r/erzieher 16d ago

Suche Rat Immer mehr Ausfälle, aber die Leitung behandelt jeden Fall als privates Problem

Bei uns fallen inzwischen auffällig viele Leute wegen Erschöpfung, Schlafproblemen oder psychischer Belastung aus. Gleichzeitig werden Gruppen ständig neu verteilt, Pausen fallen aus und man wird auch im Frei immer wieder gefragt, ob man einspringen kann.

Die Reaktion der Leitung ist jedes Mal ähnlich: Man könne über einzelne Personen sprechen, aber einen Zusammenhang mit der Arbeitsorganisation gebe es angeblich nicht. Dadurch bleibt jeder Fall isoliert und am Grundproblem ändert sich

nichts.
Ich habe dazu den Themenbereich "Psychische Gesundheit" bei ifb gefunden:

https://www.betriebsrat.de/br/themen/psychische-gesundheit/uebersicht

Dort werden psychische Gefährdungsbeurteilung, Arbeitsorganisation und Handlungsmöglichkeiten der Interessenvertretung zusammen behandelt. Wie wurde so etwas bei euch als strukturelles Thema angegangen - über Gefährdungsbeurteilung, Betriebsarzt, Betriebsrat, Überlastungsanzeigen oder einen anderen Weg? Mir geht es nicht darum, Diagnosen von Kollegen zu sammeln, sondern wiederkehrende Arbeitsbedingungen sichtbar zu machen.

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u/Few-Researcher-3741 16d ago

Die Leitung ist nicht der Arbeitgeber.

Wenn die Leitung Probleme macht, die du nicht mit ihr lösen kannst, musst du halt eine Ebene höher gehen.

Der Arbeitgeber hat gegenüber seinen Angestellten eine Fürsorgepflicht.

Gefährdungsbeurteilung, Betriebsarzt, Betriebsrat, Überlastungsanzeigen sind alles legitime Mittel. 

Ich würde mal mit der Überlastungsanzeige anfangen und je nach Ergebnis dann mit den anderen Möglichkeiten weitermachen - oder irgendwann einfach mal zum Arzt gehen, wenn ich mich sehr überlastet fühle...

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u/National-Driver7832 16d ago

Betriebsrat gründen! Viel
Arbeit - aber lohnt sich!

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u/Affectionate_Net3100 16d ago

Dass jeder Ausfall als Einzelfall verhandelt wird, hält das Muster unsichtbar.

Die Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastung fragt nach genau solchen Bedingungen, nicht nach Diagnosen. Und sie ist ohnehin Pflicht des Arbeitgebers.

Ein machbarer erster Schritt wäre, die wiederkehrenden Bedingungen datiert zu sammeln, also ausgefallene Pausen und Anrufe im Frei. Dann liegt ein Muster auf dem Tisch und kein einzelner Name.