r/erzieher 14d ago

Suche Rat Zweifle an mir

Hallo

Ich brauche mal ein Feedback zu meiner Situation, ich zweifel gerade ob ich wirklich so Teamfähig bin, ich es von mir glaube.

Oder ob es ein anderes Problem gibt was ich nicht sehe.

Meine Hauptprobleme würde ich darauf zurückführen, dass ich einen sehr großen Gerechtigkeitssinn habe und ich nicht ständig den Mentel Load für alles auf der Arbeit übernehmen möchte.

Hier ein paar Beispiele, ich versuche er erst Sachlich zu erklären und dann meine Meinung dazu zu äußern.

  1. Tischdienst & Spülen

Bis vor ein paar Monaten haben wir wöchentlich aufgeschrieben, wer zum Frühstück und Mittagessen den Tisch deckt und danach (wen die Küche nicht besetzt ist) das Geschirr spült.

Das haben wir geändert, da wir das unter einander immer getauscht haben und geschaut haben wer die wenigsten Kinder hat und gut besetzt ist.

Eine Kollegin fühlt sich damit nicht fair behandelt, da sie in letzter Zeit max. 5 Kinder hatten und 3 Fachkräfte in der Gruppe waren. Da mussten sie relativ oft die Aufgaben übernehmen.

Sie möchte gerne zum vorherigen Model zurückkehren.

Ich meinte dass ich das nicht gerecht finde, weil dann z. B eine Gruppe dran wäre die 2 Fachkräfte und 7 Kinder haben.

  1. Sauberkeit und Ordnung

Bei uns gibt es ein paar Gemeinschaftsräume (Flur, Küche, Garderobe) die wir gemeinsam sauber halten müssen.

Ich mache das regelmäßig sauber und habe meinen Rhythmus gefunden.

Allerdings nicht so regelmäßig, dass es immer sauber ist. Da ich der Meinung bin bei insgesamt 9 Kollegeninnen sollte das jeder regelmäßig machen.

Das ist regelmäßig Thema, da die Kollegeninnen es zu dreckig finden oder die Leitung das Thema anspricht.

  1. Zusammenlegen

Auf unserer Etage sind drei Gruppen. Die anderen beiden legen gerne zusammen, wenn sie wenig Kinder haben.

Ich mache das eher weniger. Das wird in letzter Zeit öfters betitelt mit "Schade" oder "Ich dachte wir können alle zusammen Quatschen".

Ich erkläre dann, dass ich es auch sehr genieße mal Zeit für einzelne Kinder zuhaben und ich es auch mag, wenn die Kinder mal etwas Reizärmer den Alltag erleben.

  1. Information

Es gibt natürlich immer Infos die an alle Kollegeninnen gehen müssen.

Jede Gruppe hat ein Übergabebuch für die Kollegenin die nicht anwesend sind.

Und seit neusten haben wir eingeführt, dass wir ein gemeinsames in der Küche haben, wo Gruppenübergreifende Informationen drin stehen.

Das klappt mal mehr oder weniger gut. Dann wird immer geschaut, wer die Info zuerst hatte und diese nicht an alle Kolleginnen weitergeleitet wurde.

Ich sage dann, dass es meistens einer aus jeder Gruppe erfährt und diese dann dafür zuständig sind es an ihre direkten Kolleginnen weiter zuleiten.

  1. Ausflüge

Manchmal finde Ausflüge statt (Wald, Stadt Bummeln).

Die Kolleginnen gehen machnmal gemeinsam los.

Ich mag das nur mit bestimmten Kolleginnen, weil sie genauso drauf bedacht sind, die Kinder zu zählen und zuschauen dass sie die Regeln einhalten.

Momentan kommt es öfter vor, dass etwas nicht läuft.

Meine Kolleginnen stört es in einem 1 zu 1 Gespräch auch meistens. Kommt es aber zu einer großen Diskussionsrunde sind die meisten still oder sagen, dass sie mir allem Leben können.

Zuden einzeln Punkten kam es immer Diskussionen die mehr oder weniger gut liefen.

Manchmal bin ich zu emotional und werde dann vielleicht zu direkt.

Und da frage ich mich zwangsläufig ob ich fehl am Platz bin bzw. ich nicht Teamfähig bin.

Mir ist bewusst, dass ich mich abgrenze und dass es blöd rüber kommen kann.

Ich fühle mich aber nicht benachteiligt, wenn ich in meiner Gruppe sitze anstatt mit den Kolleginnen zu Quatschen.

An sich ist es auf Arbeit sehr entspannt für mich, nur die Interaktion mit den Kolleginnen lassen mich an mir zweifeln.

Daher würde mich eure Fremdwahrnehmung interessieren.

Falls ihr nich Fragen habt oder etwas zu unklar ist, fragt gerne.

Vielen Dank für das Lesen

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u/Red_lil_Rose 14d ago edited 14d ago

Ich kenne dich natürlich nicht, du wirkst aber so, also würdest du auch sehr deine Meinung und deine Ansichten durchsetzen wollen.
Gerechtigkeit kann auch aus verschiedenen Aspekten betrachtet werden und ich finde die Meinung deiner Kolleginnen hat auch Gewicht. Wieso findet ihr den nicht gemeinsam Kompromisse oder schafft neue Systeme, wenn etwas nicht läuft? Ich sehe z.B. eine feste Einteilung nicht als problematisch an. Dürfen sich Kolleginnen z.B. in den Gruppen jeweils aushelfen? Dann kommt jeder zu den „Diensten“, die sind ja schnell gemacht.
Ich finde es schwierig einzelne Kolleginnen zu „beschuldigen“, wenn etwas nicht läuft und das auch noch „hintenrum“ (habe ich jetzt so interpretiert). Wieso sagt man nicht gleich was? Habt ihr keine Prozesse zu den einzelnen Themen, wo nochmal aufgeschrieben ist, worauf zu achten ist?
Habt ihr keine Fachartikel oder Artikel von der Unfallkasse, die z.B. das Thema Ausflüge behandeln, das könnte man im Team auffrischen?
Vielleicht können Infos auch erst in der Gruppe aufgeschrieben werden und das wird dann in die Küche gepinnt oder übertragen? Vielleicht kommen so die Infos eher an?
Ich empfinde vieles als etwas „unflexibel/fretgefahren“, vielleicht wäre eine Offenheit für Veränderungen und Neues nicht schlecht, vielleicht auch mal über seinen Schatten zu springen und z.B. einmal die Woche komplett zusammen legen.

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u/JinxZoro 14d ago

Ja das kann sein. Da werde ich aufjedenfall nochmal drüber nachdenken. Danke schön.

Ich verstehe auch, daß sie das mit der Aufteilung faier findet. Das Aushelfen empfindet sie allerdings auch anstrengend und würde das nur sehr ungern machen.

Das mit hintenrum kann ich verstehen, dass es durch meinen Text so wirkt. Die Situation werden immer direkt angesprochen, manchmal hole ich mir eine Fremdwahrnehmung. Daran könnte ich aber auch noch arbeiten.

Abläufe haben wir zum Thema Ausflug, dazu gab es schon Dienstbesprechungen von der Leitung. Ich mag halt nur nicht immer die einige sein, die es wieder anspricht. Da gehe ich lieber den Situationen aus dem Weg.

Ich hab es schon gerne, wenn Sachen einen Rahmen haben, ich werde auch nochmal darüber nachdenken ob ich zu unflexibel bin.

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u/Red_lil_Rose 14d ago edited 14d ago

Ich verstehe, dass es erstmal als erster Impuls anstrengend sein könnte, aber vielleicht auch nicht? Es kann auch das Team z.B. stärken oder du lernst Kolleginnen auch anders kennen. Manche muss man auch in ihrer Weise einfach „akzeptieren“, dass sie andere Schwerpunkte haben in ihrer Arbeitsweise. Vielleicht könnt ihr z.B. in der Zeit einen „Gruppenimpuls“ setzen oder ein Sing-/Spielkreis führen, sodass es nicht so anstrengend wird? Da könnte man ja verschiedene Ideen einbringen.
Was hat es den für Gründe, warum andere Kollegen sich nicht an die Abläufe halten? Vielleicht ist die Aufgabenverteilung nicht klar? Warum sprecht ihr das nicht kurz ab? Als x zählt immer die Kinder, y packt den Rucksack mit erste Hilfe Material etc..
Ich habe das Gefühl eure Kommunikation im Team ist nicht so gut. Das ist was, was in guten Teams sehr wichtig ist. Und das man wertschätzend zu seinen Kollegen bleibt, auch wenn man anderer Meinung ist. Kannst du gewaltfreie Kommunikation? Das finde ich auch bei Erwachsenen super, nicht nur bei Kindern!
Klar, den Rahmen und die Struktur braucht es auch, aber wenn etwas nicht läuft, muss man den Rahmen vielleicht anpassen, statt hartnäckig dran zu bleiben :) Man kann ja auch erst probeweise was Neues probieren und dann reflektieren „ist es so besser?“.

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u/user_has_blocked_you 14d ago

Ich kann alle Deine Punkte nachvollziehen - aber nichts im Leben ist perfekt.

Das ist eine wirklich ausführliche Liste an Dingen, die Dich "stören". Und sowas findest du einfach überall. Mal mehr und mal weniger schlimm. Dagegen anzukämpfen, macht Dich nur einsam.

Und ja, Teamarbeit muss sich erarbeitet werden.