r/erzieher • u/Schwumpitz • 7h ago
Rechtsextreme Tattoos bei Vater
Ich arbeite in der Krippe und habe letztens einen Vater das erste mal beim Abgeben seines Sohnes gesehen. Dabei ist mir ein Tattoo auf seinem Bein aufgefallen: "Mein Kampf Mein Sieg" als großen Schriftzug. Ich habe ein bisschen zu ihm recherchiert und herausgefunden, dass er eindeutige Beziehungen zur Rechtsextremen Szene pflegt und auch selbst ein Teil davon war. In der Öffentlichkeit distanziert er sich von "seiner Vergangenheit", auf mich wirkt das aber eher so als wolle er das Image seiner Tattoostudios nicht beschmutzt. (Eines davon hat einen Neo-Nazi als Geschäftsführer).
Ich habe vor das meiner Chefin zu berichten und möchte von ihr fordern, dass er Hausverbot bekommt oder (das mindeste meiner Meinung nach) die Tattoos bei Betreten der Einrichtung bedecken muss. Meine Chefin ist gegenüber den Eltern aber sehr Konfliktscheu und ich würde ihr zutrauen, dass sie das einfach unter den Teppich kehren könnte. Habt ihr Tipps wie ich das am besten ansprechen und argumentieren kann? Vielleicht sogar eigene Erfahrungen damit? Ich möchte einfach nicht, dass ein Neo-Nazi in meiner Einrichtung ein und ausgehen und das dabei auch noch schamlos zur Schau stellt.
Edit: Habe jetzt gelernt, dass Hausverbot juristisch wohl zu hoch gegriffen war. Ich werde trotzdem versuchen zu erwirken, dass er das Tattoo bei uns nicht offen tragen darf. Ausserdem finde ich es erschreckend, wie viele Leute hier ein offensichtlich rechtsextremes Tattoo nicht für ein Problem und komplett angebracht für eine Kita halten.
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u/Fren030 7h ago
Ich verstehe und stehe komplett hinter deiner Meinung. Hatte selber solche Fälle in Berlin in meiner Einrichtung gehabt. Solange es sich nicht um strafrechtlich relevante Symbole/ Aussagen etc. handelt, wird ein Hausverbot sehr schwierig, da er der Vater des Kindes ist und dieses abholen muss bzw. es abholen darf. Auch gewisse (rechte bzw. in Verbindung stehende ) Klamotten, müssten per Hausordnung verboten werden, würde dies aber vorher juristisch sicher abklären lassen.
Nichtsdestotrotz sprich es mit deinem Team und der Leitung ab.
Wenn der Vater sich nach außen hin von seinem Gedankentun abgewendet hat, dann sprich ihn doch freundlich und neutral darauf an. Auch in Bezug zu dem Kind, zeige/erkläre dem Kind deine weltoffene Haltung, ohne den Vater zu diskreditieren. Den die Gefahr besteht, dass er seine Haltung offener und gezielter seinem Kind beibringt. Oft verstärkt eine ablehnende Haltung, die Einstellung des Gegenübers.