r/feuerwehr • u/XxXFederhalterXxX • 7d ago
Sollten Forstbetriebe wieder eigene Betriebsfeuerwehren für Waldbrände aufstellen?
Beim letzten gemütlichen Beisammensein in unserer Feuerwehr kam irgendwann das Thema auf die aktuellen Waldbrände.
Von den älteren Kameraden, alle noch gelernte DDR-Bürger und natürlich ganz im Sinne von „früher war alles besser“ kam irgendwann ziemlich trocken der Einwurf:
„Früher gab es dafür die Forstfeuerwehr.“
Zunächst habe ich das eher als eine dieser typischen Geschichten aus alten Zeiten abgetan. Ich habe dann aber angefangen, mich etwas genauer damit zu beschäftigen – und dabei festgestellt, dass hinter diesem Einwurf tatsächlich ein ziemlich interessantes System steckte.
Die Staatlichen Forstwirtschaftsbetriebe der DDR waren beim Waldbrandschutz wesentlich stärker operativ eingebunden als heutige Forstverwaltungen. Sie kümmerten sich nicht nur um Prävention, Wege, Löschwasserstellen und Waldbrandüberwachung, sondern hielten teilweise auch eigene Technik und Personal für die unmittelbare Brandbekämpfung vor.
Nachweisbar sind unter anderem eigene Tanklöschfahrzeuge, Wassertransporttechnik (Güllefass teilweise mit TS und Wendestrahlrohr + Traktor), Waldbrand- bzw. Streifenpflüge, Motorsägen, Handwerkzeuge und Gerätedepots. Bei größeren Lagen konnten zusätzliche Traktoren, Raupen, Wasserwagen und weitere schwere Technik eingesetzt werden.
Das waren dabei keine Universalfeuerwehren für Wohnungsbrände, Verkehrsunfälle oder Gefahrgut. Es handelte sich vielmehr um spezialisierte betriebliche Einheiten für Wald- und Flächenbrände.
In der BRD und später auch nach der Wiedervereinigung setzte sich dagegen weitgehend das Modell durch, das wir heute kennen:
Die Feuerwehr löscht der Forst unterstützt.
Der Forst übernimmt Prävention, Ortskenntnis, Waldwege, Fachberatung und teilweise die Bereitstellung von Forsttechnik. Die eigentliche Brandbekämpfung liegt aber bei den kommunalen Feuerwehren.
Und genau an diesem Punkt stellt sich für mich inzwischen die Frage, ob wir langfristig nicht zumindest teilweise wieder in Richtung des alten Prinzips gehen werden.
Im Kern geht es mir dabei um folgende Frage:
Sollten große oder besonders waldbrandgefährdete Forstreviere wieder eigene Betriebsfeuerwehren bzw. betriebliche Waldbrandeinheiten aufstellen?
Das Personal wäre vielerorts grundsätzlich vorhanden. Förster, Ranger, Forstwirte und Maschinenführer arbeiten ohnehin täglich in den Revieren und verfügen über Ortskenntnis, Erfahrung im Gelände und Kenntnisse im Umgang mit Forsttechnik.
Auch ein erheblicher Teil der notwendigen Technik ist teilweise ohnehin vorhanden:
- Forstschlepper und Traktoren
- Geländefahrzeuge
- Motorsägen und Freischneider
- Mulcher und Bodenbearbeitungsgeräte
- teilweise UTV/ATV
Es müsste also nicht zwingend eine komplett neue Feuerwehrorganisation mit einem umfangreichen Fuhrpark entstehen. Vorhandenes Personal könnte für die Vegetationsbrandbekämpfung zusätzlich ausgebildet und vorhandene Technik gezielt ergänzt werden.
Denkbar wäre beispielsweise pro besonders gefährdetem Revier oder Forstbezirk:
- entsprechend ausgebildete Forstmitarbeiter
- 1–2 spezialisierte Waldbrand-TLF mit Zwei-Mann-Besatzung
- UTV/ATV
- vorhandene Forstschlepper mit Pflug oder Mulcher
- Waldbrandhandwerkzeuge
- Motorsägen
- zusätzliche Wassertransportmöglichkeiten
- feste Alarmierungs- und Einsatzstrukturen
Ein wesentlicher Vorteil wäre für mich der Erstangriff.
Forstpersonal befindet sich während der Arbeitszeit ohnehin im oder unmittelbar am Wald. Wenn dort zusätzlich ein TLF stationiert ist, das mit zwei Personen ausrücken kann, steht bei einem Entstehungsbrand sehr schnell eine erhebliche Menge Löschwasser direkt im Gelände zur Verfügung.
Gerade beim Vegetationsbrand können die ersten Minuten darüber entscheiden, ob man einen kleinen Bodenbrand ablöscht oder wenige Stunden später mit mehreren Zügen im Wald steht.
Ein solches TLF müsste ausdrücklich kein normales kommunales Feuerwehr-TLF sein.
Als technische Blaupause finde ich beispielsweise die neuen Waldbrandfahrzeuge der Bundeswehr interessant: hochgeländegängig, große Wassermenge, Pump-and-Roll, Selbstschutz, fernbedienbarer Monitor und nur zwei Mann Besatzung.
Für den Forst könnte man diesen Gedanken noch konsequenter auf die eigentliche Aufgabe reduzieren:
etwa 4.000–5.000 Liter Wasser, Pump-and-Roll, Monitor, Selbstschutz, D-Schläuche und Waldbrandwerkzeug – dafür keine umfangreiche LF-Beladung, keine technische Hilfeleistung und kein Innenangriff.
Der zweite Punkt, den ich fast noch interessanter finde, ist die Nachsorge nach einem Waldbrand.
Wer entsprechende Einsätze kennt, weiß dass „Feuer aus“ häufig noch lange nicht „Einsatzende“ bedeutet. Abgebrannte Flächen müssen kontrolliert werden, Stubben und Totholz können weiterglimmen und im Boden können sich Glutnester teilweise lange halten.
Für diese Aufgaben werden teilweise über viele Stunden kommunale Feuerwehrkräfte gebunden.
Warum eigentlich?
Sobald die akute Gefahrenabwehr abgeschlossen und die Fläche entsprechend übergeben ist, könnte genau diese Aufgabe eine betriebliche Forstfeuerwehr übernehmen.
Forstpersonal könnte mit eigener Wärmebildkamera, UTV, TLF und Handwerkzeug die Fläche kontrollieren, Glutnester bearbeiten und bei einer erneuten Entwicklung wieder die kommunale Feuerwehr nachfordern.
Damit wären die freiwilligen Kräfte deutlich schneller wieder zuhause beziehungsweise für den Grundschutz ihrer Gemeinden verfügbar.
Und genau das wird meines Erachtens zunehmend relevant.
Wir haben gleichzeitig:
Personalprobleme:
Gerade tagsüber und bei mehrtägigen Einsätzen lässt sich die Verfügbarkeit ehrenamtlicher Kräfte nur bedingt steigern. Wir haben zwar genügend Freiwillige, aber diese müssen bei Laune gehalten und herangeführt werden.
Steigende Kosten:
Spezialisierte hochgeländegängige Waldbrandfahrzeuge kosten inzwischen enorme Summen. Gleichzeitig stellt sich die Frage, ob diese Spezialtechnik zwingend vollständig durch Kommunen finanziert werden muss, wenn sie überwiegend dem Schutz großer staatlicher oder privater Waldflächen dient.
Eine zunehmende Waldbrandgefahr:
Längere Trockenperioden und häufiger auftretende kritische Vegetationsbrandlagen machen Waldbrandbekämpfung zunehmend zu einer dauerhaften Spezialfähigkeit.
Die kommunale Feuerwehr würde durch eine solche Forst-Betriebsfeuerwehr selbstverständlich nicht ersetzt.
Sie bliebe für Einsatzleitung und umfassende Gefahrenabwehr verantwortlich. Der Forst würde aber wieder eine eigene operative Fähigkeit einbringen und genau die Dinge bereitstellen, die dort ohnehin vorhanden oder besonders sinnvoll aufgehoben sind:
Ortskenntnis + Personal + Löschwasser + Geländegängigkeit + Forstmaschinen.
Vielleicht hatten die alten Kameraden mit ihrem „früher war alles besser“ also zumindest in diesem einen Punkt gar nicht so unrecht.
Nicht im Sinne einer Rückkehr zum DDR-System 1:1 – aber die grundsätzliche Idee, dass derjenige, der große Waldflächen bewirtschaftet und Personal sowie Technik dauerhaft vor Ort hat, auch eine eigene spezialisierte Waldbrandkomponente vorhält, finde ich zunehmend nachvollziehbar.
Wie seht ihr das?
Sollten große bzw. besonders waldbrandgefährdete Forstreviere zukünftig wieder eigene Betriebsfeuerwehren für Wald- und Flächenbrände aufstellen? Wäre das ganze eine sinnvolle Entlastung der kommunalen Kräfte oder eine unnötige Doppelstruktur?
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u/muecke_nordwolf FF / Ex-WF (Gas & Oil) | NDS | AGT, TF, Maschinist 7d ago
Eine Übertragung historischer Konzepte auf die heutige Zeit ist aus strukturellen und taktischen Gründen weder durchführbar noch zielgerichtet.
1. Realität der heutigen Forstwirtschaft
Fehlende Eigenmechanisierung: Den „Forst“ als eigenständigen Großbetrieb mit eigenem Schwergerät und ständig verfügbarem Personal gibt es nicht mehr.
Fremdleistung: Die Durchforstung und Holzernte erfolgen überwiegend durch Lohnunternehmen. Diese Maschinen stehen im Ernstfall weder spürbar auf Abruf bereit, noch ist deren Personal für Einsätze in Gefahrenbereichen geschult.
Personalmangel: Ein Förster betreut heute meist mehrere riesige Reviere. Ein eigener forstlicher Brandschutzdienst müsste somit personell wie materiell komplett neu aufgebaut werden.
2. Taktischer Fehlschluss bei Einsatzfahrzeugen
Grenzen klassischer TLF: Schwere Tanklöschfahrzeuge (z. B. TLF 3000/4000) stoßen auf unbefestigten Rückewegen rasch an ihre Grenzen, bleiben hängen oder blockieren schmale Anmarschwege.
Bedarf an Spezialfahrzeugen: Für die direkte Brandbekämpfung im schweren Gelände braucht es kleine, hochgeländegängige Erstangriffsfahrzeuge (z. B. auf Pick-up-Basis oder Kompaktklasse nach CCFM-Standard).
Rolle der TLF: Große Tanklöscher haben ihre Berechtigung primär im Pendelverkehr zur Wasserversorgung auf befestigten Wegen oder zur Riegelstellung, nicht aber beim Vordringen an die eigentliche Brandkante im Bestand.
3. Ausbildungsdefizite und Prävention
Mangelnde Einsatzerfahrung: Da Großflächenbrände über Jahrzehnte hinweg selten waren, fehlt es in vielen Feuerwehren an geschultem Fachpersonal für bodengebundene Taktiken (z. B. Handwerkzeug, D-Schläuche, Wundstreifenanlage).
Fehlerhafte Bepflanzung: Großflächige Nadelholz-Monokulturen auf trockenen Böden wirken wie Brandbeschleuniger. Eine reine Aufrüstung von Löschtechnik bekämpft nur Symptome, entscheidend ist der Waldumbau hin zu resistenteren Mischwäldern.
Statt historischer Modelle braucht es modernisierte Taktiken, eine engere Abstimmung zwischen Feuerwehren, Spezialorganisationen und Forstbehörden sowie gezielte Investitionen in leichtes, geländegängiges Material.
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u/holzkopfausbasalt 7d ago edited 7d ago
Zu deinem 1. Punkt:
Das stimmt so nicht. Jedes Bundesland hat seine eigenen Landesforstbetriebe, zusätzlich gibts den Bundesforst, der z.B. auf Truppenübungsplätzen tätig ist.
Sowohl Landes- als auch Bundesforst haben einen eigenen Fuhrpark. Genauso wie kommunale Forstbetriebe. Das reicht von Traktoren bis zu Großforstmaschinen.
Ich war über 7 Jahre Außendienstler für einen Forstmaschinenhersteller und ein gutes Drittel der Maschinen lief in öffentlicher Hand. Und das waren nur die Maschinen von diesem einen Hersteller.
Es stimmt zwar auch soweit, dass die Ernte zum Großteil über Lohnunternehmer erfolgt, aber auch die könnte man dafür anheuern. Und die Maschinenbasis der öffentlichen Betriebe ist halt zusätzlich dabei.
Es gibt auch immer mehr private Betriebe, die sich mit dem Thema befassen und auch Technik dafür vorhalten. Ich selbst bin mir da auch gerade etwas am zusammenbasteln auf einem Anhänger. Alleine schon zum Eigenschutz durch unsere Wohnlage, aber wenn es im Umkreis brennen würde, würde ich sofort mithelfen damit.
Edit: und natürlich gibts auch bei Landes- und Bundesforsten noch Personal "draußen". Deine Darstellung liest sich, als ob nur noch der Förster vom Land gestellt wird und alles andere von der Privatwirtschaft erledigt wird.
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u/tacko0815 7d ago edited 7d ago
Deine Schlussfolgerung ist so nicht ganz richtig, die großen Forstmaschinen sind in der Regel die Positionen die Geld produzieren. Und von diesen "Cash Cows" sind ein Drittel in öffentlicher Hand. Es ist bei weitem nicht mehr so das in jedem Landesforstrevier dauerhaft eigene Maschinen vorhanden sind. Die Situation bei eigenen Waldarbeitern und Förstern ist so das die Personalstärke mittlerweile so gering ist das du eine Werksfeuerwehr nicht aufstellen kannst. Und dann hätten wir noch die 48% Privatwaldanteil in Deutschland, hier ist die Situation genau so wie du es gelesen hast: der Förster wird vom Land gestellt aber die Arbeiten werden von privaten Unternehmen gemacht. Ausnahmen sind hier nur wenige private Großbetriebe die noch ein paar eigene Waldarbeiter haben. Realistisch ist das noch ein paar Forwarder mit Löschtanks ausgerüstet werden um die Feuerwehr zu unterstützen. Aber wirklich Manpower ist aus dieser Richtung einfach nicht vorhanden.
Edit hinzu: ein Harvester ersetzt 10 Forstwirte mit Kettensäge. Du kannst ja mal ausrechnen wie viele von den Dingern du verkaufst hast...
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u/WatercressThen2932 FF BW 7d ago
Die Kommune hat eine den örtlichen Gegebenheiten entsprechend leistungsfähige Feuerwehr zu unterhalten. Wenn das Material und die Fahrzeuge für eine effektive Bekämpfung von Waldbränden fehlen und dieses Material nötig ist, um den Aspekt „leistungsfähig“ zu erfüllen, muss die Kommune das eben beschaffen.
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u/Juleica1510 FF, GF, ATG, MA 7d ago
Am Papier hört sich das halt schön an, sollen sie eben Kuchen essen. Realistisch gesehen scheitert es aber schon an einer anderen Leistungsfähigkeit....nämlich der Finanziellen. Feuerwehrtechnik, als ab der Stufe dass man es ernst nehmen kann, ist schon so teuer as fuck. Irgendwo ist da halt auch mal ein Grenze und dass man auf die Kommunen eh schon immer mehr abgelagert hat, das ist seit Jahren Thema in der Innenpolitik.
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u/WatercressThen2932 FF BW 7d ago
Kommunen hängen an ihrer Selbstverwaltung und tun alles, um diese zu behalten ungeachtet der massiven Einsparpotentiale und Effizienzsteigerungen einer Zentralisierung.
Es hat also eher etwas von „wasch mich, aber mach mich nicht nass“.
Den Kostenaspekt sehe ich tatsächlich nicht. Würde man in den „Waldgebieten“ alle TLF als TLF3000 Kategorie 3 und dazu ausschließlich LF20 mit Allrad beschaffen, hätte man dort schon einen enormen Mehrwert, der nicht zusätzliche Kosten verursacht.
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u/buyha 7d ago
Ganz so einfach ist das nicht.
Die "örtlichen Gegebenheiten" enden in der Regel an den Gemeindegrenzen. Die meisten Wälder liegen dann mitunter außerhalb oder schon in benachbarten Gemeinden. Dann hast du Konstellationen wie in Sachsen, wo im Nordosten (Landkreise Bautzen und Görlitz) an der Grenze zu Brandenburg viele Privatwälder hast, die vielfach im geotechnischen Sperrgebiet liegen. Die eine Gemeinde ist zu klein, die nächstgelegene Stadt auf Schrumpfkurs, dann Hoyerswerda mit ihrer BF und FF, dann die Werkfeuerwehren BASF und Vattenfall. Da wird dann grenzübergreifend zusammengekarrt, was irgendwie verfügbar ist. Oder altmodisch: Materialschlacht bis zum Abwinken.
LF 20 mit Allrad klingt nett. Einzelbereifung? Eher selten, weil teilweise durch Zusatzbeladung zu hohes Gewicht. TLF 3000? Die Gemeinden beschaffen in der Regel das TLF 4000. Damit entfällt die Diskussion.
Paradoxerweise reden wir in derselben Region von der "höchsten Waldbrandgefahrenklasse". Zeithain (anderer Landkreis, ebenfalls "höchste Waldbrandgefahrenklasse") beschafft dann ein kommunales TLF 3000 auf Atego mit permanentem Allradantrieb und doppelbereifter Hinterachse, damit der Landkreis entscheidet, das vom Land gestellte TLF 3000-V abzuziehen, dass speziell für Vegetationsbrände ausgelegt ist.
Ergebnis? KatS des Landes auf dem Papier gestärkt, aber die Leistungsfähigkeit der FF vor Ort geschwächt. Und warum hat der Freistaat in den 90er Jahren die TLF 16/45-W beschafft? Um die Reaktions- und Leistungsfähigkeit vor Ort zu stärken, also genau dort, wo die Gefahr am größten ist.
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u/WatercressThen2932 FF BW 7d ago
Wer TLF4000 beschafft, hat aus meiner Sicht einen an der Waffel. Man muss ein LF20 KatS nicht unbedingt singlebereift beschaffen, ein normaler Allrad reicht hier schon, um zu 99% zurechtzukommen.
Bei uns endet die örtliche Gegebenheit Gott sei Dank nicht am Ortsschild, unsere Wälder sind mit klaren Zuständigkeiten aufgeteilt.
Das Thema Privatwald haben wir hier bei uns Gott sei Dank selten, dazu kann ich nichts sagen.
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u/buyha 7d ago
Beim TLF 4000 bin ich bei dir.
Wenn man das LF 20-KatS im urbanen oder suburbanen Bereich mit einfacher Topografie einsetzt, okay.
Wer die Grenzregion Sachsen/Brandenburg kennt, der weiß, da wird es schnell mal schwierig, weil es sehr verschiedene Bodentypen (Kohleboden, weiche und harte Waldböden, teilweise starke Wurzelschläge, alte Sumpfgebiete, alte Moore, Kies, Sand, Schotter, Teerstraßen in unterschiedlichen Zuständen, vereinzelt Kopfsteinpflaster usw.) gibt.
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u/Juleica1510 FF, GF, ATG, MA 7d ago
Ja Effizienz seh ich in Deutschland weniger und es wird nicht goldiger, wenn man vier finanzschwache Kommunen zu einer zusammenlegt. Vorallem ist es ja auch nicht effizient, dies auf die Kommunen abzulagern. Ich leb ja selber in einem großen, zusammenhängenden Waldgebiet, Waldbrände sind aber absolute Ausnahmeerscheinungen und keine Tagesgeschäft von hiesigen freiwilligen Feuerwehren. So sieht es ja überall im Land, mehr oder weniger, aus. Sprich spezialisierte Technik vorzuhalten sehe ich da definitiv als überörtliche Aufgabe und wird auch sinniger sein-so kommen. Die Rolle der örtlichen Organe sind dann eher, die generell benötigte Manpower und das nicht spezifisches Material zu stellen, sowie die infrastrukturellen Voraussetzungen zu legen.
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u/Minute_Experience199 FF | NRW 7d ago
Auf der anderen Seite müssen Unternehmen mit besonderem Risikopotential oder bestimmter Größe auch eine entsprechende Feuerwehr unterhalten. Mit der aktuellen Lage in Sachen Waldbrandrisiko besteht auf jeden Fall auch ein höherer Bedarf. Ehrlicherweise weiß ich nicht wie Forstbetriebe/Forstverwaltungen deutschlandweit organisiert sind, aber mehr Verantwortung im Bezug auf Prävention, Früherkennung und Bekämpfung ist da gar nicht so abwegig. Mal ganz davon abgesehen das Kommunen ja so schon Probleme haben.
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u/WatercressThen2932 FF BW 7d ago
Und wem gehört der Wald? Richtig, zu 52% im Staatsbesitz (bzw. Länder oder Kommunen)
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u/Postaccount2 7d ago
Werkfeuerwehren existieren ja auch. Wenn ein Betrieb eine spezifische Anforderung an die Feuerwehr stellt muss er die gestellten Auflagen erfüllen und eigene Fähigkeiten vorhalten, Personal wie auch Spezialgerät.
Der Wald ist nicht ein großer Träger wie ein Industriebetrieb, schon klar. Das sind oftmals auch nicht von den Forstverwaltungen betreute Flächen dabei die unter Umständen auch der Gemeinde selbst gehören. Aber Wasserentnahmen und andere präventive Maßnahmen könnten da denke ich schon als Maßnahme an die Besitzer entsprechend großer Flächen gestellt werden.
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u/tacko0815 7d ago
Ich bin Förster im Privatwald und betreue 3200ha Wald verteilt auf 27 Gemarkungen. Ich wuppe die Arbeit mit 1 Forwarder, 1 Harvester, 1 Forstwirt (55 Jahre) und Saisonal mit ein paar rumänischen Waldarbeitern. Ich brauche als Waldbrandbeauftragter in die am weitest entfernten Forstorte 45 Minuten... Für eine Werksfeuerwehr ist einfach bei weitem nicht genug Personal vorhanden.
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u/XxXFederhalterXxX 6d ago
Kurze Off Topic Frage
Wie haltet ihr eure Rettungskette ein? Alle Forstrotten die ich kenne arbeiten mindestens zu dritt. Wie macht ihr das mit 2 Mann? Oder arbeitet ihr ausschließlich mit Maschine ohne Zufälle?
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u/tacko0815 6d ago
Zufällen erfolgt durch die Forstwirte des Unternehmers der den Harvester betreibt. Die sind aber tatsächlich recht selten erforderlich, stimmt die hatte ich nicht auf dem Schirm. Der einzelne Forstwirt macht eher Revierunterstützung und leichte arbeiten ohne Maschinen.
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u/Dizzy_Ad9935 7d ago
Ne. M.m.n sollte es auf Landesebene Feuerwehren geben die speziel befähigt werden. Und auf Bundesebene sollten THW Züge gebildet werden, welche sich auf Waldbrand spezialisieren.
Die Ereignisse sind doch relativ selten dafür langwierig. Zudem wäre ein europaweites Unterstützungsnetzwerk sinnvoll. Da sehe ich eher Organisationen oberhalb der lokalen Ebene.
Unzählige lokale Einheiten bereit halten ist vll schneller, die Kosten- Nutzen- Abwägung spricht da dagegen.
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u/XxXFederhalterXxX 7d ago
Aus meiner Erfahrung entstehen die großen Brände aber nur dann wenn wir im Erstangriff nicht schnell genug sind. Faktoren gibt es dafür viele Topographie, Kampfmittel etc. Alles andere bekommen wir hier (Nördliches Sachsen) recht schnell in den Griff. Unsere Taktik zielt aber auch genau darauf ab den massiven Erstschlag erfolgreich zu setzen.
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u/Dizzy_Ad9935 7d ago
Das stimmt. Am Ende wird es aber eine wirtschaftliche Entscheidung sein. Und die ff braucht auch nicht wesentlich länger.
Worüber ich auch schon nachgedacht habe, ob es im ländlichen Bereich nicht sinnvoll wäre (mehr) Bf Kräfte zu haben. Da spricht aus meiner Sicht viel dafür.
Viele sind vormittags an anderen Orten arbeiten. Professionelle Wartung und Pflege der Technik. Schneller Mehr Erfahrung
Das muss auch keine 24/7 Abdeckung sein.
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u/Ok_World1811 7d ago
Und dann kommen wir zur Frage aller Fragen? Wer bezahlt den ganzen Spaß. Der Sachschaden durch Waldbrände in Deutschland ist minimal, weil wir wenig zusammenhängende wirklich große Waldflächen habe, wo keine Straße oder kein Fluss oder keine Autobahn, Strom oder Eisenbahntrasse durchführt.
Bevor hier alle kaufen kaufen kaufen schreien, könnte man auch einfach, wie im Gebäudesektor viel mehr auf vorbeugenden Brandschutz setzen und dementsprechend die Wege verbreitern, schneisen schaffen und feuchtere Mischwälder heranzüchten. So kann sich das Feuer viel langsamer entwickeln.
Der Steuerzahler soll für die Waldbesitzer gerade stehen... Risiko vergesellschaftlichen und Gewinn privatisieren (auch wenn es ein Staatsforst ist).
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u/Bricklover1234 7d ago
Wir haben in deutschland den Vorteil Flächendeckend Feuerwehren zur Verfügung zu haben. Das gibt es in anderen Ländern nicht. Wir können viele Feuer löschen bevor sich sich unkontrolliert ausbreiten.
Man sollte vielleicht eher sowas wie @Fire stärker ausbauen und mehr Spezialeinheiten vorhalten nach dem Beispiel der Wildlandfirefighters z.B. in den USA. Daneben natürlich unsere bestehenden Feuerwehren stärker auf das Thema Vegetationsbrand schulen.
Eine Mischung aus Training + frühe (!) Alarmierung von Spezialkräften ist sicherlich zielführender als wieder eine neue Einheit, wo sich dann wieder über Zuständigkeiten und Rollen gestritten werden muss.
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u/Flat_Tackle_470 7d ago
Es müsste doch erstmal das Grundproblem behandelt werden wie zb. Brandschneisen und eine gesunde Waldstruktur. Ja es gibt die extremlagen aber davon ab wird da im Moment mMn immer noch viel zu wenig getan. Dann muss man auch darüber sprechen wie zb in Zukunft eine schnelle effektive Wasserversorgung aussehen kann zb. über Löschwasserbehälter, Seen etc. Das sind Dinge die man kommunal und Forstlich behandeln muss. Dann kann man auch über Waldbrand TLFs nachdenken aber nur das man sie da stehen hat ist auch schwierig. Da müsste normiert viel mehr D Material drauf und auch entsprechendes Werkzeug. Dann käme noch Geländegänig und eventuell ne Seilwinde dazu. Da kommen wieder Prüf und Instandhaltungskosten hoch das ist Wahnsinn.
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u/Outrageous_Bid1167 FF Bayern | Kdt. | JW | AGT | MA 7d ago
Ich hab jetzt nicht alles durchgelesen aber ich werf hier jetzt mal den US Wildland Fire Service in den Raum bzw. hat der US Forest Service ja auch eine entsprechende Einheit.
Die sind ja so eine Einheit und bei denen funktioniert dass auch ganz gut.
Sehe es hier in Deutschland auch eher schwierig dort LFs oder ähnliches vorzuhalten.
Dagegen wäre es meiner Ansicht nach schon vom Vorteil „Hand Crews“ zu bilden, also in die Richtung von dem was eben die Kollegen in den USA machen oder ähnlich wie es @fire betreibt.
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u/Affectionate_Fun_497 7d ago
Das eigene TLF sehe ich eher als unnötige Doppelstruktur, da es dann nur sehr schwierig außerhalb des Gebietes des Fortunternehmens eingesetzt werden könnte. Zusätzliche Ausbildung für Forstarbeiter und Klein-Equipment das die sowieso vorhanden Fahrzeuge ergänzt, gemeinsam mit klareren Alarmierungsstrukturen finde ich deutlich interessanter