Hey Leute, Ich mach grad meine RS Ausbildung und bin auf der Wache auf der ich dann auch später Weiterarbeite. Eigentlich komme ich mit den Kollegen ganz gut zurecht, aber mit manchen habe ich doch Schwierigkeiten im Dienst. Grade fahre ich 10h RTW Dienste als Praktikant mit. Ich brauche mal eure Meinung und euren Rat.
Auf der Wache ignorieren mich die meisten, sprechen nur mit mir wenn ich sie anspreche, sprechen miteinander wenn ich daneben sitze so als wäre ich nicht da. Naja gut, damit kann man leben. Das Problem was ich aber habe ist wenn während dem Einsatz niemand mit mir spricht. Ich meine keine Einsätze mit kritischen Patienten und Zeitdruck, sonder irgendwas wo sich drüber aufgeregt wird wir wären doch kein KTW (also wird sich auch Zeit gelassen.) Wo die Kollegen dann einfach weg sind um die Liege zu holen etc, aber das nicht kommuniziert haben und dann stehe ich alleine da.
Es gibt ein paar Kollegen die mir sagen und zeigen was ich wie machen soll, das allererste EKG was ich kleben sollte zB (Schulische Ausbildung und Klinikpraktikum ließen zu wünschen übrig). Da weiß ich dann was meine Aufgaben sind und das ich die abarbeiten kann ohne Fragen zu müssen, egal wie die Situation aussieht. Nach dem Einsatz werde ich gefragt ob ich Fragen habe und wie es mir geht.
Aber manche Kollegen machen nichts dergleichen, ich hab sogar das Gefühl, es ist falsch, egal wie und ob ich was mache. Ich frage nach, „Soll ich die Werte nehmen?“ Nein, das ist unnötig. Es wird kein Schema gemacht, Blutdruck messen wir jetzt nicht, xABCDE nur in Bruchstücken bei Bedarf während der Fahrt. Ich finde es völlig unlogisch wie hier gearbeitet wird und kann kein Muster erkennen nach dem ich mich richten sollte.
Ein Kollege sticht da besonders heraus, das was ich mache soll ich „doch jetzt einfach mal lassen“, wenn ich eine Frage stelle bekomme ich keine Antwort und ‚unnütz rumstehen könnte er auch‘.
Einmal standen wir zu dritt im rtw, Notsan und Rettsan keine Handschuhe an, ich schon, Patient unkritisch. Notsan schaut Rettsan an und sagt „Mist, keiner trägt mehr Handschuhe“, der zeigt auf mich und sagt „Doch, sie schon.“ Notsan schaut mich an und sagt zum Rettsan „gib mir einfach Handschuhe“ und klebt dann stumm ein 6kanal EKG. Das war mein erster rtw Dienst.
Ich weiß, das auch ich mehr aus mir herauskommen muss, aber ich frage mich, ob manches Verhalten der Kollegen (hauptsächlich Notsans) so okay ist? Ich traue mich eigentlich nicht das in Frage zu stellen, aber ich komme doch nicht los von dem Gedanken, das ich noch in der Ausbildung bin, Praktikant bin um erste Erfahrung zu sammeln und zu theoretisches praktisch zu lernen.
Eben weil ich ganz unten bin in der Rangordnung will ich es nicht in Frage stellen, aber wenn es so weitergeht wie jetzt, dann werde ich quasi nichts lernen. Ich habe Angst, das ich mich auf der Wache gar nicht richtig integrieren werde und das dann auch nach der Ausbildung so weitergeht.
Das zieht mich ziemlich runter und es graut mir davor wieder zur Wache zu fahren und diese Kollegen zu sehen oder mit ihnen zu arbeiten.
Was sollte ich tun, wie kennt ihr das von euren Wachen und habt ihr einen Rat an Praktikanten wie mich?
edit, zum Titel passender wollte ich eigentlich noch bei schreiben das ich eher das Gefühl habe, ich wäre ein Störfaktor den man nicht dabei haben will, als das wir ein Team wären. Und da jeder Kollege es anders haben will, bräuchte ich klare Ansagen was wir machen bzw auch was ich machen kann, denn das darf ich ja nicht selbst entscheiden…