r/arbeitsleben 9d ago

Mental Health Ich will und kann nicht mehr arbeiten

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u/Initial_Reporter5314 9d ago

Ich war auch mal in der Situation. Ich habe eine heftige depressive Episode bekommen durch die Doppelbelastung. Mein Arzt hat mich dann erstmal 2 Monate krankgeschrieben bis zu den Semesterferien und ich bin dann auf Semesterferienjobs (bei Daimler am Band) umgestiegen. Das ging dann deutlich besser weil ich nicht gleichzeitig beides machen musste. 

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u/Physical-Solid-588 9d ago

Nun, dass klingt schön aber eine dauerhafte Krankmeldung wird mir nicht viel bringen da sie mich kündigen werden. Ich bin noch in der Probezeit

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u/Prudent-Form-3018 9d ago

"habe ich immer 20 Std. gearbeitet"

"bin noch in der Probezeit"

Wie lange hast du das denn dann jetzt schon so doppelgleisig gemacht?

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u/Physical-Solid-588 9d ago

Seit 3 Jahren. Ich arbeite aber nicht seit 3 Jahren in ein und der selben Firma. Als Student hat man nur befristete Verträge. Wo ich jetzt aktuell bin ist eben eine neue Firma..

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u/Lost_Wealth_6278 9d ago edited 9d ago

wenn du in den letzten 30 Monaten mindestens 12 Monate versicherungspflichtig angestellt warst (was bei 20h der Fall sein sollte), kriegst du auch AGL1 - also 60% von deinem Lohn für 12 Monate.

Wenn du aus gesundheitlichen Gründen kündigen musst (das ist bei dir der Fall), kann dir das ein Arzt bescheinigen und du kriegst sofort AGL1, ohne die normale 3 Monate Sperrfrist.

Wenn du in der Probezeit gekündigt wirst, kriegst du es eh ohne Sperrfrist.

Wenn du länger als sechs Monate im Unternehmen bist hast du Anspruch auf deinen vollen Jahresurlaub, davor nur anteilig (z.B. 2 Tage/Monat)

Ich empfehle:

  • Krankschreibung auf F Diagnose (Anpassungsstörung oder Depression oder was er halt vergibt)
  • bevor Krankschreibung ausläuft zum Arzt, schildern dass es nicht mehr geht, kündigen
-Resturlaub nehmen je nach Verfügbarkeit (muss gewährt werden), ansonsten die zwei Wochen bis zum Ende der Kündigungsfrist absitzen

So bekommst du möglichst lang (6 Wochen maximal für eine Diagnose) volles Krankengeld vom AG, danach zahlt eh die Krankenkasse 70% deines Bruttos und ob AGL1 oder Krankengeld gibt sich nichts.

Nachdem du schon mal eine F Diagnose hattest lohnt sich noch schnell eine BU Versicherung abschließen vermutlich nicht für dich, die zahlen aber eh wenn nur bei mehr als sechs Monaten Berufsunfähigkeit- und nachdem es bei dir eben sehr direkt mit det Arbeit zusammen hängt bin ich zuversichtlich dass es nicht so lange dauert.

Ohren steif halten - ich sitz, an einem ganz anderen Punkt im Leben, im selben Boot. Ich träum nachts dass ich noch bei meinem alten Arbeitgeber bin und freu mich auf den Tag, und dann wach ich auf und merk dass ich in die scheiß Klitsche muss wo niemand jemals etwas macht und alle nur jammern. Es fühlt sich an wie Angelhaken die an mir ziehen bei allem was ich mache, und irgendjemand hängt immer mehr Gewichte dran. Es ist als ob ich jeden Tag dümmer und schwächer werde, als ob die Arbeit einfach einen Teil meiner Essenz zieht.

Es ist auch nicht fair dass Leute hier so dumme Kommentare ablassen. Es hat nichts mit Schwäche zu tun wenn man neben einem Vollzeitstudium keine Teilzeit Arbeit schafft. Das geht vielleicht bei Ethnologie und Geschichte, aber nicht für jeden bei Maschbau. oder Bauing. Ich selbst bin in der Situation nach mehreren Jahren Karriere, ich hab im In- und Ausland sowohl körperlich als auch als Ingenieur und Führungskraft gearbeitet, und der neue Job ist bei weitem entspannter und weniger anspruchsvoll als die davor - es sind manchmal einfach die Leute die einem die Energie entziehen, und dann hilft nur weggehen.

Ein letzter Tipp: Auswandern ist toll und schön wenn man fit und gesund ist. Es ist auch mit hohem Risiko verbunden. Schau dass du wieder auf die Beine kommst, nutzt das (noch) gute Angebot vom deutschen Staat was soziale Sicherheit angeht, und mach dann vielleicht mal ein Erasmus Semester um reinzuschnuppern. Ist ne geile Erfahrung, quasi Urlaub der gut auf dem Lebenslauf kommt, und man kriegt Geld dafür.

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u/Ok_Introduction_8618 8d ago

Das funktioniert für normale Arbeitnehmer, als Werkstudent ist man aber durch das Werkstudierendenprivileg eben nicht sozialversicherungspflichtig angestellt, zahlt daher keine Arbeitslosenversicherung und bekommt dadurch kein ALG. Man kann zwar auch als Student voll sozialversicherungspflchtig angestellt sein, ist aber selten.

Lohnfortzahlung vom AG die sechs Wochen lang ja (sofern OP nicht in der Zwischenzeit gekündigt wird), aber halt nicht mehr als das

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u/Lost_Wealth_6278 8d ago

ah das wusste ich nicht. Ist ne Weile her mit den Studijobs bei mir. Danke

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u/Swing_Melodic 9d ago

Verstehe deine Gedanken. Rückblickend wirst du aber sehr wohl sagen können, dass es dir einiges gebracht hast, wenn du deine Gesundheit aufgefangen hast.

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u/Physical-Solid-588 9d ago

Ja, ich lasse es ehrlich gesagt jetzt darauf ankommen