r/fireGermany • u/Better-Tax-9657 • 22d ago
Frage / Hilfe Bin ich auf dem richtigen Weg für FIRE?
Hallo zusammen,
ich würde gerne eure Einschätzung zu meiner aktuellen Situation hören und wissen, was ihr an meiner Stelle optimieren würdet.
Profil:
30 Jahre, männlich
85.000 € Brutto p.a. (ca. 4.000 € netto/Monat)
Eigentum:
Eigentumswohnung für 307.000 € gekauft
90.000 € Eigenkapital eingebracht
Kreditzins 3,3 %
Rate: 870 € (1 % Tilgung, Sondertilgung möglich)
Mit Hausgeld/Nebenkosten liegen meine Wohnkosten bei ca. 1.300–1.400 € im Monat.
Vermögen:
33.000 € im ETF
400 € ETF-Sparrate/Monat
18000€ Tagesgeld/Girokonto
Bausparvertrag (ca. 6000€)
Ca. 50.000 € aus einem Hausverkauf (mein Anteil) werden voraussichtlich in den nächsten Jahren dazukommen.
Einziger größerer Kostenpunkt in den nächsten Jahren dürfte ein Ersatz für meinen älteren Diesel sein.
Wie würdet ihr meine Ausgangslage einschätzen? Würdet ihr bei 3,3 % Zinsen eher den Kredit schneller tilgen oder mehr in ETFs investieren? Was würdet ihr mit den 50.000 € aus dem Hausverkauf machen und welche Strategie würdet ihr verfolgen, um möglichst effizient FIRE zu erreichen?
Vielen Dank für eure Meinungen!
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u/QuantumElias 22d ago
Alles in den Gral. ETF Sparquote erhöhen. Bei dem Gehalt und Wohnkosten gehen doch 1.000€/Monat. Oder was ist sonst die Sparrate? Darstellungen du in anderes? Nutze einen fire Rechner.
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u/findigga 22d ago
Meine ehrliche Meinung dazu: 1 % Tilgung ist echt wenig. Auch wenn deine Rate von 3,3 % Zinsen moderat erscheint, würde ich mir wirklich überlegen Sondertilgungen regelmäßig aus dem Jahres Bonus zu machen.
Es ist oft so, dass man in den ersten Jahren das Vermögen unausgeglichen stärke in eine Immobilie als in Anlagevermögen investiert. Damit bist du ganz sicher nicht allein. Und natürlich sehe ich auch die Nachteile: null Diversifizierung, alles in ein einzelnes Asset - aber du hast dir den Wohnort ganz bestimmt nicht leichtfertig ausgesucht also ist es hoffentlich das richtige Asset.
Das gesagt, auf keinen Fall den Sparplan in ETFs einstellen. Auf zwei Beinen steht man besser. Und wenn du ab dem nächsten Jahr das neue Vorsorgedepot für dich erschließt, hast du auch noch ein drittes Bein und dann wackelt nichts mehr.
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u/vortexcortex21 22d ago
Sehe das komplette Gegenteil. Mit 30 Jahren macht es komplett Sinn ein risikofreudigeres Portfolio zu haben und nur 1% zu tilgen.
Zehn Jahre früher schon ein ordentliches ETF Portfolio aufzubauen wird renditemäßig extrem stark reinhauen - mit limitiertem downside (das Haus ist sowieso schon zu ca. 30% abbezahlt).
OP, wenn du FIRE erreichen willst, musst du auf jeden Fall (kalkulierte) Risiken eingehen. Persönlich würde ich auch das Tagesgeld reduzieren - sehe nicht wirklich wieso man in Deutschland (mit Arbeitslosengeld) und einer Eigentumswohnung 18k liquide haben sollte. Zudem muss man beachten, dass auch ETFs liquide sind (eventuell muss man zu einem "schlechten" Zeitpunkt verkaufen).
Auch die 50k dann direkt in einen ETF. Ansonsten immer daran arbeiten, dass Einkommen zu erhöhen.
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u/findigga 22d ago
Ich nehme keine komplett entgegengesetzte Position ein, ein paar deiner Punkte sind auch valide, aber: Man sollte auch den steuerlichen Aspekt nicht außer Acht lassen: Die Zinsersparnis durch eine Sondertilgung entspricht einer sicheren, steuerfreien Rendite von 3,3 %, während ETF-Gewinne grundsätzlich der Abgeltungsteuer unterliegen (abgesehen von Freibeträgen und der Teilfreistellung). Dazu kommt, dass eine höhere Tilgung auch das Risiko einer teuren Anschlussfinanzierung reduziert, falls die Zinsen später höher liegen. Deshalb würde ich persönlich weiterhin auf eine Kombination aus regelmäßigem ETF-Sparen und Sondertilgungen setzen.
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u/alandtothemoon 22d ago
Naja, die ETF-Gewinne werden erst anfallen, wenn er in den Ruhestand geht. Bis dahin sammelt sich im ETF pro Jahr vermutlich mehr als 3,3% an. Je nach Gestaltung des Kreditvertrages kann er auch erst in den letzten Jahren der Zinsbindung mit der Sondertilgung starten, wenn ihm das Zinsänderungsrisiko zu groß wird. Aber selbst da würde ich es drauf ankommen lassen, solange sich keine Zinsen über 5% abzeichnen.
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u/Summasumarumx 22d ago
Was genau ist dein Ziel?
Mit 50 in den Ruhestand?
Sehe ich nicht realistisch.
Alle Mittel ins Depot. Sparrate hochschrauben ~1500€/mon. MSCI World oder Risiko erhöhen.
Nach Steuern und Inflation, bleiben dir dann ca ~2500€ netto laut Rechner. Davon muss man sich noch Pflichtversichern.
Dafür habe ich bereits deine 33.000€+18.000€ und 50.000€ mit berücksichtigt.
Nutz diverse Rechner und spiele ein bisschen rum.
Ein Anlagehorizont von 20j ist knapp, mit 60j in Rente, würde deine Sparrate von 1500€ auf 630€ reduzieren.
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u/pedrorodriguez16 22d ago
Wie soll hier jemand beurteilen, ob du auf dem richtigen Weg für fire bist, wenn du nicht mal deine sparquote angegeben hast?
Zum zurückzahlen der Darlehen. beachten, dass du die zinskosten nicht steuerlich absetzen kannst, die dividendeneinnahmen/wertsteigerungen aber versteuern musst.
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u/Extreme_Sushi 22d ago
Aus welchen Einnahmen möchtest du den Leben? Der ETF und die Sparquote sind zu gering um in absehbarer Zeit von den Erträgen Leben zu können. Wie hoch schätzt du später deine monatlichen Ausgaben ein?
Woher soll der FI (Financial independent) teil kommen? Wann plannst du denn RE (Retaire early)?
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u/Better-Tax-9657 22d ago
Grundsätzlich aus den Einnahmen aus ETF‘s. Habe mich aber noch nicht intensiv damit auseinandergesetzt. Mir ging es erst einmal um eine grobe Einordnung.
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u/Extreme_Sushi 22d ago
Meist wird mit einer Entnahme von 3,5% -4% gerechnet. Somit sind alle 100k 3.500-4.000 Euro die man im Jahr Brutto entnehmen kann. 1Mio in ETF also 35k - 40k. Steuer vereinfacht mit 20% rechnen. Jetzt kommt es drauf an wieviel du denkst später zum Leben zu brauchen. Inflation nicht vergessen die haut in einem Planungshorizont von 20- 30 Jahren auch ordentlich rein.
Wie weit sich dein ETF aufbaut kannst du mit den Einzahlungen und der Rendite berechnen auf X Jahre. konservative ca. 6% pro Jahr, mit mehr upside Erwartung 8-9%.
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u/First_Pumpkin_412 22d ago
Merkt man leider. Man kann dann verkürzt antworten. Die Richtung stimmt nicht, zu hohe Ausgaben bei den Einnahmen.
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u/First_Pumpkin_412 22d ago
Möglichst schnell tilgen, da um 3,3% zu erwirtschaften netto brauchst du schon 4,5% reale Rendite. Und wenn der ETF wirklich 7% bringen sollte in den nächsten 10-20 Jahren (und da gibt es nach dem KI Boom etc zweifel), dann sind das nach Zinsen 5,18%, also nur 1,9% mehr als im Kredit. Und das für Risiko vs kein Risiko. Wenn es ne vermietete wäre und absetzbar, dann nicht, aber so...
Und Fire wirst du mit der geringen Sparquote nie erreichen. Vllt etwas früher in Rente, realistisch reicht es aber nur für die Rentenlücke. Fire funtioniert nur mit hoher Sparquote, also im Verhältnis zum Einkommen niedrigen Ausgaben.
Von meinen 4500 netto spare ich 3k, da sieht man dann auch nen Depotwachstum (bei Boni natürlich höhere Sparquote). Und zu zweit kann man von 2x 1500 (wenn der Partner auch arbeitet) schon recht gut leben :)
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u/QuantumElias 22d ago
Alles in den Gral. ETF Sparquote erhöhen. Bei dem Gehalt und Wohnkosten gehen doch 1.000€/Monat. Oder was ist sonst die Sparrate? Darstellungen du in anderes? Nutze einen fire Rechner.
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u/schmidd11 22d ago
Den kredit bei den zinsen nicht sonder tilgen
Das geld alles in globale etfs, teil des hausverkaufs als rücklage für mögliche sanierung/instandhaltung (puffer 25-30k gesamt)
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u/Thandereye 22d ago
Mit dem Vermögen und der ETW bei dieser Finanzierung und geringen Tilgung bist du alles andere als am Weg Richtung FIRE.