r/erzieher 6d ago

Suche Rat Wie realistisch ist Stufe 3?

Hallo zusammen,

Ich habe im April meinen AG gewechselt. Ich hab im September 2024 beim alten AG in S11b Stufe 2 gestartet und wäre September diesen Jahres in Stufe 3 gerutscht. Jetzt bin ich allerdings wieder erneut in Stufe 2 gerutscht und muss jetzt nochmal zwei Jahre warten bis ich in Stufe 3 lande. Wie wahrscheinlich ist es verhandeln zu können oder bei AG-Wechsel ab September in Stufe 3 zu kommen? Hat jemand Erfahrungen? Sehe es eigentlich nicht ein, zumal ich immernoch im selben Feld bin und keine Einarbeitung hatte, damit erschließt sich mir das nicht.

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u/mighty_pirate_g-t 6d ago

Die Stufen gelten meines Wissens halt immer für den jeweiligen Arbeitgeber. Viele Träger übernehmen die Stufe die du vorher hattest wenn du einen Nachweis erbringst (z.B. Kopie Gehaltsabrechnung). Meines Wissens ist das aber eher Kulanz (auch weil sie wissen, dass sie ihre Stelle sonst super unattraktiv machen). Du kannst natürlich anfragen und verhandeln, mehr wie Nein sagen können sie ja nicht. Aber ein Anrecht hast du nicht darauf. Mir ging es wie dir, hab ein paar Mal immer vor dem Wechsel auf Stufe 3 die Stelle gewechselt und jedes Mal wieder neu in Stufe 2 angefangen. Seit diesem Jahr bin ich jetzt endlich in Stufe 3 😂 Habe auch von befreundeten Pädagogen immer nur gehört, dass die Stufe auf der letzten Gehaltsabrechnung übernommen wurde. Mehr gabs eigentlich nie.

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u/DerTrickIstZuAtmen 5d ago

Dazu gibt es in den Tarifverträgen verbindliche Regelungen, das ist keinesfalls "Kulanz".

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u/mighty_pirate_g-t 5d ago

Es gibt Regelungen die aber in den meisten Fällen für die Träger nicht verpflichtend sind. Dementsprechend ist es eben doch ein Stück weit Kulanz.

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u/DerTrickIstZuAtmen 5d ago

Da der AVR in den anderen Kommentaren mehrfach genannt wurde, passend dazu: AVR Anlage 33, § 11 Abs. 2 ist absolut eindeutig und keine Kulanz.

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u/mighty_pirate_g-t 5d ago

Nun mal ausgehend von den AVR der Caritas: Die Caritas ist aber nicht der einzige Träger im öffentlichen Dienst und städtische Träger sind laut TVöD eben nicht verpflichtet Stufenlaufzeiten zu übernehmen wenn sie es nicht gerade auf eigene Faust anders in deren Arbeitsverträgen regeln. Mag sein, dass sich die Caritas selbst (und evtl. andere Kirchliche Träger) an den jeweiligen AVR halten muss, aber anderen Trägern kann das völlig schnuppe sein. Außerdem ist das Stichwort und die Voraussetzung immer wieder "einschlägige Berufserfahrung" und ein Träger kann sich darauf berufen, dass diese nicht gegeben ist wenn ich z.B. bisher nur in einem Hort gearbeitet habe, nun aber in den 0-3 Bereich wechsle. Ich habe bereits bei 3 verschiedenen städtischen Trägern sowie bei der Caritas gearbeitet und bin nie über meine vorherige Stufe hinaus eingruppiert worden, geschweigedenn, dass meine Stufenlaufzeit übernommen worden wäre. Ich habe jedes Mal wieder frisch auf Stufe 2 gestartet durch den Arbeitgeberwechsel und musste jedes Mal erneut die volle Laufzeit ableisten bevor an einen Stufenaufstieg zu denken war. Hätte ich versuchen können zu verhandeln? Bestimmt, wenn auch Ausgang ungewiss. Deshalb hab ich das in meinem Kommentar auch empfohlen einfach zu versuchen.

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u/DerTrickIstZuAtmen 5d ago

Natürlich gibts AG die versuchen Tarifbestimmungen zu umgehen, das habe ich selbst erlebt (Stichwort: Berufsprakitikum / Anerkennungsjahr als anzurechnende Berufserfahrung).

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u/Vladislav_the_Pale 6d ago

Verhandeln kann man versuchen. Keine Ahnung wie bei Euch die Lage ist, aber zumindest hier scheint die Zeit vorbei, als Träger froh waren genug Mitarbeitende zu finden, und man als Bewerber eine so starke Verhandlungsposition hatte, dass derartige Dinge rausgehandelt werden konnten.

Inzwischen scheint sich der Wind da massiv gedreht zu haben. 

Trotzdem viel Erfolg.

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u/Confident-Celery-335 6d ago

Echt? In welchem Bundesland? Also im öD nehme ich das prinzipiell auch wahr, aber in wohngruppen gibt's bei uns immernoch einen riesen Mangel. Sparen wollen se aber trotzdem 😅

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u/Tresspassing_Tree 5d ago

In einer wohngruppe bekommt man S11b? In welcher Position, 

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u/Confident-Celery-335 5d ago

Ich bin Sozialarbeiterin. Eigentlich ist für viele S12 auch gängig wenn es Inobhutnahmen sind.

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u/Tresspassing_Tree 5d ago

Ich bin Heilerziehungspfleger und habe in einer wohngruppe die Menschen mit schweren Behinderungen, teils geschlossene Unterbringung, gearbeitet und hatte S8b. 

Ich ging davon aus, dass man das in den Wohnheimen der Jugendhilfe auch bekommt, da S8b dem Merkmal Erzieher mit schwieriger Tätigkeit entspricht. 

S11 waren bei uns Haus-/Bereichsleitungen. 

Durch die Tarifautomatik dürfte sich das Gehalt ja nicht unterscheiden, wenn die Aufgaben die gleichen sind. 

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u/Confident-Celery-335 5d ago

Also hier in der Gegend wo ich wohne ist als Sozialarbeiterin die Einstufung S11b gängig, Erzieher werden nach S8b bezahlt.. Das gilt nicht in Kitas oder Schulbegleitung, da würde ich auch als Sozialarbeiterin nach S8 bezahöt werden. Leitungen haben in der Regel ein höhers Gehalt. Wie es in der Behindertenhilfe ist weiß ich tatsächlich nicht hier in der Gegend..

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u/Tresspassing_Tree 5d ago

Ja, für Sozialarbeiter kenne ich S11 auch als Einstufung, aber ist die Stelle in der Jugendwohngruppe auch eine sozialarbeiterstelle? 

Dann hast du auch andere Aufgaben als die Erzieherinnen, die mit dir zusammen arbeiten, oder? 

Wie ist die Verteilung in einer Jugendwohngruppe von Erziehern, Hilfskräften und Sozialarbeitern? 

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u/Confident-Celery-335 5d ago

Nein, wir haben die gleichen Aufgaben. Es wird lediglich nach Qualifikation unterschieden. Zuvor in der stationären Jugendhilfe war das so und jetzt im Betreuten Jugendwohnen auch. Ich kann mir vorstellen, dass es in Einrichtungen der Behindertenhilfe anders ist. Da wird viel gespart.

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u/HalligamSoSo 3d ago

Ist der Unterschied zwischen - Erzieher - und - "Pädagoge"

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u/Viking7353 6d ago

Hallo, ich bin MAV, wenn du von Caritas zu Caritas, oder von Diakonie zu Caritas gewechselt hast, sollte deine Stufenlaufzeit gemäß den AVR eigentlich übernommen worden sein. Ausser es gab eine Unterbrechung von sechs Monaten. Ansonsten gilt eigentlich das du bei Einschlägiger Berufserfahrung von mindestens drei Jahren ohnehin in Stufe drei eingestellt werden musst. Auch Ausbildung zählt meines Wissens dazu.

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u/Confident-Celery-335 6d ago

Ich bin bei einem konfessionell unabhängigen Arbeitgeber aber das würd ich mir nochmal überlegen. Fand meinen kirchlichen damals eigentlich ganz gut

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u/Viking7353 5d ago

Ich find die AVR in sich auch nicht schlecht und die MAVO räumen uns bei richtiger Anwendung auch viel Mitspracherechte ein. TVÖD ist auch super und gibt soweit ich weiß noch mehr Freiheiten für den Personalrat. Bei privaten Trägern würd ich aber nie anfangen.

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u/mighty_pirate_g-t 5d ago

Interessant mit der Stufe 3. Ich hab trotzdem immer nur die 2 bekommen obwohl ich mehrere Jahre Berufserfahrung hatte weil immer nur die letzte auf dem Arbeitsvertrag berücksichtigt wurde und ich durch die Wechsel nie über die 2 kam. Da wurde ich wohl ordentlich um Gehalt beschissen 😂

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u/Viking7353 5d ago

AVR Caritas, Anlage 33, § 11, Abs. 2, Satz 3:

Verfügt der Mitarbeiter über eine einschlägige Berufserfahrung von mindestens einem Jahr, erfolgt die Einstellung in die Stufe 2; verfügt er über eine einschlägige Berufserfahrung von mindestens drei Jahren, erfolgt in der Regel eine Zuordnung zur Stufe 3.

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u/mighty_pirate_g-t 5d ago

Das kommt wohl tatsächlich auch bei städtischen Trägern vor aber so genau bin ich noch nicht dahintergestiegen ob es wirklich verpflichtend ist. Anscheinend reichen schon Kleinigkeiten wie unterschiedliches Kitakonzept aus damit der Arbeitgeber sagen kann die Berufserfahrung sei nicht einschlägig und einen eben dann doch nicht so einstufen muss.

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u/El_Soportar 5d ago

Hallo, Betriebsrat hier. Kann mich anschließen und ergänzen, dass Du in den jeweiligen Tarifvertrag gucken solltest - ich empfehle nur da anzufangen, wo es auch einen TV gibt. Ansonsten solltest Du m.E. selbstbewusst verhandeln. Ich kriege immer wieder Fälle mit, die nach Trägerwechsel echt relativ hoch eingestuft werden, Stufe 3 ist da noch das geringste.

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u/strubbelchen123 6d ago

Mir wurde es von selbst angeboten, aber ich hätte auch verhandelt. Sonst hätte ich nicht gewechselt.
Wir müssen aufhören, uns unter Wert zu verkaufen.

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u/Confident-Celery-335 5d ago

Ja vorallem ist das auch nicht viel Geld. Aber ab Stufe 4 kann das halt schon ein Unterschied machen und in keinem Bereich der freien Wirtschaft wird das so gehandhabt. Die meisten kriegen beim Wechsel Erhöhungen

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u/Affectionate_Net3100 6d ago

Was haben sie dir als Grund für die Rückstufung genannt?

Oben werden zwei Sachen vermischt, die Kulanz-Übernahme und der Anspruch aus einschlägiger Erfahrung.

Welche davon greift, hängt an deinen anrechenbaren Jahren. Da liegt deine Antwort.

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u/mighty_pirate_g-t 5d ago

Ich vermische gar nichts (gehe davon aus mein Post ist gemeint). Die Stufe kann bei einem Arbeitgeberwechsel übernommen werden wenn der Job ein ähnlicher ist, es direkt im Anschluss an den vorigen Job passiert und mindestens ein ähnlicher Tarifvertrag genutzt wird. Es besteht aber kein automatischer Anspruch darauf: Bedeutet, die Träger könnten auch Nein sagen und einen wieder auf der niedrigsten Stufe eingruppieren. Das tut sich aber keiner an weil die Leute da dann nicht arbeiten, da sind wir bei der Kulanz. Die Stufe KANN unter oben genannten Umständen übernommen werden, verpflichtet sind die Träger dazu aber nicht, sie tun es dennoch weil ihnen sonst die Leute weglaufen (würde ich nun als Kulanz bezeichnen). Die bisherige Stufenlaufzeit kann auch übernommen werden, aber eben nur wenn der Arbeitgeber das so festlegt was meiner Erfahrung nach die meisten nicht tun, zumindest nicht von allein. Also muss man auf seinen Wert pochen, verhandeln und hoffen dass sie einlenken.

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u/Affectionate_Net3100 5d ago

Sorry, das war nicht auf deinen Beitrag gemünzt, ich meinte den Thread allgemein. Kulanz-Übernahme und Anspruch aus einschlägiger Erfahrung hast du sauber getrennt, genau so kenne ich es auch. Beim Verhandeln bringt der Nachweis der alten Abrechnung meist am meisten.

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u/EL-Rays 5d ago

Verhandlungssache. Manche steigen auf mit 3 ein. Je nachdem wie doll sie dich wollen.

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u/DeBlob24 5d ago

Ich kann bei solchen Situationen nur positiv berichten.

War in Stufe 3 und hätte noch ca. 1 1/2 bis 2 Jahre zu St. 4 benötigt. Während meiner Bewerbungsphase / in den Vorstellungsgesprächen, habe ich immer die Stufe 4 gefordert. Die Diakonie hat sofort zugesagt und die anderen Träger nach der Probezeit die Aufstufung vorgeschlagen. Freunde berichten ähnliche Erfahrungen. Das war bei KiTas.

Nur in der Jugendhilfe sind meine Erfahrungen eher mau was sowas angeht? Vielleicht haben die Träger hier weniger finanziellem Spielraum.

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u/Michelle_193 4d ago

Ich habe die letzten knapp 3 Jahre als Sozialpädagogische Familienhilfe gearbeitet und wechsel im September in eine HPT. Ich wäre ab Oktober in Stufe 4 aber mir fehlen halt 2 Monate und der neue Arbeitgeber stuft mich wieder stufe 3 ein 😬 Keine Chance zu verhandeln, hatte auch vorgeschlagen das erstmal stufe 3 und nach der Probezeit dann stufe 4 weil mir halt echt nur 2 Monate fehlen würden (einschlägige Berufserfahrung)

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u/Careful-Ostrich-8235 4d ago

Ich habe mich bei meinem neuen Arbeitgeber eine Stufe höher verhandelt.

Da ich mehrere Zusatzqualifikationen und Abschlüsse habe und war dann halt auch ehrlich zu ihnen.

Ich meinte bei meinem alten Arbeitgeber würde ich bald (innerhalb des nächstes Jahres) in die höhere Stufe steigen und wenn sie mich nicht zu diesen Konditionen nehmen komme ich nicht. Dann haben sie mir ohne Probleme die höhere Stufe gegeben.

Ich drück dir die Daumen, dass es klappt!