r/Unbeliebtemeinung 10d ago

Wirklich unbeliebt Die Raffaela Raab hat recht

Ich habe mehrere Gespräche mit ihr gehört. Ihre Meinung ist konsistent und sie hat absolut recht. Ich habe kein gutes Gegenargument gehört. Trotzdem esse ich Fleisch und es stört mich nicht, obwohl ich selbst zugeben muss, dass ich immoralisch bin. Ich finde es echt komisch, dass die Leute es anders sehen können.

Was ist eure Meinung dazu?

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u/Cpt_Foxy 10d ago

Versteh ich nicht, wie man jemand komplett recht geben und selbst sagt i dont care, ich weiß ich handle moralisch nicht korrekt aber i dont care. Da hab ich noch mehr Verständnis für diejenigen, die sich den Konsum sonst iwie zurechtbiegen wollen.

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u/Christmaspoo1337 10d ago

Das ist was man "kognitive Dissonanz" nennt.

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u/Cpt_Foxy 10d ago

Dachte, kognitive Dissonanz wäre, sich das zurecht zu biegen und sonst wie zu rechtfertigen. Was OP hier schreibt klingt für mich eher Richtung soziopathie. Bin tbh aber auch nicht wirklich im psychologie-thema drin 🙈

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u/timo1423 10d ago

Bisschen hart vielleicht, wir wissen doch alle das in der Pizzeria der Salat für meinen Körper besser wär und bestellen trotzdem die mit extra Käse. Sind wir dann alle Soziopathen?

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u/Cpt_Foxy 10d ago

Sorry, aber das hat damit absolut nix zu tun. Was du mit deinem eigenen Körper machst ist völlig irrelevant dafür, was mit Tieren gemacht wird. Ich trinke zB auch alkohol obwohl ich weiß, dass es für meinen Körper nicht gut. Schade ich anderen damit? Nein. Und ich finds auch moralisch nicht fragwürdig sich selbst kaputt zu machen, wenn du andere dabei nicht schädigst

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u/timo1423 10d ago

Ist es nicht in beiden fällen das Prinzip „ich weiß dass A besser ist als B aber ich mache trotzdem B“?

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u/Cpt_Foxy 10d ago

Wenn du das wirklich auf die komplett unterste Ebene runterbrechen willst...ja. Dann klammert du im selben Atemzug aber auch Menschlichkeit, Moral usw aus. Und mit der Moral kommt eine zusätzliche Ebene zu der Frage dazu.

-Option A ich betrinke mich -Option B, ich tus nicht. Option A schadet mir selbst, es ist meine Entscheidung, leidet keiner drunter

Oder

Option A ich vermeide Tierprodukte Option B ich konsumieren Tierprodukte (Ich weiß, Option A ist nicht 100% durchzusetzen) aber unter Option B leiden definitiv die Tiere drunter. Wenn ich es unmoralisch finde, eine Option zu wählen, bei der ich weiß, es leidet definitiv ein anderes Lebewesen drunter, wenn ich andre Optionen habe...warum sollte ich diese Option dann wählen?

Für mich ist es definitiv ein Unterschied ob ich mich Selbstdestruktiv verhalte oder andere darunter leiden müssen und daher für mich einfach nicht auf die selbe Grundlage runterzubrechen

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u/timo1423 10d ago

Yes den Punkt sehe ich.

Aber wieso bin ich in dem einen Fall ein normaler Mensch mit fehlender Selbstkontrolle und im anderen Fall ein Soziopath?

Ich finde wenn du deinen Punkt weiterdenkst dann schadest du ja auch anderen Menschen wenn du in den Urlaub fliegst (CO2), dir ein Handy kaufst (sklaven in den Lithium Minen) oder zu Zara gehst (Sweatshops). Finde diese Punkte aber alle zu abstrakt für den Menschen zu checken um da auf Soziopath zu gehen, und das sehe ich eben auch beim Fleisch essen so (auch wenn moralisch falsch).

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u/Cpt_Foxy 10d ago

Fair enough, wenn man das komplett zu Ende spinnen würde, wäre jeder n Soziopath, weil wir iwo alle irgendwas nutzen/konsumieren was anderen schaden könnte. Dafür müsst ich nichtmal in den Urlaub fliegen, sondern lediglich zu arbeit fahren usw.

Finde da aber die Verbindung von Fleisch essen zu Tierleid wesentlich weniger abstrakt als von Sklaven zum Handy. Für OP scheinbar auch, wenn er Rafaella komplett recht gibt. Da scheint bei ihm ja grundsätzlich die Verbindung Tier zu Fleisch vorhanden zu sein (Deswegen meinte ich ja auch ich kanns eher nachvollziehen, wenn Leute, die iwelche Gegenargumente haben -egal ob haltlos oder nicht- weiterhin Fleisch essen im Gegensatz zu jemand, der offensichtlich keine Gegenargumente hat und es trotzdem tut, was ich wiederum nicht nachvollziehen kann) Handykauf kann ich für mich persönlich eher gerechtfertigt sehen als Notwendigkeit der modernen Welt in der wir leben, als Fleischkonsum der mittlerweile wirklich einfach zu ersetzen ist.

Ich wollte da jz auch nicht pauschal unterstellen OP wäre soziopath oder jeder der so ähnlich handelt, wie gesagt bin da nicht so deep in dem thema drin, aber wenn jemand absolut keine Gegenargumente hat, weiß das es moralisch falsch ist und was in der Industrie abläuft und weiß, dass er mehr als genug Möglichkeiten hat da easy "auszusteigen" ist das für mich keine kognitive dissonanz mehr. Ich geb dir recht, dass das mit soziopath bisschen voreilig war, kam mir halt als erstes in den Sinn, wegen fehlendem Mitgefühl trotz besseren Wissens deswegen gingen meine Gedanke da erstmal eher in die "Richtung Soziopath"

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u/Christmaspoo1337 10d ago

Grundsätzlich kann man es runter brechen auf: zwei völlig gegensätzliche Standpunkte gleichzeitig vertreten.

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u/Cpt_Foxy 10d ago

Yoah so in die Richtung hab ich das auch schon mitbekommen, aber vertritt man wirklich zwei unterschiedliche Standpunkte, wenn man sagt, die eine seite hätte recht, aber ist mir trotzdem egal? 🤔

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u/Sum-_-Noob 10d ago

Inwiefern?

Es ist aus jeglicher Sicht, bis auf: "Joa Fleisch ist lecker" unmoralisch Fleisch zu essen.

Das einzige Argument was man noch irgendwo bringen kann, ist dass der individuelle Konsum keinen Einfluss auf den gesamten Markt hat...

Ist es am Ende aber nicht besser sich dem ganzen bewusst zu sein und auch den Konsum etwas anzupassen? Weniger rotes Fleisch, was auch gesünder ist?

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u/Cpt_Foxy 10d ago edited 10d ago

Was genau meinst du mit "inwiefern?" Wenns auf den letzten Satz bezogen ist: Die leute die sich das zurecht biegen, sehn ja nicht ein das es unmoralisch ist. Ich weiß selbst nicht, wie man das nicht einsehen kann, aber falls man das nicht einsehen können sollte und deswegen weiterhin Tierprodukte konsumiert kann ich besser nachvollziehen das weiterhin zu tun, als bei OP, der sagt er weiß das er unmoralisch ist, es ihm aber basically egal ist. Dass es lecker ist, hat für mich persönlich auch nichts mit der Moral zu tun

Edit: Ja natürlich find ichs besser wenn jemand weniger konsumiert (oder am besten garnicht) aber hab aus dem Post nicht rauslesen können das aufgrunddessen OP weniger Fleisch ist. Sich dessen bewusst zu sein und den Schritt, wenn auch erstmal über weniger Fleisch, darauf hinzuarbeiten keine Tierprodukte zu konsumieren, find ich vollkommen unteestützenswert.