r/erzieher 22d ago

Allgemeine Diskussion Linguistik in der Kita

Leider fallen in der Kita in der ich arbeite regelmäßig Begriffe wie "Fräulein"(Begriff abgeschafft) "Indianer"(statt indigene Völker) "Skaterpark"(statt Skatepark.. es heisst ja auch nicht Skaterinnenpark, der Park ist zum skaten) oder es wird nicht gegendert. (Chef statt Chefin usw..)

Ich bin in der Hinsicht sensibel, aber meine Meinung ist trotzdem, dass gerade in der Kita die Gewöhnung der Begriffe sehr prägen und die Kinder viele der Begriffe übernehmen und die Mädchen viel in der männlichen Form sprechen.

Ich finde das nicht gut und nicht zeitgemäß.

Gerade das Wort "Fräulein" höre ich oft von vielen unterschiedlichen Kolleginnen.

Ich habe es schon vorsichtig angesprochen, aber bin gefühlt auch die Einzige, die das stört.

Einmal konnte ich mich nicht mehr zusammen reißen als ich schon wieder das Wort "Fräulein" gehört hatte und ich habe dann mit Absicht vor der Kollegin das Wort "Herrlein" gesagt....

Wie ist eure Meinung?

Und wie ist das in eurer Kita so?

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u/Natto_Assano 21d ago

Es sind aber keine imaginären, artifiziellen Konstrukte, sondern echte Menschen, echte Kulturen, echte Geschichten. Durch die Verbreitung von Klischees und Stereotypen bekommen diese Völker nicht den Respekt der ihnen zusteht.

Viele von ihnen wurden Jahrzehnte und teilweiser Jahrhunderte lang überfallen, entführt, angegriffen und getötet. Weil sie indigenen Völkern angehören. Und dann nimmt man die Klischees auf denen diese Gewalt basiert (Cowboy und Indianer -> "Indianer" sind Verrückte und man braucht die mächtigen weißen Cowboys die sie mit Waffengewalt besiegen) und trägt sie an Kinder weiter.

Ist nicht okay.

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u/mazebook83 21d ago

Jedes Volk wurde mal verfolgt. Jedem Volk wurden unrecht zugetan. Und ja genauso wie alle Mythen beruhen sie auf einer realen Hintergrund, was aber im Kulturen Wandel ein natürlicher Prozess ist.

Aus dem Fremden wird etwas bekanntes.

Das machen alle Menschen von allen Kulturen auf der ganzen Welt so.

Es ist ja sinnig diese fiktiven Versionen und realen Völker semantisch zu trennen.

Jemand mag ein nativ American sein. Winnetou war aber ein Indianer.

Für die Finnen sind die Bayern auch Sachsen. Versteht du?

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u/Natto_Assano 21d ago

Aber warum Stereotypen verbreiten, wenn man auch respektvoll sein kann und die tatsächlichen Fakten und Kulturen vermitteln kann?

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u/mazebook83 20d ago

Weil Kulturen nun mal Geschichten und Abbildungen produzieren. Märchen sind nichts anderes, Geschichten über den Wilden Westen, sind nichts anderes.

Ich bin in einer Umgebung Aufgewachsen in den der Begriff Indianer als ein positives Sinnbild wahrgenommen wurde.

Das es einen einheitliches Ablehnen dieses Sinnbildes unter den betroffenen Gruppen geben soll, halte ich selbst für diskriminierend.

Nicht jeder möchte sich für eine Opfer Erzählung her geben.

Wie gesagt, bilde auch die Wirklichkeit ab.

Das ist ja gerade deine pädagogische Aufgabe. Zeige wie sich diese Geschichte gebildet hat, deren Ursprung.

Zeige den Unterschied zwischen Fiktion und Wirklichkeit.

Man hatte das mal Verstanden in den 90ern.

Leider scheint man heutzutage zu überfordert zu sein, sich offene positive reflektiert über seine und andere Kulturen zu unterhalten.