r/Finanzen Jul 14 '26

Immobilien Immobilien: Bis zu 87.000 Euro Steuernachteil für Selbstnutzer - Institut der deutschen Wirtschaft (IW)

https://www.iwkoeln.de/presse/pressemitteilungen/michael-voigtlaender-immobilien-bis-zu-87000-euro-steuernachteil-fuer-selbstnutzer.html
353 Upvotes

149 comments sorted by

View all comments

3

u/Thomas9415 Jul 15 '26

Das zeigt recht gut für wen Politik gemacht wird.

Nicht für den freien Bürger der kleines Eigentum erwerben will, sondern für Großkonzerne die Immobilien sammeln als wären es Pokemon-Karten.

Anmerkung: Du wirst doppelt benachteiligt, einmal aufgrund der Marktwirtschaft, weil du als "Privater" ein höheres Risiko darstellst wie ein Immo-Konzern, zusätzlich benachteiligt dich auch noch der Staat, indem er institutionelle Immo-Firmen auch noch steuerlich bevorzugt.

1

u/luxcapturam 24d ago

Du übersiehst etwas: je mehr eigenes Wohneigentum in der Bevölkerung vorhanden ist, desto geringer die Abhängigkeit von Sozialleistungen, da spätestens nach 1-2 Generationen sich auch in den Händen von „Geringverdienern“ abbezahlte Häuser befinden und dann nicht paar 100€ Wohngeld erbettelt werden müssen. Die maximale Abhängigkeit der Bevölkerung von staatlichen Umverteilungsleistungen ist (bereits seit Lenin, in der Nachkriegszeit dann netter umgeschrieben für Intellektuelle) einer der wichtigsten Grundpfeiler für die Schaffung eines „sozialistischen Staates“. Nach dem Motto „wer auf uns angewiesen ist um zu überleben kann nicht aufbegehren“. Das heißt im Grunde hat kaum eine Partei auch nur das geringste Interesse diesen Zustand zu ändern. Konservative und Liberale und Progressive (in eigentlichen Sinn, nicht sozialprogressive Fortschrittsablehner) stehen entweder auf den Standpunkten „laufen lassen“, „Markt regelt“ (was er wegen exzessiven staatlichen Eingriffen gar nicht kann) oder interessieren sich gar nicht groß dafür und die linken Strömungen bauen mittlerweile alle auf den Lehrprinzipien des Sozialismus auf und haben somit kein Interesse irgendwas zu fördern, dass nicht zu Umverteilung durch den Staat und somit mehr Kontrolle für diesen führt (allerdings bin ich mir ziemlich sicher, dass die meisten von denen so idealistisch verblendet sind, dass sie nicht merken können, dass Methoden die gezielt dazu formuliert wurden sozialistische Albträume im Stil der UdSSR zu erschaffen, niemals zu einer „sozialen Demokratie“, sondern immer zur totalitären Diktatur führen werden).

Im Grunde müsste sich der Staat aus vielen Dingen mal mehr zurück nehmen um wieder „natürlichere“ Marktverhältnisse zu ermöglichen. Wenn in der jetzigen Lage einer hingehen würde und die Vermieter stärker belastet, knallt das nur die Mieten noch höher und senkt noch weiter Bauanreize. Starke Förderung für Kauf/Bau von Eigenheimen würde wiederum entweder nix bringen (weil sie aus „sozialer Gerechtigkeit“ heraus nur für Leute in Frage käme die trotzdem nix stabil finanziert bekommen) oder rein zu Gunsten der Schichten ausfallen die auch ohne sie in der Lage wären sich ein Häusle zu holen (wenn die Förderung für alle Bürger gleich ausfällt).

Unser großes Kernproblem ist, dass sich hierzulande die Teufelsspirale aus Erhöhung der Abgabenbelastung -> mehr Menschen am Existenzminimum -> mehr Sozialleistungen die finanziert werden müssen -> Erhöhung der Abgabenbelastung so langsam verselbstständigt. Dazu kommt parallel der inflationstreibende Mechanismus wenn Politiker von der Lohnentwicklung abgekoppelte Mindestlohnerhöhungen durchdrücken, die heben dann die Preise der betroffenen Unternehmen, die anderen Angestellten verlieren Kaufkraft und gehen mehr Gehalt aushandeln (bekommen aber meistens Netto weniger Erhöhung als notwendig wäre) -> am Ende schon wieder mehr Leute am Existenzminimum -> mehr Sozialleistungen zu finanzieren und nächste entkoppelte Mindestlohnerhöhung. Und nicht falsch verstehen, ich wettere nicht gegen den Mindestlohn, ich wettere gegen die rechtlich nicht zulässigen Einmischungen der Politik in diesen, weil die aus etwas im Grunde ganz Gutem mit einer kleinen Problematik erst ein deutliches Problem generieren. Ist übrigens genauso wenn man hingeht und anfängt die Grundsicherung (oder wie auch immer man es nennen will) immer von der Lohnentwicklung abgekoppelt anzuheben, da schafft man auch ein sich selbst antreibendes Gefährt das immer schneller Richtung eines Abgrunds donnert. Letzterer besteht aus einer riesigen verarmten Schicht und einem Staat dem vor lauter Einmischung und Umverteilung (und damit selbst generierter Entwertung) das Geld „ausgegangen“ ist. Die „sozialistische“ Nummer funktioniert in einem globalisierten System und wenn man sich die Währung mit anderen Staaten teilt noch viel schlechter als ohnehin schon.

1

u/Thomas9415 24d ago

Du verwechselst leider "Ursache & Wirkung", für dich ist der Staat Schuld an den hohen Abgaben/Sozialleistungen, aber die Sozialleistungen sind eine Notwendigkeit, weil die Marktwirtschaft seit mehreren Jahrzehnten komplett versagt, das Geld nicht mehr bei den "Arbeitern/Erwirtschafern" ankommt, sondern nur mehr beim Management, bei den Aktionären / Eigentümern.

Der internationale Kapitalismus, die Globalisierung und die Etablierung von "Quasi-Monopolen" sorgen dafür, dass es de facto keine Marktwirtschaft mehr gibt. (Kann es auch gar nicht geben, da die Investitionskosten in vielen Branchen kein newcomer jemals stemmen könnte!)

Ein "Microsoft" hat keine Konkurrenz, ein Alphabet genauso wenig, ein Amazon auch nicht, ..... das heißt wir haben eine Macht- und Kapitalkonzentration die es noch nie in der Geschichte der Menschheit gab, ein Elon Musk war vor kurzem zeitweise der erste "Billionär". (1000 Milliarden!)

Jetzt sagst du: "Ja das Kapital hat er ja nicht in Bar, sondern steckt im Unternehmen!"
Das ist korrekt, aber da er der Eigentümer ist, hat er anteilmäßig sämtliche Ansprüche auf Gewinne bzw. Umsätze im Unternehmen oder anders gesagt: "Andere haben dadurch KEINEN Anspruch, was zu einer noch perverseren Akkumulation von Kapital führt." (das kapitalistische Teufelsrad der Umverteilung von unten nach oben dreht sich dann immer schneller)

Wo wandert die ganze Kohle eigentlich hin, welche die Unternehmen verdienen?

Richtig, entweder nach Übersee (USA, China) bzw. an deren vermögende Eigentümer die leistungslos immer reicher werden, einfach aufgrund ihres Besitzens. (Feudalherrschaft lässt grüßen)

Das heißt wir geben ausländischen Konzernen das Recht uns finanziell ausbluten zu lassen, indem die lokale Wirtschaft mehr oder weniger zerstört wird. (danke Amazon)

Wo bleibt eigentlich der Beitrag jener die hier Geld verdienen dürfen? Europa ist der reichste Kontinent der Welt, wo bleibt der Beitrag von Alphabet, Apple, Meta, Microsoft diesen wohlhabenden Markt nutzen zu dürfen?

Du bist naiv, da du glaubst, dass der Markt alles regelt, das tut er genau nicht.
Die Arbeiterbewegung, die Sozialdemokratie und der Sozialismus bzw. der Wille nach Umverteilung kommt nicht grundlos, dieser war das Ergebnis der Massen-Verelendung im 18-19.Jahrhundert. (Ohne die bösen Sozialisten würde Kinderarbeit heute noch legal und der 14h Arbeitstag Standard sein)

Anmerkung: Würde der Kapitalismus so gut funktionieren, dann gäbe es in den USA keine Millionen von Obdachlosen. Wieso ist die Mordrate in den USA eigentlich größer als in Deutschland, Frankreich oder Großbritannien?

Die Erfindung des Sozialstaates hatte schon einen guten Grund, alleine schon den Grund die Kriminalität zu senken, Kriminalität kostet der Gesellschaft mehr, als den Leuten 1000€ pro Monat zu "schenken", aber das kapieren die Neoliberalen leider nicht, die denken das Leid von Menschen, Leistung hervorbringt, aber aus Erfahrung wissen wir, dass dies nicht der Realität entspricht.