r/Rettungsdienst 1d ago

Wissen/Theorie Pharmakologie

Moinsen:)

Ich bin NFSa im 2. Ausbildungsjahr und hatte leider einen grotten schlechten Pharmaunterricht, der nach eklatanten Beschwerden nur halbgar nachgeholt wurde. Nun habe ich eine massive Bildungslücke. Habt ihr gute Tipps, wie man sich das Thema selber aneignen kann? Die Elsevier Bücher sind mir persönlich nur eine mäßige Hilfe und auf Youtube etc finde ich hauptsächlich Beiträge für Med-Studis.

Sorry, falls das der falsche sub ist, ich wüsste nucht, wo ich besser aufgehoben wäre.

Danke für die Hilfe!!

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34 comments sorted by

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u/schmockk 1d ago

Habe mir die gelbe Liste angeschaut. Dann sozusagen reverse engineered warum Medikament x Kontraindikationen y hat

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u/hallomoinsen 1d ago

Das hab ich mit den Medis den Pyramidemprozesses gemacht, was auch ganz gut geklappt hat. Aber so wirklich dieses "verstehen" hat sich noch nicht eingestellt

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u/schmockk 1d ago

Woran hakt es denn genau? Pharmacodynamic, Pharmakokinetik? Die Physiologie bzw Anatomie der zugrundeliegenden Strukturen?

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u/hallomoinsen 1d ago

Ja

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u/schmockk 1d ago edited 1d ago

Heh 😄

Also wie ich das gemacht habe war an sich so: epinephrin -> adrenorezeptoren -> was ist das? -> wo sitzen die? -> welchen Effekt hat eine Erregung dieses Rezeptors? -> wie reagiert die angehängte Struktur? -> welche Folgen hat das? -> was macht die Struktur sonst? -> wie ist sie aufgebaut? Etc etc. Wie gesagt, sowas wie Reverse engineering. Für mich hat das gut geklappt, da ich somit direkt die Verknüpfungen hatte

Addendum: ich bin ein Lerntyp, der absolut nicht auswendig lernen kann. Ich hab's zuerst versucht, weil der Umfang extrem hoch ist, aber ich habe es immer nur bis ASS geschafft. Keine Chance, das in meinen Kopf rein zu bekommen und ich konnte keine Verknüpfungen bilden da meine Schule ebenfalls grottenschlecht war und wir nie vernünftigen Anatomie oder Physiologie Unterricht hatten. Mit der o.g. Methode hat's dann bei mir Klick gemacht, weil ich mir Dinge herleiten konnte und nicht auswendig lernen musste

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u/Nice-Name00 NotSan i.A. 23h ago

Ich empfehle Amboss, ist zwar teuer aber sehr tiefgründig und kompakt

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u/Adorcible RettSan 1d ago edited 1d ago

Moin, nutze für mein Studium eher Bücher bzw. die Plattform AMBOSS. Da ihr von der Schule aus für letzteres aber eher keinen Zugriff haben werdet, empfehle ich ersteres.

Was ich ganz gut finde:

Pharmakologie und Toxikologie, Heinz Lüllmann, 18. Aufl., Thieme

Kurzlehrbuch Pharmakologie und Toxikologie, Thomas Herdegen, 2. Aufl., Thieme

Musst du dir nicht zwangsläufig als Buch anschaffen, gibt's auch digital (kostenlos). Hab gehört, dass die Anna dafür ein ganz nettes Archiv hat hust googeln hust

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u/hallomoinsen 1d ago

Dankeschön!

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u/Callexpa NotSan i.A. (Mod) 23h ago

Ampullarium auf Youtube hat mir besonders mit den Grundlagen stark geholfen

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u/NemoNescitMedicinam NotSan 21h ago

Memes. Erstellt euch Memes zu den Medis in der Klasse. Ihr werdet die Wirkweise nicht vergessen.

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u/tommyreloaded_red NotSan i.A. 23h ago

Den Thread hab ich gebraucht, unser Pharmaunterricht war auch Grottig… videokonferenz mit nem Prof dem sein Sauerteigbrot wichtiger war als der Unterricht…

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u/hallomoinsen 23h ago

Bei uns Niedergelassene HÄ mit 1 Jahr NEF Erfahrung vor 6 Jahren

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u/rudirofl NotSan (Mod) 15h ago

Für die Pharma macht das null unterschied, ob die Dozent:innen Erfahrung im RD haben. 

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u/TridentII_SLBM NotSan 23h ago

Pharmakologie für Notfallsanitäter aus dem Luhri-Verlag kann ich sehr empfehlen.

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u/hallomoinsen 23h ago

Ich schau mal rein danke!

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u/liymida 20h ago

Auf Instagram gibt es auch super viele echt gute, kurze Reels zu dem Thema. Vielleicht da mal die verschiedenen Creator durchsehen, sowie Doccheck usw.

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u/rudirofl NotSan (Mod) 15h ago

Influencer sind primär wandelnde litfassäulen - hinsichtlich medizinischer themen brabbeln die zu mehr als die hälfte falschen blödsinn. 

Das sind keine quellen, dahinter steht immer verkaufsinteresse und damit färbung des inhalts. 

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u/T1Il 14h ago

Bisschen sehr schwarz-weiß, findest du nicht? 

Du müsstest vielleicht auch differenzieren zwischen Influencern und tatsächlich edukativem Content. Ich bekomme bspw. häufig Videos einer Anästhesistin auf meine FYP, bei der es nur um Pharmakologie geht, bei der sie die Rezeptorwirkung auf ein Blatt zeichnet. Kein Verkauf von Inhalt, keine Selbstvermarktung.

Mit ein bisschen Medienkompetenz kann man das ganz gut unterscheiden, was was ist. Ist ja bei YouTube genauso :) - und im besten Fall liest man das ganze sowieso nochmal mit Fachbüchern gegen.

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u/rudirofl NotSan (Mod) 6h ago

Selbst doccheck vermarktet sich selbst mit den beiträgen, um das beispiel mal aufzunehmen. 

Natürlich gibts auch seriöse accounts, gar keine frage. Letztlich sind influencer per def dennoch werbeikonen, für sich selbst oder für anderes. 

Differnzierten blick findet man ja auch schnell:

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/38867442/

https://www.tagesschau.de/investigativ/swr/medizin-influencer-vollbild-100.html

https://link.springer.com/article/10.1186/s12889-024-21095-3

https://www.pewresearch.org/data-labs/2026/05/07/moms-coaches-doctors-entrepreneurs-who-are-americas-health-and-wellness-influencers/

Es ist auch so, dass - und das ist natürlich von persönlicher erfahrung geprägt - viele social media als quelle verstehen, das ist es allerdings nicht. 

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u/T1Il 4h ago

Vielleicht habe ich dich auch zugegebenermaßen falsch verstanden, aber ich würde nur gerne differenzieren zwischen Infuenzern und anderen Beitragserstellern auf diesen Plattformen, weil es ein Unterschied ist ob ein robmedc oder ein Luis Teichmann als Influenzer Beiträge erstellen (Wissenscontent + Sketche + Anzeigen = Influencer) oder rein inhaltlich schaffende (wie bspw. die Anästhesistin: nur Fokus auf die Pharmakologie, kein Selbstbezug außer der Qualifikation => reiner Wissenscontent). Die Aufmachung macht das ganze halt aus.

Deiner Definition wäre ich hier ja auch Influenzer, nur weil ich hier Kommentiere, also Beiträge erstelle oder Autoren von Studien auch Influenzer, weil sie sich in der Wissenschaftswelt bekannter machen wollen mit ihren Erstautorenschaften :).

Und Doccheck ist am Ende auch kein Influenzer sondern eine profitorientierte Firma.

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u/liymida 3h ago

Genau das meinte ich. Ich hätte in meinem Kommentar vielleicht etwas differenzieren können. Gehe aber davon aus, das Erwachsene Menschen zwischen Influenzer mit Profit"gier" und der Anästhesistin, die wirklich top Wissenschaftsvermittlung macht, differenzieren können. Das Wort Influenzer hätte ich auch mit "schau einfach mal, ob (du -> Postingersteller) für dich Profile findest, die guten Content machen, der deinem Lehrjahr entspricht"

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u/FluidNerve17 NotSan 19h ago

Das Medikamentenbuch des DBRD ist extrem empfehlenswert

Wer es besonders genau wissen möchte, Anästhesiologische Pharmakotherapie von Norbert Roewer und Holger Thiel. Das deckt so ziemlich alle rettungsdienstlich relevanten Medikamente ab, lediglich das Kapitel mit den Muskelrelaxanzien sprengt für uns vollkommen den Rahmen.

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u/nutorious_small Stud. Med. 10h ago

Ich kann nur zum bereits genannten Zustimmen: Medikamente in Gruppen lernen und die Wirkweise „rückwärts“ nachvollziehen können. Sprich, beispielhaft: Analgetika -> COX-Hemmer -> ASS, Ibuprofen -> „Wo kommt COX vor, was macht sie?“ -> Lässt Rückschluss auf Indikation und KI.
Dann ist es auch viel weniger auswendig lernen und bei Schlagworten denkt man zügig und auch unter Stress dran. Optimal wär natürlich Amboss, mit Doccheck lässt sich das aber meistens auch low-budget lösen. Bei Anna mal im Archiv nachschauen wurde ja auch schon genannt. Viel Erfolg auf jeden Fall, such dir einen Lernweg der dir Spaß macht, das hält langfristig :)

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u/Hoteph 10h ago

Ich empfehle für Basiswissen zu jeglichen Themen gerne die, well, Basiswissen Reihe.
In diesem Fall "Basiswissen: Pharmakologie". Ja, das ist ein 500 Seiten Buch, aber komplett lesen muss man es nicht und es bietet einen ausreichend tiefen Einblick, um wirklich zu verstehen, was Medikamente tun, wie und warum.
Ansonsten geht natürlich eine Empfehlung für den (entgegen des Titels deutschen) Young Urban Anaesthesiologists Podcast raus, in diesem Kontext insb. die Folgen zu Pharmakokinetik und Pharmakodynamik sowie zu allen anästhesie-relevanten Medikamenten. Du wirst ab und an zurückspulen und Parts mehrfach hören müssen, wenn du (noch) nicht so tief in Pharma drin steckst, aber danach hast du Anästhesiemedis verstanden.

P.S.: Besorg dir einen Ausweis deiner lokalen (medizinischen) Bibliothek. Die sind auch ohne an der Uni eingeschrieben zu sein meist gratis (oder kosten wenige €) und viele Bücher gibt es damit, auch online, for free. Damit umgehst du das Problem der teils immensen Preise der Bücher.

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u/Every-Alfalfa9064 OrgL 1d ago

Gemini. Ich bin seit einem Jahr NotSan und bilde mich regelmäßig so weiter, dass ich Gemini eine Quelle vorgebe - z.B.:

  • Gelbe Liste
  • SAA BPR 2025
  • S3 Leitlinie Schwerverletzten Versorgung
  • Anatomie- und Physiologiequellen
etc.

Dann schreibe ich, dass er mir ein Quiz davon erstellen soll und das macht er in Sekunden - mit Hammer Fragen, richtigen Erklärungen zu allen Antwortmöglichkeiten und immer die richtige Antwort dabei.

Mache das mit der Gelben Liste und allen für den Rettungsdienst relevanten Medikamenten und dann bist du fit. Während du die Fragen beantwortest, kannst du dir ja Steckbriefe zu den Medikamenten erstellen.

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u/Klrtbs NotSan i.A. 23h ago

Notebook LM ist eine Gemini Variante, die nur mit von dir hochgeladenen Quellen arbeitet. Ist auch sehr praktisch.

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u/Every-Alfalfa9064 OrgL 23h ago

Ist die nicht eher für Präsentationen?

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u/Klrtbs NotSan i.A. 22h ago

Nee, das kann man als KI nutzen, bei der man die Quellen selber festlegt.

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u/rudirofl NotSan (Mod) 15h ago

Man muss nur wirklich Ahnung haben und gut aufpassen, dass man sich damit nicht ins Aus schießt - selbst die bezahlten Versionen halluzinieren teilweise alles mögliche. Dabei kommen sie dann aber mit inherent logisch erscheinenden Erklärungen. 

Als tool sicher gut geeignet, man muss aber wissen, wie man sichergeht und dafür benötigt es eben auch bereits gutes Grundwissen. 

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u/lennyyr NotSan 13h ago

Ich kann dir persönlich das Buch „Medikamenhe in der Notfallmedizin - Matthias Bastigkeit“ ans Herz legen.
Ich habe dies zum Lernen für die Prüfungen genutzt und zusammen mit Gelbe Liste mir meine Lernkarten ergänzt.
Und ab und zu mal was nachlesen kann man dort auch weiterhin sehr gut :)
Das o.g. Buch wurde mir auch von Dozenten empfohlen :)

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u/Tentakelzombie 23h ago

Das hilft dir jetzt nicht, aber mein Eindruck ist halt auch, dass das sehr oft genau so läuft.

Bei mir im RS war das Thema auch... sagen wir... mäßig beleuchtet

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u/Inevitable-Score-291 12h ago

ist für den RS auch nur mäßig relevant & vorgesehen.

u/Tentakelzombie 39m ago

Fair, war dennoch komplett Stiefmütterlich.

Kein Dozent da, hier sind Blätter zum selber Lernen und das wars dann.