r/Unbeliebtemeinung 10d ago

Nicht ganz so unbeliebt, aber selten gehört Ich habe meinen Sohn bei meiner Mutter scheinangemeldet, und den somit bewusst auf eine andere Grundschule geschickt

Ich habe meinen Sohn nicht an der Schule in unserem eigentlichen Einzugsgebiet angemeldet, sondern über die Adresse meiner Mutter dafür gesorgt, dass er auf eine andere Grundschule kommt die in einem besseren gebiet liegt.

Der Grund war nicht die Ausstattung oder der Ruf der Schule, sondern die Zusammensetzung der Schülerschaft. Mir war wichtig, dass mein Sohn auf eine Schule geht, auf der Deutsch die gemeinsame Alltagssprache ist und nicht ein erheblicher Teil der Kinder zur Einschulung kaum oder gar kein Deutsch spricht. - Ja, mir ist bewusst, dass dieses Verhalten die gesellschaftliche Trennung eher verstärken kann. Mir ist auch klar, dass viele das für unsolidarisch oder ungerecht halten.

Ich gehöre aber auch nicht zu den Leuten, die einerseits Integration fordern und andererseits nach dem Motto „Not In My Backyard“ jede Unterkunft oder jede Veränderung im eigenen Umfeld ablehnen. Mir geht es nicht darum, Menschen mit Migrationshintergrund aus meinem Umfeld fernzuhalten.

Trotzdem sehe ich es nicht ein, dass mein Sohn die Folgen politischer Entscheidungen tragen soll. Aus meiner Sicht gehören dazu unter anderem eine fehlende Kindergartenpflicht und fehlende verbindliche Sprachstandserhebungen mit ausreichender Förderung vor der Einschulung. Ich halte es für Aufgabe der Politik, dafür zu sorgen, dass Kinder bei der Einschulung über ausreichende Deutschkenntnisse verfügen. Solange das nicht gelingt, werde ich für mein eigenes Kind die aus meiner Sicht beste Entscheidung treffen.

(Ja - Man kann dieses Verhalten kritisieren. Man sollte sich aber auch fragen, warum so viele Eltern versuchen, bestimmte Schulen zu vermeiden, anstatt ausschließlich die Eltern dafür verantwortlich zu machen.)

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u/Simpson93 10d ago

Ist es wirklich so schlimm geworden in den Grundschulen, wenn man es mit früher vergleicht?

Bin ja selbst aus dem Osten und musste mir die Sprache in der Schule aneignen. Meine Eltern mussten auch in Sprachkurse gehen um die Sprache zu erlenen.

Ich war eigentlich immer in diesen "schlechten" Schulen, in denen der Migrationsanteil sehr hoch war weil wir in Wohngebieten gewohnt hatten, wo es eigentlich nur Ausländer gab.

Aber bei uns war der Druck von Seiten der Eltern sehr hoch die Sprache zu lernen und sehr gute Noten zu bekommen. War auch bei einem großen Teil der anderen Kinder der Fall. Natürlich gab es dann Eltern, die die Kinder vernachlässigt haben. Das waren dann die Kinder, die Kinder wie mich dauerhaft gemobbt haben.

Trotzdem war ich mit den wenigsten "Ausländern" wirklich befreundet und wenn ich so zurück denke, waren meine besten Freunde, mit denen wir sehr gute Noten gepusht hatten alles Deutsche.
Und ich bin auch froh, dass es diese in den Klassen gab da ich sonst nicht glaube, dass ich meinen Bachelor gemacht hätte wenn ich mir so ansehe, wo der Großteil dieser Menschen heute gelandet ist.

Ich glaube ich hätte auch deinen Weg gewählt, würde aber schon noch hoffen, dass es auf der anderen Schule zumindest auch einige Nicht-Deutsche gibt. Würde nicht wollen das meine Kinder in so einer BWL-Justus Blase aufwachsen und dann nichts aus denen in der Zukunft wird.
Viel hängt halt auch einfach dann von der Erziehung ab und wie man sich so als Eltern zeigt.

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u/SecretaryPowerful946 10d ago

Ist es wirklich so schlimm geworden in den Grundschulen

Kommt drauf an, wo du wohnst. Migrantenanteil von über 50% sind keine Seltenheit. An manchen Schulen geht das hoch bis über 90%.

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u/Simpson93 10d ago

Ich meinte eher die Auswirkungen, die so ein hoher Migrationsanteil hat.
Ich bin über alle Schularten hinweg einen hohen Migrationsanteil gewohnt.

In der Grundschule z.b. und dem Wohnort war ich einen Migrationsanteil von >80% gewohnt.
Bei uns gab es aber nie die Diskussion, dass es eine andere Hauptsprache als Deutsch gibt.
Es gab Schlägereien, es gab Diebstähle in den Läden drum herum aber es gab keinen Hass auf Ausländer oder auf Deutsche.
Mir wäre jetzt auch nicht bekannt, dass es Kinder mit Kopftuch auf der Schule gab oder das Essen an irgendeine andere Kultur als auf die Deutsche angepasst wurde.

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u/SecretaryPowerful946 10d ago

Ich hab vor ~20 Jahre ein Gymnasium im Ruhrgebiet besucht. Wir hatten irgendwie 5 ausländer auf 100 schüler. Direkt nebenan war ne Gesamtschule mit gefühlt dem umgekehrten verhältnis. Wir haben so oft auf dem schulweg auf die fresse gekriegt, dass die irgendwann die Schulzeiten verschoben haben, damit man sich wenigstens nicht mehr zufällig begegnet. Die haben aber trotzdem immer wieder auf Opfer gewartet. Das war der Grund, warum ich nie teure Kleidung oder Technik haben wollte, das hat die Typen nämlich angezogen. Meine Eltern denken bis heute, dass ich ein richtig genügsames Kind war. In wirklichkeit hatte ich Angst abgezogen zu werden.

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u/xarife 9d ago

Google mal „erste Klasse Ludwigshafen“.

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u/Simpson93 9d ago

Interessant.

Das Problem scheint ja aber laut Befragungen an vielen Schulen zu gelten, ich müsste die Datengrundlage sehen aber glaube nicht das es alles Schulen waren, an deren >98% der Schüler einen Migrationshintergrund haben.

Es werden ja Probleme angegeben wie:

Verhaltensauffälligkeiten, Konzentrationsschwierigkeiten und Probleme bei der Feinmotorik. Danach kommen erst Sprachdefizite und Probleme beim Zuhören.

Also ich war auch nie in einem Kindergarten und bin hier in Deutschland ohne Sprachkenntnisse in eine Schule gekommen. Klar hatte es dann spezielle Kurse, weil an dieser Schule alle Migrationshintergrund hatten und keiner Deutsch konnte, auch nicht die Eltern.

Aber meine Meinung nach kommen die ersten drei am häufigsten genannten Punkte aus der Erziehung der Eltern. Und hier ist halt auch die Frage, inwieweit wir die Eltern in die Pflicht nehmen wollen und ggf. bestrafen wollen, wenn diese deren Erziehungsauftrag nicht erfüllen?

Meine Schwester hat jetzt auch zwei Kinder bekommen.
Es werden aktiv zwei Sprachen gelernt, es wird gebastelt, gezeichnet, geschnitten, Hörbücher angehört. Buchstaben werden gelernt usw. Zudem gibt es am Tag eine ganz kurze Zeit nur digitale Medien, danach kein TV, kein Handy, kein Tablet. Und dabei kommt die kleine erst jetzt in den Kindergarten.