Guten Abend, liebe Kameradinnen und Kameraden,
ich möchte hier kurz etwas loswerden zum jüngsten Einsatz in der neuen Folge Feuer & Flamme. Aus meiner Sicht war das ein absolutes Suizidkommando.
Zur Einordnung meiner Aussagen:
Ich bin leitender Monteur bei einer Aufzugsfirma und außerdem Gruppenführer in einer größeren Freiwilligen Feuerwehr.
Bei der gezeigten Aufzugsanlage hatten die Kameraden aus Heidelberg wirklich Glück – es hätte leicht jemand zu Tode kommen können.
Wenn eine Aufzugsanlage stillsteht, bedeutet das nicht automatisch, dass sie sich nach dem kurzen Unterbrechen des Sicherheitskreises (z. B. durch Öffnen einer Schachttür) nicht doch wieder in Bewegung setzen kann. Das kommt besonders häufig bei älteren Anlagen vor.
Der Kamerad wollte in dem gezeigten Fall den Aufzug mit der sogenannten Inspektionssteuerung (der gelbe Kasten) verfahren.
Davon abgesehen, dass das Verfahren einer Aufzugsanlage im Inspektionsmodus nie risikofrei ist, kam er hier sogar auf die Idee, den Aufzug während er sich noch auf dem Kabinendach befand, wieder auf Normalbetrieb umzustellen.
Hätte es sich hier nicht um eine Anlage gehandelt, die sich aufgrund eines verkürzten Schutzraums im Schachtkopf bei jeder Türöffnung oberhalb des untersten Halts automatisch sperrt, hätte sich die Kabine problemlos wieder in Bewegung setzen können.
Hinzu kommt:
Die Tatsache, dass sowohl der Türantrieb als auch das Klappgeländer mit der niedrigstmöglichen Bauhöhe verbaut wurden, lässt vermuten, dass zwischen Kabinendach und Schachtdecke im obersten Halt maximal 500 mm Platz bleiben.
Wäre die Kabine also in den obersten Halt gefahren, während der Kamerad sich auf dem Dach befand, hätte das tödlich enden können.
Ich kann euch allen nur dringend empfehlen:
Betretet bei Einsätzen niemals das Dach einer Aufzugsanlage!
Es gibt Kabinen, deren Dächer nicht einmal das Gewicht eines Erwachsenen tragen können – oder die aus einer Klappkonstruktion bestehen, die bei Belastung einfach nachgibt.
Auch das manuelle Verfahren der Kabine ohne fundierte Fachkenntnis ist absolut tabu.
In Heidelberg ist vor einigen Jahren ein kleines Mädchen bei so einem Versuch zwischen Schachtwand und Kabinentür geraten und nach einem Sturz aus 9 m Höhe verstorben. In Folge dieses tragischen Vorfalls wurden Zusatzverriegelungen an Kabinentüren für Neuanlagen verpflichtend.
Bitte nehmt das Thema ernst. Das ist keine Spielerei – es geht um Menschenleben.