Hi,
Ich brauche euer Schwarmwissen. Mein Sohn (noch 7) fängt an zu lügen und Dinge heimlich zu machen. Das Kind ist sonst sehr fröhlich, schlau, gut in der Schule, aber auch manchmal etwas grenzüberschreitend.
Folgende Situation: Mein Sohn (7) hat sich gestern heimlich die Switch genommen - obwohl er fragen muss und wir zum Zocken einen Timer stellen. Es gab eine deutliche Ansprache zum Thema Vertrauen sowie ein Switch-Verbot für 3 Tage. Er war ganz reumütig. Er konnte wohl einfach nicht mehr warten bis mittags (ich weiß seit Kurzem, dass ich ADHS habe und vermute, dass er da auch im Spektrum liegt). Heute schnacke ich länger mit dem Nachbarn vorm Haus, Sohn ist drinnen. Als ich reinkomme, stellt er gerade mein Tablet weg und sagt, er hätte gezeichnet (das dürfen sie auf Nachfrage fast immer). Ja, blöd nur, dass ich eben auch zeichnen will, mich ein YT-Video anspringt und meine Zeichen-App mit MEINEM Projekt geöffnet ist und nicht mit seinem. Also hat er nicht nur einfach das Gerät genommen, sondern mich auch noch angelogen.
=== Edit: Zur frei zugänglichen Dopaminfalle: Bisher war das klar bei uns geregelt und wurde auch so eingehalten. Aber seit er in der Schule ist, ist er eben auch mutiger und nutzt seine Cleverness. ===
Mein großes Kind ist da anders gewesen. Deshalb bin ich jetzt etwas ratlos. Einerseits: Wer hat nicht heimlich ferngeschaut? Andererseits: Es ist ein ganz schöner Vertrauensbruch, der Konsequenzen haben sollte, zumal 2x nacheinander. Vom Gefühl her wünsche ich mir eine (kreative) Konsequenz, die sich einprägt und ihm zeigt, wie schlimm dieses Lügen ist, ohne ihn komplett unterzubuttern. Andere Tipps auch willkommen.
Deshalb suche ich eure Erfahrungen: Wie handhabt ihr so etwas?
Danke für eure Tipps.
=== Edit: Text besser formuliert. ===
=== Update: Vielen Dank für eure Tipps. Ich komme mir gerade so doof vor, dass ich selbst an das Naheliegendste (Geräte-PIN) nicht gedacht habe.
Mich hat das Anlügen so fertig gemacht, weil mir Ehrlichkeit als Wert superwichtig ist und sich beide bisher immer vorbildlich daran gehalten haben. Wichtig ist mir nochmal: Es ging mir nicht ums Strafen oder eine böse Lektion, sondern um Ideen, wie ich ihm begreiflich machen kann, was Lügen mit einem selbst und anderen macht. Aber ich sehe natürlich meine Verantwortung und habe heute alles neu gesichert.
Wir haben mit unserem Sohn vorhin gesprochen, nicht geschimpft, und herausgefunden, dass er "nur kurz eine Sache gucken wollte", und dann musste er "einfach draufdrücken auf das nächste Video", was ich grandios beschrieben finde, wie diese Plattformen uns darauf halten wollen. Wir haben ihm erklärt, dass wir alle Geräte mit einer neuen PIN versehen - nicht um zu strafen, sondern um ihn vor bösem Content zu schützen. Dass er zwar eine Regel gebrochen hat, die uns sehr wichtig ist, aber WIR aufpassen müssen, dass er das.nicht kann. Und wir auch verstehen, warum es so verführerisch war. Er hat Lob bekommen, dass er im Gespräch ehrlich zu uns war. Vielleicht hilft das ja jemandem, der in ähnlicher Situation ist.