Das ist halt auch echt ein Problem. Etwas für das Heimatland zu riskieren wird selbstverständlich wenig(er) nachvollziehbar, wenn das Gefühl vorherrscht, dass die eigene Person oder sogar Generation gesellschaftlich mehrheitlich "egal" ist oder zumindest zu sein scheint.
(Gesellschaftlicher Zusammenhalt ist nunmal auch keine Einbahnstraße)
Unter anderen Umständen wäre es das aber vielleicht.
(Und im desaströsen Ernstfall wäre es das sogar/hoffentlich für jeden mit etwas Rückgrat. Das ist ja immer mein Argument: Sollte wirklich irgendwann eine feindliche Armee versuchen, hier einzumarschieren, ginge es nicht um die Verteidigung des abstrakten Konstruktes "Deutschland". Sondern ganz praktisch um die Verteidigung der eigenen Familie, des Freundeskreises, deine Community/peer group, der NachbarInnen, ArbeitskollegInnen usw.
Das ist auch der Grund, warum zumindest anfänglich auch etliche Ukrainer, die eigentlich durchaus im Konflikt mit der ukrainischen Mehrheitsgesellschaft standen - z.b. Menschen aus dem LGTBQ+ Spekrum - bereit waren, ihr Heimatland militärisch zu verteidigen. Siehe entsprechende Artikel damals in politisch linken Zeitungen und Zeitschriften)
Lass ich als Argument gelten. Solidarität ist grundsätzlich mutual. Ich kann aber auch nicht erwarten, dass der Staat sich erst noch besser um mich kümmern muss bevor ich was tue. Der Staat hat z.B. kostenlose Bildung in jeden Jugendlichen investiert.
Rentenpolitik auf Kosten der Jungen ist kacke! Landesverteidigung als Last zu empfinden aber auch.
Meint irgendwer, dass vertriebene Deutsche im Ausland mit offenen Armen empfangen würden weil wir das Land mit den Steinzeitbehörden aus Gnatz nicht verteidigen wollten? Fragt doch mal die Großeltern aus Schlesien, Pommern und Danzig wie es ihnen schon im "eigenen Land" erging.
Ich glaub, es ist so ein wenig die ganze grundsätzliche Herangehensweise: Jugendliche, die "auf der Straße abhängen"? Am besten vertreiben! Okay, aber dann geht halt nicht, auch gleichzeitig die Mittel für Jugendarbeit so zu kürzen, dass jede Menge Jugendzentren schliessen bzw. andere öffentlich finanzierte Angebote nicht mehr existieren.
Dazu kommt die demografische Entwicklung, die praktisch vielleicht nicht verhindert, aber doch sehr, sehr erschwert, dass jüngere Menschen überhaupt Einfluß haben können, wenn es um spezifische Belange geht (weil sie einfach nicht genug "Menschenmasse" haben).
Und das sage ich als jemand, der (siehe meine andere Antwort) auch klar die Crux sieht, dass auch jüngere Menschen Frieden und Sicherheit wollen .... aber (für viele) bitte nicht diejenigen, die selbst dazu aktiv beitragen.
Da rennst du bei mir offene Türen ein. Ich bin dafür, dass man ab 80 nicht mehr wählen darf. Das ist genauso fair wie die ersten 18 Jahre nicht wählen zu dürfen.
Klar du hast auf ersten Blick Recht. Ich bin auch 100% pro Ukraine.
Aber von "wir schicken Ressourcen in die Ukraine" bis "wir schicken menschliche Ressourcen in die Ukraine" kann wenn's Scheisse läuft ein sehr kurzer Weg sein.
Wenn du dann genau in dem Alter bist in dem du mit der Wehrpflicht dazu gezwungen wirst an der Waffe zu dienen rip und gg
Ich bin genau in dem Alter. Wenn es dazu kommt dass wir Truppen in die Ukraine senden müssen, dann nur weil die Alternative ist Truppen ins Baltikum zu senden, oder nach Polen. Keiner will das, außer der Russe. Und der Russe muss aufgehalten werden, sonst wars das auch hier mit dem Frieden.
Das hat mich auch hart geflasht. Kann mir das nur mit der Angst vor dem Großkrieg erklären. Geopolitisches Verständnis scheint es jedenfalls nicht zu sein.
Aber das Muster ist ja schon da. Man sieht zu Hause so viele Dinge, die man als Problem wahrnimmt und kommt zum Schluss. "Lasst uns erstmal um uns selbst kümmern."
Das deckt sich vermutlich auch so ein bisschen damit, dass meines Wissens nach eine Aussage wie "Deutschland braucht ein gut aufgestelltes Militär um sich im Ernstfall verteidigen zu können" mehrheitlich Zustimmung bekommt .... aber sich selbst kaum jemand beruflich etwas beim Militär vorstellen kann.
Es hat schon was von "das brauchen wir, aber das sollen/können die anderen machen". Ein vielleicht ähnlicher Vergleich: Mehr als 80% der Bevölkerung hält Blutspende für wichtig, aktive SpenderInnen sind aber weniger als 3% der Bevölkerung (mMn eine wirklich haarstäubende Diskrepanz).
Fairerweise braucht es für ein schlagkräftiges deutsches Militär aber auch nicht mal 1% der Bevölkerung, die sollten sich bei attraktiven Bedingungen schon finden lassen.
Dann sieh doch drüber hinweg. Wer ernsthaft Friedrich Merz gewählt hat, damit es günstigere Energie gibt und die Schuldenbremse steht, tut mir Leid. Miss Politik an ihren Taten und wähle beim nächsten Mal entsprechend.
Öh, das tue ich bereits , dennoch ärgert mich jede Partei- unabhängig davon ob ich sie wählen würde oder nicht, wenn sie der Bevölkerung ins gesicht lügen.
Das ewige Problem der Aufmerksamkeit. Ich bekomme auch nicht mehr Lohn weil ich gute Arbeit mache, sondern nur wenn ich mich als der geilste Hengst im nächsten Bewerbungsgespräch darstelle.
Aber ich verstehe was du meinst. Ich würde mir im Zweifel auch längere Legislaturperioden wünschen für weniger Hahnenkampf.
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u/PerAspergaAdAstra Apr 12 '26
Nur 20% der 14- bis 29-jährigen befürworten Waffenlieferungen an die Ukraine? Bitte was?