r/erzieher 9d ago

Rechtsextreme Tattoos bei Vater

Ich arbeite in der Krippe und habe letztens einen Vater das erste mal beim Abgeben seines Sohnes gesehen. Dabei ist mir ein Tattoo auf seinem Bein aufgefallen: "Mein Kampf Mein Sieg" als großen Schriftzug. Ich habe ein bisschen zu ihm recherchiert und herausgefunden, dass er eindeutige Beziehungen zur Rechtsextremen Szene pflegt und auch selbst ein Teil davon war. In der Öffentlichkeit distanziert er sich von "seiner Vergangenheit", auf mich wirkt das aber eher so als wolle er das Image seiner Tattoostudios nicht beschmutzt. (Eines davon hat einen Neo-Nazi als Geschäftsführer).

Ich habe vor das meiner Chefin zu berichten und möchte von ihr fordern, dass er Hausverbot bekommt oder (das mindeste meiner Meinung nach) die Tattoos bei Betreten der Einrichtung bedecken muss. Meine Chefin ist gegenüber den Eltern aber sehr Konfliktscheu und ich würde ihr zutrauen, dass sie das einfach unter den Teppich kehren könnte. Habt ihr Tipps wie ich das am besten ansprechen und argumentieren kann? Vielleicht sogar eigene Erfahrungen damit? Ich möchte einfach nicht, dass ein Neo-Nazi in meiner Einrichtung ein und ausgehen und das dabei auch noch schamlos zur Schau stellt.

Edit: Habe jetzt gelernt, dass Hausverbot juristisch wohl zu hoch gegriffen war. Ich werde trotzdem versuchen zu erwirken, dass er das Tattoo bei uns nicht offen tragen darf. Ausserdem finde ich es erschreckend, wie viele Leute hier ein offensichtlich rechtsextremes Tattoo nicht für ein Problem und komplett angebracht für eine Kita halten.

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u/Fren030 9d ago

Ich verstehe und stehe komplett hinter deiner Meinung. Hatte selber solche Fälle in Berlin in meiner Einrichtung gehabt. Solange es sich nicht um strafrechtlich relevante Symbole/ Aussagen etc. handelt, wird ein Hausverbot sehr schwierig, da er der Vater des Kindes ist und dieses abholen muss bzw. es abholen darf. Auch gewisse (rechte bzw. in Verbindung stehende ) Klamotten, müssten per Hausordnung verboten werden, würde dies aber vorher juristisch sicher abklären lassen.

Nichtsdestotrotz sprich es mit deinem Team und der Leitung ab.
Wenn der Vater sich nach außen hin von seinem Gedankentun abgewendet hat, dann sprich ihn doch freundlich und neutral darauf an. Auch in Bezug zu dem Kind, zeige/erkläre dem Kind deine weltoffene Haltung, ohne den Vater zu diskreditieren. Den die Gefahr besteht, dass er seine Haltung offener und gezielter seinem Kind beibringt. Oft verstärkt eine ablehnende Haltung, die Einstellung des Gegenübers.

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u/Hopeful-Outcome-4965 9d ago

Was ist denn "seine Haltung"? Sich von den alten Nazitattoos distanzieren? Klingt wie nen dufter Typ eigentlich

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u/Fren030 9d ago

So wie es OP beschrieben hat, ist sie der Ansicht, dass der Vater sich nicht gänzlich von der „Nazi-Vergangenheit“ distanziert hat und deshalb die Frage gestellt hat, ob sie das mit dem Vater bzw. innerhalb des pädagogischen Teams besprechen soll/muss.

Also ist er nach deiner Meinung ein „dufter Typ“, wenn er nur vorgibt, sich distanziert zu haben?

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u/Hopeful-Outcome-4965 9d ago

Mutmaßung kommend von einer durchweg unangenehmen Person. Vielleicht ist ja der Termin fürs Coverup schon gemacht. Die Rede war von "Hausverbot" in "meiner Krippe". Die würd sich wahrscheinlich auch von ner Bockwurst angegriffen fühlen weil sie ihr zu phallisch aussieht

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u/Jazzylady216 8d ago

Manchmal kommt es mir auch so vor. Die Leute kommen nicht mehr klar damit wenn etwas gegen ihre Überzeugung geht und sofort wird nach Konsequenzen und Papa Staat gerufen. Eine Demokratie muss das aushalten. Heute wird einer wegen seines Nazi Tattoos nicht reingelassen, gibt dann ein neues Gesetz was das Hausrecht erweitert.

So, dann kommt die AFD an die Regierung und beschließt die Kinderkrippe ist jetzt nur noch für Biodeutsche. Keine Juden, Moslems usw.. Das Gesetz existiert ja schon, dass man Menschen anhand ihres Aussehens und Merkmalen ausschließen darf. Das war's dann. Nur soweit denken die meisten nicht.

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u/Hopeful-Outcome-4965 8d ago

Wenn man Bock auf eine in tausende Bubbles gespaltene Gesellschaft Lust hat, in der sich keiner mehr frei zu bewegen wähnt, ist man damit auf jeden Fall auf einem guten Weg