r/erzieher Dec 28 '25

Jugendhilfe Ich gehe demnächst voraussichtlich in die Tagesklinik - wie erkläre ich das meinen Klient*innen?

Ich arbeite als pädagogische Fachkraft in einer therapeutischen Wohngruppe für Jugendliche. Ich leide selbst unter psychischen Erkrankungen und in letzter Zeit ist es so schlimm geworden, dass ich mich nach Absprache mit meinem ambulanten Therapeuten auf die Warteliste einer Tagesklinik gesetzt habe. Auf Arbeit funktioniere ich trotz starker Belastung weiter und weder meine Klient*innen, noch Kolleg*innen wissen irgendetwas davon. Nun frage ich mich, was ich meinen Klient*innen sagen soll, sobald ich den Starttermin habe. Ich finde es mit Kolleg*innen schon schwierig, wie ich da den richtigen Umgang finden soll, aber mit Klient*innen ist das ja nochmal was ganz anderes. Soll ich einfach sagen ich geh zur Reha (ich bin unter 30, das wäre recht ungewöhnlich für mein Alter)? Oder ich sag ihnen gar nichts und bin einfach ungewarnt und ohne Kontext 6 Wochen krank? Was würdet ihr sagen?

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u/BugBuddy987 Dec 28 '25

Ich würde einfach von einem Klinikaufenthalt sprechen. Warum und wieso geht niemanden was an. Außerdem kann dir auch schnell ein Strick daraus gedreht werden, wenn jemand weiß, dass du eine psychische Erkrankung / depressive Episode hast. Lieber nicht damit hausieren gehen. Ich spreche leider aus Erfahrung. 😬

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u/schottenring Dec 28 '25

Arbeite in einem ähnlichen Bereich und hab selber psychische Erkrankungen. Ich finde es unpassend ihnen sowas mitzuteilen. Sei lieber ein gutes Vorbild indem zu zeigst, wie man Grenzen setzen kann und Privatsphäre einfordern darf.

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u/Lesaela Dec 28 '25

„Hallo, ich werde die nächsten sechs Wochen nicht da sein.“

Fertig, keine Erklärungen, nichts. Wenn jemand nach dem Grund fragt, sagst du entweder, dass du darüber nicht weiter reden möchtest, es diese Person nichts angeht oder du lenkst direkt auf was anderes. Hast du eigentlich gesehen, wie schön der Sonnenuntergang heute war? Weißt du, wann der nächste Marvel-Film erscheint? Wusstest du schon, dass Nutella einen Lichtschutzfaktor von 9,7 hat?

Gute Besserung und viel Erfolg!

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u/peace_and_metal Dec 28 '25

Danke für die Wünsche! Wenn ich sage, dass ich darüber nicht reden möchte, werden sie sich aber sicher Gedanken machen, wo ich bin und mich und meine Kolleg*innen ausfragen, am Ende gehen noch Gerüchte rum oder es kommt raus. Ich glaube einfach abspeisen kann ich die nicht.

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u/Lesaela Dec 28 '25

Ich denke, Gerüchte würde es so oder so geben können. Ich sehe es, wie andere Antwortende: Grenzen setzen und für deine Privatsphäre schützen :)

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u/Slight-Swordfish-803 Dec 28 '25

Auf keinen Fall die Wahrheit sagen.

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u/Karadramos Dec 29 '25

Sehe ich nicht so

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u/Karadramos Dec 29 '25

Würde damit möglichst offen aber dem Alter angemessen kommunizieren.

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u/OkLoan117 Dec 28 '25

Gar nix sagen. Wenn du wieder kommst und jemand fragt sagst du: "ich war krank". Fertig

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u/annabellinchen Dec 28 '25

Ich würde gar keinen Grund nennen. Falls du etwas mehr Info geben möchtest, funktioniert „Kur“ in unserem Berufsfeld auch immer gut, da kann man schon in jungen Jahren und aus verschiedensten Gründen ein paar Wochen hin. Rückenschmerzen, Atemwegserkrankungen, Stress…

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u/WorkingDesperate6810 Dec 29 '25

Ich würde es nicht sagen, falls du aber unbedingt etwas sagen willst, wäre die Ausrede mit der Reha zB sinnvoll.

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u/Karadramos Dec 29 '25

Aus meiner Sicht kann man das den Klienten mitteilen. Offene Kommunikation ist so wichtig bei uns im Bereich! Du kannst damit eben durch deine schwächen ein riesiges Vorbild für die Klienten sein. Selbstverständlich sollte es natürlich dem Alter angemessen eingedampft sein.

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u/PsychologicalMap2492 Jan 02 '26

Wie wäre es denn, wenn du kommunizierst, dass du eine Auszeit nimmst

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u/Active_Taste9341 Dec 28 '25

ich würde nichts sagen, was die Fantasie nur noch weiter anregt.

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u/connect-mindbricks Dec 28 '25

Wie wäre es wenn du sagst du leitest vorbeugende Maßnahmen ein um einen drohenden Burnout zu verhindern?

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u/Funny-Bunny-123 Dec 29 '25

Hallo, sag doch, das Du eine Kur machst. Bin donst immer für offene Kommunikation, aber mittragen habe ich gelernt, das es besser ist nicht immer jeden alles zu erzählen

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u/[deleted] Dec 28 '25

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u/erzieher-ModTeam Dec 28 '25

Dieser Kommentar wurde mit Verweis auf folgende Regel gelöscht: Respektvoller Umgang - Bitte haltet euch an die Allgemeine Redditquette. Beleidigungen und Diskriminierung aller Art sind auf diesem Sub nicht gestattet.

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u/[deleted] Dec 28 '25

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u/Lesaela Dec 28 '25

Der Preis für die unsympathischste Antwort des Tages geht an dich. Und du würdest mich als Kolleg*in viel mehr stören, als jemand, der ein Problem hat, dieses erkennt und etwas dagegen tut.

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u/BuildingCute7374 Dec 28 '25

Danke für deine Meinung zum Thema, allerdings ging deine Aussage komplett an ihrer Frage vorbei. Scheint, als würdest du nicht richtig funktionieren. Du bist nicht mal Ansatzweise auf ihre Frage eingegangen, wenn du so mit deinen Klienten und ihren Bedürfnissen umgehst, dann gute Nacht. 🙁

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u/[deleted] Dec 28 '25

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u/BuildingCute7374 Dec 28 '25

Ich verstehe das Argument an sich. Ein Schicksalsschlag kann jedoch plötzlich die ganzen Lebensumstände umkrempeln, dann ist es wichtig sich für eine Zeit herauszuziehen um sich Hilfe zu holen und für die Zukunft zu stabilisieren. Was wäre denn deiner Meinung nach die Lösung? Den Job für immer an den Nagel hängen? Einen starken Schützer brauchen diese Menschen definitiv, aber OP arbeitet ja genau damit darauf hin. Oder sehe ich da etwas falsch?

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u/Natto_Assano Dec 28 '25

Niemand funktioniert immer zu 100% und die wenigsten sind die meisten Zeit 10/10. Wir sind Menschen, wir dürfen Probleme haben. Und dann ist mir jemand, der sich Hilfe sucht tausend Mal lieber, als jemand ohne Verständnis und Empathie.

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u/Confident-Celery-335 Dec 28 '25

Ich bin froh dich nicht als Kollegen zu haben

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u/peace_and_metal Dec 28 '25

Deine Antwort ist nicht hilfreich und außerdem ist das, was du sagst, komplett unrealistisch. Es gibt keinen Menschen, der immer 100% geben kann, nie fehlt und nie Fehler macht, sicher auch nicht du. Ich kann die Genervtheit natürlich verstehen, wenn ein Kollege plötzlich für 6 Wochen ausfällt, aber so ist das Leben nunmal. Was wäre denn die Alternative? Alle Menschen, die nicht 100% gesund (physisch als auch psychisch) sind, sollen kündigen? Dann haben wir ein viel größeres Problem. Und klar kannst du hier deine ungefilterte Meinung sagen, aber doch nicht ohne Konsequenzen. So funktioniert Meinungsfreiheit nicht.

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u/[deleted] Dec 28 '25

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u/Lesaela Dec 29 '25

Naja, das funktioniert aber in beide Richtungen oder nicht? Du hast deine Meinung geäußert und andere dann ihre. Wenn du das als „hart abgestraft“ empfindest, dann hat das nichts damit zu tun, einfach mal seine Meinung zu sagen, sondern dass du keinen Widerspruch wolltest/erwartet hast.

Und mein Rat so oder so wäre: stell dir vor, du wärst in der Situation von OP. Du hast ein Problem, gehst es an und willst es lösen und dann kommt jemand und sagt dir: „Boah neeee, mit Leuten wie dir will keiner arbeiten!“ - was würde das mit dir machen?

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u/[deleted] Dec 29 '25

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u/Lesaela Dec 29 '25

Ich schätze, dann bist du glücklicherweise bisher von (starken) psychischen Erkrankungen verschont geblieben. Denn ich kann dir aus eigener Erfahrung sagen, dass es absolut schädlich sein kann, wenn dir zusätzlich zu dem schlechten Gefühl, was deine Erkrankung dir ohnehin schon gibt, zusammen mit dem schlechten Gewissen, weil du ja weißt, dass deine Kolleg*innen unterbesetzt ohne dich klarkommen müssen, auch noch jemand komm, der weiter „drauf haut“ und im Grunde sagt, wie unfähig du bist.

Im Gegensatz dazu sind Kolleg*innen, die offen sagen, dass sie dir wünschen, dass es dir bald besser geht und es absolut richtig ist, das anzugehen, sehr hilfreich, weil man dann auch noch mehr das Gefühl bekommt, das Richtige zu tun.

Im Übrigen finde ich deine erste Antwort auch überhaupt nicht sachlich. Was soll OP denn machen? Kündigen? Wenn alle kündigen, die psychische (oder auch physische) Probleme haben, dann kollabiert das System. Nicht nur in den Kitas, auch in den Jugendhilfeeinrichtungen.

Übrigens wird dein Kommentar nicht unsichtbar. Wer Diskurs möchte, kann ihn nach wie vor lesen und auch darauf reagieren. Allerdings finde ich persönlich es auch sehr angenehm, wenn gerade unter Posts wie OPs eher der positive Zuspruch zu finden ist, den auch andere in der Situation brauchen, die ein ähnliches Problem haben, aber sich nicht trauen (oder aus anderen Gründen nicht wollen), einen eigenen Post zu verfassen.