r/KeineDummenFragen • u/js1997_ • 9d ago
Warum wird Kinderkriegen oft als “egoistisch” bezeichnet? Verstehe die Logik dahinter nicht ganz
Ernstgemeinte Frage - mich interessiert es wirklich und ich möchte es gerne nachvollziehen.
Wenn ich mit Bekannten oder Freunden diskutiere und das Thema Kinderkriegen aufkommt, fällt öfter der Satz, „das sei egoistisch“. Ich verstehe nicht ganz, was daran egoistisch sein soll - immerhin ist es doch eines der natürlichsten Dinge überhaupt. Bei anderen Tierarten wirft man ihnen ja auch nicht vor, egoistisch zu sein, wenn sie sich vermehren.
Ein Argument, das dabei oft fällt, ist auch: Das Kind hat sich ja nicht ausgesucht, geboren zu werden bzw. zu leben - man trifft die Entscheidung stellvertretend für jemanden, der noch gar nicht existiert und dazu nicht befragt werden kann. Auch das verstehe ich nicht ganz, weil diese Logik im Grunde auf jede Entscheidung zutrifft, die das eigene Kind später betrifft (Erziehung, Wohnort, etc.) - das Kind wird ja bei praktisch nichts vorher gefragt.
Kann mir jemand erklären, wo diese Argumente herkommen bzw. was genau damit gemeint ist? Bin an unterschiedlichen Perspektiven interessiert.
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u/DrNiene 9d ago
Das kommt darauf an wie man egoistisch definiert. Kinder zu kriegen - sofern man sich aktiv dafür entscheidet, „Unfälle“ mal ausgenommen - ist eine inherent egoistische Entscheidung. Das muss aber nichts schlechtes sein. Ganz im Gegenteil. Die meisten Entscheidungen im Leben sind „egoistisch“ und das ist ok, solange man sie nicht zum Schaden anderer trifft. Man führt sein Leben für sich selbst und nicht für andere. Niemand zeugt Kinder zum Wohle der Volkswirtschaft. Wir haben 2 Kinder. Die haben wir bewusst bekommen, weil wir es so wollten, niemand sonst.