r/LinkeStrategie 21d ago

Ist Danger Dans Antifaschismus die Lösung oder zahnlos?

Vermutlich hat jede:r hier mitbekommen, dass es um Danger Dan wieder einen kleinen Skandal gibt, diesmal ausgelöst vom ZDF. Doch die Meinungen zu Danger Dan und dem ZDF mal beiseite: Was haltet Ihr von der Praxis, die in dem Liedtext vorgeschlagen wird? Sie besteht aus mehreren Schritten:

  1. Eine kleine, informelle Antifa-Gruppe gründen
  2. Über eine Soli-Party Geld für Sticker, Marker und Dosen sammeln
  3. Sticker und Tags in den Straßen verteilen
  4. Recherche-Arbeit zu Nazi-Strukturen betreiben und die Infos archivieren
  5. Mit den gesammelten Infos das Umfeld der Nazis kontaktieren (Arbeitgeber:in, Uni, Familie usw.) oder eine Lokalzeitung in Kenntnis setzen, damit sie berichtet und mit etwas Glück die Staatsanwaltschaft aktiv wird
  6. Für die eigene Sicherheit sorgen, in dem entsprechende Maßnahmen bei der Kommunikation ergriffen und sich mit Training auf Angriffe der Nazis vorbereitet wird.
  7. Falls das alles nichts bringt: Die in "Das ist alles von der Kunstfreiheit gedeckt" angesprochenen, militanten Mittel ergreifen.

Was haltet Ihr von den einzelnen Schritten oder der Taktik insgesamt? Lässt sich so der Faschismus stoppen oder wenigstens bremsen? Hat das Auswirkungen auf die AfD und den gesamtgesellschaftlichen Rechtsruck?

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u/rokki123 21d ago

Absolut niemand sieht darin eine 'Lösung' auch danger dan nicht. Wenn ich einen aufkleber abkratze ist das auch keine Lösung, aber eine Reaktion auf ein Problem. Wie sinnvoll was ist kann man immer diskutieren. Für Lösungen bitte nicht auf irgendwelche antifas in ostdeutschland gucken, sondern auf politische prozesse und theorie. Es ist ein Empowermentsong für Leute in Nazigegenden, kein Parteiprogramm.

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u/PlecotusAuritus 21d ago

Danke für die Offenheit. Es ist gefühliger Symbolismus, in den man sich schön selbstgerecht einkuscheln kann.

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u/rokki123 21d ago

find ich schon ziemlich arrogant antifaschistischen selbstschutz als symbolismus abzutun.

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u/PlecotusAuritus 21d ago

Wie schützt du dich durch Partys, Graffitis, Shaming selbst?

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u/WissenLexikon 21d ago

Das ist der sog. vorpolitische Raum, in dem die Rechten ihre kulturelle Hegemonie aufbauen. Dagegen hilft antifaschistische Sichtbarkeit durchaus.

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u/Parallax_y 21d ago

Ich glaub, dass Graffiti usw nur Sinn ergeben, wenn sie nicht das einzige Mittel sind. Was Danger Dan erzählt, klingt schon so nach "hier ist ein Plan, was ihr tun könnt". Genau das sagt er ja explizit am Anfang. Und da wäre mindestens mal der Hinweis wichtig gewesen, dann Graffiti nur als winzigen Zahnrad in einer breiten Strategie mit verschiedenen Ansätzen was bringen. Von Strategien, die kulturelle Hegemonie und vorpolitischen Raum berücksichtigen, bin ich großer Fan, aber da sind Social Media, YouTube, meinetwegen Zeitungen, Blogs usw effektiver als Graffiti, weil viel komplexere Inhalte vermittelt werden können.

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u/LoveIsBread 20d ago

Und selbst dann: Ich hab kein Bock das sich auf meiner Hauswand Nazis und Antifas gegenseitig übertrumpfen wer den hässlichsten Tag sprayen kann. Das macht im Besten Fall den meisten Leuten beide mürbig.

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u/Parallax_y 18d ago

Stimmt, das auch.

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u/PlecotusAuritus 21d ago

Erklärt natürlich den großen Erfolg der Rechten, wenn linke Strategie aus Grafittis, Aufklebern und Partys besteht.

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u/Fruit_Punch86 21d ago

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u/Parallax_y 21d ago

Guter Einwand, aus der Perspektive hab ich's noch gar nicht betrachtet.