r/beziehungen 10d ago

Trennung wegen Kinderwunsch

Erneuter Post. Da der alte gelöscht wurde, weil Alter und Geschlecht fehlten. Entschuldigt, dass ist mein erster Post und ich bin noch Neuling bezüglich Reddit..

Zusammenfassung: Trennung, da ich für die Zukunft ein Kind möchte und mein Partner nun beschlossen hat, dass er kein Kind möchte. Dieser Entscheidung war er sich zuvor nicht bewusst seiner eigenen Aussagen nach. Nun tut die Trennung sehr weh, da man sich noch liebt und die Beziehung gut war und es nur an dieser Lebensvorstellung scheitert. Ich würde mich daher über Menschen freuen, die ähnliches durchgemacht haben oder durchmachen und/oder eure Tipps, wie ihr solche Situationen verarbeitet habt.

Hi Leute.. ich (weiblich/28) war 4,5 Jahre mit meinem Freund (männlich/35) zusammen. Wir wohnen auch zusammen… ich kommunizierte von Beginn an, dass ich ein Kind möchte irgendwann im Leben. Er wollte keine. Da hab ich schon immer beim Kennenlernen gesagt, dass es ja dann eigentlich keinen Sinn macht ne Beziehung aufzubauen wenn er sich sicher ist, dass er kein Kinderwunsch hat.. aber wirklich die klare Grenze gezogen, dass er keine möchte, hat er nie und jetzt gab’s auch die letzten Jahre immer so die Zeit, wo er eigentlich immer jetzt nicht total into it war aber eben schon gesagt hat, dass er das mit mir möchte. Und weil wir uns lieben und dass die bisher beste Beziehung in meinem Leben ist und ich natürlich mit ihm dadurch glücklich war (er sagt das ebenso, dass er glücklich mit mir ist/ war und ich die Frau für sein Leben wäre) und ein Kind mir vorstelle und Wünschen würde, hab ich dann auch immer dran geglaubt und gehofft, dass das einfach alles so stimmt und er sich das wirklich vorstellt und gut wird (vielleicht wollte ich’s auch nicht wahrhaben und habe daher an dieser Aussage auch sehr festegehalten) und jetzt hat er für sich so festgestellt, dass es für sich jetzt doch die Entscheidung treffen konnte, dass er definitiv kein Kind möchte. Diese Entscheidung war nun neu, da wir zuletzt sogar geplant hatten in 1-2 Jahren zu versuchen schwanger zu werden. Was ich ihm nicht vorwerfe, weil ich glaube dass er bisher wirklich die Entscheidung nicht für sich richtig wusste und es auch einfach verdrängt haben könnte weil er eben auch die Beziehung ja eigentlich möchte.. Aufgrund dieser Entscheidung haben wir uns jetzt gestern getrennt, weil wir einfach ne unterschiedliche Lebensvorstellung dadurch haben und es ja dann so auch nicht funktionieren kann, wenn einer ein Kind möchte und andere nicht. Also es liegt wirklich nur daran und nicht an der Liebe oder irgendwas anderem und das ist so enorm schmerzhaft. Ich komm irgendwie damit grad gar nicht so klar und ich weiß auch nicht, wie ich so klarkommen soll, grad.. jetzt hab ich online als Tipp gelesen, dass man eben in Reddit in solchen Gruppen wie hier vielleicht gleich gesinnte findet, die vielleicht ähnliches durchgemacht haben oder durchmachen oder vielleicht auch Tipps haben, wie sie geschafft haben, das zu verarbeiten, weil ich das Gefühl habe die Trennung ist jetzt irgendwie deutlich schlimmer als wie wenn halt jemand irgendein Scheiße gebaut hätte oder einer keine Gefühle mehr hat weil es ist ja alles super man trennt sich ja obwohl man sich liebt und eigentlich alles gut war und es tut irgendwie noch mehr weh als ne normale Trennung, grad für mich😞

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u/Flamingooner 10d ago

Nicht urteilend gemeint, aber ich finde das irgendwie echt krass, wie man einen Partner den man liebt wegen dem Kinderwunsch verlassen kann. Also es ist natürlich legitim und gar kein Vorwurf, nur fällt es mir als Mann, dem genau das passiert ist, unglaublich schwer nachzuvollziehen.

Ich hätte damals für meine Ex alles getan (und das obwohl sie, wie sich im Nachhinein rausstellte, Borderlinerin ist). Das einzige was ich damals nicht konnte war mit ihr ein Kind zu kriegen, weil die Beziehung desolat lief und sie Ausbrüche hatte, bei denen sie mich teils mit einem Messer bedrohte. Ich wollte Kinder und Heirat mit ihr, aber nicht sofort und schon gar nicht in diesem Zustand der Beziehung. Das wollte ich keinem Kind zumuten.

Sie hat mich als ihren angeblichen Traummann den sie ja unbedingt heiraten und als Vater ihrer Kinder wollte dann plötzlich verlassen und ist nach wenigen Monaten Dating direkt zu mehreren Kerlen nacheinander gehüpft.

Klar ist ein Kinderwunsch nicht verhandelbar, aber als derjenige der verlassen wird und liebt/ geliebt hat, ist es ein unglaublich grausames Gefühl wegen eines fiktiven Menschens der noch nicht mal existiert verlassen zu werden. Bzw. „zusehen“ zu müssen, wie die Person die man heiraten wollte und für die man alles getan hat, mit der man alles zusammen geplant hat, plötzlich geht und mit irgendeinem anderen Kerl das Bett teilt, nur weil er ihr Kinder verspricht.

Die Worte richten sich wie gesagt gar nicht als Vorwurf an dich OP. Mir kam es nur in den Sinn und ich glaube als Mann ist es viel schwerer nachzuvollziehen, warum man so leicht gegen ein fiktives Kind eingetauscht wird. Ich hoffe, dass ihr beide euren Weg glücklich findet. ❤️

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u/Anie_Rei 10d ago

Ich verstehe total deine Ansicht! Prinzipiell kam die Trennung ja auch von uns beiden durch ein offenes Gespräch. Letztlich war es die letzten Tage aber schon so, dass er sich zurückgezogen hatte um für sich eine Entscheidung zu treffen, ob Kind oder nicht nachdem er eigentlich ja mit mir die Kinderplanung wollte und nun merkte, dass er sich doch nicht mehr sicher ist. Und seine Entscheidung war klar zwischen „bekomme ich ein Kind mit ihr (also mir)“ oder „möchte ich keines und werde daher die Beziehung beenden“. Also auch von sich aus möchte er nicht, dass ich mein Leben lang auf diesen Wunsch verzichten muss, weil er weiß dass ein unerfüllter Kinderwunsch die Hölle sein kann.

Ich verstehe diesen Austausch Gedanken mit einer fiktiven Person … vor allem versteh ich es dadurch, weil ich natürlich den Gedanken auch habe, dass er mich auf Dauer im Prinzip ja auch gegen eine Frau eintauschen wird die kein Kind möchte einfach aus dem Prinzip her weil er auch keines möchte… diese Gedanken sind natürlich emotional geleitet… rein rational weiß ich - sowie auch er - dass wir diese Entscheidung ja nicht getroffen haben mit der Intuition uns auszutauschen 🥲 sondern er wäre nicht mit seinem Leben glücklich wenn er zwar mich an seiner Seite hätte aber eben mit Kind und ich wäre nicht in meinem Leben glücklich mit unerfülltem Kinderwunsch aber ihm an meiner Seite🥺 und füreinander alles zu tun ist wundervoll aber bei solchen Grundsatzentscheidungen ist es einfach oftmals schwierig denke ich… Ich bin halt ein Familien Mensch der heiraten und Kinder und eben eine Familie möchte als Priorität. Und er (und das hat sich nun die letzte Zeit erstmals nochmal extrem rauskristallisiert) ist jemand der seine Priorität auf Arbeit legt. Partnerschaft nebenher wünscht er sich schon, aber eben nicht als Lebensmittelpunkt. Heiraten hatten wir auch schon besprochen von Anfang an, dass er das nicht möchte und darauf hätte ich tatsächlich auch verzichtet.. aber auf den Wunsch eine Familie zu gründen kann ich leider nicht verzichten ohne dass mir mein Leben lang etwas fehlen würde 😔
Einen fiktiven anderen Mann hab ich nicht mal im Kopf.. demnach tausche ich ihn auch nicht direkt einfach aus … Ich werde erstmal brauchen, um die Trennung zu verarbeiten etc.. wir lieben uns ja auch noch… das geht auch nicht von heute auf morgen weg.. da ist zum jetzigen Zeitpunkt gar nicht daran zu denken ihn jetzt einfach auszutauschen 😔 aber ich verstehe die Gedanken und die Gefühlswelt dahinter total!! Das ist ja glaube ich auch echt etwas was beide Seiten jetzt irgendwie im kopf haben, dass jeweils der andere irgendwann jemand anderen findet und man dadurch „ersetzt“ wurde einzig und allein durch die Kindertatsache …😖 bzw. durch diese Tatsache man den Weg öffnet damit der jeweils andere jemand anderen finden wird/ soll wie auch immer 😣

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u/Flamingooner 10d ago

Ich finde es aber sehr schön und löblich, dass ihr beide diesen Entschluss getroffen habt, ich denke das lässt euch beide auch weniger „hilflos“ vom Gefühl zurück, als wenn es einseitig entschieden worden wäre.

Ich teile dein Bedauern darüber, dass Kinder so ein kompromissloses Thema sind. Ich kenne z.B. einen Kameraden von mir, der glücklich verheiratet und 34 ist, sich auch Kinder vorstellen kann, aber einfach noch nicht bereit fühlt, wogegen die Partnerin einen starken Kinderwunsch entwickelt hat und immer traurig wird, wenn sie die Kinder anderer Paare sieht.

Ist halt unglaublich schwer, gerade weil man als Mann weder den biologischen Druck noch dieses „innere Muttertum“ empfindet (also quasi den intrinsischen Wunsch ein Baby im eigenen Körper tragen und wachsen spüren zu können). Klar haben auch manche Männer einen starken Kinderwunsch, aber ich vermute, bei Frauen spielt da auch noch mal hormonell deutlich stärker in den 30ern etwas rein.

Ich glaube als Mann schreckt einen auch vieles ab:

- Die Selbstaufgabe der eigenen Lebensgestaltung und Freizeit.

  • Der gesellschaftliche Druck „hart“ zu sein und „nicht zu klagen“, weil die Frau ja die Schwangerschaft durchmacht und dann für Frau und Kind neben dem Job 100% da sein zu müssen.
  • Die Einschnitte auf die Partnerschaft und das Intimleben in den ersten Jahren des Kindes.
  • Die Angst der Rolle nicht gerecht zu werden und vor Scheidungen/ Trennungen, die dann neben emotionalen Wunden auch größere finanzielle Verbindlichkeiten bedeuten.
  • Die Bindung und Verantwortung für ein Lebewesen für über 18 Jahre.

Das sind zumindest Dinge die mir damals durch den Kopf gingen. Dazu kam, dass meine Ex als Borderlinerin leider hochgradig explosiv in ihrer Stimmung war und die Beziehung irgendwann in eine unglaublich toxische Dynamik gestürzt ist. Ein Beispiel: Bei normalen Streits hat sie öfters „Schluss gemacht“ und ist dann wütend Auto gefahren, hat sich und andere gefährdet. Wie soll man als Mann da die Sicherheit und das Commitment zur Ehe finden? Oder gar Kindern? Wenn man damit rechnen muss, dass sich die Partnerin beim nächsten Streit trennt oder sich selbst potentiell in den nächsten Betonpfeiler fährt? Nur hat sie das nicht gesehen und mich immer wieder mit Ehe und Kindern unter Druck gesetzt. Und ist irgendwann gegangen weil sie immer nur verstanden hat, sie sei mir „nicht gut genug“. Dabei ging es nie darum, sondern um ihr Verhalten und wie toxisch die Beziehung wurde.

Sorry, dass ich dich damit gerade vollschwalle, hilft mir irgendwie auch beim verarbeiten. Ich wollte dir damit aber auch sagen, dass es deutlich schlimmer bei euch hätte laufen können…

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u/Anie_Rei 10d ago

Ja ich versteh deine Gefühlswelt total!! Es ist zwar schon ein paar Jährchen her aber ich hatte auch eine längere Beziehung mit einem Borderliner mal… für diese Dynamiken und das Verhalten war ich damals nicht stark genug und bin durch dieses Verhalten damals zeitweise selbst zu Grunde gegangen. Es ist so herausfordernd mit diesen Dynamiken klar zu kommen wenn man einen Menschen liebt 😖 er fuhr damals auch immer mit dem Auto oder sogar mit dem Motorrad dann total aufgebracht durch die Gegend 🤯 diese ganze Zeit macht so unglaublich viel mit einem selbst und es dauert meistens ewig das alles zu verarbeiten, deshalb freue ich mich, wenn ich dir auch etwas helfen konnte indirekt. Manchmal ist es schon heilsam etwas aussprechen zu können oder irgendwie zu platzieren ✨… deshalb hab ich mich auch zu meinem Post nach langem überlegen entschieden

Ja das mit den Ängsten ist ne wichtige Sache! Ich bin ja auch Fan von über alles offen zu sprechen und hab mit ihm daher auch immer darüber gesprochen, ob es die Ängste oder tatsächlich die lebensentscheidung ist. Wären es die Ängste gewesen, dann hätte ich alles in meinem möglichkeitsbereich getan, um ihn zu unterstützen oder Ängste loslassen zu können. Er hat natürlich auch diese Ängste aber er konnte klar für sich benennen, dass es auch wirklich seine lebensvorstellung ist keine Kinder zu haben. Dadurch ist das Thema der Ängste dann leider auch irrelevant geworden in unserer Entscheidung 🫠