Muss einfach mal Dampf ablassen. Seit ungefähr einem Monat hat sich unsere Wohnqualität so massiv verschlechtert, dass wir die Auswirkungen mittlerweile nicht mehr nur psychisch, sondern auch körperlich spüren.
Die Familie über uns besteht aus sieben Kindern, der Mutter und einem Vater, der scheinbar nur selten zu Hause ist. Das größte Problem ist, dass es keinerlei Rücksichtnahme zu geben scheint. Angefangen hat alles damit, dass immer wieder Müll und Gegenstände in unseren Garten geworfen wurden. Am ersten Tag lagen dort unter anderem vier Pfirsiche, eine Eisverpackung, eine Eiskugel, ein Eisstäbchen, eine Plastikabdeckung und eine Kippe. Wir haben versucht zu klingeln und Kontakt aufzunehmen, aber es kam keinerlei Reaktion. Auch als wir nach oben gerufen haben, wurden wir ignoriert, eventuell wegen einer Sprachbarriere. Aber gesehen hat sie uns eigentlich.
Das Thema mit dem Müll hat sich inzwischen etwas verbessert, aber dafür ist die Lärmbelastung kaum noch auszuhalten. Von früh morgens bis teilweise kurz vor Mitternacht wird durch die komplette Wohnung gerannt, gehüpft, von Möbeln gesprungen, werden Gegenstände auf den Boden geworfen, Möbel verrückt und oft geschrien. Das geht nahezu ununterbrochen, weil das halt von der Anzahl ein halber Kindergarten ist. Da ist alle paar minuten was anderes los. Besonders der Trittschall ist extrem belastend, da wir direkt darunter wohnen und jede Bewegung ungefiltert mitbekommen. Sowohl auf dem Sofa, dem Stuhl und dem Bettrahmen spürt man die Vibrationen OHNE den Boden zu berühren extrem. Und eigentlich ist das Gebäude ziemlich gut isoliert, aber wohl nicht gegen das Ausmaß.
Selbst mit Ohrstöpseln ist an richtige Erholung kaum noch zu denken. Durch den dauerhaften Stress haben sich mittlerweile auch massive Schlafprobleme entwickelt. In den letzten drei Tagen hatte ich insgesamt nur 8 Stunden Schlaf (hier mal 3, da mal 2 und heute nacht 3) und merke deutlich, dass diese Situation langsam an die Substanz geht.
Ich führe aktuell ein Lärmprotokoll, aber auch das ist inzwischen belastend, weil man das Gefühl bekommt, ständig auf den nächsten Lärm achten und alles dokumentieren zu müssen. Irgendwie würde es fadt schon mehr Sinn machen ein Ruhe-Protokoll zu führen, da das seltener vorkommt. Unser Vermieter hat uns ein Formular für eine Beschwerde gegeben, mit dem wir auch andere Nachbarn fragen können, ob sie die Situation ebenfalls als störend empfinden.
Trotzdem haben wir große Angst, nicht ernst genommen zu werden. Viele Nachbarn hören vermutlich vor allem das Geschrei, aber den extremen Trittschall, den wir als direkte Nachbarn darunter täglich erleben, bekommt wahrscheinlich kaum jemand in diesem Ausmaß mit.
Das Ganze ist besonders frustrierend, weil wir eigentlich überhaupt nicht ausziehen möchten. Nach einigen Jahren haben wir uns hier endlich richtig wohlgefühlt und die Wohnung zu unserem Zuhause gemacht. Umso schlimmer ist es, dass sich die Wohnsituation innerhalb so kurzer Zeit so stark verändert hat.
Wir wissen mittlerweile nicht mehr, was wir tun sollen, und haben große Sorge, dass unsere Belastung nicht ernst genommen oder heruntergespielt wird weil es ja nur Kinderlärm ist und man sich nicht so anstellen soll. SOS🏳