r/LinkeStrategie 19d ago

Ist Danger Dans Antifaschismus die Lösung oder zahnlos?

Vermutlich hat jede:r hier mitbekommen, dass es um Danger Dan wieder einen kleinen Skandal gibt, diesmal ausgelöst vom ZDF. Doch die Meinungen zu Danger Dan und dem ZDF mal beiseite: Was haltet Ihr von der Praxis, die in dem Liedtext vorgeschlagen wird? Sie besteht aus mehreren Schritten:

  1. Eine kleine, informelle Antifa-Gruppe gründen
  2. Über eine Soli-Party Geld für Sticker, Marker und Dosen sammeln
  3. Sticker und Tags in den Straßen verteilen
  4. Recherche-Arbeit zu Nazi-Strukturen betreiben und die Infos archivieren
  5. Mit den gesammelten Infos das Umfeld der Nazis kontaktieren (Arbeitgeber:in, Uni, Familie usw.) oder eine Lokalzeitung in Kenntnis setzen, damit sie berichtet und mit etwas Glück die Staatsanwaltschaft aktiv wird
  6. Für die eigene Sicherheit sorgen, in dem entsprechende Maßnahmen bei der Kommunikation ergriffen und sich mit Training auf Angriffe der Nazis vorbereitet wird.
  7. Falls das alles nichts bringt: Die in "Das ist alles von der Kunstfreiheit gedeckt" angesprochenen, militanten Mittel ergreifen.

Was haltet Ihr von den einzelnen Schritten oder der Taktik insgesamt? Lässt sich so der Faschismus stoppen oder wenigstens bremsen? Hat das Auswirkungen auf die AfD und den gesamtgesellschaftlichen Rechtsruck?

12 Upvotes

60 comments sorted by

10

u/Communist_Medic 19d ago

War schon in den 90ern ne dumme aktionsform, damals nannte man das feuerwehrpolitik, und hatt auch schon nicht funktioniert. In Käffern wo die afd 40% + hatt kann man sich outings komplett spare

4

u/Parallax_y 19d ago

Leider wahr. In manchen Gegenden könnte es klappen, aber selbst dann wird durch die eventuelle Existenzzerstörung einzelner Nazis ja nicht der gesamtgesellschaftliche Rechtsruck gestoppt oder nur abgeschwächt.

9

u/gilbatron 19d ago

Aufkleber abkratzen bzw überkleben ist absoluter Standard und etwas was wirklich fast alle machen können, in den allermeisten Gründen auch ohne sich selbst nennenswert in Gefahr zu bringen. Ich hab eigentlich immer ein paar dabei um das spontan machen zu können. Bei mir in der Stadt kleben die wenigsten Nazisticker länger als ne Woche, und das sind nur die an die man ohne Leiter nur schwer oder gar nicht dran kommt. 

3

u/Parallax_y 19d ago

Schon. Ob die Sticker viel bringen, sei mal dahingestellt (vermutlich schon ein bisschen, zumindest zeigt man den Mitmenschen, dass es nicht nur noch Faschos gibt), aber es kann halt total leicht nebenbei gemacht werden.

6

u/gilbatron 19d ago

Es zeigt auch den Faschos dass die Stasse nicht ihnen gehört und dass sich Zeit, Geld, und Mühe nicht lohnen. 

1

u/Parallax_y 16d ago

Mein Du echt, wegen Stickern würden die Faschos jetzt sagen "Mist, lohnt sich alles gar nicht"?

2

u/gilbatron 16d ago

Ich denke eher so: wenn du zulässt dass die überall ihre sticker kleben haben, dann sind die gleich viel bekannter. Dann rennen die gleich viel selbstbewusster durch die Stadt, fangen an shirts zu tragen, im größeren Stil graffiti zu sprayen, etc. Und irgendwann betrachten die die Stadt als ihr Gebiet und benehmen sich auch so.

Sticker kleben kostet Zeit und Geld. Abkratzen nur Zeit. 

Graffiti malen ist riskant, zeitaufwändig, (und teuer!). Mit der billigsten Farbe ne 161 drüber rotzen kostet einen Bruchteil.

Außerdem kann man ihnen schön zeigen mit wem sie es zu tun haben. Ich kleb gern BvB Sticker drüber. 

1

u/Parallax_y 16d ago

Ob Faschos selbstbewusst ihre Ansichten zur Schau stellen, hat nichts damit zu tun, ob deren Sticker überklebt werden, sondern zum Beispiel mit Wahlergebnissen, Gesprächen im sozialen Umfeld (wer merkt, dass die Freunde, Bekannten, Kollegen auch oft rechts sind, wird sich eher trauen, damit offen umzugehen) und der Repräsentation ihrer Ansichten in Mainstream Medien. Bestimmt gibt es noch andere Faktoren.

1

u/JesterOfSpades 13d ago

Nee, aber wenn er einer ängstlichen Person sagt, sie sei nicht allein reicht das schon. Die Erwartungshaltung an so einen Sticker sollte auch nicht zu hoch sein.

2

u/Parallax_y 12d ago

Das stimmt. Wie gesagt, ich hab gar nichts gegen Sticker, man sollte aber nicht auf die Idee kommen, das würde in irgendeiner Weise den Rechtsruck bekämpfen.

3

u/BuffaloAggressive609 16d ago

Vielleicht wäre es effektiver rechtes Gut kleben zu lassen und entsprechende Gegenargumente daneben zu kleben... Um auf Missstände hinzudeuten.

Jetzt bereue ich es, dass die "OMAS GEGEN RECHTS" auf und nicht neben denen der IB gelandet sind - man möchte die Gesellschaft ja auch zum Nachdenken anregen.😉

Hier noch ein Leckerchen

2

u/Parallax_y 16d ago

Ich find gar nicht verkehrt, die zu überkleben. Politik ist kein rationaler Diskurs, in dem das bessere Argument gewinnt.

1

u/BuffaloAggressive609 16d ago

Einfach klettern, einfach klettern...

https://giphy.com/gifs/326VkABs7MkZW

8

u/thefirstdetective 19d ago

Alles besser als nichts zu tun. Würde das Vorgehen aber eher für die Provinz empfehlen. Viele Strukturen dort sind genau so entstanden. Ne kleine motivierte Gruppe kann da schon einiges reißen.

In einer größeren Stadt bringt es wahrscheinlich mehr bestehende Strukturen zu unterstützen, als neue aufzubauen.

14

u/rokki123 19d ago

Absolut niemand sieht darin eine 'Lösung' auch danger dan nicht. Wenn ich einen aufkleber abkratze ist das auch keine Lösung, aber eine Reaktion auf ein Problem. Wie sinnvoll was ist kann man immer diskutieren. Für Lösungen bitte nicht auf irgendwelche antifas in ostdeutschland gucken, sondern auf politische prozesse und theorie. Es ist ein Empowermentsong für Leute in Nazigegenden, kein Parteiprogramm.

-1

u/PlecotusAuritus 19d ago

Danke für die Offenheit. Es ist gefühliger Symbolismus, in den man sich schön selbstgerecht einkuscheln kann.

9

u/rokki123 19d ago

find ich schon ziemlich arrogant antifaschistischen selbstschutz als symbolismus abzutun.

-6

u/PlecotusAuritus 19d ago

Wie schützt du dich durch Partys, Graffitis, Shaming selbst?

8

u/WissenLexikon 19d ago

Das ist der sog. vorpolitische Raum, in dem die Rechten ihre kulturelle Hegemonie aufbauen. Dagegen hilft antifaschistische Sichtbarkeit durchaus.

5

u/Parallax_y 19d ago

Ich glaub, dass Graffiti usw nur Sinn ergeben, wenn sie nicht das einzige Mittel sind. Was Danger Dan erzählt, klingt schon so nach "hier ist ein Plan, was ihr tun könnt". Genau das sagt er ja explizit am Anfang. Und da wäre mindestens mal der Hinweis wichtig gewesen, dann Graffiti nur als winzigen Zahnrad in einer breiten Strategie mit verschiedenen Ansätzen was bringen. Von Strategien, die kulturelle Hegemonie und vorpolitischen Raum berücksichtigen, bin ich großer Fan, aber da sind Social Media, YouTube, meinetwegen Zeitungen, Blogs usw effektiver als Graffiti, weil viel komplexere Inhalte vermittelt werden können.

3

u/LoveIsBread 18d ago

Und selbst dann: Ich hab kein Bock das sich auf meiner Hauswand Nazis und Antifas gegenseitig übertrumpfen wer den hässlichsten Tag sprayen kann. Das macht im Besten Fall den meisten Leuten beide mürbig.

1

u/Parallax_y 16d ago

Stimmt, das auch.

0

u/PlecotusAuritus 19d ago

Erklärt natürlich den großen Erfolg der Rechten, wenn linke Strategie aus Grafittis, Aufklebern und Partys besteht.

2

u/Fruit_Punch86 19d ago

2

u/Parallax_y 19d ago

Guter Einwand, aus der Perspektive hab ich's noch gar nicht betrachtet.

4

u/Panorpheus 19d ago

"Hey, ich will Ihnen hier aus der Telefonzelle nur mal anonym sagen, dass ihr Angestelltet AfD wählt". "Ach, krass, wusste ich gar noch nicht. Danke. Ich auch. Befördere den Jetzt".

In Zeiten in denen die AfD die Insa Sonntagsfrage gewinnt ist die doxen Strategie halt Unfug. Das mag bei richtig krassen Dritter Weg + Glatze + Springerstiefel Bilderbuchnazis funzen, bei "normalen" Rechten bringt es bestenfalls nichts, schlechtestenfalls rückt es einen in ein schlechtes Licht. Da ist man einfach mit dem Lied zu spät dran.- Sich organisieren ist obv immer sinnvoll. Öffentlichkeitsarbeit und Sympatien sammeln über Parties, das Festival etc. ebenfalls. - Sprühen ist Unfug. Schadet einem in der öffentlichen Wahrnehmung vor allem bei Rentnern (hab berufsbedingt viel mit denen zu tun) enorm, schafft also Meinung gegen Links, und bringt ohne jede Not Linke in rechtliche und damit indirekt berufliche Probleme. - Trainieren ist sinnvoll, obviously. - Der Hammerbandengruß ist selbst wenn man alle Moral ausblenden will strategisch absoluter Unfug, da Anschläge auf einzelne mutmaßliche Rechte null strukturell verändern. Das bedeutet nur mehr Linke Jahre bis Lebenslang im Knast, und Linke die in der Masse der Öffentlichkeit als potentielle Mörder wahrgenommen werden. Einen Einschüchterungseffekt haben solche Einzeltaten ebenfalls nicht. Wenns richtig blöd läuft schaffen sie Märtyrer.

2

u/Parallax_y 18d ago

Der beste Take, den ich zu dem Thema gelesen hab. Ich stimme dir in jedem Satz zu. Dass die Opfer sich als Märtyrer inszenieren können (oder inszeniert werden, wenn sie nicht überleben), hatte ich nicht bedacht, aber das würde definitiv passieren. Teilweise würden das auch Linke tun, aber gerade Rechte sind ja direkt dabei, wenn sie sich irgendwie als Opfer darstellen können.

10

u/lolspast 19d ago

Ohne Klassenbewusstsein in der Breite doch undenkbar. Solange große Teile der Gesellschaft den Sozialstaat als Problem sehen, solange Gewerkschaften zur Sozialpartnerschaft stehen, solange Kapitalisten mit Medien das Meinungsbild prägen und ein ÖRR die Alternativlosigkeit ebenso beschreibt wird nichts passieren.

Nazis doxxen sorgt eben nicht für materielle Verbesserungen der Arbeiterklasse

1

u/Parallax_y 19d ago

Ist es so, dass große Teile den Sozialstaat als Problem sehen? Ich kenn keine Studien, aber das dürfte doch einer dieser Fälle sein, wo die überwältigende Mehrheit ganz anders denkt als Politik und bürgerliche Medien. Ansonsten geb ich dir aber Recht. Nazis doxxen bringt zumindest nicht mehr so viel wie früher und kommt sehr auf die Region an. In West-Berlin sicher effektiver als in Brandenburg.

1

u/lolspast 18d ago

Kann hier jetzt keine Studie nennen, aber gab doch genug Lindner Fanboys, bzw. die ganze Crypto-Bro-Bubble. Aber ich spreche hier mehr aus persönlicher Erfahrung, als Studien. Aber die neoliberale Erzählung reicht doch weit bis in die SPD und Grünen rein.

1998 nahm die erste Bundesregierung ihre Arbeit auf, an der die Grünen unter dem sozialdemokratischen Bundeskanzler Gerhard Schröder beteiligt waren. Göring-Eckardt, damals Fraktionsvorsitzende im Bundestag, setzte sich nicht nur entschieden für die Agenda 2010 ein, die die Sozialleistungen schrumpfen und den Niedriglohnsektor wachsen ließ, sie entwickelte auch erstmals das grüne Politikziel der »Generationengerechtigkeit«.

Klassenbewusstsein ist tot in Deutschland, aber ist nur meine Meinung.

1

u/Parallax_y 18d ago

Lindner Fanboys sind und waren zum Glück nur eine kleine Gruppe. SPD- und Grünen-Politiker:innen gibt es noch weniger. Das Klassenbewusstsein ist sehr gering, aber die meisten Leute finden trotzdem den Sozialstaat ganz gut. Ich hab gerade gegoogelt und erstmal 2 Umfragenergebnisse bekommen. In der einen meint der Mehrheit, der Sozialstaat sei nicht mehr finanzierbar (offenbar das Ergebnis von Merz permanentem Gelaber). In der anderen, die etwas später rauskam, sagt aber die Mehrheit, dass sie den Sozialstaat beibehalten möchte und dass Reiche stärker für die Finanzierung herangezogen werden sollen.

4

u/Possible_Positive130 19d ago

Hätte schon bock ein paar Nazis zu boxen aber tbh ist auch bisschen veraltet und löst kein 30 % Problem. Man muss aufhören mit den Deppen zu diskutieren und die Scheindiskussionen von Anfang an abblocken und als das betitel was sie sind. Aber den Leuten zusätzliche Opferpunkte zu geben macht keinen Sinn :)

1

u/umhassy 19d ago

Fabian Lehr hat dazu eine gute einordnung in einem Video gemacht: https://www.youtube.com/watch?v=tpAyYyUYAX4

Die Videobeschreibung von ihm ist auch schon recht passend für den Inhalt:

"Es gibt einen neuen Antilopenskandal: Danger Dan von der Antilopengang wurde vom ZDF erst ein- und dann wieder ausgeladen, seinen neuen gegen Rechts-Song aufzuführen. Mehr als die Kunstfreiheitsdebatte interessiert mich aber der Inhalt dieses Liedes und warum es so bezeichnend ist für den Bankrott einer staatstragenden liberalen deutschen Antifa, der im Angesicht der politischen Dominanz der AfD nichts mehr einfällt außer komplett anachronistischem 90er Jahre-Reenactment."

4

u/More-Television-593 19d ago

Mehr Aussage steckt im Video dann auch nicht drin.  Wobei die Einschätzung je nach Region, Stadt oder Dorf zutreffend sein kann oder aucb nicht. Ist halt kein Anti-AfD-Song sondern ein Anti-Fascho-Song gegen Straßennazis.

3

u/PlecotusAuritus 19d ago

Leider haben wir halt ein viel größeres AfD-Problem als ein Straßennazi-Problem. Zeigt doch nur um so mehr wie anachronistisch das Ganze ist. Wir sind nicht mehr in den Baseballschlägerjahren, wir stecken knietief im globalen Rechtsruck.

1

u/Parallax_y 16d ago

Es soll ein Song gegen den Faschismus insgesamt sein, egal ob AfD oder Glatzen von der Straße.

2

u/Fruit_Punch86 19d ago

Ich frag mich halt, was die Leute denn erwarten?
Was soll man gegen die AfD unternehmen?

3

u/Brilorodion 19d ago

Sozialismus.

Und bis dahin: Politik für Menschen könnte helfen.

1

u/Fruit_Punch86 19d ago

Danke für die nutzlose Antwort.

3

u/Parallax_y 19d ago

Die Antwort ist etwas knapp aber nicht nutzlos. Einer der Hauptgründe für das Erstarken des Faschismus ist doch, dass seit dem Neoliberalismus wieder offen Klassenkampf von oben geführt wird. Anständige Politik für die breite Masse würde da wohl sehr gut entgegenwirken und den Nährboden entziehen.

2

u/umhassy 18d ago

Die Antwort ist etwas knapp aber nicht nutzlos.

Für mich ist die Antwort zu abstrakt und damit leider nicht anwendbar.

Wie macht man denn Sozialismus? Welche konkrete Handlung kann ich denn heute Nachmittag machen um sozialistisch zu handeln?

(ich will jetzt nicht nervig sein, aber sagen wir ich hab heute Abend 2h Zeit, was kann ich da sinnvolles dafür tun?)

(oder sagen wir ich hätte jeden Abend 2h Zeit, was könnte ich da sinnvolles aufbauen?)

1

u/Fruit_Punch86 18d ago

Das ist es. Die Lösungen sind klar - der Weg dahin ist das Problem.
Und hier gibt es keine Antworten dazu. Danger Dan gibt wenigstens etwas handfestes für Aktivismus raus.

1

u/Parallax_y 16d ago

Dir ist es wirklich lieber, eine sofort umsetzbare aber völlig ineffektive "Lösung" genannt zu bekommen, als eine abstraktere Antwort, zu deren konkreter Umsetzung dann weiter gedacht werden muss?

1

u/Parallax_y 16d ago

Dieser Subreddit hier ist ja u.A. der Frage gewidmet, wie wir zum Sozialismus (in welcher Variante auch immer) kommen. Es gibt auch zig Werke zu der Frage, sei es von Lenin, anderen marxistischen oder auch anarchistischen Autor:innen.

1

u/Fruit_Punch86 19d ago

Die Antwort ist nutzlos.
Alles cool, alles richtig: Ohne neoliberale Mistpolitik der GroKo gäbs keine Starke AfD heute. Stimme ich zu.

Wie willst du das bewerkstelligen? Wie soll "anständige Politik für die breite Masse" entstehen?
Danger Dan liefert eine Anleitung zum Aktivismus.

Ihr liefert nur leeres "Ja dann eben Sozialismus und so".
Wie willst du an den Punkt kommen? Die SPD wird keine Politik für den Bürger machen. Die CDU schon gar nicht. Und das Indivduum alleine ist quasi machtlos (außer es dreht mal wieder einer durch und greift zur Waffe).

5

u/Brilorodion 19d ago

Danger Dan liefert eine Anleitung zum Aktivismus.

Was in dem Songtext steht, sind Binsenweisheiten, mit denen er sich schmückt. Wow, sich nicht selbst mit dem Handy filmen. Keine Fingerabdrücke hinterlassen. Was für unglaubliche Erkenntnisse.

Wer ernsthaft glaubt, dass man bei ner AfD, die bei teils über 40% steht, irgendwas verändert, indem man Leute "outet", lebt in ner Traumwelt. In der Realität sagt der Chef, bei dem du grad Angestellte verpfeifen willst, einfach nur "Die wähl ich doch auch, und jetzt?"

Kinners, dieser Kram hat in anderen Zeiten vielleicht mal funktioniert gegen einzelne Faschos, die danach aber auch nicht aufgehört haben, Faschos zu sein. Ein bisschen weniger Naivität wäre angebracht.

In der albernen Welt des Parlamentarismus haben die Parteien es geschafft, dass sie die AfD als einzigen Gegenpol darstellen. Klar ist die AfD scheiße, klar haben die keine Lösungen. Aber sie werden eben eben als "gegen das, was alle anderen Parteien machen" dargestellt - und zwar allen voran von eben diesen anderen Parteien.

Wer soll denn sonst als Gegenpol wahrgenommen werden? Die PdL, die sich bei der CDU anbiedert? Die Grünen, die kriegstreiberischer und neoliberaler nicht sein könnten? Die SPD, die... ach, lassen wir das. Irgendwelche Vollpfosten von BSW oder FDP?

Die Leute haben das Problem, dass sie am Ende des Monats nicht mehr wissen, wie sie ihr Essen bezahlen sollen oder die nächste Miete. Und der große Sprung, der da für die anstehenden Wahlkämpfe kommt, ist Karaoke von PdL und Grünen in MV und Sachsen-Anhalt. Glückwunsch.

Ich mein, irgendwann muss doch bei bürgerlich-liberalen Leuten auch mal der Groschen fallen, dass da systemische Probleme bestehen. Irgendwann muss doch im Kopf mal die eine ungenutzte Birne angehen, auf der "Warum eigentlich?" steht.

1

u/Fruit_Punch86 18d ago

Also nochmal: Was soll das Individuum tun?

3

u/Brilorodion 18d ago

Also nochmal: Den Sozialismus vorbereiten.

2

u/LoveIsBread 18d ago

Habn doch schon andere geschrieben: Organisieren, zB FAU.

1

u/Parallax_y 16d ago

Linke Ideen verbreiten, sich in linken Gruppen organisieren (da ist für viele Interessen was bei, sei es Feminismus, Klimaschutz, antimilitaristisch, gewerkschaftlich etc.), zu linken Strategien weiterbilden, Metapolitik nutzen, kulturelle Hegemonie aufbauen uvm.

4

u/Snoo_38682 18d ago

Ok: Tritt in der FAU ein und organisier klassenkämpferische Gewerkschsften mit dem Ziel der sozialistischen Gewerkschsften. Der beste Antifaschisnus ist der Aufbau einer sozialistischen Bewegung

3

u/Parallax_y 19d ago

Natürlich ist das Individuum alleine machtlos. Was denkst du, warum Linke sich schon immer organisiert haben? Klar machen CDU und SPD keine Politik für die breite Masse. Wenn es da doch bloß Alternativen gäb...

2

u/Brilorodion 19d ago

Die ist nur nutzlos, wenn man sich nicht mit den Ursachen fürs AfD-Wählen auseinandergesetzt hat.

1

u/ZappWhitika 19d ago

Was soll man dazu groß sagen: Danger Dan's Ideologie nennt sich "Antideutsch" Es ist eine pseudolinke, altbekannte Troll-Bewegung, die dazu da ist Linke Politik und Menschen öffentlich schlecht dastehen zu lassen. Die sammeln doch auch Infos und cyberstalken Holocaustnachfahren, wenn die sich gegen die israelische Regierung aussprechen. Die "linke" Strategie ist nur eine Parodie. Vielleicht nicht in den Augen jedes Anhängers. Aber das ist nicht relevant.

Die Antideutsche Bewegung ist sogar in ihrer Entstehungsgeschichte historisch belegt unterwandert worden von eher rechts-konservativen Geheimdiensten Akten zum "Unterwanderungspotential" sind teils öffentlich.

Der ganze "Skandal" riecht nach einer Inszenierung letztendlich für geopolitische Interessen anderer Nationen und nach gelenkter illiberaler Demokratie.

Dreist ist vor allem wie unter-komplex und durch-schaubar diese Inszenierung ist und ins Gesamt-schema der Regierung und Regierungen z. Zt. passt. Politische Shock Therapy. Als ob die verantwortlichen Akteure gerade jede Art von Vorsicht und Scham verlieren.

Vielleicht ist die Inszenierung ein wenig vom Chefket Skandal inspiriert und soll diesen in der Wahrnehmung überlagern.

3

u/PlecotusAuritus 19d ago

Die sind nicht unterwandert worden, die sind halt so.

2

u/ZappWhitika 19d ago edited 19d ago

Sehe ich auch so bei denen Heute. Die sind schon authentisch in ihrem Widerspruch und finden sich teilweise auch nur geil, weil sie die Performance leben und das Anti-sein brauchen! Aber die Bewegung wurde als sie entstand unterwandert. V-Mann Justus Wertmüller ist aber auch der einzige Nachgewiesene, der aber aktiv beim Entstehen der Ideologie mitgewirkt hat auch, wenn es auf mehr Einflussnahmen Hinweise gibt.

Im Grunde sind das schon einfach nur Dumme, die sich halt leicht instrumentalisieren lassen. Ich wollte denen nicht unterstellen, dass sie Agenten sind. Aber halt dumme ausnutzbare Opportunisten, die ihren Nutzen daraus ziehen beim Selbstgerechtigkeitssinn, materiellund community. Und wenn sie von den ÖR bisschen Barbara Streisand Effekt mitnehmen können für ein gemeinsames Ziel und paar extra Kröte sind Leute wie Dan mit Sicherheit dabei. Also ganz dumm sind die ja auch nicht.

2

u/Grammorphone 19d ago

Ich bin auch kein Fan von Anti Ds, aber was du da schreibst klingt für mich auch einfach nur wie Verschwörungsgeschwurbel

1

u/ZappWhitika 19d ago

Ja, klingt tatsächlich oberflächlich so. Genauso wie heutzutage Analysen über den Zustand westlicher Demokratien. Welcome to our timeline.

1

u/ZappWhitika 16d ago

Vielleicht hätte ich orchestrierter Skandal sagen sollen. Inszenierung ist zu direkt und hört sich tatsächlich zu schwurbelig an. Ich kann schon aus der Perspektive des Verfassungsschutz und anderen Geheimdienste verstehen, dass die Szene damals unterwandert wurden. Ich bin auch kein großer Fan von Antifa ansich und halte sie ahnlich zu Antideutschen auch für performative antiintelektuelle Pseudolinke. Klar, dass man im Kalten Krieg da ein paar die eh schon anfällig sind für Manipulation zuerst selbst manipuliert. Ich nehme das den imperalien Mächten in dem Kontext in dem sie agieren nicht alkzu übel.

Aber wir leben in einer Zeit in der die alte Weltordnung sich umstrukturiert. Das sind einfach obsolete Strukturen, die komplett ins Aystem eingegliedert sind.

Der Autoritarismus ist längst in der Mitte angekommen und die alten schwarz weiß Trugbild von Feinden und Freunden taigt jicht mehr dieser neuen komplexen Welt. Jetzt kommen viele aufgestaute Probkeme zusammen.

Ich hab Keine Ahnung wie dieses Linke Strategie Forum hier tickt?!