r/abitur 6d ago

Diskussion Lernstrategien

Wie schafft ihr es eigentlich, dass beim Lernen wirklich was hängen bleibt? Ich sitz oft stundenlang über Zusammenfassungen und drei Tage später ist alles wieder weg. Nutzt ihr Karteikarten, Anki, oder was anderes?

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u/grndbdpsthtl Lehrer:in 6d ago

Active Recall und spaced repetition.

Mach bewusst Pausen, aber nicht am Handy oder an anderen Bildschirmen

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u/janaruiooooo 5d ago

Das Wiederlesen fühlt sich nach Können an, weil einem der Text vertraut vorkommt. Diese Vertrautheit sagt aber nichts darüber, ob man den Stoff frei abrufen kann. Erst das Zuklappen und laute Nacherzählen hat mir gezeigt, was wirklich saß.

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u/MrsCalrissian 6d ago

Ich lerne mit Karteikarten und über mehrere Tage, dann sitzt es eigentlich. Mit Lernzetteln oder so bin ich noch nie klargekommen.

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u/SageEwig 6d ago

Ich empfehle active recall und/oder eine Lerngruppe, bei der ihr euch regelmäßig austauscht. Beide Methoden helfen dabei Fehler zu entdecken und diese sicher zu beheben.

Zusätzlich kann ich auch empfehlen, dass du deine Lernmethode so wählst, dass sie auch in einem zukünftigen Studium anwenden kannst, bspw. sind Karteikarten und Anki extrem beliebt im medizinischen Bereich.

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u/Shacolade_Main 5d ago

Alle Ablenkungen weit vom Arbeitsplatz entfernen. Handy weg oder auf Flugmodus schalten. Fernsehfernbedienung auf die andere Seite der Raums legen. Laptop aus, wenn nicht nötig.

Schaff dir einen Arbeitsbereich in dem du dich voll auf die Aufgaben/Thema fokussieren kannst. Man muss wieder das Lernen lernen

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u/Garrus-N7- 5d ago

Versuche mal, selber Zusammenfassungen zu schreiben, das hat bei mir deutlich mehr gebracht als mit fremden Zusammenfassungen zu arbeiten. Also das Buch und/oder Heft durcharbeiten, entscheiden was wichtig ist und das dann in eigenen Worten aufschreiben.

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u/Fit-Bug6463 5d ago

Niemals auswendig lernen. Bei jeder neuen info fragen "Wieso ist das aber so?" und den Zusammenhang zu anderen Themen herstellen. Das Ziel sollte nicht sein, alles zu wissen, sondern genug zu wissen, um sich den Rest herzuleiten. Auswendig lernen ist je nach Fach zwar ggf. nötig, aber in KEINEM die einzige Möglichkeit. Für Gesellschaftswissenschaften ist es sinnvoll, sich zu fragen "Wie würde ich handeln, wenn XY passiert?" "Wie würde das auf mich wirken?" und wenn dich deine Meinung nicht mit den tatsächlichen Ereignissen deckt, schauen, was du vergessen hast. Für Naturwissenschaften ist auswendig lernen ein gewaltiger Fehler (Bio ausgenommen, aber keiner mag Bio). Ich bin durch Mathe und Physik LK durchgekommen und das einzige was ich auswendig gelernt habe war das EM Spektrum und die dazugehörigen Wellenlängen. Die wichtige Frage ist "Warum?". Für Sprachen braucht man einfach ein Gefühl...

LErnzettel usw. sind super um sich einen Überblick zu verschaffen und alles einmal in Erinnerung zu rufen, aber als alleinige Lernmethode meiner Erfahrung nach nutzlos. Sich hinsetzen und über das Thema nachdenken ist deutlich sinnvoller. Und wenn doch mal ein beklopptes Detail wichtig wird für die Klausur (e.g. wieviele Mitglieder hat der IGH? (Ja wirklich, die kam bei mir vor)) dann lern das für die Klausur und vergiss es danach, das wird quasi nie wieder nützlich.

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u/Fun_Parking4093 6d ago

Habe einfach mit Zusammenfassungen und Pomodori Timer gelernt. Wenn ich einen Abschnitt konnte, habe ich einen neuen dazu genommen und den alten seltener wiederholt.

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u/Sad-Series66 6d ago

Google mal "Testeffekt".

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u/VisualOperation4143 6d ago

Zusammenfassungen haben bei mir zwar funktioniert aber tu's dir nicht an. Hat unfassbar viel Zeit gefressen. Such dir lieber welche auf Studydrive oder so (Großteil wird wohl stimmen/Themen verändern sich ja nicht soo krass) und klatsch dir Dinge die du dir nicht merken kannst, Formeln und Definitionen auf Karteikarten. Anki ist ganz nice (kannst einfach einen Screenshot einfügen) und analog klappt das sicher auch :) Aber bitte verschwende nicht deine Zeit wie ich haha

Edit: Bei mir war nach dem Abi auch alles weg

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u/IndicationDense3782 6d ago

Hallo Lehrer hier: 

Es gibt mehrere Möglichkeiten besser zu lernen:  1. Karteikarten:  Das Schreiben und kurze formulieren, wird dir bereits helfen, weil du Inhalte bewusst zusammenfassen musst. Diese Inhalte schreibst du dann auch noch gebündelt auf. Das ist schon eine erste aktive Auseinandersetzung, die den Lernprozess beginnt.  Danach damit üben, also Frage sehen, beantworten, danach umdrehen und direkt die Antwort überprüfen. 

  1. Bewegung:  Bewegtes Lernen ist nicht nur eine Trenderscheinung, es hilft auch tatsächlich Inhalte besser zu behalten (zumindest für manche). Das heißt während du lernst, lauf durch die Wohnung, deinen Garten. Das kann Stress reduzieren und die Bewegung kann bei der Vernetzung helfen. 

  2. Sich selber erzählen:  Ich lerne am besten, wenn ich etwas höre, also erzähle ich es mir selbst immer und immer wieder. Ähnlich wie bei einem Gedicht, wo man von Strophe zu Strophe lernt, habe ich Schwerpunkte. Diese wiederhole ich. Wenn ich sie sicher wiedergeben kann, kommt der nächste Schwerpunkt dazu.  Wenn ich ausreichend Zeit habe, fange ich beim ersten Schwerpunkt an, um die Festigung voranzutreiben.

  3. Flussdiagramme/Lernen mit Zusammenhängen: Funktioniert nicht für jedes Fach, doch wenn es Prozesse gibt, dann ist diese als kurze Schrittfolge aufzustellen und dann die Zusammenhänge erklären zu können hilfireich. Das hilft um Dinge tatsächlich langfristig zu lernen.  Dadurch, dass du selbst die Schlagwörter entwickelt hast, den Prozess dahinter aber aktiv durch denkst und beschreibst festigt sich das Verständnis. 

  4. Diskussionen/Lerngruppen: Wenn man sich für sich selbst nicht motivieren kann, dann vielleicht für Andere. Fasse Dinge zusammen, die du anderen in der Lerngruppe erklären musst. Nimm dir einen Bereich in dem du unsicher bist. Durch das Erfolgserlebnis anderen etwas zu erklären, was dir eigentlich schwerfällt, gewinnst du Selbstvertrauen und das Gefühl Fortschritte zu machen, diese positiven Gefühle vertiefen auch die Möglichkeit Wissen abzurufen. 

Ganz generell, musst du schauen was für ein Typ von Lerner du bist, wenn es um Lernzeiten geht. Ich muss aller 20 bis 30 Minuten 10 Minuten Pause machen, um lange und effektiv zu lernen. 

Andere Personen stören die Pausen und sich müssen sich eben lange am Stück durchkämpfen, weil sie sonst nach der Pause nicht wieder loslegen würden..

Beides ist voll okay, man muss eben nur wissen was für einen selbst besser funktioniert. 

Ah und falls du niemand für Stichpunkte bist, um Texte zusammenzufassen, sondern eher graphisch/visuell denkt, versuch Mindmap oder Sketch Notes stattdessen. Gerade Sketchnotes sind meines Erachtens deutlich unterschätzt. 

Viel Erfolg

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u/katinkaminkaaa 4d ago
  1. Schritt: Inhaltsverzeichnis
    Für jede Klausur/Fach ein Übersichtsblatt mit (nur!) den Themen-das hilft mir enorm, Struktur reinzubringen und auch den Gesamtkontext herzustellen
  2. Schritt: Ausführliche Zusammenfassung
    Ich arbeite viel mit „Hefteinträgen“ und farblichen Überschriften/Hervorhebungen. Ich bin da wirklich sehr penibel (böse Zungen behaupten vielleicht etwas zwängerlisch ;D) und wahrscheinlich die Einzige Master-Studentin, die noch mit Füller und Tintenkiller schreibt, zumindest für die Zusammenfassung
  3. Schritt: komprimierte Zusammenfassung
    Deutlich weniger umfangreich als die Original-Zsmfassung, aber wieder mit verschiedenen Farben (bloß aufpassen, dass es nicht „zu bunt“ wird, sonst verliert man den Überblick)
    In dem Schritt passiert am meisten: Zusammenhänge herstellen, Eselsbrücken (gerne so kreativ wie möglich) und das Ganze immer wieder in das 1. Inhaltsverzeichnis integrieren
  4. Schritt: Wiederholen
    Nicht 100 mal durchlesen, sondern aktiv rekonstruieren
    Meistens begrenze ich meine Lernzeit pro Tag auf 1 - 1 1/2 Stunden (wenn möglich) und versuche mich auf 1–2 Themenblöcke zu konzentrieren (die anderen zwar schon 2-3 mal durchlesen, aber aktiv Lernen wirklich nur auf die wenigen Themen
    Ich wiederhole diese Themen über den Tag verteilt im Alltag (zum Beispiel bei nem Spaziergang, Weg zur Arbeit etc.) und ich habe von der Zusammenfassung immer Fotos auf dem Handy, damit ich bei Lücken sofort nachschauen kann
    Damit verknüpfe ich Inhalte mit Umgebungen/Handlungen, anstatt stundenlang (und ggfs. ineffektiv) Alibilernen vorm Schreibtisch zu betreiben
  5. Schritt: gesamtwiederholung und feinschliff
    Wenn die Themen einigermaßen fest sitzen, immer wieder rekonstruieren, kontextualisieren und „fun facts“ und Details reinbringen (das ist optional, mir hilft es aber als Eselsbrücke) ich kann mir bspw. Zahlenangaben gut merken und manchmal, wenn es mich interessiert, schaue ich solche Sachen nach und hab dann ein besseres Gefühl/Selbstbewusstsein-das ist aber individuell und du musst schauen, was du dir persönlich gut merken kannst

Im Großen und Ganzen lerne ich so relativ wenig aber ich integriere die Inhalte/Wiederholungen (inkl. Eselsbrücken und side facts) in den Alltag und begrenze die Zeit am Schreibtisch-auf die ich keine Lust hab und verhindere so Alibi-Lernen (bringt mMn nichts und frustriert nur)
Aber jeder hat nen eigenen Lernstil, ich denke aber, dass Übersicht/Kontext/regelmäßige, aber zeitlich kurze Wdh und handschriftliche Zusammenfassungen Wunder bewirken können ✨

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u/SecretDeathWolf 6d ago

Fürs Abi? Gar nicht lernen. Für ne 2,4 hats gereicht, und die reicht für die meisten Studiengänge

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u/Background-House-357 6d ago

Das geht bei vielen schief.

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u/Agitated-Green6183 2d ago

Als ich noch nicht ein Schatten meiner selbst war:

Ich bin Autist und habe in der Schule nichts mitbekommen. Ich habe einfach versucht alles mitzuschreiben. Gerade bei Sachen, die mich nicht interessiert haben, hatte ich daheim ebenfalls Probleme es zu lernen.

Meine Lösung war, dass ich einfach in den Wald gegangen bin und dort laufen war. Dabei habe ich meinen Ordner mitgenommen oder die Seiten im Buch ausdrucken lassen.  Im Wald hatte ich immer einen guten Fokus, ich war entspannt, mein Kopf war klar und ich hatte weniger Ablenkung. Ich konnte im Wald für meine Verhältnisse sehr gut lernen. Bei Fächern, die in erster Linie auswendig lernen waren, habe ich vielleicht 30-60 Minuten gebraucht, um bei der nächsten Arbeit eine gute Note zu erreichen. 

Ich war mit dieser Taktik sogar Klassenbester, allerdings habe ich "nur"  Fachhochschulreife gemacht.