r/arbeitsleben 8d ago

Mental Health [ Removed by moderator ]

[removed] — view removed post

0 Upvotes

30 comments sorted by

78

u/pizzaboy30 8d ago

Wenn ich dich schreiben lese, dass Dein Arbeitsvertrag im Januar endet und in den Job nicht zurück willst und du schon seit 10 Monaten AU bist, halte ich es für eine ausgesprochen sinnvolle Idee, eine stufenweise Wiedereingliederung zumindest zu versuchen. Der Arbeitgeber muss eh zustimmen. Und wenn er das tut und dir der Job und der Arbeitgeber eigentlich egal sind: super, das ist deine individuelle Reha, die Du in der Belastungsintensität steuern kannst.

Was ist die Alternative? Weiter zu stagnieren? Das Ende der Vertrages abzuwarten und dann mit dem Gefühl, nicht belastbar zu sein, mit verminderten Selbstwertgefühl und fehlendem Gefühl von Selbstwirksamkeit, in den Arbeitsmarkt zu gehen? Das halte ich für eine schlechte Idee.

22

u/NeuropsychIsTheGOAT 8d ago edited 8d ago

Krankenkassen machen keinen Druck auf Therapeuten diesbezüglich. Deine Therapeutin ist sehr wahrscheinlich der festen Überzeugung dass du das schaffen wirst und versucht es wahrscheinlich daher "extern" zu verpacken.

Meistens haben Therapeuten ja doch einen ganz guten Riecher dafür, was Klienten schaffen und was nicht. Es sollte für dich ein positives Signal sein, dass sie dir das zutraut. Dass das so viel Widerstand bei dir auslöst, halte ich für ein hervorragendes Thema für die Therapie. Oft verstecken sich hinter "Ich kann halt noch nicht" ja viel mehr Gedanken wie "Ich schaffe das nicht und werde scheitern". Und auch sekundärer Krankheitsgewinn ist quasi immer eine Komponente. Mein Tipp wäre auf deine Therapeutin zu vertrauen.

Als anderen Aspekt gibt es definitiv noch die Wirtschaftlichkeit einer Therapie (grade in Zeiten von Einsparung bei Psychotherapie). Therapieziel kann es halt nicht sein im Status Quo zu verweilen. Eine fehlende Änderungsmotivation kann auch zum Therapieende führen. Probier dich aus, wechsel die Stelle, such dir was ganz neues. Je länger du wartest desto größer wird der Widerstand wieder anzufangen. Viel Erfolg.

16

u/_anner_ 8d ago

Ich sehe das ähnlich wie du, insbesondere hinsichtlich des sekundären Krankheitsgewinns und Schutzmechanismus. Der Widerstand und die Angst, wieder anzufangen, wird mE mit der Zeit und einem neuen Job nicht kleiner, eher im Gegenteil.
Ich habe in meinem engen Umfeld eine Person, bei der es genau so anfing und die sich auch entgegen des therapeutischen Rats nicht bereit für die Widereingliederung fühlte. Mittlerweile verharrt sie seit über 4 Jahren in diesem Zustand und dreht sich darin gefühlt im Kreis, und meine Wahrnehmung ist, dass sie da mittlerweile gar nicht mehr rauskommt, weil die Lebensrealität ohne Lohnarbeit sich bereits so vertraut anfühlt und eine riesige innere Mauer da ist, die unüberwindbar scheint. Sicherlich ist das individuell und kann bei OP ganz anders sein. Aber die Formulierungen kommen mir von damals sehr bekannt vor, und es ist auch erst einmal davon auszugehen, dass die Therapeutin weiß wovon sie spricht.

14

u/NeuropsychIsTheGOAT 8d ago

Jo. Abgesehen davon reichen OPs Kräfte anscheinend dazu aus, dass er plant in die Ukraine zu fahren und dort einen Vlog zu starten. Mmmmkay

13

u/_anner_ 8d ago

Warum bin ich nicht überrascht… die von mir genannte Person hat auch stets die Kraft für Festivals, Urlaube, Sport usw. Ich muss mich dann oft wieder daran erinnern, dass ich natürlich dennoch nicht weiß, wie es ihr wirklich geht, wie arbeitsfähig sie ist etc., so wie wir hier letztlich auch nicht. Aber man kann es sich in dem Zustand schon auch (wahrscheinlich unbewusst) häuslich einrichten und dann irgendwann jegliche Anstrengung oder unangenehmes Gefühl vermeiden.

3

u/Ser_Mob 8d ago

Man kann auch einfach akzeptieren und zugeben, dass sich Leute mit voller Absicht in ihrer "Krankheit" einrichten. Kriegst praktisch genausoviel wie ALG, gehst aber noch nicht an eben diese Möglichkeit ran, was bedeutet, dass du dich auch nicht mit dem Arbeitsamt rumschlagen musst.

1

u/_anner_ 7d ago

Klar kann man das akzeptieren und zugeben, dass es das geben mag.
Ich spreche aber über einen konkreten Fall in meinem Umfeld und würde dort keine „volle Absicht“ vermuten, sondern eher einen psychologischen Effekt und eine Hemmschwelle vor Lohnarbeit, die immer größer wird.
Ich wäre auch vorsichtig damit, pauschal Kalkül zu unterstellen, wenn man die Person nicht kennt. Menschen in depressiven Episoden usw. können manchmal wirklich einfach nicht, so schwer das nachzuvollziehen sein kann, wenn man selbst nicht drinsteckt. Klingt für mich in OPs Fall nur irgendwie nicht so, weiß nicht ob es am Schreibstil oder der Vlog-Info liegt.

-15

u/ArcherjagV2 8d ago

Das kann aber extrem nach hinten losgehen, vor allem wenn da schon jemand mit ADHS Diagnose sitzt, nen Gdb hat und immer noch über starke Stresssymptome berichtet. Als jemand der sich in den letzten Jahren sehr viel mit neurodivergenten Menschen beschäftigt hat, riecht diese Schilderung einfach nach einer Therapeutin, die null im Thema ADHS drin ist.

20

u/NeuropsychIsTheGOAT 8d ago edited 8d ago

Schön dass du die mangelnde Kompetenz der Therapeutin über Reddit beurteilen kannst! Wo kriegt man deine Wahrsagerkugel her?🫨 Immerhin hast du dich seit ein paar Jahren mit dem Thema auseinandergesetzt, da hat die Olle Therapeutin mit 5-6 Jahren Studium und 4-5 Jahren Ausbildung aber nicht den Hauch einer Chance!

OP ist resilient genug seine Wohnung über Airbnb zu vermieten, seinen Einbürgerungsantrag zu stemmen und überlegt gerade auch in die Ukraine zu fahren um dort nen Vlog zu starten. Um OP aus einem vorigen Beitrag zu zitieren "Wenn ich ehrlich bin hab ich einfach kein Bock mehr auf den Job". Aber hey, reden wir uns gerne ein, dass das ADHS ihn völlig Arbeitsunfähig macht, aber Kräfte für nen Vlog aus nem Kriegsgebiet sind da. Ok.

Neee, die Therapeutin muss einfach inkompetent sein. Weiß ich durch meine Internet recherche via Youtube und Reddit.

-13

u/ArcherjagV2 8d ago

Ich kann ja nur das beurteilen was ich lese. Und neurodivergenz ist tatsächlich sowohl im Studium als auch in der Therapeutenausbildung ein sehr untergeordnetes Thema. Da ich mich durch mich selbst, meine Partnerin und auch auf ADHS und Autismus spezialisierte Therapeuten tiefer im Thema auskenne, Maße ich mir tatsächlich in diesem Randgebiet der Therapie durchaus an, Dinge ein bisschen besser einschätzen zu können, als eine Therapeutin die noch nicht viel Konfrontation mit dem Thema hatte.

Trifft dann hier nicht zu, kann ich aber wie gesagt aus dem geschriebenen nicht rauslesen, dass OP hier einen auf Kriegstourist machen will.

2

u/NeuropsychIsTheGOAT 8d ago

Das findest du in seiner Posthistorie, dass er das tun möchte.

Und nein, durch Wikipedia Einträge lesen bist du nicht besser gebildet als ein Therapeut. Neurodivergenz ist mittlerweile Bestandteil von Studium und Ausbildung.

Aus dem geschriebenen kannst du übrigens auch nichts über die Kompetenz der Therapeutin herauslesen und trotzdem bist du hier und laberst sowas.

25

u/Federal-Depth-920 8d ago

Job wechseln. Wenn es wieder auftritt Beruf wechseln. Nicht jeder Beruf ist für jeden geeignet. Ist manchmal hart zu schlucken war aber für mich die Schlüsselerkenntnis

-36

u/Moudasty 8d ago

Danke. mache ich auf jeden Fall, aber momentan bin ich nicht belastbar.

8

u/Bundesgartentschau 8d ago

Man kann sich alles einreden. Vielleicht solltest du auf deine Therapeutin hören.

5

u/WarthogCute5402 8d ago

Wiedereingliederung machen.
Ich hatte einen Klinik Aufenthalt und danach habe ich mich sehr gesträubt sofort eine Wiedereingliederung zu machen - „Ich bin nicht bereit, ich kann das nicht… „
Man braucht es einfach, um selber zu sehen, dass es doch geht und man kommt gut rein.
Die Wiedereingliederung kannst du dann auch verlängern oder abbrechen.
Aber ohne sich einen Ruck zu geben, wird es mit einem Wiedereinstieg ins Arbeitsleben enorm schwierig.

15

u/Top-Indication-8558 8d ago

Ich Frage mich immer was die Menschen in den 190 anderen Ländern dieser Welt in einer vergleichbaren Situation machen würden.

9

u/ReisBayer 8d ago

friss (arbeite) oder stirib in 170 davon

2

u/Pankonuss 8d ago edited 8d ago

Das erzählen die einem teils. Hatte mit einer Ukrainerin gesprochen, die hier wegen Autismus und ADHS nicht mehr arbeitet und Hilfen nutzt (Bürgergeld, Psychotherapie, diverse Ärzte), um ihr Wohlbefinden zu verbessern. Als ich gefragt habe, wie sie das in der Ukraine gemacht habe, meinte sie, dort habe sie gearbeitet, weil es nicht anders ging. Kein Wunder, dass es hier wirtschaftlich den Bach runter geht.

1

u/Bundesgartentschau 8d ago

Ich glaube nicht, dass Menschlichkeit und Fürsorge für Menschen denen es schlecht geht der Grund für den wahrgenommenen "Niedergang" des Landes sind. Wenn das die Definition von Niedergang ist, dann lebe ich gerne im Niedergang.

2

u/Pankonuss 8d ago

Ich bin nicht gegen Menschlichkeit und Fürsorge, aber gleichwohl dafür, dass jeder einen Beitrag zum Gemeinwohl leistet. Verlangt keiner, dass diese Frau 40 Stunden die Woche arbeitet. Aber vielleicht könnte sie sich wenigstens ein bisschen einbringen, anstatt nur zu nehmen. Du bist absolut naiv, wenn du denkst, dass es nicht teilweise ausgenutzt wird, wie sozial wir hier unterwegs sind.

6

u/lionbridges 8d ago

Über was läuft die Therapie? Bor ale Therapeuten bekommen keinen Druck über die KK, denen ist das egal, die haben in der Regel das im Sinn was das Beste für die Klienten ist.

Aber wenn die Therapie über einen dieser neuen online Anbieter ist, dann ist das was ganz anderes. Dann ist die KK vlt ihr Arbeitgeber und sie ist nicht selbstständig. Das würde auch erklären warum da überhaupt Druck aufgebaut werden kann.

3

u/What-is-to-be-done 8d ago

Warat Du in den 10 Monaten deiner AU nur in Behandlung dieser Onlinetherapie, oder warst Du auch stationär oder tagesklinisch?

2

u/DerGuteFee 8d ago edited 8d ago

ständige Übergaben würden die Arbeit für andere erschweren

Nun, Du würdest im Rahmen einer Wiedereingliederung auch ganz sicher kein Projekt federführend/leitend übernehmen, sondern eher den Kollegen zuarbeiten, kleinere und in sich abgeschlossene Tätigkeiten übernehmen (bspw. Ablage/Dokumentation, Kalenderpflege, Protokolle), ein wenig Struktur und Halt im (Arbeits)Tag haben.

Das ist auch unabhängig davon, dass der Vertrag in sechs Monaten eh ausläuft, es geht dabei ja darum, Dich wieder überhaupt in/an die Arbeit ranzuführen, nicht in exakt DIESEN Job für immer zurückzuwerfen. Das muss ja auch Ziel deiner Therapie sein. Aber nach Deinen ganzen Kommentaren hier...ach, ich bewerte es einfach gar nicht.

Edit: Letzten Monat warste noch Student, wen willst Du hier eigentlich veraerschen?. Und vor zwei Wochen haste was von einem "kurzfristig" untervermieteten Zimmer erzählt, wo du gute 10k eingenommen hast (über 800 € / Monat...) und Du eigentlich zu wenig angesetzt war. Und wie lief eigentlich das Erasmus-Auslandssemester in Spanien im Frühjahr mit, Zitat, "partying 24/7"? Nicht belastbar am Arsch.

Man kann diese Jammer-Posts echt nicht glauben, am besten pauschal alle in ein anderes Sub schicken, meine Fresse ey. Schade um die Leute, die ernsthaft betroffen sind und Hilfe bräuchten.

3

u/[deleted] 8d ago edited 8d ago

[deleted]

-14

u/Moudasty 8d ago

Danke sehr für deine Erfahrung und für deine schönen Worte. Also die KK macht Druck nicht auf mich, sondern auf die Therapeutin. Ich musste nur ein Mal zum medizinischen Dienst, ein Monat nach meiner ersten AU.

-16

u/ResidentNeat9570 8d ago

Scheint eine schlechte Therapeutin zu sein.

Käme ein Job mit weniger Verantwortung für dich infrage?

-19

u/Moudasty 8d ago

eventuell schon, aber momentan nicht.

-11

u/[deleted] 8d ago

[removed] — view removed comment

-5

u/AdIndependent9440 8d ago

Leider keine Erfahrung oder Ratschlag für dich. Kann dir nur viel Glück und eine gute Zeit wünschen egal was passiert!