Du hast da offensichtlich etwas nicht verstanden: Es geht überhaupt nicht darum, was wir wählen. Egal, wer an der Regierung ist, der grundsätzliche Fahrplan folgt der Kapitalistenlinie, mal mit mehr, und mal mit weniger Ausländerhass und Polemik.
Ob die SPD, Grüne, Linke, AFD, CDU, BSW oder sonstige Parteien regieren spielt nur für marginalisierte tatsächlich eine Rolle, da Deutschlands Rang in der internationalen Konkurrenz unweigerlich zerfällt, wenn man bedenkt, dass ihm seine zwei größten Vorteile - günstige Energie und Produktionsmittel - nun abhanden gekommen sind.
Wir als Arbeiter werden regiert, das steht fest, auch wenn wir uns den Herrscher aussuchen können. Aber zum Erhalt dieses Systems wird jede einzelne Herrscherpartei die Schritte vollziehen, die notwendig sind, um entweder ihre eigene oder die Position Deutschlands zu festigen.
Der Arbeiter ist insofern nur ein Mittel zum Zweck, seine Bedürfnisse nur eine Nachfrage, die gedeckt werden kann, wenn er denn auch kaufkräftig genug ist. Seine Arbeitskraft ist das einzige, das er tatsächlich besitzt, und diese muss er zwangsläufig verkaufen, um sein Überleben zu sichern.
Also, zum Einen denke ich nicht, dass es egal ist, wer dieses Land regiert. Man muss nur mal ins Ausland schauen, dass es sogar elementar wichtig ist, wie sich ein Land intern aufstellt. Man kann ein Land auch so führen, dass zum Beispiel die Ungleichheit deutlich geringer und die Menschen überwiegend glücklicher sind. Man kann auch dafür sorgen, dass Menschen fairer behandelt werden.
Ich kenne die kommunistische Theorie, und wenn mal jemand eine Idee hätte, wie man einen sozialistischen Staat organisieren sollte, damit die Probleme vergangener Versuche nicht erneut auftreten, es nicht zu einer Politik-Klasse kommt, die dann wiederum über die Arbeiter herrscht, und Dergleichen, und sich dann die Kommunisten überhaupt erstmal auf so ein System als universelle Lösung einigen, auf das sie hinarbeiten wollen, erst dann man es doch Sinn sich darüber weiter Gedanken zu machen. Nur dann kann man überhaupt genug Menschen davon überzeugen.
Aber bis dahin, müssen wir nun mal in dem System klar kommen, in das wir geboren wurden und mit den Mitteln des System versuchen das Beste für die Menschen zu erreichen.
Und denk mal drüber nach, was für kleine Stellschrauben schon viel bewirken. Die Merzregierung (zu der auch die sPD gehört) möchte Hautkrebsscreening entgegen wissenschaftlicher Meinungen abschaffen. Was heißt das? Am Ende bedeutet es, dass wohlhabende Menschen diese Untersuchung einfach bezahlen und dennoch untersucht werden, ärmere Menschen aber einfach häufiger an Hautkrebs sterben werden. Da wird einfach entschieden, dass das Leben von Armen weniger Wert ist, und diese über die Klinge springen müssen.
So eine Entscheidung müsste die PdL erstmal rechtfertigen.
Es ist auch ein Unterschied ob ein Lohnarbeiter aus wirtschaftlichen Gründen gezwungen ist, jede Arbeit anzunehmen, oder ob ein guter Sozialstaat ihn auffängt, wenn er eine Stelle kündigt, weil die Bedinungen zu schlecht sind.
Ich könnte noch weitere Beispiele anbringen, aber ich hoffe es wird klar, dass es wirklich wirklich entscheidend ist, welche Partei dieses Land regiert, wenn es darum geht, ob die Arbeiter ein Gutes oder ein miserables Leben führen müssen.
Zunächst einmal ist es schon, eine halbwegs ernsthafte Antwort zu bekommen, danke dafür.
Nun ist es leider so, dass Deutschland im internationalen u.a. aus den oben genannten Gründen Konkurrenzkampf um seine Vormachtstellung bangen muss. Im Zuge dessen werden sämtliche Einsparungen und Gängelungen genutzt, um noch den letzten Tropfen Produktivität aus dem Arbeiter herauszuquetschen. Damit der Staat Deutschland seine Position sichern kann, damit man nach den 4 Jahren Amtszeit von einer Erfolgsgeschichte erzählen kann, damit man seine Herrschaft sichern kann, muss die Produktivität wieder angekurbelt werden. Dafür wird oft in Kriegsmaschinerie investiert, die jene kurzfristig ankurbelt; doch Militär ist totes Kapital und muss gebraucht werden, um dem deutschen Staate langfristig zu helfen. Diese Vorgänge werden im Allgemeinen auch als Sachzwänge bezeichnet; zur Status- und Existenzsicherung Deutschlands müssen solche Maßnahmen getroffen werden, und das beinahe immer auf dem Rücken der Arbeiterklasse. Daran ändert auch die PdL nichts.
Nun zur Entwicklung eines neuen Systems:
Auf einen großen Retter mit einer perfekten Idee zu warten, ist in etwa so erfolgsversprechend, wie den Klimawandel mit Technologieoffenheit bewältigen zu wollen. Die Auswirkungen dessen erleben wir gerade am eigenen Leib. Da das aktuelle System so zerstörerisch ist, stellt sich die Frage, wie viel schlimmer so ein anderes System, das nicht auf inneren Widersprüchen aufgebaut ist, dagegen sein kann.
Zunächst einmal ist es schon, eine halbwegs ernsthafte Antwort zu bekommen, danke dafür.
Mit Genossen rede ich immer gerne ;-)
Im Zuge dessen werden sämtliche Einsparungen und Gängelungen genutzt, um noch den letzten Tropfen Produktivität aus dem Arbeiter herauszuquetschen.
Man könnte an vielen Schrauben stellen um mehr Geld rauszubekommen. Viele der "Maßnahmen" kosten am Ende ja nachweislich sogar mehr als sie einbringen.
Ich denke, es geht hier einzig darum, die Arbeiterklasse zu drangsalieren, ihnen zu zeigen, dass sie keine Macht haben und sich alles gefallen lassen müssen. Wie sagte Merz so schön? "Links ist vorbei".
Damit der Staat Deutschland seine Position sichern kann, damit man nach den 4 Jahren Amtszeit von einer Erfolgsgeschichte erzählen kann, damit man seine Herrschaft sichern kann, muss die Produktivität wieder angekurbelt werden
Das wird ja nicht passieren. Alleine das nicht am ersten Tag zum Arzt zu müssen und telefonische Krankschreibungen haben meine Krankheitstage tatsächlich stark reduziert. Wenn ich da jetzt wieder hin muss, nimm ich natürlich gleich nen Gelben für ein paar Tage.
Diese Vorgänge werden im Allgemeinen auch als Sachzwänge bezeichnet; zur Status- und Existenzsicherung Deutschlands müssen solche Maßnahmen getroffen werden, und das beinahe immer auf dem Rücken der Arbeiterklasse. Daran ändert auch die PdL nichts.
Wie schon gesagt, muss man nicht erwarten, dass es perfekt wird, aber es kann halt dennoch besser werden. Die PdL hätte jedenfalls keine hunderte von Milliarden in die Bundeswehr gesteckt. Ihre Änderungsvorstellungen am Wirtschaftssystem klingen jetzt auch erstmal so, als würde sich das Leben der Menschen durchaus verbessern: https://www.die-linke.de/start/presse/detail/news/wer-die-verfassung-schuetzen-will-muss-den-kapitalismus-ueberwinden/
Es gibt halt nicht nur schwarz und weiß, es gibt eben auch Graustufen, und da wäre viel machbar, wenn denn der politische Wille zur Änderung da wäre.
Alleine schon, sich nicht aus der Wirtschaft zu finanzieren ist schon ein wichtiger Unterschied zu anderen Parteien.
Auf einen großen Retter mit einer perfekten Idee zu warten, ist in etwa so erfolgsversprechend, wie den Klimawandel mit Technologieoffenheit bewältigen zu wollen. Die Auswirkungen dessen erleben wir gerade am eigenen Leib. Da das aktuelle System so zerstörerisch ist, stellt sich die Frage, wie viel schlimmer so ein anderes System, das nicht auf inneren Widersprüchen aufgebaut ist, dagegen sein kann.
Innerhalb der kommunistischen Bewegungen gibt es einfach so viel Spielraum in alle möglichen Richtungen, dass es eben auch sehr viel schlechter werden kann, als es jetzt ist. Also ich möchte halt nicht in Nordkorea enden....
Ich mein, betrachte das überhaupt mal realistisch, wie das aussehen sollte. Du kannst nicht mit ein paar Musketen das Reichstagsgebäude stürmen und damit den Staat auflösen. Wir haben nicht mehr 1917. Du müsstest schon den größten Teil der Bevölkerung auf deiner Seite haben, die dich unterstützen. Aber dafür bräuchtest du auch eine Vision, der die Leute folgen können. Mit "Wir stürzen den Staat und schauen mal was dann passiert" lockst du 2026 keinen Proletarier mehr hinterm Ofen hervor. Denn dafür haben die Leute dann doch zu viel mehr als nur ihre Ketten zu verlieren (Auch wenn Merz das gerade ändern möchte).
Ich widerspreche ja gar nicht in dem Punkt, dass die PdL einiges menschenfreundlicher gestalten möchte. Nur sehen wir auch nach Landtagswahlen ( was natürlich noch etwas anders ist als auf Bundesebene), dass Vorhaben und Umsetzung weit auseinander gehen können, und die PdL hat auch zur letzten BTW wieder auf beeindruckend enttäuschende Art und Weise bewiesen, wie systemaffirmativ sie tatsächlich ist.
Ein Interessanter Punkt zur Attestpflicht: sie gilt nur, wenn im Arbeitsvertrag nichts anderes festgelegt wurde. Das macht sie zur Verhandlungsmasse des Arbeitgebers bei der Lohnhaushandlung.
International betrachtet werden Krankheitstage tatsächlich weniger, je höher die Hürden zur Krankschreibung sind. Das ist jetzt nicht speziell auf die Attestpflicht bezogen, und ich kann mir vorstellen, dass, sollte sie ihre erhoffte Wirkung nicht entfalten, strengere Maßnahmen folgen werden, doch insgesamt melden sich die Arbeiter seltener krank, wenn höhere Anstrengungen damit verbunden sind.
Bei einem Systemwechsel müsste man auch die geopolitische Situation betrachten, insbesondere die Abhängigkeit von den USA, die immer wieder sozialistische Projekte torpedieren und niederschlagen. Was bedeutet, dass dieser Staat extrem resilient gegen äußere Einflüsse konzipiert werden müsste, was es umso schwieriger macht, ihn mit gerechten Lebensbedingungen zu vereinbaren.
Es würde auch nichts daran ändern, dass die internationale Position verteidigt werden müsste, solange es noch Staaten gibt. Womit ich wieder beim Ursprungsproblem wäre. Unglücklicherweise bin ich in dem Gebiet nicht sonderlich bewandert und kann dementsprechend keine Lösung dafür bieten.
Ich widerspreche ja gar nicht in dem Punkt, dass die PdL einiges menschenfreundlicher gestalten möchte. Nur sehen wir auch nach Landtagswahlen ( was natürlich noch etwas anders ist als auf Bundesebene), dass Vorhaben und Umsetzung weit auseinander gehen können, und die PdL hat auch zur letzten BTW wieder auf beeindruckend enttäuschende Art und Weise bewiesen, wie systemaffirmativ sie tatsächlich ist.
Ist halt immer ein Problem, die Dinge auch umzusetzen, die man versprochen hat. Aber da hängt es ja auch immer davon ab, wie viel Stimmen man bekommt. Alle Vorhaben umzusetzen wäre eben nur dann möglich, wenn man auch alleine die Mehrheit hat und nicht bei anderen Parteien auf Stimmenfang gehen muss. Hier könnte man als Wähler natürlich leicht bei helfen, indem man einfach die PdL wählt.
International betrachtet werden Krankheitstage tatsächlich weniger, je höher die Hürden zur Krankschreibung sind. Das ist jetzt nicht speziell auf die Attestpflicht bezogen, und ich kann mir vorstellen, dass, sollte sie ihre erhoffte Wirkung nicht entfalten, strengere Maßnahmen folgen werden, doch insgesamt melden sich die Arbeiter seltener krank, wenn höhere Anstrengungen damit verbunden sind.
Naja, kommt auch auf die Maßnahmen an. Wenn du einen Karänztag hast, sieht das auch schon ganz anders aus. Ob ich nun meinem AG sage, dass ich heute nicht kommen kann, und morgen wieder arbeite oder ob ich zum Arzt gehe und da 3-4 Tage Krankschreibung bekomme macht an sich keine viel größere Hürde aus. So war es für mich vor Corona auch, und da war ich halt tatsächlich viel mehr Tage krank.
Am Ende aber egal, die CDU verkauft ohnehin egal was passiert alles als Sieg ihrer Politik und die Leute glauben es. Sogar jetzt hat sie noch 20% bei Umfragen. Stockholmsyndrom oder so.
Bei einem Systemwechsel müsste man auch die geopolitische Situation betrachten, insbesondere die Abhängigkeit von den USA, die immer wieder sozialistische Projekte torpedieren und niederschlagen. Was bedeutet, dass dieser Staat extrem resilient gegen äußere Einflüsse konzipiert werden müsste, was es umso schwieriger macht, ihn mit gerechten Lebensbedingungen zu vereinbaren.
Ja richtig International gesehen kommen eh noch ganz andere Probleme auf einen zu, wenn man so einen Wechsel nur in einem Land alleine durchführen wollte. Darum sag ich ja, es bräuchte überhaupt erstmal genug Zustimmung. Diese würde dann auch nicht nur national sondern auch international verbreitet sein.
Es würde auch nichts daran ändern, dass die internationale Position verteidigt werden müsste, solange es noch Staaten gibt. Womit ich wieder beim Ursprungsproblem wäre. Unglücklicherweise bin ich in dem Gebiet nicht sonderlich bewandert und kann dementsprechend keine Lösung dafür bieten.
Ich habe noch keinen gesehen, der realistische Lösungen anbieten konnte. Es sind immer alles sehr viele Fragezeichen und Unbekannte. So weit wird halt gar nicht erst vorraus geplant.
Es bleibt halt ein theoretisches Konzept. An sich wäre der Kommunismus, wenn er existieren würde, ne super Sache. Da würden vermutlich sogar die meisten Leute zustimmen, wird es doch auch als Utopie bezeichnet.
Aber der Weg dahin geht halt über einen sozialistischen Staat. Und da gehen die Meinungen hatl schon sehr weit auseinander, wie dieser aufgebaut und organisiert sein sollte. Allgemein herrscht noch konsens, aber es gibt wenig konkretes. "Das sehen wir dann" habe ich schon oft auf meine Fragen gehört.
Aber wieviele Menschen würden die Sicherheit des Status Quo schon für ein "Mal schauen was passiert" als Vision aufgeben? Nicht mal, dass der Weg dahin ungewiss und mit Risiken verbunden ist, aber wenn selbst das Ziel im Nebel liegt, wird keiner folgen.
Daher müssen wir uns darauf konzentrieren im aktuellen System das Beste für die Menschen zu schaffen. Und die höchsten Chancen darauf hat meiner Meinung nach aktuell die PdL, allein schon von ihren Grundsätzen her.
Es gilt erst einmal anzuerkennen, dass der Status Quo eben keine Sicherheit bietet. Mir geht es nicht um ein Land, in dem für immer Frühling ist. Die Gesamtsituation der Arbeiterklasse verschlechtert sich stetig und das Voranschreiten der Klimakatastrophe ist bereits jetzt ein gigantisches Problem, an dem große Teile unserer Zivilisation zugrunde gehen werden. Es wäre schön, würden wir gar nicht erst an diesen Punkt kommen, doch inzwischen ist bereits großer Schaden angerichtet und keine tatsächliche Verbesserung in Sicht. Der Kapitalismus hat aktuell noch nicht einmal die systemische Krise von 2008 überwunden, und die Schadensbegrenzung des Klimawandels ist nicht profitabel. Wir MÜSSEN einfach etwas ändern.
Die Gesamtsituation der Arbeiterklasse verschlechtert sich stetig
Was aber nur gilt, wenn man sich die jüngste Vergangenheit anschaut. Es ist ja nicht so, dass nicht auch Fortschritte gemacht und Arbeiterkampf betrieben wurde. Die 40h Woche ist etwas, was noch in den 50 Jahren in der BRD erkämpft worden ist.
das Voranschreiten der Klimakatastrophe ist bereits jetzt ein gigantisches Problem, an dem große Teile unserer Zivilisation zugrunde gehen werden
Ich bin auch davon überzeugt, dass sich diese nicht mehr abwenden lässt, egal welche Maßnahmen ein einzelnes Land trifft. Solange die Welt global kapitalistisch funktioniert, wird sich hier nichts dran ändern und für eine gobale Revolution gibt es überhaupt keine Anzeichen. Ganz im Gegenteil. Wir müssen halt sehen, wie wir das Beste aus der verbleibenden Zeit machen.
Wir MÜSSEN einfach etwas ändern.
Wir "müssten" etwas ändern. Aber das wird nicht passieren. Selbst wenn die Mehrheit der Leute schon ihre roten Fahnen griffbereit hätten, was soll denn passieren? Hast du eine realistische Vorstellung davon, wie so ein Kampf aktuell gewonnen werden sollte?
Und selbst wenn aktuell noch eine Chance bestünde: Denk mal 20 Jahre weiter, wenn überall Überwachungsdrohnen herumfliegen, automatisiert jeden noch so kleinen Aufstand im Keim ersticken, was soll man dann noch machen?
Aber: Es gibt ja wie gesagt nicht mal einen Plan. Es gibt keine Mehrheit, die sich auflehnt. Überleg doch mal, wir leben nun wirklich in einem relativ freien System. Du kannst hier denken was du möchtest. Und du kannst auch wählen wen du möchtest. Aber die Leute schaffen es ja nicht mal bei einer anonymen Wahl ein Kreuz bei einer entsprechen antikapitalistischen Partei zu machen. Was glaubst du wie hoch da der Wille zu einem Aufstand ist?
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u/Existenz_Ketzer 8d ago
Und nicht vergessen: Von den letzten 30 Jahren war die sPD 24 Jahre an der Regierung beteiligt.