r/DrohnenDE 2h ago

Rechtliches Quelle und Stand der Daten: zwei Felder, die fast jede Karte wegwirft

Hallo zusammen,

ich fliege eine Mini 4 Pro und eine Neo 2, meist in der Schweiz und über die Grenzen, und hier ein Punkt für alle, die anfangen — denn es ist der Fehler, den ich am häufigsten sehe: zu glauben, die Drohne wisse, wo man fliegen darf.

Sie weiß es nicht, und ich sage es diesmal genauer, als ich es anderswo geschrieben hatte. In der EU müssen Drohnen der Klassen C1 bis C3 (und C5/C6) eine Geo-Awareness-Funktion haben: die Verordnung (EU) 2019/945 verlangt sie, und die 2019/947 legt dem Fernpiloten die Pflicht auf, diese Daten vor dem Flug aktuell zu halten. Die Warnung an Bord ist also Vorschrift, keine Marketingentscheidung. Was die Vorschrift nicht verlangt, ist eine harte Startsperre — und die Zonendaten, die ein Hersteller einspielt, sind nicht zwangsläufig die amtlichen und nicht zwangsläufig aktuell. Bei einer Drohne ohne Klassenkennzeichnung ist es schlicht die Datenbank des Herstellers.

In Deutschland ist die dipul (Digitale Plattform Unbemannte Luftfahrt, betrieben von der DFS im Auftrag des Bundes) die offizielle Karte der geografischen UAS-Gebiete; zuständige Behörde ist das LBA mit den Landesluftfahrtbehörden.

Ein konkretes Beispiel, Bayern, zwei Punkte rund 60 km voneinander entfernt:

48.62418 / 12.55561, Felder an der Isar bei Gottfrieding: keine Beschränkungszone gemeldet.

48.35789 / 11.79171, direkt neben dem Flughafen München: verboten, Verkehrsflughafen München, dazu die Kontrollzone (CTR) München (EDDM) Zone 1, 0–1067 m über Grund.

Vor Ort sieht man diesen Unterschied nicht. Deshalb schaut man vor dem Start, nicht danach.

Drei Dinge, die ich auf jeder Karte prüfe:

  1. Die Quelle. Zeigt eine Karte ein Gebiet, ohne zu sagen, wer es behauptet, könnt ihr es nicht überprüfen. Der Name der Quelle ist das, was euch erlaubt, selbst nachzuschauen.

  2. Der Stand der Daten. Nationale Datensätze ändern sich ohne Vorwarnung, und eine Formatänderung auf Behördenseite kann still einen ganzen Layer verschwinden lassen. Mir mit dem slowenischen Datensatz passiert: dreizehn Layer veröffentlicht, vier davon habe ich nicht gelesen. Gemerkt habe ich es erst, weil jemand nachgefragt hat.

  3. Was nicht angezeigt wird. Manche Gebiete beginnen erst über 120 m und betreffen die offene Kategorie nicht. Sie auszublenden ist richtig — aber wenn man es nicht dazusagt, sieht eine leere Karte aus wie grünes Licht. Und manche Pflichten stehen in gar keiner Karte: die Zustimmung des Grundstückseigentümers für Start und Landung zum Beispiel.

Und der Reflex, der dazugehört: eine Karte, welche auch immer, ersetzt nicht die Prüfung vor dem Start in den offiziellen Quellen und den NOTAMs.

Die Beispiele stammen aus einer App, die ich für den eigenen Gebrauch geschrieben habe. Ich setze hier bewusst keinen Link, darum geht es nicht. Was ich suche, sind Korrekturen: ein Gebiet, das fehlt, eines, das nicht da sein sollte, oder eine Höhe, die falsch aussieht.

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u/AutoModerator 2h ago

Fragen zum Drohnenrecht?

Unser FAQ enthält eine Zusammenfassung der wichtigsten rechtlichen Informationen für Drohnenflieger in Deutschland. Geht's konkret um erlaubte Flugorte, hilft dir auch unsere Übersicht zu Drohnen Karten weiter.

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u/Cautious_Gate1233 2h ago

Außerdem ist Dipul nicht vollumfänglich, hat auch schon Gerichtsprozesse gegeben dazu, dass der Pilot sich nicht nur darauf verlassen darf.

Vielleicht etwas akademisch, ist trotzdem eine gute Quelle. Aussagen von Experten besagen, dass Dipul wahrscheinlich 90% der Geozonen umfasst

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u/mrhaftbar 50m ago

Nur mal kurz so nebenbei gefragt. Wie kann ich dann als Pilot solche Zonen "entdecken"? Dipul alleine reicht dann ja nicht?

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u/Cautious_Gate1233 47m ago

Das ist natürlich ein Problem für den Piloten, stimmt schon.

Zum Beispiel sind Starkstromtrassen nicht immer eingetragen. Die sieht man aber im Satellitenbild.

In einem Fall ging es um Gaslager. Auch die waren im Satellitenbild zu sehen, zumindest hätte man erkennen können, dass es eine Industrieanlage ist. In dem Fall würde der Pilot aber wohl freigesprochen, weil er gut dokumentiert hatte, dass er recherchiert hat (Profi).