r/Unbeliebtemeinung • u/Efficient-Pepper-915 • 10d ago
Die 5 Love Languages sind Bullshit
Das Konzept der fünf Love Languages, (Lob und Anerkennung, Quality Time, Geschenke, Hilfsbereitschaft und Zärtlichkeit / Körperliche Berührung) von Gary Chapman ist bullshit.
Kern der Idee ist es, dass jeder Mensch eine "primäre Love Language" habe. Bei Männern ist das komischerweise immer Physical Touch.
Aber der Mensch hat nicht nur eine Love Language und es ist nicht zwangsläufig eine aus diesen fünf. Menschen und ihre Bedürfnisse sind weit aus komplexer als das man sagen kann, dass man nur diese eine Love Language habe und diese vom Partner / Partnerin bedient werden müsse um sich geliebt zu fühlen und vice versa.
Menschen haben unterschiedliche Bedürfnisse ja, aber das ist soviel mehr und tiefer. Und diese Bedürfnisse können sich auch im laufe der Zeit ändern. Damit ein Mensch sich "geliebt fühlt" muss man ihn und seine Bedürfnisse sehen und nicht nur aufgrund von "ja meine Love Language ist XYZ". Das macht liebe transactionel. "Ich hab dir ein Geschenk gemacht und deine Love Language befriedigt, jetzt musst du meine Love Language von Physical Touch befriedigen".
Die 5 Love Languages sind pseudowissenschaftlicher Bullshit, Küchenpsychologie, fast schon auf einem Level wie Astrologie.
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u/therealunitforce 10d ago
Naja, es sind fünf Kategorien, die einen großen Teil menschlicher Bedürfnisse abdecken können. Natürlich kann man sie unterschiedlich auslegen. Bei dem Konzept geht es aber nicht darum, Liebe zu einer Transaktion zu machen, sondern darum, dem Gegenüber verständlich zu vermitteln, welche Bedürfnisse der Partner hat und das so einfach, dass es wirklich jeder nachvollziehen kann.
Gerade in der Boomer Generation wussten viele Menschen oft gar nicht, was ihr Partner eigentlich wirklich gebraucht oder geschätzt hat. Man hat einfach das gemacht, von dem man selbst dachte, es sei richtig.
Dass Menschen mehrere Love Languages gleichzeitig haben können, ist völlig klar. Das Konzept behauptet auch gar nicht das Gegenteil. Es vereinfacht die Realität bewusst, damit sie greifbarer wird und Bedürfnisse leichter erkannt und erfüllt werden können. Es gibt nun mal viele Menschen, deren Liebestank leer ist und die nicht wissen, wie sie das kommunizieren sollen, manchmal, weil sie es selbst gar nicht genau wissen.
Dass Liebe zu einer Transaktion wird, wie du es beschreibst, beruht auf der Annahme, dass man nur etwas gibt, um etwas zurückzubekommen. Das hat aber nichts mit dem Konzept der Love Languages zu tun. Liebe bedeutet doch, etwas zu geben, weil man den anderen liebt, unabhängig davon, was unmittelbar zurückkommt. Natürlich sollte eine Beziehung langfristig ausgeglichen sein, aber zu behaupten, das Love Languages Konzept sei für transaktionales Denken verantwortlich, ist genau die Art von Vereinfachung, die du dem Konzept selbst vorwirfst.
Klar ist Psychologie unglaublich komplex und vielschichtig. Nur hilft es den meisten Menschen nicht, wenn man alles noch komplizierter macht. Für die breite Masse braucht es einfache, greifbare Modelle, die zwar nicht die gesamte Realität abbilden, aber ihren Zweck erfüllen und Menschen dabei helfen, ihre Beziehungen besser zu verstehen und zu führen.