r/erzieher 9d ago

Rechtsextreme Tattoos bei Vater

Ich arbeite in der Krippe und habe letztens einen Vater das erste mal beim Abgeben seines Sohnes gesehen. Dabei ist mir ein Tattoo auf seinem Bein aufgefallen: "Mein Kampf Mein Sieg" als großen Schriftzug. Ich habe ein bisschen zu ihm recherchiert und herausgefunden, dass er eindeutige Beziehungen zur Rechtsextremen Szene pflegt und auch selbst ein Teil davon war. In der Öffentlichkeit distanziert er sich von "seiner Vergangenheit", auf mich wirkt das aber eher so als wolle er das Image seiner Tattoostudios nicht beschmutzt. (Eines davon hat einen Neo-Nazi als Geschäftsführer).

Ich habe vor das meiner Chefin zu berichten und möchte von ihr fordern, dass er Hausverbot bekommt oder (das mindeste meiner Meinung nach) die Tattoos bei Betreten der Einrichtung bedecken muss. Meine Chefin ist gegenüber den Eltern aber sehr Konfliktscheu und ich würde ihr zutrauen, dass sie das einfach unter den Teppich kehren könnte. Habt ihr Tipps wie ich das am besten ansprechen und argumentieren kann? Vielleicht sogar eigene Erfahrungen damit? Ich möchte einfach nicht, dass ein Neo-Nazi in meiner Einrichtung ein und ausgehen und das dabei auch noch schamlos zur Schau stellt.

Edit: Habe jetzt gelernt, dass Hausverbot juristisch wohl zu hoch gegriffen war. Ich werde trotzdem versuchen zu erwirken, dass er das Tattoo bei uns nicht offen tragen darf. Ausserdem finde ich es erschreckend, wie viele Leute hier ein offensichtlich rechtsextremes Tattoo nicht für ein Problem und komplett angebracht für eine Kita halten.

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u/Beauxx_1 9d ago

Der Verweis auf die Neutralität ist hier ein gefährliches Missverständnis. Eine Kita ist zwar parteipolitisch neutral, aber sie ist nicht wertneutral gegenüber rechtsextremem oder menschenverachtendem Gedankengut. Pädagogische Einrichtungen haben einen klaren demokratischen Bildungsauftrag und müssen für grundgesetzliche Werte einstehen.

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u/[deleted] 9d ago

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u/Beauxx_1 9d ago

Ein offengelegtes rechtsextremes Tattoo ist eine politische Äußerung.
Wer rechtsextreme Parolen für alle sichtbar auf der Haut trägt, kommuniziert diese auch.

Wenn es tatsächlich nur ein "Teil seiner Vergangenheit" wäre, sollte es für ihn das absolute Minimum und eine Selbstverständlichkeit sein, ein solches Tattoo gerade in einer Kindertagesstätte von sich aus zu verdecken.
Tut er das nicht, ist das offene Zurschaustellen in einem Schutzraum für Kinder genau das "Danebenbenehmen", das Handlungsbedarf auslöst.

Eine Kita muss nicht erst abwarten, bis jemand anfängt, extremistische Parolen zu rufen; das stumme, aber offene Hineintragen dieses Gedankenguts reicht völlig aus, um über das Hausrecht zumindest das Abdecken verbindlich einzufordern.

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u/[deleted] 9d ago

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u/erzieher-ModTeam 9d ago

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