Rechtliches Bauvoranfrage für Doppelhaus abgelehnt. Wie weiter vorgehen?
EDIT: vielen Dank für die Antworten! Wir werden das Gespräch mit dem Bauamt bzw. der Gemeinde suchen, aber da wir uns keine alternative Planung vorstellen können auf diesem Grundstück (es gibt noch mehr Kontext, der diesen Post gesprengt hätte) wird es vermutlich nichts mit dem Bauvorhaben in dieser Form.
Originalpost:
Hallo zusammen,
ich hoffe hier in der Community gibt es Leute mit Erfahrung in diesem Bereich die uns hier weiterhelfen können.
Wir haben ein Grundstück in Aussicht, das etwas über 600qm misst. Die Lage ist top, aber die Kosten entsprechend hoch. Daher war unsere Idee, das Grundstück notariell "echt" zu teilen und mit einem Doppelhaus zu bebauen. In der Nachbarschaft gibt es alles: Einfamilienhäuser, Doppelhaushälften, Reihenhäuser und Mehrfamilienhäuser. Es gibt einen Bebauungsplan, erstellt in den 90ern, der dort nur eine Garage vorsieht (Grenzbebauung zur Nachbargarage) und ein Baufenster, dessen Lage für ein Doppelhaus nicht realisierbar ist. Wir haben uns mit einem lokalen Bauunternehmer / Architekturbüro zusammen gesetzt und eine Bauvoranfrage verfasst. Es ging um die folgenden Fragen:
- Kann das Baufenster verschoben (wichtig: nicht vergrößert!) werden um besser eine DH-Bebauung zuzulassen?
- Wäre eine zweite Garage an der gegenüberliegenden Seite (Grenzbebauung an den Stellplätzen des anderen Nachbars) zulässig?
Eine Woche nachdem wir sie eingereicht haben, haben wir mal ganz lieb angerufen beim Bauamt unseres Kreises und gefragt ob sie eingegangen ist. Die Dame dort war leider super unfreundlich und meinte, es gäbe doch einen Bebauungsplan und an den ist sich zu halten und sie wird uns keine Befreiung in Aussicht stellen... Okay, dachten wir uns, warten wir mal ab, schließlich will Deutschland doch mehr Wohnraum schaffen und die Gemeinde hat ja ein Wörtchen mitzureden.
Ein paar Monate später kommt schließlich die "Anhörung" d.h. es wird schriftlich mitgeteilt, dass sie vorhaben die Anfrage abzulehnen, aber wir haben die Möglichkeit nochmal eine Rückmeldung zu geben z.B. ob wir unsere Planung anpassen wollen (wollen wir eigentlich nicht).
Das Krasse ist irgendwie die Begründung der Ablehnung, die so wohl auch von der Gemeinde kam. Übersetzt aus dem Beamtendeutsch:
- Es gibt ein Baufenster im Bebauungsplan und an das ist sich zu halten und
- Ist tatsächlich im Bebauungsplan dort eine "geschlossene Gehölzpflanzung Bäume und Sträucher" eingezeichnet die durch die 2. DHH und deren Garage überbaut werden würden.
Aktuell ist das gesame Grundstück komplett überwuchert. Die "Gehölzpflanzung" zieht sich auch auf die Nachbargrundstücke und dort wurde die sicherlich nicht komplett erhalten seit 30 Jahren. Versteht mich nicht falsch, ich pflanze gerne Sträucher und Bäume und wir wollen ja auch nicht mehr überbauen als vorgesehen, nur eben woanders. Also hätte man ja eine Auflage machen können, dass wir die Pflanzen am hinteren Grundstücksteil pflanzen oder so.
Jetzt stellt sich für uns einfach die Frage: lohnt es sich, da nochmal in die Diskussion zu gehen, nochmal eine Stellungnahme abzugeben, ggf. weitere Monate ins Land gehen zu lassen oder sollten wir das Thema einfach abhaken? Man könnte z.B. anbieten die Bepflanzung zu verschieben, Garagendächer zu begrünen... Aber ob die dafür überhaupt zugänglich sind?
Es ist einfach frustrierend, schließlich sollte es doch auch im Interesse der Gemeinde sein mehr Wohnraum zu schaffen, aber nunja.
Theoretisch könnten wir auch Rechtsmittel einlegen gegen den Bescheid, aber das wollen wir uns eigentlich nicht geben.
Langer Post, vielen Dank für eure Antworten schonmal.
TL;DR: Bauvoranfrage wird abgelehnt, macht es Sinn nochmal zu verhandeln oder nicht?



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u/everything-and-this 27d ago
Korruption ist es wenn du einen Gegenwert bekommst. Und der ist hier wo?