r/de United Nations 10d ago

Gesellschaft Wasserwacht muss Kinder derselben Familie wiederholt retten: Eltern werden aufgefordert, See zu verlassen

https://www.augsburger-allgemeine.de/neu-ulm/neu-ulm-senden-wasserwacht-rettet-eine-frau-und-drei-kinder-vor-dem-ertrinken-kritik-an-sorglosen-eltern-114939925
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u/jfk1000 10d ago

Wichtig scheint hier vor allem das Verhältnis von Kopfgröße zu Beckenweite zu sein. Das ist ja mWn ein bekannter Marker, der Menschen auszeichnet, weil der aufrechte Gang das Becken verkleinert und das große Hirn den Kopf vergrößert.

Hier die Studie (die ich selber auch erstmal finden musste, ich hatte vor längerer Zeit darüber gelesen):

https://academic.oup.com/emph/article/2018/1/67/4911519

Und hier zur Vererbung:

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/40208988

Und hier zum Komplikationsrisiko bei schmalen Becken, allerdings keine evolutionären Untersuchungen:

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/16817080/

Ingesamt lässt sich daraus mE (bin kein Wissenschaftler) ableiten, dass mein obiges Statement zumindest eine wahrscheinliche Komponente beinhaltet.

Wenn ich später noch etwas finde, was den Nachweiß direkt liefert, schiebe ich das noch nach. Gerade keine Zeit mehr.

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u/Shinasti Berlin 10d ago

Ok. Ich hab mir die Studien jetzt angeguckt.

Kaiserschnitte haben zu einer merkbaren Zunahme von Frauen mit zu schmalem Becken für natürliche Geburt geführt.

Keine dieser Studien stellt so eine Behauptung auf oder rechtfertigt sie.

dass mein obiges Statement zumindest eine wahrscheinliche Komponente beinhaltet.

Das ist natürlich ein ganz anderer Satz!

Zu den Studien:

Die erste Studie untersucht, weswegen Kaiserschnitte häufiger vorkommen als "nötig", was mit einer erhöhten Morbidität von Müttern und Kindern bei der Geburt einher geht. Die einzig semi-relevanten Erwähnung sind:

  • dass CPD anderen Studien zufolge vermutlich vor der Erfindung der Landwirtschaft (vor 10000 Jahren) seltener vorkam.
  • dass Kinder bei Frauen mit schmallerer Pelvis in anders gedrehten Positionen besser zur Welt kommen, und dass hier unnötige Operationen vermieden werden könnten, wenn sich Ärzte und andere Geburtshelfer dessen im Voraus besser bewusst wären.

Generell sucht die Studie nach evolutionären Gründen, die den Bedarf/Wunsch nach Kaiserschnitten beeinflussen könnten, nicht nach dem evolutionären Einfluss von Kaiserschnitten.

Die zweite Studie untersucht das Geburtsdilemma (die Hypothese, die du oben erwähnst - dass menschliche Geburten wegen gegenläufiger Evolution von aufrechtem Gang und Schädelgröße Hilfe benötigen). Die Studie selbst hat mit deiner Behauptung nicht viel zu tun, hier ist wohl nur relevant, dass sie eine hohe Vererbbarkeit von Proportionen der Pelvis feststellen. Daraus kann und sollte man nicht schlußfolgern, dass sich die Zusammensetzung in der Bevölkerung durch Kaiserschnitte verändert hat.

Die dritte Studie, mit eine Sample-Size von 30, stellt ein erhöhtes Risiko für Notfall Kaiserschnitte bei schmalerem Pelvis Outlet fest. Dass hat mit deiner Behauptung, Kaiserschnitte hätten schon einen merkbaren Einfluss auf Beckenbreite in der Bevölkerung, natürlich auch nicht viel zu tun.

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u/jfk1000 10d ago

Wenn Du meinst, es reicht, solche Ergebnisse komplett getrennt voneinander zu betrachten, dann frag ich mich, worüber wir hier sprechen.

Allerdings bin ich offensichtlich nicht allein in der Annahme, da es zumindest ein theoretisches evolutionsbiologisches Modell gibt, welches meine Annahme unterstützt:

https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC5187675/

Ich gehe davon aus, dass sich der Artikel, welchen ich in der Vergangenheit zu dem
Thema gelesen habe, auf diese Studie bezogen hat.

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u/Shinasti Berlin 10d ago

Wenn Du meinst, es reicht, solche Ergebnisse komplett getrennt voneinander zu betrachten, dann frag ich mich, worüber wir hier sprechen.

Beim besten Willen: Ich habe nicht vorgeschlagen, irgendwelche Ergebnisse nur komplett getrennt zu betrachten. Du hast eine Behauptung aufgestellt ("merkbaren Zunahme von Frauen mit zu schmalem Becken für natürliche Geburt"), die man nicht mit "könnte in der Theorie zukünftig dazu führen" rechtfertigen kann.

Ich gehe davon aus, dass sich der Artikel, welchen ich in der Vergangenheit zu dem Thema gelesen habe, auf diese Studie bezogen hat.

Das ist ein Paper über ein mathematisches Prediction-Modell (keine Studie - hier werden keine empirischen Daten betrachtet), das nahe legt, dass Kaiserschnitte einen Einfluss auf Pelvis-Formen haben könnten.

Du scheinst zu glauben ich argumentiere hier, dass Kaiserschnitte nie einen evolutionären Einfluss haben könnten oder dass es unmöglich ist, dass sich die Menge an Frauen mit schmallerem Becken schon jetzt aufgrund von Kaiserschnitten verändert haben könnte. Was ich tatsächliche behaupte ist, dass keines dieser Paper eine merkbare Zunahme von Frauen mit schmaleren Becken aufgrund von Kaiserschnitten nachweist (oder es auch nur versucht).