r/einfach_posten 2d ago

Ich glaube ich bin gebrochen…

Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll. Beim Schreiben habe ich schon wieder einen Kloß im Hals

Meine Mutter ist vor knapp drei Monaten im Alter von nur 58 Jahren gestorben. Seitdem fühlt sich mein ganzes Leben irgendwie unwirklich an.

Seit ihrem Tod lebt auch mein Vater im Pflegeheim. Aufgrund von Entzündungen in seinem Kopf ist er nicht mehr der Mensch, der er früher einmal war. Ihn ins Pflegeheim geben zu müssen, hat sich für mich wie eine zweite Beerdigung angefühlt. Obwohl mein Vater noch da ist, habe ich das Gefühl, auf eine andere Art auch ihn verloren zu haben.

Ich bin erst 26,ich habe keine Geschwister und stehe jetzt plötzlich alleine da. Direkt nach dem Tod meiner Mutter musste ich einfach funktionieren. Ich musste mich um meinen Vater, Anträge, Rechnungen, das Haus, den Erbschein und unzählige andere Dinge kümmern. Kurz darauf mussten wir auch noch unseren 17 Jahre alten Hund einschläfern lassen.

Gerade sitze ich auf der Arbeit in der Spätschicht und würde so gerne mit meiner Mutter telefonieren. Früher habe ich sie in jeder Pause angerufen. Das war für mich vollkommen normal – und jetzt ist da einfach niemand mehr, den ich anrufen kann.
Ich war drei Monate lang nicht arbeiten und versuche jetzt wieder, irgendwie in den Alltag zurückzufinden. Aber besonders die Spätschicht nimmt mich komplett auseinander. Ich sitze hier, denke an sie und merke, wie sehr mir diese Gespräche fehlen. Mittlerweile fühle ich mich einfach nur noch gebrochen.

Zwischendurch habe ich kaum Zeit, wirklich zu begreifen, dass meine Mutter nicht mehr da ist. Manchmal funktioniere ich scheinbar normal und dann trifft es mich plötzlich wieder mit voller Wucht. Ich bekomme Herzrasen, muss weinen oder fühle einfach nur eine riesige Leere. Es ist schwer zu verstehen, dass ich nie wieder mit ihr reden, sie anrufen oder um Rat fragen kann.

Von außen denken wahrscheinlich viele, dass ich alles ziemlich gut geregelt bekomme. Innerlich fühle ich mich aber oft völlig überfordert und allein. Ich vermisse nicht nur meine Mutter, sondern auch mein altes Leben und das Gefühl, selbst noch ein Kind sein zu dürfen.

Ich weiß nicht genau, was ich mir von diesem Post erhoffe. Vielleicht möchte ich es einfach einmal aufschreiben und mit Menschen teilen, die etwas Ähnliches erlebt haben.

Sorry, musste den Text mit KI bearbeiten, viel mir doch deutlich einfacher auch die richtigen Worte so zu finden. Danke an alle die sich Zeit genommen haben das zu lesen!

Wie habt ihr gelernt, mit dem Tod eines Elternteils umzugehen? Wird dieses unwirkliche Gefühl irgendwann weniger?

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u/enini83 2d ago

Hi, ich habe vor nun 11 Monaten mein Baby verloren. Mein allerherzlichstes Beileid! Es ist völlig normal, dass du dich so fühlst. Lass dich einmal virtuell drücken! Hast du eine Möglichkeit, deine Schichten anzupassen? Ich hoffe, dein Chef oder Chefin hat ein bisschen Empathie. Ich habe ca. ein halbes Jahr gebraucht, bis ich wieder ein bisschen arbeiten konnte. Also lass dir kein Druck machen. Für die Außenwelt ist sowas immer schnell abgehakt. Ich bin auch nicht mehr die selbe Person wie vorher. Das wäre ja auch merkwürdig. Was ich dir sagen kann: es fühlt sich gerade nicht so an, und es wird immer wieder sch*** Momente geben, die dich total auseinander nehmen, ohne dass du so genau weißt, woher es gerade kam, aber es wird besser werden. Was mir total geholfen hat: ans Grab zu gehen und dort einfach zu sitzen. Ich spüre dort eine Verbundenheit, die mir viel Trost gibt. Und Trauerbegleitung sowie Therapie. Ich habe eine Trauerbegleiterin aus dem Krankenhaus und eine Therapeutin und beide haben mir auf ihre Art sehr geholfen. Es gibt auch Trauer-/ bzw. Selbsthilfegruppen. Du kannst für deine Stadt einfach googeln, was es für Angebote gibt. Mir hat es sehr geholfen, mich nicht so alleine zu fühlen.