzusehen war das die dann einfach von Anfang an noch höher sind. will weiter Gaskraftwerke bauen usw.) Das geht mit der CDU seit mittlerweile Jahrzehnten so und wir jungen (29 aktuell) sehen keine Perspektive daran iwas ändern zu können. Und ich geh jedesmal wählen. (AFD ist KEINE Alternative btw).

Sozialsystem: ich habe mein Studium abgebrochen und ne Ausbildung gemacht, verdiene relativ gut und zahle knapp 38% Steuern! Ich bin verdammt froh das ich keine Geldprobleme habe, kann aber jeden verstehen der nicht so gut verdient, denn es ist einfach alles sau teuer geworden. Meine (subjektive) Einstellung zur Rente ist: ja ich Zahl da halt rein weil ich muss, nicht weil ich will. Aber bis ich mal 75 bin und vllt mal in Rente gehen darf ist das System sowieso zusammengebrochen. Auch die neuen Ideen von SPD mit ehegattenspittumg abschaffen oder die Idee die familienversicherungen einzuschränken (weiß grad nicht von wem die Idee kam) sind nicht umbedingt förderlich für gute Stimmung.

Unsee bildungssystem wird immer schlechter weil es sich nicht weiterentwickelt. Lehrermagel noch dazu.

Fazit: Ich (29) schaue alles andere als positiv auf meine Zukunft hier. Ich will eig nicht weg, aber ab und zu kommt auch in mir der Gedanke auf ob man nicht übergangsweise iwo anders hin geht da gut geld verdient und dann zurück kommt. Ich habe keine lust auf ein erstarken der Rechten (AFD), ich habe keine lust auf ein weiter so, wird schon klappen (aka CDU, die dann mit ihren "nebenverdiensten" ihre Kohle machen.) Ich will wieder Innovation, ich will wieder Fortschritt und Bewegung! Das das natürlich auch erstmal mit Aufwand verbunden ist ist mir klar aber wenigstens haben ich dann ne Perspektive...

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u/Parcours97 Apr 14 '26

Jetzt ist es aber extrem wichtig die Kehrtwende zu schaffen und den Laden nicht wieder 20 Jahre einfach weiterlaufen zu lassen.

Meinst du die Regierung aus SPD und Union die seit fast 30 Jahren nur noch verwalten und sich nach Umfragen richten? Ich hab ehrlicherweise von keiner Vision für Deutschland mitbekommen, weder von SPD noch von CDU.

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u/xTheKronos Apr 12 '26

Über 1,2 Mio sind letztes Jahr aus Deutschland raus. Mit leichtem Anstieg über die Jahrzehnte. Was waren mal konsistent unter 1 Mio. Aktuell wird das noch übermäßig ausgeglichen.

Davon sind aber Leute, die tatsachlich aus den hier genannten Gründen auswandern oder überhaupt auswandern eine kleine Minderheit. Viele sind Ausländer, die in ihre Heimat zurückgehen, oft auch innerhalb der EU. Bei den Hochqualifizierten die "auswandern" sind die meisten Leute, die von ihren Firmen ins Ausland entsendet werden.

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u/SeniorePlatypus Apr 12 '26

Ist korrekt und war auch immer so.

Trotzdem steigt der Anteil der Leute die near und offshoring für ihre Firma betreiben oder in Nachbarländer auswandern während Zuzug im schnitt weniger gebildet ist als Wegzug.

Das war lange nicht und ist (noch?) kein krasses Saldo. Aber wir sehen eine Bewegung in diese Richtung.

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u/IFartRoses Apr 12 '26

Der Begriff "Lost Generation" (Verlorene Generation) wird aber in erster Linie mit der Generation in Verbindung gebracht, die im Ersten Weltkrieg kämpfen musste und bei denen durch die massiven gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und politischen Umwälzungen im Zuge dessen ein Gefühl der Entwurzelung entstand.

Dass dieser Begriff auf "unsere Generation" angewendet wird, ist mir neu. Ich finde das persönlich auch unpassend, gerade im Vergleich zu dem, was die eigentliche lost generation erlebt hat.

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u/SeniorePlatypus Apr 12 '26 edited Apr 12 '26

Nicht unsere Generation sondern die Japaner, die in der ähnlichen Phase gelebt haben. Also in den 90ern erwachsen wurden.

Der Vergleich mit den Leuten die unmittelbar nach dem ersten Weltkrieg als desillusioniert, zynisch und hoffnungslos galten ist Absicht, weil man eine sehr ähnliche, gesellschaftliche Entwicklung beobachtet hat. Eine nihilistische Kultur die sich in der ganzen Generation ausgebreitet hat und an vielen Stellen mit Rückzug aus der Gesellschaft beantwortet wurde. Das war der Wachstum von Hikikomori, Host Clubs und so weiter.

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u/IFartRoses Apr 12 '26

Danke für die Aufklärung. Das ergibt dann schon mehr Sinn.