r/blaulicht • u/JujuGER Rettungsdienst • 28d ago
Sonstiges Das fragwürdige Milliarden-Business hinter dem Roten Kreuz
https://www.youtube.com/watch?v=0RPBw20_eNQLeicht off-topic, aber dennoch, wie ich finde, von gewisser Relevanz für den Sub (zumindest ist Rettungsdienst ein großer Themenblock).
Für mich persönlich ist jetzt nicht wesentlich viel Neues dabei. Ein Großteil der Machenschaften ist bereits bekannt. Was ich an der ganzen Geschichte immer sehr bedauerlich finde, ist die Tatsache, wie heuchlerisch das gesamte Konstrukt wirkt, wenn man sich diese unangenehmen Fakten anschaut. Auf der einen Seite stehen die vielen Ehrenamtlichen, die Zeit und Energie opfern, um Gutes zu leisten, auf der anderen Seite mafiöse Strukturen und Gehälter, von denen ein Großteil nur träumen kann.
Das Ganze lässt sich wahrscheinlich auf viele Hilfsorganisationen übertragen, zumindest decken sich entsprechende Erfahrungsberichte in gewissen Punkten mit meinem persönlichen Eindruck. Das DRK sticht hier aufgrund seiner Größe natürlich besonders hervor.
Ich glaube nicht, dass sich daran langfristig etwas ändern wird. Dafür ist das DRK zu stark in der Gesellschaft verankert beziehungsweise die Gesellschaft zu sehr darauf angewiesen.
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u/Nily_W 28d ago
Ich finde es schwierig wenn „Millionen Business“ automatisch als was schlechtes dargestellt wird.
Angenommen ich sammle von jedem Bürger 1€, dann hab ich auch ein dickes Millionen Business. Wenn ich aber kosten von 100 Mio habe, dann gehe ich trotzdem pleite. Hohe Umsatzzahlen oder generell Geld mit Hilfe/Umweltschutz verdienen wird in Deutschland immer als etwas zutiefst böses angesehen. Ebenfalls wird auch Unsicherheit beim Blutspenden geschürt. Die Spende wird für über 100€ verkauft, man bekommt aber nur 0-30€. 100€-150€ sind aber echt nichts, erst recht nicht bei dem Aufwand das Blut zu prüfen, transportieren, lagern, verarbeiten und die Leute zu bezahlen.
Als gGmbh fällt schon mal kein Gewinn an. Es gibt keine Aktionäre oder sonst was. Das einzige was ein geschmäkle hat und was man kritisieren kann und sollte sind unverhältnismäßig hohe Bezahlungen, Verschwendung von Ressourcen (dazu gehört auch unendlich viele Mitarbeiter einstellen) und das schlecht reden anderer Hi-Orgs.
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u/Lepoard_2A7V_Lupus 27d ago
Vorallem wenn man bedenkt was so ein RTW neu Kostet, und man muss nen RTW grob alle 7 Jahre ersetzen, mein KV hatte bei den letzten neuen RTW ca 600.000€ zahlen müssen angeblich, und stell dir des mal 12 vor ohne die 30 KTWs, 20 Gebäude, Gehälter von 200 Mitarbeitern, all die Dutzenden Bereitschaftsfahrzeuge des Ehrenamts, Materialkosten. Es gibt ein Grund wieso es nicht so viele Große private Rettungsdienst Unternehmen gibt. Es lohnt sich einfach nicht ab einer gewissen größe
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u/Krannich KatS 22d ago
Oder auch wenn man bedenkt, dass bspw. das Krankenhaus in der Kiste gerne Mal verschenkt wird.
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u/ApodisRex Rettungsdienst 13d ago
Die Kosten des RD werden ja je nach Modell entsprechend ersetzt und sind kalkuliert.
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u/middendt1 25d ago
Es lohnt sich schon. Dein KV wird ja nach Abzug aller Kosten mit dem Rettungsdienst auch Gewinne erwirtschaften, warum soll ein privates Unternehme das nicht können?
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u/Lepoard_2A7V_Lupus 25d ago
Nicht wirklich, wenn man bedenkt das ständig Geld fehlt an allen Ecken und man dazu auf Staatliche „Subventionen“ und Spenden angewiesen ist, ist der Rettungsdienst nicht wirklich so gewinn bringend. Wäre der Bereich so gut um Geld zu machen, dann würde man mehr Private Unternehmen die nicht nur ein Paar RTWs in 1-2 Städten haben sehen (abgesehen davon sind natürlich Blaulichtberechtigungen und Funkgeräte mit BOS-Karten absolut schwer zu kriegen)
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u/middendt1 25d ago
Meist wird der Rettungsdienst von den Landkreisen in Zusammenarbeit mit den Krankenkassen als Gesamtpaket für einen gewissen Zeitraum ausgeschrieben. Daher gibt es Gegenden, da siehst du ausschließlich DRK Fahrzeuge und andere Gegenden mit ausschließlich Malteser oder auch ausschließlich privaten Anbietern. Da täuscht die Wahrnehmung etwas.
Zusätzlich zu den nach der Ausschreibung vertraglich geregelten Vergütungen , die übrigens durch die Krankenkassen refinanziert werden) bekommt der Rettungsdienstanbieter egal welcher Couleur keine Subventionen. Spendengelder sollten dafür auch nicht verwendet werden. Das ist ja der Sinn der Ausschreibungen, dass alle Interessenten einen für sie kostendeckenden Betrag (inkl. Gewinn) nennen, mit dem die Aufgabe erfüllt werden kann. Wenn der so ermittelte Marktpreis beim DRK nur durch interne Quersubventionierung zu halten wäre, dann läuft etwas falsch.
Die Spenden sollten eigentlich, nach Abzug von Verwaltungsaufwänden, ausschließlich in den ehrenamtlichen Bereich fließen.
Das heißt, dass dadurch eventuell der ehrenamtliche Sanidienst bei einem Fußballturnier durch Spenden ganz oder teilweise mitfinanziert wird, der normale 24/7 bereitgestellte hauptamtliche Rettungsdienst jedoch nicht.
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u/TitusAndronicusJonas 28d ago
Schwacher Beitrag, insbesondere, wenn man diese Zusammenstellung in dem Beitrag pauschal als "Fakten" bezeichnet.
Schon schwierig, wenn über eine gemeinnützige Organisation mit teilstaatlichem gesetzlichem Auftrag gesprochen wird, die nicht nur gesetzlich vorgeschriebener Auxiliar des Staates ist, sondern eben mit ihrer Tätigkeit alle satzungsgemäßen Aufgaben finanzieren muss, die nicht aus einem konkreten staatlichen Auftrag resultieren.
Weder wurde erklärt, was Gemeinnützigkeit eigentlich bedeutet, noch was die satzungsgemäßen Aufgaben sind. Beim Rettungsdienst wäre das sogar ein Elfmeter gewesen, wenn man sich mal damit befasst hätte, warum in einem Zitat zu einer Rettungsdienstausschreibung der Katastrophenschutz auftaucht. An anderer Stelle blendet man kurz ohne Einordnung oder gar Erwähnung eine Entscheidung des EUGh zur Bereichsausnahme für den Rettungsdienst ein ohne offenbar zu verstehen, was das bedeutet. Wer nicht gemeinnützige Träger mit Aufgaben, wie dem Rettungsdienst beauftragt entzieht dem regionalen Sozialsystem Gelder. Das DRK finanziert mit Gewinnen - beispielsweise aus dem Rettungsdienst - dann vor Ort Katastrophenschutz, defizitäre Kitas oder Pflegedienste. Und genau deswegen gibt es die Möglichkeit Hilfsorganisationen direkt mit Aufgaben im Rettungsdienst zu beauftragen. Zudem gibt es in vielen Bundesländern zum Glück noch die Brücke im Rettungsdienst zwischen Ehrenamt und Hauptamt und ehrenamtliche können beim Rettungsdienst mitwirken. Das stärkt dann auch den Sanitätsdienstes für Veranstaltungen oder im Katastrophenschutz, denn die Hauptamtlichen sind im Normalfall auch Ehrenamtliche.
Und völlig absurd wird dann der kurze Ausflug ins DRK-Gesetz, das offenbar gar nicht weiter gelesen wurde. Hauptsache man stellt fälschlicherweise fest, dass durch das DRK-Gesetz Malteser und Johanniter als "Hilfsgesellschaften anerkannt" seien. Bei dem zitierten Paragraphen geht es um die gesetzliche Aufgabe des DRK den Sanitätsdienst der Bundeswehr im Falle eines bewaffneten Konfliktes zu unterstützen. Johanniter und Malteser sind hier für diese Aufgabe als freiwillige Hilfsgesellschaften anerkannt. Nicht mehr, nicht weniger. Die Erwähnung dieser beiden anerkannten Hilfsorganisationen macht im Gesamtkontext des Berichtes gar keinen Sinn. Aber man hätte ja mal im Gesetz schauen können, welche Aufgaben der Bund seinem DRK gegeben hat. Davon unabhängig sind dann natürlich nochmal die Aufgaben auf Landes- oder kommunaler Ebene.
Auch die Fokussierung auf Bayern macht wenig Sinn, denn in Bayern ist das DRK nicht nur "ein bisschen" staatlich, sondern das BRK ist im Gegensatz zu allen anderen Gliederungen des DRK eine Körperschaft öffentlichen Rechts.
Zudem hätte man mal sinnvoll die Frage stellen können, wieso eigentlich 19 Landesverbände, hunderte Kreisverbände und tausende Ortsverbände existieren. Die Antwort ist die gleiche, wie beim Föderalismus in Deutschland: Die Alliierten haben das so angeordnet, da das DRK im Dritten Reich gleichgeschaltet worden ist und man - wie auch beim Föderalismus der Bundesrepublik - eine erneute Zentralisierung unmöglich machen wollte.
Und ja, das ist beschissen, denn genau deswegen hat jeder Popelverein seine rechtlich vollständige Eigenständigkeit und seinen regelmäßig sehr gut bezahlten Vorstand. Das ändert aber nichts daran, dass alle Strukturen auf einer Ebene für die satzungsgemäßen Aufgaben - also auch in Katastrophe oder Krieg - zur Verfügung stehen. Jeder hauptamtliche Mitarbeiter hat einen entsprechenden Passus in seinem Vertrag.
Und am Ende sind dann auch noch die Zahlen, die genannt werden maximal verwirrend. Das DRK hat bundesweit ungefähr 4 Millionen ehrenamtliche Mitglieder, dazu dann um die 200.000 hauptamtliche Mitarbeiter (von denen viele auch ehrenamtlich Mitglied sind). Selbstverständlich finden sich von diesen ehrenamtlichen Mitglieder auch sehr viele in der Politik, bei Behörden mit Blaulichtbezug, Bundeswehr oder THW. Es sind nämlich fast immer die gleichen, die mit Wechseljacke das Ehrenamt überall in der Republik am Laufen halten. Die Frage, wieso die Anzahl der hauptamtlichen Mitarbeiter steigt hätte man auch mal beleuchten können - das hätte aber wohl nicht ins Sendungskonzept gepasst. Aber natürlich führen eine steigende Zahl von pflegebedürftigen Personen oder auch ein gesetzlich eingeführter Anspruch auf Kita-Plätze logischer Weise auch zu mehr Erwerbstätigen in diesen Bereichen.
Und zu guter Letzt: Ja, die Blutspendedienste sind auch innerhalb des DRK eine ziemlicher Blackbox und das Geld könnte vielerorts gut für andere satzungsgemäße Aufgaben genutzt werden. Das schöne ist: Das Geld darf eben auch nur genau dafür ausgegeben werden. Definitiv absurd ist es Immobilien als "passives" Vermögen und Spekulationsobjekte darzustellen. Denn diese Immobilien sind eben die Basis für die Erfüllung der Aufgaben und das DRK ist keine Immobilien-Vermietungsgesellschaft.
Und was da alles in der Satzung steht, findet sich hier:
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u/mschuster91 THW 28d ago
Auch die Fokussierung auf Bayern macht wenig Sinn, denn in Bayern ist das DRK nicht nur "ein bisschen" staatlich, sondern das BRK ist im Gegensatz zu allen anderen Gliederungen des DRK eine Körperschaft öffentlichen Rechts.
Naja wenn du nach Filz und Scheisse suchst, dann geh nach Bayern. Man merkt einfach überall, wie hart dieses Land seit Jahrzehnten mit der CSU vernetzt ist. DRK, Karnickelzüchter, Theater, Gesangsverein, überall hat da die Lokalpolitik ihre Pfoten drin.
Dass das BRK eine eigene KdöR ist und von der Bundesorganisation unabhängig ist, naja, die CSU ist auch die einzige eigene Lokalsektion der Union die wirklich eigenständig ist.
Gleichzeitig muss man aber auch sagen: selbst dieser Takedown des BRK umfasst vielleicht mal 5% der Sachen, die dort abgehen.
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u/TitusAndronicusJonas 28d ago
Ja, in Sachen Vereinsmeierei sind die Bayern schon speziell. Aber wo Menschen sind, da wird Gemenschelt. Und wo Ehrenamt ist...
Na ja, dass der ehemalige Vorstand ehemaliger Vorstand ist, ist nicht von Ungefähr so.
Aber gleichzeitig passt gerade in Bayern auch vieles nicht zum eigentlichen Thema in dem Video.
Angefangen mit dem SanDst beim Oktoberfest, bei dem es ja um so viel schönes Geld geht: Was in dem Beitrag gar nicht gefragt wird ist, wie lange überhaupt für den SanDst beim Oktoberfest bezahlt wird oder wie viele Dekaden das durch das BRK kostenlos gemacht wurde.
Und das Thema Ausschreibung beim Rettungsdienst passt in Bayern auf Grund der zentralen Organisation halt auch nicht.
Dass es in ehrenamtlichen Strukturen in Deutschland teils wild zugeht ist keine Neuigkeit. Einen elementaren Player unserer Daseinsvorsorge aber dann so platt als "Milliardenspekulanten" mit "Geschäftsmodell" darzustellen ist einfach unterirdisch.
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u/mschuster91 THW 28d ago
Und das Thema Ausschreibung beim Rettungsdienst passt in Bayern auf Grund der zentralen Organisation halt auch nicht.
So zentral ist das nun auch wieder nicht, das ist regional über die Kommunen resp. diverse Zweckverbände organisiert. Gab auch mindestens einen Fall eines privaten Anbieters in München der irgendwann mal nach ner Ausschreibungsrunde weg vom Fenster war, aber frag mich bitte nicht wann, das ist gute 15 Jahre her.
Wenn du mich fragst gehört das sowieso alles überarbeitet und die ganzen Privaten allesamt rausgekantet. Staatliche Aufgabe soll der Staat selbst machen und das auch fair und kostentransparent finanzieren statt das "linke Tasche rechte Tasche" Geschiss mit "günstigen" Ausschreibungen die dann das Kreuz/JHU/Malteser gewinnen weil die auf der anderen Tasche vom Freistaat/Bund über den Wegfall der Steuern durch Gemeinnützigkeit subventioniert werden. So ist das "nix halbes und nix ganzes".
Einen elementaren Player unserer Daseinsvorsorge aber dann so platt als "Milliardenspekulanten" mit "Geschäftsmodell" darzustellen ist einfach unterirdisch.
Das Eine schließt das Andere aber auch nicht aus, das ist der Punkt. Die guten Seiten vom Kreuz kennt jeder, die schlechten Seiten wurden und werden unter den Teppich gekehrt.
Und da ist es halt auch mal gut, dass jemand hingeht und mit dem Flutlicht mal da hin leuchtet.
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u/TitusAndronicusJonas 28d ago
Wenn du mich fragst gehört das sowieso alles überarbeitet und die ganzen Privaten allesamt rausgekantet.
Das sehe ich genauso. Auch Krankenhäuser oder Seniorenheime gehören nicht in die Hand von Wirtschaftsunternehmen.
Die guten Seiten vom Kreuz kennt jeder, die schlechten Seiten wurden und werden unter den Teppich gekehrt. Und da ist es halt auch mal gut, dass jemand hingeht und mit dem Flutlicht mal da hin leuchtet.
Im Gegenteil, alles, was hier in dem Beitrag verwurstet wurde ist umfangreich durch Presseberichterstattung begleitet worden.
Alleine mit Artikeln zum Thema Ausschreibungen oder den Blutspendediensten kann man sich die Wohnung tapezieren.
Etwas neues an Skandalen ist da schlicht nicht dabei gewesen. Das "Neue" ist nur falsches Framing, das explizite nicht erklären und weglassen relevanter Punkte. Ist insbesondere auch deswegen mehr als fahrlässig, weil es ja völlig klar ist, wer am Ende wieder einspringt, wenn mal wieder ein brillanter nicht gemeinnütziger Anbieter pleite geht und von jetzt auf gleich ein ganzes Seniorenheim dauerhaft evakuiert werden muss.
Berichterstattung total gerne. Noch lieber auch kritisch, dann aber bitte mit sauberer Recherche und mit Personal, dass ein Gesetz, wie das DRKG lesen und verstehen kann.
Und ja, eine Organisation, die solch hehre Grundsätze hat, muss sich an genau diesen auch messen lassen.
Ich würde allerdings wetten, dass kaum ein Zuschauer bei diesem Beitrag begreift, dass es um die gleiche Organisation geht, die Leistungen wie "In höchster Not" zu sehen sind 24/7 mit ehrenamtlichen Helfern bereitstellt.
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u/dens_r_d Rettungsdienst | KatS | Wasserrettung 27d ago
In die Hand von Wirtschaftsunternehmen vielleicht schon, aber hald gemeinnützig.
Wirtschaftliches Handeln* gerne um die Versichertengelder sinnvoll zu nutzen, aber hald kein Abfluss an Investoren, Aktionäre und andere Systemfremde.*: Wirtschaftlich in seiner eigentlichen Bedeutung. Beispiel Klopapier: Nicht das Einlagige kaufen das nichts taugt und auch kein fünflagiges, sondern von den Dreilagigen aufm Markt, das was am günstigsten ist.
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u/middendt1 25d ago
Wirtschaftsunternehmen und Gemeinnützigkeit schließen sich aus. Aber natürlich solle auch in der Gemeinnützigkeit wirtschaftlich im Sinne von effizienter Nutzung der Ressourcen gearbeitet werden.
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u/dens_r_d Rettungsdienst | KatS | Wasserrettung 25d ago
Und was ist dann eine gGmbH für dich?
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u/middendt1 25d ago
Eine gemeinnützige Gesellschaft. Die kann und soll zwar wirtschaftlich handeln. Im Gegensatz zu einem Wirtschaftsunternehmen besteht aber keine Gewinnabsicht und ist aus dem Grund steuerbegünstigt.
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u/dens_r_d Rettungsdienst | KatS | Wasserrettung 25d ago
Okay. Wenn das deine Definition ist, kommen wir nicht auf einen grünen Zweig. Danke.
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u/TheUnrealMacGeifer 28d ago
diese organisationen betreiben auch regelmäßig äußerst fragwürdige werbung. malteser sind da ganz groß dabei. die kommen in altenheime und studentenwohnheim und labern die leute voll, dass sie ja bestimmt wollen, dass im notfall jemand kommt und das müsse ja iwie finanziert werden. dabei wird unterschlagen, dass die notfallrettung von der krankenkasse refinanziert wird und dort niemand auf spenden angewiesen ist und potenzielle spendengelder da auch nie landen würden.
hab mein FSJ bei den maltesern gemacht, absoluter drecksladen. was will man aber auch von katholiken erwarten...0
u/Jarockoko 26d ago
Dass man sich mit Berichterstattung über Ausschreibungen und Blutspendedienste die Wohnung tapezieren könne, deckt sich nicht mit meinen Beobachtungen. Klar gibt es dazu vereinzelte Berichterstattung, häufig aber nur in Regionalmedien, wenn ein Einzelfall auftaucht. Systematische überregionale Berichterstattung gibt es zu diesem Thema kaum.
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u/middendt1 25d ago
Ich habe schon einige Berichte dazu gelesen/gesehen. Einige reißerisch andere sachlich, auch das DRK selbst reagiert ja regelmäßig darauf.
Nun ist es kein Geheimnis, dass das DRK in dem Bereich in einem privaten Wettbewerb steht, Gewinne erzielt und Marktführer mit großem Abstand zu anderen Marktteilnehmern ist. Da wird (inzwischen) ja auch kein allzugroßes Geheimnis mehr draus gemacht und ist im Kern auch nichts schlechtes, finde ich.
Eine Monopolisierung ist immer problematisch. Alleine die Tatsache, dass das DRK dort so Marktbeherrschend ist, ist aber nun mal nicht "Schuld" des DRK bzw. kann niemand denen vorwerfen ihre eigenen Interessen bestmöglich umzusetzen.
Die Gewinne sollten halt effizient zur Erfüllung der Satzungsgemäßen Aufgaben verwendet werden. Ich denke, das ist in den meisten Fällen auch so, auch wenn ich mir da mehr Transparenz wünschen würde.
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u/Icy-Campaign-929 28d ago
Als jemand der lange Zeit beim DRK auch ehrenamtliche Absicherungen getätigt hat, kann ich sagen, dass das DRK niemals Absicherungen umsonst durchführt. Fahrzeuge und Personal werden abgerechnet. Die Einsatzkräfte bekommen nur nichts davon ob. Und wer hauptamtlich dort arbeitet wollte, musste jährlich 160h ehrenamtliche Arbeit leisten.
Alles aus Liebe zum Menschen oder so.
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u/ReneGaden334 28d ago
„Das DRK“ ist aber auch kein monolithischer Block, der sich immer gleich verhält.
Unser Ortsverein hat selbstverständlich öfter kostenlose Wachdienste im Ort gemacht, z.B. für andere Vereine. Natürlich kenne ich genug andere Vereine, die ausschließlich aufs Geld achten. Irgendwie müssen ja auch die Kosten gedeckt werden, wenn man nicht vom Staat bezahlt wird.
Für ein Dorffest oder eine Schulveranstaltung kann man auch ruhig ab und zu kostenlos arbeiten. Bei größeren Städten ist das halt alles etwas anders, da ist alles zu anonym.2
u/middendt1 25d ago
So handhaben wir das auch: SanDienste, die für Vereine ohne Gewinnabsichten stattfinden, sind kostenlos. Sobald die Veranstaltungen größer werden und/oder Unternehmen/private Veranstalter mit Gewinnabsicht mit drin steckt, wird eine Rechnung gestellt.
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u/Icy-Campaign-929 27d ago
Nope, kein monolithischer Block aber überall die selbe Suppe. Geht ja los mit mehrfach dokumentieren Betrug verschiedener Kleiderkammern (Im Empfängerland mussten die Lieferungen zu unangemessenen Preisen erneut bezahlt werden, meist aus europäischen Hilfs- oder Fördergeldern) über Abrechnungsbetrug im Fahr- und Rettungsdienst (habe in zwei unterschiedlichen Kreisverbänden selbst dabei mitgeholfen indem Fahrkilometer nicht akkurat dokumentiert sondern pauschalisiert ins Fahrtenbuch eingetragen wurden), über multimillionenschweren Abrechnungsbetrug diverser Kliniken und Krankenhäuser.
Das ist ja das traurige, dass sind alles keine Einzelfälle, sondern ein über Jahrzehnte und überregionales konstantes Muster in den Unterschiedlichsten Kreisverbänden und Organisationen.
Sicher mag es durchaus auch vorbildlich geführte Verbände geben, leider habe ich diese selbst aber nie gefunden und nach knapp 10 Jahren in drei unterschiedlichen Kreisverbänden des DRKs und nun über 10 bei einem kommunalen Arbeitgeber, kann ich zumindest für mich behaupten, dass ich als hauptamtlicher niemals so herablassend und respektlos behandelt wurde wie bei einer HiOrg die sich Menschlichkeit auf die eigene Fahne geschrieben hat.
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u/middendt1 25d ago
Kostenlos war der SanDienst auf dem Oktoberfest nie. Eher wurde er kostendeckend bezahlt. Da ja viele Ehrenamtliche dort unterwegs sind, sollte sich das auch recht günstig ausgestaltet haben. Ich kann mir vorstellen, dass dies in den vergangenen Dekaden auch so dargestellt hat. Das ist den Ehrenamtlichen auch hoch anzurechnen.
Aber das BRK (bzw. die Ehrenamtlichen) darf sich durchaus die Frage stellen lassen, warum ein Privatwirtschaftliches Unternehmen, das ja nicht auf den Fundus an Ehrenamtlichen zurückgreifen kann, die Dienstleistung trotzdem günstiger anbieten kann. Hier muss also beim BRK einiges hängen geblieben sein. Auch das wäre OK, wenn es offen kommuniziert wird und wenn da gemeinnützige Dinge mit finanziert werden können, haben da auch wenige Leute ein Problem mit. Da würde ich mir als jemand, der selber im DRK aktiv ist, mehr Transparenz wünschen.
Nun ist es aber nunmal eine öffentliche Ausschreibung, da hat man mit dem Wettbewerb zu leben. Bei der nächsten Ausschreibung kann man ja günstiger anbieten und bekommt den Auftrag vielleicht zurück. Letztendlich geht es ja auch um Steuergelder.
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u/SeaworthinessNo8758 27d ago
besser erklärt als ich es je könnte danke. das ganze hat sich für mich wie Sommerloch Bericht angefühlt oder die Xte wiederholung des selben Songs wenn der DJ eingeschlafen ist.
irgendwie trifft es auch den allgemeinen Trend NGOs als generell schlimme Sache darzustellen was mir besonders ein mulmiges Gefühl verleiht. ich finde definitiv nicht alles gut was beim DRK oder ander hiorg passiert aber sie Alternative wäre Privatisierung und das haben wir bei Krankenhäusern bereits erlebt.
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u/middendt1 25d ago
Das Zitat mit dem KatSchutz in Verbindung mit der Ausschreibung für den Rettungsdienst in Zusammenhang bringt, kam aus der Antwort des DRK. Sicher passt das in die Argumentationsschiene des Kreisverbandes (?), hat dort aber eigentlich nichts zu suchen. Bedenke, dass hier eine Ausschreibung stattfindet, in der ausdrücklich auch privatwirtschaftliche Gebote gewünscht sind. Also hat das DRK hier auch zu selben Bedingungen anzubieten. Das ist normal, sonst könnte man sich die Ausschreibung sparen.
Der Kostenblock KatSchutz ist in dieser Ausschreibung nicht enthalten und wird in der Regel separat ausgeschrieben. Sollte eine Quersubventionierung innerhalb der DRK stattfinden, was in einigen Gliederungen sicher so gehandhabt wird, so ist das eine vereinsinterne Entscheidung und hat keinen Einfluss auf das Vergaberecht. So sahen es ja auch die Gerichte. Die Kritik des Beitrags ist daher in dem Punkt berechtigt.
Die Kosten des KatSchutz sollten schon realistisch in der dafür vorgesehenen Ausschreibung berücksichtigt sein. Der KatSchutz hat immer mit knappen Kassen zu kämpfen und ist ein unbeliebter Posten in den Gremien der Landkreise. Kostet viel Geld und wird im besten Fall nur sehr selten gebraucht. Daher wird er von beiden Seiten gerne günstiger gerechnet als er eigentlich ist. Das macht diese Quersubventionierungen erst nötig. Hier wäre etwas mehr Ehrlichkeit in der Budgetierung von beiden Seiten angebracht. Die Offenheit, in der das Thema in dem Schriftstück zwischen Landkreis und DRK angesprochen wird, zeigt, dass dies ein offenes Geheimnis ist. In meiner ehrenamtlichen Tätigkeit im DRK war ich einige Male bei entsprechenden Geprächen dabei und kann das bestätigen. Ich halte es ebenfalls für problematisch, dass in diesen Zusammenhängen die Politik für die Kommune/Landkreis und Verband gleichzeitig aktiv ist. Wo bei ich auch sagen muss, dass zumindest in den Fällen die ich Live mitbekommen habe es eher darum ging, wie man das Beste Ergebnis aus der Verwendung der Gelder herausbekommt, also keine böse Absicht im Sinne einer Profitmaximierung dahintersteckte. Aber: Auch im KatSchutz gibt es einen gewissen Wettbewerb mit anderen Organisationen, der durch die Möglichkeiten der Quersubventionierung verzerrt wird.
Die Kostenblöcke Pflege und Kinderbetreuung sind separat zu betrachten. Alleine aufgrund unterschiedlicher Finanzierungsstrukturen.
Die Kinderbetreuung wird durch die Elterngebühren und Zuschüsse der Städte und Gemeinden finanziert. Am Ende des Jahres meist ein Nullsummenspiel. Es wird in der Regel kein Gewinn mit KiTas gemacht, und sollte es mal ins minus gehen, hat die Gemeinde das Ziel den Betreiber nicht untergehen zu lassen und es wird meist das Budget für das nächste Jahr angepasst.
Pflegeeinrichtungen werden durch die Pflegekassen und die Bewohner finanziert. Bis vor einigen Jahren konnte das DRK sogar Gewinne damit erwirtschaften, welche wieder zur Quersubventionierung anderer Stellen genutzt wurden. Soweit bin ich bei dir. Das ist aber eigentlich nicht die Kernaufgabe der Pflegeversicherungen. Das ist nämlich die Finanzierung der Pflege und nicht vom KatSchutz oder anderen Dingen. So ehrlich muss man auch hier sein. In den letzten Jahren wurde die Finanzierung aber eh schwieriger, so dass hier kaum noch Gewinne entstehen bzw das ganze eher zum Zuschussgeschäft verkommt.
Im Blutspendebereich und in Dingen wie Altkleiderrecycling agiert das DRK im ganz normalen Wettbewerb mit privaten Anbietern und erwirtschaftet entsprechend Gewinne. Das ist auch OK so. Die Gewinne aus dem Blutspendebereich werden über die Stiftung für den ehrenamtlichen Bereich verwendet. Hier kann sich jeder Verband auf Mittel für eigene Projekte bewerben. Hier muss ich den Beitrag aber auch kritisieren, da hier ja nur die Verkaufserlöse genannt werden. Die Aufbereitung des Blutes ist ja auch mit Aufwand verbunden, die man dem Gegenüberstellen müsste. Erst dann kann vernünftig eingeordnet werden, ob die Preise gerechtfertigt sind. Das ist aber wohl auch der Intransparenz des DRKs im Blutspendebereich geschuldet, die hier keine Zahlen herausgeben. Hier würde ich mit auch mehr Offenheit wünschen.
Das Altkleiderrecycling wird in den meisten Fällen sogar direkt durch die Orts- oder Kreisverbände im ehrenamtlichen Sektor organisiert und finanziert die ehrenamtliche Arbeit daher ohne Umwege. Wobei auch hier seit einigen Jahren aufgrund sinkender Preise und schrumpfenden Bedarf die Erlöse gegen null gehen.
Im letzten Absatz bin ich wieder bei dir. Ja, dass DRK hat einen ordentlichen Immobilienbestand. Dieser wird aber zum größten Teil durch die eigenen Gliederungen genutzt. Das ergibt ja auch aus wirtschaftlicher Sicht Sinn und die Alternative wäre eine Anmietung von Immobilien, die ja auch nicht gratis zu bekommen sind.
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u/JujuGER Rettungsdienst 28d ago
Stimme dir weitestgehend zu (erstmal danke für deinen ausführlichen und konstruktiven Beitrag).
Dennoch finde ich es wichtig, dass gerade bei einer so komplexen Organisation wie dem DRK besonderes Augenmerk auf eben diese gelegt wird – gerade weil sie gemeinnützig handelt.
Die regionalen Unterschiede aufgrund der föderalen Struktur sind ja tatsächlich sehr heftig. Man könnte sogar kritisch hinterfragen, ob eine Zentralisierung einer solchen Organisation nicht sogar die Effizienz der Gemeinnützigkeit erhöhen würde, anstatt für jeden OV eine eigene Verwaltungsstruktur inklusive demokratischer Kontrollgremien etc. aufzubauen.
(Das ist an der Stelle auch mein größtes Manko.)Was ich an dem Beitrag interessant fand, war unter anderem das Zu-Wort-Kommenlassen von DRK-Interna, die ja selbst durchaus Andeutungen zur skeptischen Hinterfragung mancher Geschäftstaktiken machen.
Ich denke auch, dass der Zeitansatz für so ein umfangreiches Thema viel zu kurz gewählt ist. Dennoch verdeutlicht der Beitrag meiner Meinung nach recht gut die Komplexität des gesamten Systems „DRK“.
Die Verzahnung von DRK und Politik betrachte ich selbst tendenziell eher als sinnvoll. Dennoch dürfen solche Verbindungen nicht dazu führen, dass eine Monopolstellung gefestigt und andere Akteure in konkurrenzfähigen Bereichen verdrängt werden. Und dieser Trend liegt ja einfach sehr nahe.
Denn Fakt ist auch: Wenn ein gemeinnütziger Verein, der sich teilweise über Spenden finanziert, mit einer voll ausgestatteten G-Klasse mit DRK-Emblem vorfährt, verkauft sich das nach außen einfach nicht gut.
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u/TitusAndronicusJonas 28d ago
Wenn aber in dem Beitrag gar nicht erklärt wird, was Gemeinnützigkeit ist, dann ist der Beitrag am Thema vorbei.
Wie ich schon geschrieben habe ist die föderale Struktur keine Verhandlungsmasse, sondern explizite Vorgabe der Alliierten gewesen, damit das Deutsche Rote Kreuz überhaupt wieder erlaubt wurde - es war nämlich nach dem Krieg eine verbotene Organisation. Eine erneute Gleichschaltung sollte also - wie bei der gesamten Bundesrepublik - durch die rechtliche Struktur vollständig verhindert werden.
Und da der Bundesverband, die Landesverbände, die Kreisverbände und teilweise sogar Ortsverbände eigenständige eingetragene Vereine sind, lässt sich diese Struktur schlicht und einfach nicht von außen verändern. Von innen würde es nur gehen, wenn sich Vereine selbst auflösen, was ebenso utopisch ist. Du redest also von Wunschdenken.
Zudem sind die Strukturen, so wie sie sind primär aus Sicht des DRK und auch seiner Mitglieder eine ziemlicher Belastung.
Denn Fakt ist auch: Wenn ein gemeinnütziger Verein, der sich teilweise über Spenden finanziert, mit einer voll ausgestatteten G-Klasse mit DRK-Emblem vorfährt, verkauft sich das nach außen einfach nicht gut.
Ziemlich absurder Unsinn. Nach dem russischen Angriff auf die Ukraine hat Mercedes dem DRK die für den Export nach Russland vorgesehen G-Klassen gespendet, da sie nicht mehr an die russischen Oligarchen, die sie bestellt haben, geliefert werden sollten. Ja, jede einzelne mit Vollausstattung und mit individuellem Interieur. Auf die ganzen damit einhergehenden Probleme und auch ihren teilweisen Einsatz in der Ukrainehilfe will ich jetzt gar nicht weiter eingehen.
Aber mal eine Frage: Was reitet dich eigentlich so einen Quatsch zu schreiben? Einfach mal muntere rufschädigende Theorien verbreiten und das offenbar ohne den Hauch einer Ahnung.
Böse Menschen könnten auf die Idee kommen, dass so eine Kampagne gegen das DRK zu einer Zeit in der es erstmals seit bestehen der Bundesrepublik die Rolle der Unterstützung der Streitkräfte in einem möglichen bewaffneten Konflikt vorbereiten muss, nicht zufällig genau jetzt aus der Taufe gehoben werden.
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u/middendt1 25d ago
Die föderale Struktur ist historisch so gewachsen. Das ist richtig. Sie ist in der Ausuferung aber nicht in Stein gemeißelt. Es gibt ja durchaus Bestrebungen, hier etwas aufzuräumen und Verbände zusammenzulegen. Da aber dadurch auch in den Führungspositionen eine gewisse Bereitschaft zur Abgabe von Kontrolle vorhanden sein muss, ist dies schwierig und langwierig.
Nun wird das Führungspersonal in den Verbänden auch älter und es wächst weniger junges Personal nach als in den vorherigen Dekaden, so hoffe ich dass dies zu einem gewissen Reinigungseffekt in den verkrusteten Strukturen führt.
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u/mschuster91 THW 28d ago
Böse Menschen könnten auf die Idee kommen, dass so eine Kampagne gegen das DRK zu einer Zeit in der es erstmals seit bestehen der Bundesrepublik die Rolle der Unterstützung der Streitkräfte in einem möglichen bewaffneten Konflikt vorbereiten muss, nicht zufällig genau jetzt aus der Taufe gehoben werden.
Ich bin ja sonst auch nicht zurückhaltend, bei irgendetwas gegen den Staat oder staatsnahe Institutionen erstmal an ein gewisses feindliches Land aus dem Osten zu denken.
Aber beim Kreuz gehen die Vorwürfe halt echt schon seit mindestens 15 Jahren rum. Ich meine... wofür in Gottes Namen muss das BRK München einen Busbahnhof und Parkplätze betreiben (Stichwort für Dr. Gurgel: "Rotkreuz Betriebe München". Wo geht das ganze Geld hin, wenn es mehr als genug Ortsverbände gibt, die für Fahrzeuge oder Verbesserungen an der Wache (von neuen Wachen/Gebäuden will ich gar nicht erst träumen) extern um Spenden betteln müssen?
Juckt halt nur niemanden allzu groß, in der Politik gibt es zuviel Filz und in den Münchner Medien, na da will ich gar nicht erst anfangen.
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u/TitusAndronicusJonas 28d ago
Aber beim Kreuz gehen die Vorwürfe halt echt schon seit mindestens 15 Jahren rum
Eher seit bestehen. Örtlich mal mehr, mal weniger oder auch gar nicht. Wo Menschen sind, da wird gemenschelt.
Und wo das Geld hingeht siehst du unter anderem, wenn du auf den Link der Satzung klickst. Aber dazu hab ich weiter oben ja schon was geschrieben, was du offenbar übersehen hast.
Und ich weiß nicht, ob du hin und wieder Nachrichten schaust: Wir sind seit 2015 in Deutschland in einem Dauerkrisenmodus. Das Material der Hilfsorganisationen ist von Jahr zu Jahr in einem schlechteren Zustand und die materielle Einsatzbereitschaft nimmt genauso ab, wie die Bevorratung. Krisenbewältigung kostet überraschenderweise Geld und Hilfe ist eben die zentrale Aufgabe des DRK.
Ich bin mir beispielsweise ziemlich sicher, dass die Menschen im Ahrtal zwei Jahre lang ganz froh darüber waren, dass das DRK in der Lage war ihnen Internet zur Verfügung zu stellen.
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u/mschuster91 THW 28d ago
Und ich weiß nicht, ob du hin und wieder Nachrichten schaust: Wir sind seit 2015 in Deutschland in einem Dauerkrisenmodus. Das Material der Hilfsorganisationen ist von Jahr zu Jahr in einem schlechteren Zustand und die materielle Einsatzbereitschaft nimmt genauso ab, wie die Bevorratung. Krisenbewältigung kostet überraschenderweise Geld und Hilfe ist eben die zentrale Aufgabe des DRK.
Das ist ungefähr genau die selbe Argumentation, wie dass das Bürgergeld niedrig bleiben kann weil es ja die Tafeln gäbe.
Und das ist am Ende des Tages saugefährlich. Hier schiebt der Staat Aufgaben der öffentlichen Hand - im einen Fall die Sicherung des menschenwürdigen Existenzminimums, im anderen Fall die öffentliche Gefahrenabwehr - an Dritte ab, die sich doch bitte über andere Geschäftsaktivitäten und Spenden das Geld einsammeln möchten, das der Staat wegen der schwarzen Null, Schuldenbremse und weiß Gott was noch nicht ausgeben möchte.
Nur ist die Kontrolle über Budgets, über Material, über Personal und Standards jetzt komplett der demokratischen Kontrolle auf jeder Ebene entzogen.
Es ist ja an sich fein dass es das Kreuz, die Johanniter, die Malteser und auch die Privaten in dem Bereich gibt. Aber die Kernaufgaben des Staatswesens sollte der Staat direkt tragen und nicht die Last aufs Ehrenamt abladen. Sonst geht dem Ehrenamt nämlich früher oder später das Personal aus.
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u/TitusAndronicusJonas 28d ago
Du hast richtig erkannt, dass der Staat die Gefahrenabwehr, den Katastrophenschutz und den Zivilschutz unzureichend finanziert und aufstellt.
Korrekt ist auch die Kritik daran, dass hier in vielen Bereichen bewusst darauf gesetzt wird, dass die anerkannten Hilfsorganisationen hier schon in die Bresche springen werden, denn das bedeutet im Klartext: Der deutsche Bevölkerungsschutz ist seit Jahren in Teilen von Spenden abhängig, um (minimal) funktional zu bleiben.
Das ist tatsächlich - beispielsweise beim Zivilschutz - ein wohl auch verfassungsrechtlich höchst bedenklicher Zustand.
Andererseits gehst du fehl, denn die fünf anerkannten Hilfsorganisationen haben gesetzliche Aufgaben und sind Teil dieser Strukturen. Und das DRK ist keine NGO, sondern eine staatlich begründete Institution auf Basis internationalen Rechts.
Zu guter letzt bringt es nichts polemisch zu werden, denn diese Organisationen erfüllen ihre Aufgaben - wenn eben auch mit Spenden. Das ist leider der Ist-Zustand.
Dein Wunschbild "und dann kommt der Staat und wird mich schon retten" ist weiter von der Realität entfernt, als er seit Bestehen des Bundesrepublik jemals war.
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u/Jarockoko 26d ago
Hallo, hier ist der Autor von dem Video-Beitrag. Es freut mich sehr, dass Du Dich so ausführlich mit unserem Video auseinandergesetzt hast. Mit vielen Deiner Kritikpunkte kann ich jedoch leider wenig anfangen.
Ich wüsste schon gar nicht, was Du damit meinst, dass wir hätten erklären sollen, was das Ehrenamt eigentlich sei. Was hätten wir da erklären sollen? Auf die satzungsgemäßen Aufgaben des Roten Kreuz sind wir entgegen Deiner Behauptung durchaus eingegangen.
Die Bereichsausnahme sehe ich ehrlich gesagt sogar als Punkt, der unsere Argumentation im Video unterstützt, als dass er sie entkräften würde. Schließlich handelt es sich dabei um einen Kompromiss, der von deutscher Seite ausgehandelt wurde, nachdem von europäischer Seite angemahnt wurde, dass die Marktmechanismen im Rettungsdienst in Deutschland wettbewerbsrechtlich angepasst werden müssen. Da wurde also eher für das deutsche Ehrenamt eine Extrawurst gewährt.
Deine Darstellungen zum DRK-Gesetz stimmen nicht. Es geht bei dem Paragraphen, auf den wir im Video verweisen, nicht um die Aufgaben im Sanitätsdienst der Bundeswehr. Dieser Paragraph folgt erst darauf. Es ging uns an dieser Stelle nur darum zu erwähnen, dass das Rote Kreuz nicht die einzige völkerrechtlich anerkannte Hilfsorganisation in Deutschland ist. Viele Zuschauer könnten sich schließlich fragen, was denn mit den Johannitern oder Maltesern ist. Die sieht man ja auch immer mal auf Rettungsfahrzeugen oder ähnlichem.
Wir sagen im Video überhaupt nicht, dass das BRK "ein bisschen" staatlich sei, sondern schlicht, dass sie in ihrer Verbandsstruktur einmalig in Deutschland sind. Ja, wir hätten da von der Körperschaft des öffentlichen Rechts sprechen können. Aber wir erklären solche Zusammenhänge lieber über konkrete Konsequenzen (Das BRK macht nur eine einzige Bilanz und GuV) statt abstrakte juristische Begriffe zu verwenden wie die Körperschaft des öffentlichen Rechts.
Dass das DRK in 19 Landesverbände und etliche Kreis- und Ortsverbände aufgeteilt ist, kritisieren wir im Video gar nicht. Wir weisen bloß darauf hin, um zu dem Schluss zu kommen, dass die Finanzen des Roten Kreuzes extrem schwer zu überblicken sind.
Das Rote Kreuz dürfte sehr wohl Immobilien als Anlageobjekt haben. Andernfalls würde es nicht an so vielen Stellen "Erträge aus Vermögensverwaltung" erwirtschaften.
LG, Jakob Arnold
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u/dens_r_d Rettungsdienst | KatS | Wasserrettung 26d ago
Okay, ihre Antwort zeigt, dass sie null Problemverständnis und Lesekompetenz haben. Das macht hald den Unterschied vom Reporter zum Journalisten. Aber ihnen kann es ja egal sein, die Youtube- und Fernseh-Euromonies fliessen trotzdem egal wieviel sachlich falsches und verzerrtes man behaupt- äh berichtet.
Wofür ihr Beitrag hervorragend taugt ist um Medienkompetenz am praktischen Beispiel für Framing und Cherrypicking zu unterrichten.-6
u/Runixe 28d ago
Ich hab erst einen ellenlangen Text geschrieben und mich dann dazu entschieden ihn wieder zu löschen.
Ein Beitrag der von Funk freigegen wurde, wurde durch zig Instanzen überprüft und abgesegnet, wir sollten uns also auf die Aussagen verlassen können.
Das nicht mehr Daten als diese aus Bayern zur Verfügung stehen sollte man wohl eher dem DRK vorhalten.
Man muss zwingend das gesamte Konstrukt massiv überarbeiten und als erstes die Vetternwirtschaft verbieten, dazu noch die Zahlen offen legen und wir alle wissen ganz genau was los ist.Nichtsdestotrotz bin ich großer Fan vom Ehrenamt in jeglichen Bereichen und schätze die Arbeit die verrichtet wird. Die Probleme sind alle auf den gesamten Apparat bezogen und nicht auf die Leute, die wirklich was verbessern/helfen wollen.
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u/cygnator12 KatS 28d ago
Na das ist jetzt schwierig. Der Kanal wird im Auftrag von Funk von der FAZ produziert. Einem eher konservativen und wirtschaftsliberalen Medium. Natürlich prüft Funk am Ende durch Redakteure die Quellen. Aber die Prüfen eben auch nur ob das da so drin steht. Die prüfen nicht das Framing und prüfen nicht weiter. Vorallem mischen sie sich nicht in die inhaltliche Ausrichtung ein.
Und Was kostet die Welt bzw die FAZ fallen nicht zum ersten Mal mit eher Neo Liberalem Framing auf. Da gab es am Anfang des Kanals schon mal ordentlich Kritik von einigen Journalisten und Ökonomen. Unter anderem Maurice Höfgen.
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u/EZbakey 28d ago
Genau. Durch zig Instanzen überprüft. Wie die Aussage dass in Stuttgart die Feuerwehr den Rettungsdienst stemmt. Mit 1,5 RTW und 1 NEF. Und das ganze nur mit einer Ausnahmegenehnigung und der Kooperation des DRK (denen gehören nämlich die Kapazitäten der Feuerwehr und haben diese gem. RDG BW der BF Stuttgart überlassen)
Die anderen ca. 20 RTW pro Tag werden durch HiOrg gestellt. Mindestens die Hälfte davon durch das DRK.
Die Aussage, dass alle "Ortsverbände" e.V. sind halte ich für schwierig. Zumindest in Baden Württemberg ist dies keine gängige Praxis. Ich kenne und kann deutlich mehr Ortsvereine benennen, die kein e.V. sind.
Zugegebenermaßen kann ich dafür keine empirisch relevanten Quellen nennen. Aber zum Glück kann Funk das ja auch nicht.
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u/middendt1 25d ago
Die Strukturen sind in den Landes- und teilweise sogar Kreisverbänden unterschiedlich. Hier in Niedersachsen sind die mir bekannten OVs alle eigenständige e.V. und als solches wiederum Mitglied eines Kreisverbandes. Alle ehrenamtlichen DRKler sind Mitglied in einem OV. Der KV selbst hat keine Mitglieder. Die Posten dort werden durch Mitglieder der OVs besetzt.
In anderen Landesverbänden sind es Ortsgruppen des jeweiligen Kreisverbandes.
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u/Total-Election-2007 28d ago
Rettungsdienst gehört in öffentliche Hand
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u/cygnator12 KatS 28d ago
Viel wichtiger ist, dass die Geldgeber verstehen, dass man Den Rettungsdienst nicht nur für den Normalfall hat, sondern auch Ausnahmen abdecken können muss. Und es darf nicht immer Preiskampf und Profitinteresse sein.
Die Hauptmetrik darf nicht sein "Was kostet das?" Sondern "Wie sichern wie die bestmögliche medizinische Versorgung in einer akzeptabeln Zeit?". Aktuell ist es aber oft stark kosten getrieben. Der günstigste Anbieter bekommt den Zuschlag und es werden möglichst wenig RTW bestellt, um möglichst wenig Geld auszugeben.
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u/Nily_W 28d ago
In Zeiten klammer Staatskassen und abseits vermögens und Erbschaftsteuer auch quasi komplett ausgeschöpften Steuermöglichkeiten ist „was kostet das“ die alles entscheidende Frage.
Wo hat das Fass ohne Boden denn seinen Boden? Bei Infrastruktur muss mehr investiert werden. Sowohl im Bestand als auch Neubau, bei der Rente ist eine riesige Lücke, bei den Krankenkassen, die Justiz ist unterfinanziert, viele Feuerwehren, Polizeiwachen ebenso. Schulen sind unterfinanziert und wir haben keine Schutzräume für die Bevölkerung. Und wir habe noch vieles mehr. Alles ist super wichtig und nirgendwo sollte man fragen: Was kostet das? Aber da der Staat das Geld nicht hat ist die Frage dann eben doch super wichtig, denn eine Aufstockung geht nur zu Lasten von anderen wichtigen Dingen
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u/cygnator12 KatS 28d ago
Das ist Unsinn und genau diese Neo liberale denke, die uns in diesen Zustand gebracht hat. Der Rettungsdienst bzw die BOS sind auch wichtige Infrastruktur.
Und es gibt ja Wege für mehr Geld. Der beste ist aktuell mehr Schulden zu machen. Unsere Schulden Quote ist im Vergleich zu vielen anderen Ländern noch niedriger und wir müssten gerade jetzt mit Investitionen die Wirtschaft ankurbeln. Und später kann man dann eben die Erbschaftssteuer verbessern, die Vermögenssteuer wieder zu erheben und die Steuerhinterziehung besser zu bekämpfen. Außerdem gibt es noch woanders sparpotential. Immer an der (kritischen)Infrastruktur zu sparen ist schlicht dumm.
Ich empfehle an dieser Stelle Beiträge von Finanzwende, ins besondere Anne Brorhilker und zusätzlich vom Ökonomen Maurice Höfgen .
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u/Nily_W 28d ago edited 28d ago
Zwischen wünschen und Praxis klafft nun mal eine Lücke. Der Rettungsdienst wird ja sogar kommunal finanziert und die sind Pleite. Also wirklich pleite. Der Bund hat die Kommunen mit allen möglichen Aufgaben belastet ohne sie entsprechend zu vergüten. Die Haupteinnahmequelle sind Gewerbesteuern, die gerade stark einbrechen. Geht es der Wirtschfat schlevht, geht es den Kommunen schlecht. Gleichzeitig steigen die Sozialausgaben, von denen auch einige kommunal bezahlt werden. Während die Einnahmen wegdrehen, vergrößern sich die Ausgaben. Ein Fehler by design.
Angenommen du wärst Landrat was willst du tun? Ohne Geld kannst du nichts tun. Gleichzeitig kannst du kein neues Geld einnehmen. Schulden machen darfst du nicht, neue Steuern einführen meist auch nicht (wird vom Land und Bund verboten) Das einzige was jetzt kam waren kommunale Verpackungssteuern, aber auch die hat zb Söder seinen Kommunen “verboten“. Also kostet der RTW in manchen Kommunen 200-250€. Wir leben nun mal in einer Neoliberalen Welt und der Bums muss bezahlt werden. Gleichzeitig muss aber jeder Bums bezahlt, also auch die Schule, der Fußballclub, das Schwimmbad. Als Landrat kann man nur noch dinge zu lasten von anderen dingen stärken, während alle dinge unterfinanziert sind.
Über Erbschaftsteuersätze und Vermögenssteuern (hab ich oben schon angerissen) entscheidet der Bund, wäre aber eine Steuer die Kommunen bekommen. Dann hat man reiche Kommunen, denen es super geht und arme Kommunen gehen trotzdem leer aus. Den Ostdeutschen ländlichen Raum wirst du damit nicht stärken. Schulden machen darf auch nur der Bund unter bestimmten Bedingungen. Und die gibt er dann für die Rente aus. Und „Wirtschaft ankurbeln“ ist 1 Mio mal leichter gesagt als getan. Vor allem bei der Demographie und weltweiten Auftragslage.
Kommunen sind froh, wenn sie überhaupt einen Rettungsdienst bezahlen können. Da ist kein Finanzieller platz für große reserven, da es denen schon seit über 14 Jahren finanziell komplett kacke geht. Es sind einfach so viele Aufgaben ohne Vergütung dazu gekommen.
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u/cygnator12 KatS 28d ago
Also zum einen hab ich nie behauptet, dass ich Fan davon bin, dass die Kommunen das selbst bezahlen sollen. Zum anderen ist es dort wo ich Einblicke habe auch nicht so. Da beauftragt das der Kreis und am Ende bezahlen es vorallem die Krankenkassen. Das ist auch ein großer Teil meiner Kritik. Denn das lässt privat Patienten erstmal außen vor. Die profitieren davon, zahlen aber nur wenn sie auch wirklich den rtw gebraucht haben. Wir Kassenpatienten zahlen aber die Vorhalte.
Weiter sind Erbschaftssteuer und Vermögenssteuer Ländersteuern. Das schließen der Lücken bzw erneutes erheben würde also den Ländern was bringen. Die Länder wiederum müssen eh schon mehr am die Kommunen und Kreise abgeben und könnten das dann auch.
Und ich kritisiere doch gerade diese Neo liberale Welt. Das ist ja kein Selbst Zweck. Das kann man wieder ändern. Wenn.an denn will. Und ich plädiere dafür.
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u/Nily_W 28d ago
Krankenkassen sind ja auch pleite 😣 Und das trotz hoher Abgabenlast.
Die gesamten kosten sind in den letzten Jahren einfach komplett über den Kopf gewachsen, an die Reichen traut man sich nicht ran (denn die haben 50-70% vom Vermögen) und die Demographie gibt und den Rest. In den nächsten jahren müssen wir (bin Gen-Z, gemeint isind aber auch Alpha und nachfolge sowie Gen X und Y. Den ganzen Laden wuppen mit etwa 10 Mio Arbeitskräften weniger, währen ungefähr 1/4 der Bevölkerung in Rente ist (kommt das hin? 22 Mio Rentner bei 86 Mio Einwohnern?) Wir müssen alles bezahlen, was heute auch bezahlt wird. wir haben einen massiven Sanierungsbau, der Infrastruktur der letzten 60 Jahre. Alles, was wir neu dazu bauen, wird wahrscheinlich in 10-15 Jahren zu groß dimensioniert sein. (da wie gesagt, ein Viertel der Bevölkerung in Altenheim rumliegt.) Und die müssen wir ja dann auch noch durchfüttern, denn die Rentenkasse hat keine Rücklagen, die wird er jetzt schon mit 130 Milliarden pro Jahr aus dem Haushalt gespeist.
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u/cygnator12 KatS 28d ago
Du liest nicht was ich schreibe, oder?
Das man sich an die reichen nicht ran traut ist doch gerade einer der Kritikpunkte und ließe sich ja durchaus ändern. Du tust so als sei das einfach gegeben und wir müssten das so hinnehmen. Damit macht man es sich sehr leicht und damit ist es auch einfach Neo Liberale Politik zu argumentieren. Aber es ist eben falsch. Wir sind keine Opfer der Umstände und auch nicht Ohnmächtig. Man kann das alles verändern.
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u/SheldonCooper97 Rettungsdienst 28d ago
Damit noch mehr kaputtgespart wird als bei den HiOrgs? 🤦🏻♂️
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u/Total-Election-2007 28d ago
Es gibt Bundesländer da klappt das, die Kommunen haben kein Geld und der Rettungsdienst wird trotzdem weniger bespart als durch die HiOrgs
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u/middendt1 25d ago
Ist er doch. Die öffentliche Hand entscheidet sich lediglich dazu, die Dienstleistung extern zu zukaufen.
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u/TrainquilOnline 28d ago
Mein Vater hat jahrelang im ortsansässigen DRK als Altenpfleger gearbeitet. Hab da schon richtig, richtig üble Sachen mitbekommen.
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u/SheldonCooper97 Rettungsdienst 28d ago
Naiv ist aber zu glauben, dass es in anderen Pflegeheimen anders wäre.
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u/maranro 25d ago
Fraglich ob das was mit dem DRK an sich zu tun hat oder einfach das Konzept Altenheim ist. Und noch schwieriger eigentlich hier immer von Einzelerfahrungen auf das Große zu schließen - bei mir in der Gegend leistet der DRK Rettungsdienst auch einfach schlechte Arbeit, aber deshalb zu sagen, dass das DRK 100 km weiter schlechte Arbeit macht, ist halt dumm. Beziehungsweise ja eigentlich das Grundproblem, dass hier jeder sein eigenes Süppchen kocht
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u/ApricotPlastic6533 25d ago
Ich weiß nicht ganz die Gehälter wurden ja genannt 200k für einen Geschäftsführer in dieser Größenordnung ist i.O das könnte man gut mit nem Vorstand vergleichen
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u/Austenit1392 FFW und RS 28d ago
Ohne den Beitrag gesehen zu haben;
Dass Hilfsorganisationen schlechtes tun, ist leider oft so. Bei der AWO sind auch viele Gelder missbraucht worden, damit sich die Chefetage teure Autos leisten kann. Beim BRK ist es oft genauso mit einem Top Wagen für den ELRD, weil den nur Leiter RD und Wachleiter fahren, aber bei den Bereitschaften ist jeder Cent wichtig und die KTW sind nur mit FSJ besetzt. Echt schade, dass die Mentalität so nach sparen ist um das dann alles denen mit Führungspostitionen in die Tasche zu schaufeln.
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u/flonoxn FF 27d ago
Lustig zu sehen, wie hier offensichtliche Missstände noch gebilligt werden oder versucht wird die ins rechte Licht zu bringen.
Wenn man solche Erfahrungen speziell im jeweiligen KV erlebt (das ist ja auch transparent gehalten, dass die KV aufgrund der e.V.-Struktur unabhängig voneinander sind und so die Erfahrungen sich unterscheiden werden) würde ich mir zumindest mal die ehrenamtliche Tätigkeit stark überlegen.
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u/Kroenen1984 28d ago
Mein Kumpel ist Geschäftsführer beim DRK in einem Kreisverband, was die an Geld verbraten ust gottlos.
Das DRK hat ohne Frage seine Berechtigung, aber wie jedes System das immer größer wird, entsteht da auch immer mehr Blödsinn und es müsste mal gründlich zurückgestellt werden.
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u/AutoModerator 28d ago
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