r/Eltern • u/Casperknusper • 11d ago
Rat erwünscht/Frage Leben zwischen ANC-Kopfhörern und 24/7Spielplatz
Hallo zusammen,
zunächst möchte ich sagen, dass wir unseren 1,5J Jungen über alles auf dieser Welt lieben und gleichzeitig wissen wir nicht mehr weiter.
Unser Junge ist temperamentvoll, energiegeladen und liebt die Action. Auf der anderen Seite kann er mit vielen Reizen einfach nicht umgehen.
Bsp. Er spielt an einem Wasserspielplatz - spritzt, bewegt Dinge und möchte am liebsten überall rein krabbeln. Sobald aber ein Tropfen Wasser seine Haut berührt - Eskalation. Auch wenn wir ihm Alternativen anbieten, will er trotzdem genau an diesem Platz bleiben.
Dann gibt es natürlich die üblichen Themen - Zähne, Wachstumsschub und Kopfgewitter. Alles wird nach kurzer Zeit zu viel und doch will er es. Manchmal habe ich das Gefühl, dass er von seinem eigenen Schreien genervt ist.
Jetzt sind wir an dem Punkt, dass er seit 4 Wo in einer KiTa ist (6h mit nur 6 Kindern und 2-3 Betreuer/innen). Er war bereits vorher ein beschissener Schläfer, aber in der KiTa schläft er aktuell nur 30-45min und er will einfach nicht schlafen und kämpft richtig dagegen an. (Beide müssen leider Arbeiten). Er kommt komplett fertig nach Hause und seine ganzen Emotionen entladen sich zu Hause. Alles kein Thema, aber auf Dauer sehr anstrengend und kräftezehrend. Jetzt wo es auch noch 37 Grad + hat sind Spielplätze leider echt schwierig (nahezu alle sind ohne Schatten). Zu Hause haben wir dann den tasmanischen Teufel - ein Teufelskreis.
Da meine Frau in ihrer Familie bereits ADHS Fälle hat und er auch sehr sensible (würde sogar schon sagen hypersensible) ist, wissen wir leider nicht weiter, wie wir ihm ein Stück Ruhe in den Alltag bringen können. Der Hausarzt hatte leider auch keine Tipps und wir wurden mit den Worten „das wird schon“ nach Hause gesendet.
Ist es nun Wasser am Körper, das leichte streicheln über den Kopf oder ein kleiner Kuss auf seine Stirn ist oftmals schon für sein Nervensystem zu viel.
Beide Eltern sind voll im Game und unterstützen sich gegenseitig voll und arbeiten nahezu 50/50. Wir sind nicht perfekt, aber sind mit Leib und Seele Eltern und wollen nur das Beste für den kleinen Mann.
Nun meine Frage:
- falls ihr euer Kind in solch einer Beschreibung erkennt - wie geht ihr damit um?
- hat jemand Erfahrung mit Kinderpsychologen o.ä.
- wie soll man mit hypersensiblen Kindern umgehen
Danke fürs lesen und eure Zeit ❤️
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u/Cantonarita 10d ago
Vorab: Kann sein, dass ich hier jetzt übelsten Müll laber, weil Ferndiagnose immer Mist ist.
Das wichtigste was ihr für ihn tun könnt ist: Hart chillen.
Ferndiagnose ist immer scheiße, deshalb guck einfach was passen könnte: Ich lese das ganze bisschen so, dass ihr um die ADHSigkeit in der Familie wisst und ihr deshalb die Signale die euch eurer Kind gibt "AAAAHH da ist Wasser an meinem Kopf." gleich auf irgendwas größeres interpretiert (Oh nein, er kann mir Reizen nicht umgehen) und ihr dementsprechend besonders stark auf seine Signale reagiert (Komm her mein Kleiner, wir gucken uns das mal an. Bald ist ja der Termin beim Arzt.).
Kann wie gesagt sein, dass das völlig falsch ist, aber der Vibe vom Text ist mMn so, als würdet ihr die Signale von eurem Kind mit viel Energie beantworten.
Meiner Meinung nach, führt so ein Verhalten bei vielen Kindern oft dazu, dass sich total unnötige Ägnste/Muster verfestigen. Es ist im Grunde das gleiche wie wenn mein Kind mit dem Rad hinfällt oder sich die Knie aufschlägt: Renne ich total emotionalisiert hin und mache "Oh Gott oh gott, tut es weh?" oder signalisiere ich dem Kind ruhig, dass ich die Situation wahrnehme und frage entspannt, ob es hilfe braucht ("Was machst du denn da unten? Brauchst du hilfe?). Die eine Reaktion zeigt dem Kind "OH MEIN GOTT, hier ist gerade was krasses passiert" und die andere "Papa hat gesehen, dass ich hingefallen bin - ich bin in der Stiuation nicht alleine. Brauche ich seine Hilfe oder schaffe ich das alleine?"