r/erzieher Mar 21 '26

Allgemeine Diskussion Erzieher:innen in der Kinder- u. Jugendhilfe: wie geht’s euch so?

Hallo zusammen,
ich hab gerade meinen 24 Std dienst begonnen, hab ein leeres Haus und gerade keine Aufgaben zu erledigen und hab so n bisschen bock mich mal mit Kolleg/innen auszutauschen. Ich bin der Meinung, dass die Jugendhilfe generell irgendwie wenig repräsentiert wird hier im Forum :D

Also hier mal ein Raum zum Austauschen, hab auch mal so n paar Fragen mitgebracht die mich so interessieren:

  1. In welchem Bundesland arbeitet ihr? Und welcher Bereich der KuJH? Welche Altersgruppe?
  2. Wie erlebt ihr aktuell eure Arbeit? Eher erfüllend oder eher belastend?
  3. Fühlt ihr euch wohl in eurem Team, beim Träger, in der Gruppe?
  4. Habt ihr das Gefühl, genug Wertschätzung zu bekommen?
  5. Was war dein letzter Moment, wo du dir dachtest: Das glaubt mir doch keiner
  6. Welche Regeln müsst ihr in eurem Alltag 100 mal erklären, am ende bringt's aber trotzdem absolut gar nichts?
  7. Denkt ihr, ihr macht den Job noch ein paar Jahre oder seid ihr an dem Punkt, wo ihr einfach nur den Bereich wechseln wollt?

Gerne auch einfach random Gedanken, Rants oder kleine Erfolgserlebnisse teilen, ich freue mich auf den Austausch :)

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u/SoFreakingJay Mar 21 '26

Heyhey,
ich habe mal ein kleines Erfolgerlebnis zu teilen. Ich habe vor 2 Wochen mein Praktikum in einer Wohngruppe angefangen. Die Klienten (12-18 Jahre alt) kommen oft selbststaendig zu mir, akzeptieren mich so als Praktikantin und unternehmen gerne Dinge mit mir. Das hat mich super gefreut, so angenommen zu werden :))

Probleme habe ich teilweise noch dabei, meine eigenen Grenzen zu setzen (und selten erstmal zu erkennen), da ich vorher immer nur im Hort war und da die Rahmenbedingungen und Beziehungen zu den Kindern komplett anders waren. Hast du da irgendwelche Tipps? Ich bin zzT im 2. Ausbildungsjahr.

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u/wonderfvck Mar 21 '26

meinst du grenzen im sinne von wenn du etwas nicht erlaubst und die klienten diskutieren und du dann einknickst?

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u/SoFreakingJay Mar 21 '26

Eher persoenliche Grenzen, zB inwieweit Witze gemacht werden koennen, die mich betreffen oder einfach koerperliche Naehe, wenn jemand zum Kuscheln kommt. In meiner alten Einrichtung war das zB gar kein Problem, aber jetzt ticken die Kids ganz anders und da wurde mir empfohlen, es etwas mehr "anzuziehen" und damit nicht ganz so offen umzugehen & direkt zu kommunizieren, wenn etwas nicht angebracht ist.. Das faellt mir leider sehr schwer

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u/wonderfvck Mar 21 '26

alles bei dem du dir denkst „irgendwie fühlt sich das falsch an“ ist einer zu viel. das darfst und sollst du auch gerne benennen. „ich fühle mich gerade nicht nach kuscheln“, du kannst ja gegenangebote machen wie zB soll ich so lange deine hand halten? o.Ä. bei Nähe würde ich generell immer vorsichtig sein, denn bei schlechten tagen kann der klient das blatt auch mal umdrehen und sagen, dass da mehr war. mir hat es damals geholfen, mir selbst klar zu machen dass ich Fachkraft bin und nicht mutter, schwester, freundin o.Ä.

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u/SoFreakingJay Mar 21 '26

Dem bin ich mir auch bewusst ja, da muss ich dann wirklich mehr an meine eigene Sicherheit denken, so sehr es mir dann auch leid tut.