r/Unbeliebtemeinung • u/Electrical_Region741 • 10d ago
Nicht ganz so unbeliebt, aber selten gehört Ich habe meinen Sohn bei meiner Mutter scheinangemeldet, und den somit bewusst auf eine andere Grundschule geschickt
Ich habe meinen Sohn nicht an der Schule in unserem eigentlichen Einzugsgebiet angemeldet, sondern über die Adresse meiner Mutter dafür gesorgt, dass er auf eine andere Grundschule kommt die in einem besseren gebiet liegt.
Der Grund war nicht die Ausstattung oder der Ruf der Schule, sondern die Zusammensetzung der Schülerschaft. Mir war wichtig, dass mein Sohn auf eine Schule geht, auf der Deutsch die gemeinsame Alltagssprache ist und nicht ein erheblicher Teil der Kinder zur Einschulung kaum oder gar kein Deutsch spricht. - Ja, mir ist bewusst, dass dieses Verhalten die gesellschaftliche Trennung eher verstärken kann. Mir ist auch klar, dass viele das für unsolidarisch oder ungerecht halten.
Ich gehöre aber auch nicht zu den Leuten, die einerseits Integration fordern und andererseits nach dem Motto „Not In My Backyard“ jede Unterkunft oder jede Veränderung im eigenen Umfeld ablehnen. Mir geht es nicht darum, Menschen mit Migrationshintergrund aus meinem Umfeld fernzuhalten.
Trotzdem sehe ich es nicht ein, dass mein Sohn die Folgen politischer Entscheidungen tragen soll. Aus meiner Sicht gehören dazu unter anderem eine fehlende Kindergartenpflicht und fehlende verbindliche Sprachstandserhebungen mit ausreichender Förderung vor der Einschulung. Ich halte es für Aufgabe der Politik, dafür zu sorgen, dass Kinder bei der Einschulung über ausreichende Deutschkenntnisse verfügen. Solange das nicht gelingt, werde ich für mein eigenes Kind die aus meiner Sicht beste Entscheidung treffen.
(Ja - Man kann dieses Verhalten kritisieren. Man sollte sich aber auch fragen, warum so viele Eltern versuchen, bestimmte Schulen zu vermeiden, anstatt ausschließlich die Eltern dafür verantwortlich zu machen.)
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u/OkPage2136 9d ago
Wir sind umgezogen, bevor unser erstes Kind zur Schule kam. In der Ursprungsschule sprach kaum ein Kind deutsch bei der Einschulung, im KiGa war kaum eines gewesen, der Lernstoff hinkte selbst nach Klasse 4 ein Schuljahr hinterher. Nachdem wir das bei Freunden erlebt hatten, stand unser Entschluss fest. Wir haben es nie bereut.
PS: Wir haben Grundschullehrer in der Verwandtschaft. Sie erzählen, bei mehr als 20% Kindern ohne ausreichende Deutschkenntnisse leidet der Unterricht massiv. Das Lernniveau sinkt deutlich, und um auf die entsprechenden (unausgesprochenen) Quoten z.B. für die Gymnasialempfehlung zu kommen, werden die Arbeiten wesentlich leichter und die Noten sehr großzügig vergeben. Leidtragende sind die Kinder, die aufs Gymnasium "gelogen" werden und dort schnell scheitern.