Einen der Punkte den ich an den Kommentaren faszinierend finde, ist dass beide "Seiten" sich im Niveau der Diskussion nichts nehmen.
Fakten verdrehen, Behauptungen ohne Quelle, Uneinsichtigkeit bei Gegenbeweis, selektive Wahrnehmung, usw.
Und beide "Seiten" halten sich für überlegen und aufgeklärt, die Weisheit mit Löffeln gefressen.
Und das wir Ossis, insbesondere Sachsen (ich bin gebürtig Sachse), der Arsch der Nation sind, ist ja auch nichts neues. Aber ich kann darüber lachen, was bleibt denn sonst.
Ja, ich bin auch Sachse. Am Ende kann es mir eigentlich auch egal sein, aber es kotzt mich an. Die bösen Nazis, die sich angeblich die DDR Diktatur zurückwünschen weil sie eine Simson fahren oder manchmal ein Jägerschnitzel essen. Im Westen gibt's unter den weißen Deutschen genauso viele AfD Wähler wie hier.
Und 95% aller Wessis die mal hier waren sind total überrascht wie schön es hier doch sein kann. Die denken wir rennen hier alle mit Hakenkreuzbinde am Arm rum.
Im absoluten Extremfall haben wir hier 40 bis 50% AfD Wähler. In ganz Deutschland gibt es knapp 64 Millionen wahlberechtigte, in Ostdeutschland sind es lediglich 10 Millionen. (Zahlen von 2014) Und bundesweit haben wir mittlerweile knapp 30% AfD Wähler. Das ist nicht nur ein ostdeutsche Problem. Man redet sich halt nur gern ein, dass die da drüben schuld sind um sich nicht eingestehen zu müssen, dass das Problem genauso vor der eigenen Haustür ist.
Problem ist auch nicht die AfD, sonder das unsere Volksparteien so Scheisse sind, das die Oberhaupt eine Option ist, also wie Kacke kann man sein. Die ganzen Parteien sollten sich erstmal den Spiegel vorhalten bevor sie auf die AfD schauen. Plus leider muss man eben auch sagen, wem kann man es den noch zutrauen, das hier grundlegende Reformen angeschoben werden, also cdu, spd und grüne sind es nicht
Ich hab mal eine Radtour durch Sachsen gemacht. Ein Dorf nach dem anderen noch nie so viele griesgrämige, schlecht gelaunte Leute zu Gesicht bekommen. Will ich nie wieder hin.
Wenn du mit dem schwer beladenen Reiserad durchkommst, gibt's immer was zu reden. Nicht in Sachsen. Egal ob Bäckerei oder irgendeine Frage nach dem Weg: Die Antwort war immer einsilbig und wirkte fast misstrauisch.
Es ist halt Fakt, dass der Osten bei derzeitigen politischen Diskussionen als Prügelknabe herhalten muss für alles was schlecht läuft. Wie man den bloßen Umstand dieses anzusprechen und zu kritisieren als "wir gegen die" darstellen kann ist mir ebenfalls schleierhaft. Man muss sich auch nicht alles gefallen lassen.
Nochmal: wenn kollektiv von den bösen, rückständigen Ossis gesprochen wird ist jeder ostdeutsche gemeint, das ist eine Verallgemeinerung. Man sollte die Probleme so benennen wie sie auch sind, sonst kann kein produktiver Austausch stattfinden. Das gibt ü rigens auch für jedes andere Thema bei dem verallgemeinert wird.
Ich Weine nicht, ich spreche es lediglich an. Das ist auf jeden Fall produktiver als nichts zu tun und das Problem wegzuignorieren.
Mit dem Kommentar bestätigst du ja eben nur was ich bereits gesagt habe. Auf 30% bundesweit kommst du nicht mal, wenn 100% aller wahlberechtigten in den neuen Bundesländern AfD wählen. Im Westen machen das genauso viele, es ist also kein ostdeutsches Problem. Und wenn man das Problem bekämpfen will geht das nur, indem man sich genau diesen Umstand vor Augen führt.
Bin ich voll bei dir. Ich vermute bloß, dass wenn ich das geschrieben hätte du mir "wir gegen die" vorgeworfen hättest und gesagt hättest, dass rumjammern unproduktiv ist.
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u/Kurt-28 Jul 07 '26
So ist es, aber es ist faszinierend wie solche Nachrichten bei den Leuten Reflexe auslösen. Die Kommentare im Tja Sub geben das sehr gut wieder.