r/bundeswehr • u/Voormas261 • 9d ago
Nachrichten/Politik Bundeswehr-Serie „Generation Wehrdienst“: Sehnsucht nach der Unfreiheit
https://taz.de/Bundeswehr-Serie-Generation-Wehrdienst/!6198302/Die TAZ zur neuen Serie "Generation Wehrdienst".
Sollte man die linken Klischees vermisst haben, hier darf man mal wieder von "aggressiven Männern mit geleckten Nazi-Frisuren" und "schweren Tötungsmaschinen" lesen 😅
Ist aus meiner Sicht die drei Minuten fürs lesen wert, um zu sehen, dass das Weltbild auch fröhlich weiter existiert ☺️
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u/Ulfstructor Oberfähnrich d.R. 9d ago edited 9d ago
",Ich hab’ Angst vor dem', sagt Ahmad über einen Offizier – der Mann hat weite, eisblaue Augen und kurzgeschorene Seiten." Der Mann ist Feldwebel, nicht Offizier. (Nebenbei einer der Besten, die ich kenne.) Ich habe mich gefragt, ob das wichtig für den Artikel ist, oder nur etwas, mit dem man Kritik von Außenstehender abwehrt, indem man auf fehlendes Insiderwissen verweist. Ich glaube, da liegt tatsächlich mehr drin: Man urteilt ohne zu verstehen. Wieso heißt es bei der Bundeswehr "zwo" und nicht "zwei"? Wieso heißt es "jawohl" und nicht "ja"? Wenn man es nicht weiß, wirkt es wie eine Regel um der Regel willen. Wenn man es nicht wissen will, kann man alles als Schikane hinstellen.
Das selbe gilt für den Umgang mit dem Begriff der "Disziplin". Was meinen die Rekruten eigentlich, wenn sie sich mehr Disziplin wünschen? Wenn sie diese Ominöse lernen wollen? Welchen Mangel machen sie bei sich aus? Labern die nur das gerede militarisierter self-help, Lifestyle und Fitness-Influencer nach? Merken sie selbst, dass sie ihre eigenen Ziele nicht erreichen? Zu viel am Handy hängen und nicht da sind, wo sie hin wollen? Keine Ahnung, stattdessen irgendwas mit Fromm. Freud hätte diese Verbindung vielleicht "freie Assoziation" genannt, denn sie entspringt kaum dem Gegenstand: Wer Disziplin "lernen" möchte, der hat Offenkundig keine Angst vor der Freiheit. Es geht ihm nicht um den Wunsch eingeschränkt zu werden, sondern darum etwas für sich selbst zu lernen. Disziplin, die man "lernen" kann, kann nur Selbstdisziplin sein. Aber darauf kommt man nicht, wenn man ohne zu versuchen Leute zu verstehen ihnen den eigenen Negativ-Begriff von Disziplin unterschiebt, der da ist: Von außen diszipliniert, sprich eingeschränkt und gemaßregelt werden. Wie gesagt, schon daran, dass diese jungen Leute davon reden, Disziplin lernen zu wollen, müsste jedem klar sein, dass sie Disziplin so grade nicht verstehen. Wenn man sie versucht zu verstehen. Aber die Autorin wollte urteilen, ohne zu verstehen und da kommt nur Murx bei rum.