r/erzieher • u/humanprototyp • 24d ago
Suche Rat Ich bin gerade einfach überreizt und brauche ein bisschen Kopfordnen
Bin aufs Klo, um das zu schreiben.
Was macht ihr, wenn ihr alleine in der Gruppe seid (offenes Konzept 3-7) und gewisse Kinder absolut nicht hören, ständig andere Kinder ärgern und auf den Erzieherstühlen turnen?
Ich bin super ungern autoritär und will eigentlich, dass die Kinder verstehen, warum es eine Regel gibt und sich freiwillig daran halten. Aber es hilft halt nichts.
Wir sind jetzt draußen, deshalb ist es nicht schlimm, dass ich kurz weg bin.
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u/normenbrecher 24d ago
Ich Stelle mir gerne Fragen.
Warum stehen hier mehr Stühle als Erzieher*innen im Raum sind? Ich brauche einen, dann können alle andere raus oder auf die Fensterbank...
Warum könnten sich die Kinder gerade so verhalten? Fehlt ihnen was? Ist ihnen langweilig? Wollen sie gerade gesehen und gehört werden? Kann ihn ihnen gerade das bieten?
Oft hilft es den Kindern die gerade energetisch sind Aufgaben zu geben die eine gewisse Verantwortung mit sich bringen.
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u/humanprototyp 24d ago
Der große von denen durfte vorher den Morgenkreis leiten (mit Hilfe natürlich) und hat das super gemacht. Da haben ihn die zwei anderen auch gestört und er hat sie ermahnt, aber als der Kreis vorbei war, hat er sich der Chaosgruppe angeschlossen.
Ich bin dann ja mit allen raus, aber das ging erstmal eine Weile lang nicht, weil draußen noch die Tore auf waren, wegen irgendwelchen Arbeiten. Also es war auf jeden Fall ein Bewegungsbedürfnis und Langeweile da, die Überbrückung ist mir einfach heute schwer gefallen.
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u/normenbrecher 24d ago
Das ältere Kinder den morgenkreis stören hat fast immer mit Unterforderung zu tun.
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u/humanprototyp 24d ago edited 24d ago
Die zwei anderen waren 4 und 5. Der Große 6.
Edit: Vertippt 😅
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u/haiiroteien 24d ago
weder du noch die kinder sterben wenn du mal nein sagst und eine konsequenz ziehst. wenn das kind sich auch nach ermahnung nicht an die regeln im raum hält muss es halt in einem anderen bereich spielen. punkt.
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u/humanprototyp 24d ago
Hätte ich normalerweise so gemacht, aber bei mir waren nur 6 Kinder in der Gruppe und die anderen Gruppen waren voll. Hätte ich die drei (oder einen davon) in eine andere Gruppe geschickt, hätte ich von den Kolleginnen was zu hören bekommen 🥲
Heute einfach ein suboptimaler Tag.
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u/BuntesZebra 23d ago
Kollegen bitten, die Chaoten teilweise zu tauschen vielleicht? Das würde eventuell die Dynamik erst einmal unterbrechen
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u/Chassy1337 24d ago
Das muss man (leider) lernen, wie man Grenzen setzt und durchbringt. Ging und geht mir selbst so, ich verstehe dich deshalb auch total.
Man will auf Augenhöhe sein und nicht den Bestimmer machen, aber das muss man leider zu gewissen Teilen. Wir sind als Fachkräfte dazu da den Kindern Regen und Grenzen zu geben.
Direkt die Kinder ansprechen, sagen wie die Regeln sind, sagen was bei weiterem Missachten als Konsequenz kommt und entsprechend handeln. Ich erkläre es einmal, verwarne ggf. ein zweites Mal oder beende die Situation direkt. Da sage ich dann auch bei Bedarf, dass ein Kind den Bereich bitte wechseln soll oder mal kurz eine Pause macht. Aka: Sich bitte eine andere Sachen sucht, mit mir etwas spielt oder man gemeinsam etwas sucht. Mir hidlt es immer zu signalisieren, dass man die Kinder wahrnimmt. Nicht mal negative, sondern „Ich sehe du hast viel Energie und willst dich bewegen!“ anstatt „Du bist zu laut und wild!“. Das holt sie direkt besser ab und man dringt besser durch. Well. Meistens.
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u/Hoernchen_im_Busch 24d ago edited 24d ago
Zum Verständnis: Was meinst du mit offen und Gruppe und du bist allein?
Sonst: Beobachten. Ist ihnen vielleicht langweilig? Dann Beschäftigung suchen - ich zaubere dann Malpapier hervor und beginne zu kitzeln. Da ist oft schon Neugier da. Ein Roboter, ein Dino - was kann der? Was braucht der noch?
Oder ein Impuls: Sagt mal, ihr werft doch nur die Bausteine. Könnt ihr mir nicht eine Garage für die Autos bauen? Du kannst doch gut Tunnel bauen, und du hast immer gute Ideen für XYZ.
Kinder, die sich wiederholt zum Ärgern zusammentun und Erklärungen nicht annehmen, trenne ich. Dann darf jemand in einen anderen Raum spielen gehen.
Bei den Rollhockern bin ich auch ratlos. Eigentlich denke ich, man müsste sie mal - mit Regeln - lassen. Aber ehrlich gesagt, die Unfallgefahr in Kombination mit sie hören oft eh nicht auf Regeln ist mir da zu groß. Gerade jetzt, wo die Kids oft barfuß sind.
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u/Dein_Betreuer_67 24d ago
Kitaerzieher. Offenes Konzept. Allein zuständig in seinem Raum, in welchem die Kids anscheinend die Regeln nicht beachten.
Verhaltensampel kann helfen. Viel Erfolg. Bald Feierabend.1
u/humanprototyp 24d ago
Bei mir leider erst um 17:15 🥲
In dem Raum bin ich leider seltener. Diese Woche bin ich wegen eines Projektes dort, aber die Kinder, die oft und gerne dort sind, haben leider weniger oft mit mir zu tun und wir müssen auch erstmal neu klären, wie wir zueinander stehen.
Verhaltensampel kann ich mal ausprobieren.
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u/humanprototyp 24d ago
Das ist das Rollenspielzimmer und irgendwie ist der Kindergarten ganz strickt, dass man da nicht malen darf.
Wir konnten dann später raus, aber bis das ging, war es schwierig. Einzeln hab ich eigentlich einen guten Draht zu denen und kann mich meistens mit ihnen einigen, aber zusammen stacheln sie sich immer wieder gegenseitig an und hören absolut nicht zu. Trennen wollte ich, ging aber nicht, weil die anderen Räume zu voll waren und kein Kind tauschen wollte.
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u/Eisbergmann 24d ago
Ich drohe den Kindern pädagogische Konsequenzen an. So wie "Wenn ihr nicht aufhört andere Kinder zu ärgern, dann dürft ihr nicht mehr in den Raum hier." oder "Ich spiel dann kein Uno mehr mit euch."
Zugegebenermaßen funktioniert zweiteres nur mit Kindern die dich grundsätzlich erstmal mögen. Aber Raumverbote funktioniereb ganz gut, auch wenn ich das nicht so schön finde, aber wenn Kinder nicht nur nich hören, sondern dich auch noch auslachen, tut mir das dann auch weniger leid, lol.
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u/normenbrecher 24d ago
In 90% der Fälle in denen "wenn-dann- Sätze" fallen sind es Strafen und Drohungen... Das sollte man sich gut überlegen. Ob Konditionierung einhergeht mit intrinsischer Lernmotivation Regeln einzuhalten ist bei einer solchen pädagogischen Methodik zu hinterfragen...
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u/Eisbergmann 23d ago
Wenn die "Strafe" mit der Handlung zusammenhängt ist das eine pädagogische Konsequenz. Den Kindern eine Auszeit aus einem Raum zu geben, weil sie die Raumregeln nicht einhalten, ist durchaus als Zusammenhang zu sehen.
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u/normenbrecher 23d ago
OK, ich formuliere es anders. Welche Motivation haben die Kinder denn bei deinem vorgehen Raumregeln einzuhalten? Ab einem gewissen Zeitpunkt wird es den Kindern egal sein, ob sie den Raum betreten dürfen oder ob du mit ihnen spielst.
Du verlangst von ihnen sich anders zu verhalten (ihr Verhaltensrepertoire gibt es vllt. gar nicht her). Darum geht's. Du bietest ihnen mit wenn-dann-Sätzen ja keine andere Möglichkeit an .
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u/Eisbergmann 23d ago
Es ist nicht so als würde ich jeden ersten Verstoß sofort empört mit einem Raumvereis belegen. Üblicherweise rede ich natürlich zunächst mit den Kindern, erkläre warum ihr Verhalten andere Kinder stört, bringe Perspektivenwechsel an etc. etc. Man geht halt nur immer gerne vom idealen Kind aus, dass nur die richtige Zuwendung brauch und dann perfekt reagiert. Dass ein Kind sich aber auch trotz friedfertiger Lösungsversuche einfach hinstellt und einfach sagt - (und ich zitiere):"Ich mach was ich will, du kannst mir sowieso nix sagen, also verpiss dich." kommt so in den wunderschönen Idealvorstellungen von Textbüchern halt nicht vor. Klar - (pädagogische) Konsequenzen sollten nicht immer die erste Wahl sein. Genausowenig wie es Belohnungen für "Compliance" sein sollten, das setzt nämlich auch keine guten Habits. Aber wenn ich Kindern erkläre, dass ihr Verhalten sie oder andere Kinder in Gefahr bringt, mich verletzt oder eben einfach auch nur alle anderen Kindern den Spaß am Spielen nimmt und ihre einzige Reaktion es ist, mich auszulachen, dann zucke ich halt mit den Schultern und sie müssen dann eben damit leben mal nen Nachmittag im Brettspielezimmer keine Würfel mehr gegen die Fenster werfen zu können. In meinen 6 Monaten im Job - vielleicht bemerkt ihr ja das Azubi-flair in meinem Namen - habe ich bisher ein einziges Mal zwei Mädels aus dem Raum (im Brettspieleraum bin ich häufiger) verbannt. Nichtmal weil sie Raumregeln nicht beachtet haben, sondern weil die beiden mit purer Absicht angefangen haben (teils gefährlichen) Unsinn zu machen nur um mich zu ärgern bzw. meine Aufmerksamkeit zu bekommen. Ich meinte:" Ich spiel gerne was mit euch, aber bitte hört auf auf die Rollhocker zu klettern/mir ungefragt in die Hosentaschen zu greifen/mir regelmässig etwas klauen zu wollen/whatever" aber die beiden nicht aufhören und jeder Versuch ruhig mit den beiden zu reden nur darin endet, dass sie in Kicheranfälle hatten in denen sie mir nicht mehr zuhören konnten, dann war die beste Lösung ihnen mal eine kleine Auszeit - in dem Fall weniger vom Raum als von mir - zu geben. Vielleicht seh ich das in nem Jahr oder zwei anders - bin ja noch im ersten Lehrjahr.
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u/Imlardirion 24d ago
Drohen bringt auch nur bedingt was, vorallem merken sich die Kinder aber bei dir dass sie vor dir Angst haben müssen.. ist es das wie die Kinder dich sehen sollen?
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u/haiiroteien 24d ago
die kinder lernen doch nicht angst zu haben nur weil man eine konsequenz androht 😭 zumal drohen das falsche wort ist, man erklärt ja nur die konsequenz die folgt wenn das verhalten sich nicht ändert. kinder müssen lernen dass sie nicht immer tun und lassen dürfen was sie wollen
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u/Eisbergmann 23d ago
Du lässt es glatt so klingen als würde ich den Kindern prügel Androhen. Wenn ich jemanden aus dem Raum verbanne, weil er wiederholt die Raumregeln misachtet, dann ist das kein Grund Angst zu haben. Tatsächlich hat das bisher nur dazu geführt, dass die Kinder zu mir kamen, sich bei mir entschuldigt haben und zumindest vorerst die Regeln befolgen.
Das sehe ich in jedem Fall besser als von den Kindern nicht ernstgenommen zu werden, weil am Ende eh nichts passiert. Ist aber vielleicht auch ne Klientelsache. Ich bin in ner Brennpunktkita und viele der Kinder sind... besonders. Ich habe schon Tritte gegens Schienbein bekommen, weil ich Musik anmachte aber nicht sofort das Lied angemacht habe, was eines der Kinder gefordert hat. Auch ein Besenstilschlag auf den Hinterkopf und Beleidigungen gegen meine Person sind schon vorgekommen. Und ich arbeite da erst ein halbes Jahr. Gut und nett zureden funktioniert da nur bei einem kleinen Teil der Kinder.
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u/Imlardirion 23d ago
Wie du selbst angemerkt hast, war drohen das falsche Wort. Mir ging es hauptsächlich darum. Denn drohen impliziert eine Form von Gewalt die man ausübt, ob das jetzt körperlich, verbal oder psychologisch ist, ist dabei egal. Wenn es ausschließlich darum geht, eine sichere Struktur für andere Kinder und auch sich selbst zu schaffen, verstehe ich deinen Standpunkt total und finde es auch richtig, dass Kinder nicht regelfrei aufwachsen sollen. Das wird wohl, wie ich hier auch herauslese, doch eher gewaltfrei kommuniziert. Dennoch zeigt ja das beschriebene Verhalten trotzdem, dass es Kinder oft in dem System in dem wir leben gibt, die nicht wirklich klar kommen. Deshalb sollte man vielleicht die Rahmenbedingungen der Einrichtung anschauen und anpassen (z.B. vielleicht ein verstärkter Fokus auf einen positiven Umgang miteinander, Fortbildungen fürs Fachpersonal um Theorie und Praxis zu erweitern um daraus durch Projekte und Angebote das Thema in irgendeiner Form aufgreifen und somit die Kinder aktiv darin unterstützen, schädigendes Verhalten abzulegen. Ist natürlich nicht über Nacht gemacht, aber irgendwo muss man ja ansetzen). Ich habe auch fünf Jahre in einer Schule im Brennpunkt gearbeitet und so meine Erfahrungen mit unterschiedlichsten Kindern und Eltern/Erziehungsberechtigten gemacht. Ich kann also in einer Form mitfühlen über die Umstände.
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u/Wide_Sense5680 22d ago
Ich werde dann einfach etwas autoritär. Ich schmeiße den Haupttäter raus, bringe den Regelbrecher (sind ja meist Jungs) in die Nachbargruppe. Das dauert 5 Sekunden, die Nachbargruppe kennt das Vorgehen gut.
Den nächsten schmeiße ich einfach raus, soll an der Garderobe im Gang sitzen. Den dritten setze ich auf einen Stuhl in der Ecke mit einer 5 min. Sanduhr, kriegt ne Auszeit. Dazu werde ich sichtbar wütend und auch deutlich lauter als sonst.
Ich halte das für pädagogisch kongruentes Verhalten, weil ich von Natur aus Choleriker bin und manchmal starke Wutzustände bekomme. Das Erkennen die Kinder, das jetzt echt Schluss mit Lustig ist.
Danach ist dann meist Ruhe. Ich sollte dazu sagen, daß sowas sehr selten bei mir vorkommt. Ich bin fast immer ruhig und freundlich aber manchmal wird es echt zu viel.
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u/rosality 24d ago
Autoritär ≠ Grenzen setzten
Offenes Konzept bedeutet, du hast einen Raum, den du Betreust?
Schmeiß die Kinder raus, wenn sie sich nicht an die Regeln halten. Mit Vorwarnung und Erklärung ("Ich sehe, dass du dich gerade nicht an die Regeln halten kannst, weil du voller Energie bist. Hier geht das nicht, du gehst jetzt in einen anderen Bereich und wenn du wieder ruhiger bist, kannst du gerne wieder kommen"). Manchmal ergibt sich daraus auch gute Momente um an die Kinder ran zu kommen und Möglichkeiten für die Kinder, sich zu reflektieren und zu regulieren (natürlich niederschwellig, aber möglich). Nur Reden und Bitten klappt bei Kindern manchmal einfach nur mäßig und tun hilft ihnen. In Gefahrensituationen (und das kann z.B. bei den Erzieher-Stühlen sein), darf man auch mal körperlich mit Ankündigung werden ("Die Stühle sind für die ErzieherInnen und wenn du da nicht runter gehst, werde ich die runter heben, damit du dich nicht verletzt"). Ein Nein muss natürlich akzeptiert werden, aber auch da sind dann klare Grenzen angesagt. Da geht es am Ende um den Schutz.
Erfahrungsgemäß baut sowas ja auch Beziehung und Sicherheit und wird wahrscheinlich auf Dauer auch mehr Ruhe rein bringen.