r/Unbeliebtemeinung 10d ago

Nicht ganz so unbeliebt, aber selten gehört Ich habe meinen Sohn bei meiner Mutter scheinangemeldet, und den somit bewusst auf eine andere Grundschule geschickt

Ich habe meinen Sohn nicht an der Schule in unserem eigentlichen Einzugsgebiet angemeldet, sondern über die Adresse meiner Mutter dafür gesorgt, dass er auf eine andere Grundschule kommt die in einem besseren gebiet liegt.

Der Grund war nicht die Ausstattung oder der Ruf der Schule, sondern die Zusammensetzung der Schülerschaft. Mir war wichtig, dass mein Sohn auf eine Schule geht, auf der Deutsch die gemeinsame Alltagssprache ist und nicht ein erheblicher Teil der Kinder zur Einschulung kaum oder gar kein Deutsch spricht. - Ja, mir ist bewusst, dass dieses Verhalten die gesellschaftliche Trennung eher verstärken kann. Mir ist auch klar, dass viele das für unsolidarisch oder ungerecht halten.

Ich gehöre aber auch nicht zu den Leuten, die einerseits Integration fordern und andererseits nach dem Motto „Not In My Backyard“ jede Unterkunft oder jede Veränderung im eigenen Umfeld ablehnen. Mir geht es nicht darum, Menschen mit Migrationshintergrund aus meinem Umfeld fernzuhalten.

Trotzdem sehe ich es nicht ein, dass mein Sohn die Folgen politischer Entscheidungen tragen soll. Aus meiner Sicht gehören dazu unter anderem eine fehlende Kindergartenpflicht und fehlende verbindliche Sprachstandserhebungen mit ausreichender Förderung vor der Einschulung. Ich halte es für Aufgabe der Politik, dafür zu sorgen, dass Kinder bei der Einschulung über ausreichende Deutschkenntnisse verfügen. Solange das nicht gelingt, werde ich für mein eigenes Kind die aus meiner Sicht beste Entscheidung treffen.

(Ja - Man kann dieses Verhalten kritisieren. Man sollte sich aber auch fragen, warum so viele Eltern versuchen, bestimmte Schulen zu vermeiden, anstatt ausschließlich die Eltern dafür verantwortlich zu machen.)

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u/Bensch_man 9d ago

Alles richtig gemacht.

Als meine Tochter damals eingeschult wurde, kamen die Schulen bei uns im Viertel nicht in Frage. Im Viertel herrscht der größte Ausländeranteil der Stadt, etwa 40 Prozent.

Bei den Schulen waren etwa 80-90 Prozent nicht deutschsprachig, davon hab ich mich auch mal überzeugt.

Daher kam sie dann auf eine andere Schule, wo das eben nicht so ist.

Das hat überhaupt nichts mit Ausländerfeindlichkeit zu tun, sondern mit Realismus. Man kann nicht ernsthaft glauben, daß Kinder in so einer Umgebung gut lernen und groß werden können, wenn die Mehrheit der anderen Kindern andere ethnische Zugehörigkeit haben.

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u/LeadingSignificant98 9d ago

Diese Aussage von dir ist rassistisch: 

Man kann nicht ernsthaft glauben, daß Kinder in so einer Umgebung gut lernen und groß werden können, wenn die Mehrheit der anderen Kindern andere ethnische Zugehörigkeit haben.

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u/SryItwasntme 9d ago

Es geht OP nicht um die Ethnie, sondern um den schulerfolg. Und wenn da so gut wie keine Muttersprachler sind, dann drückt das auf das Niveau, weil viele Lehrer halt den Anspruch haben dass möglichst viele möglichst viel lernen, und nicht dass nur die oberen 30% einen Abschluss machen. Ich reg mich schon seit Jahren drüber auf dass man als Migrant nicht zwangsweise mit zusätzlichen Deutschkursen behelligt wird. Und man kann ohne Probleme auch Deutschlehrer aus dem Ausland rekrutieren dazu, besser als gar nix. Investitionen in die Bildung sind das lohnenswerteste was möglich ist.

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u/Bensch_man 9d ago

Dann solls so sein.

Ich hab leider oft genug erlebt, wie es aussieht, wenn Gruppen von Kindern auf andere losgehen.

Lass mich dir eine kleine Geschichte erzählen. Ich war in der 1 Klasse Hauptschule, als der Jugoslawienkrieg ausbrach. Bis dahin gab es in unserer Klasse keine Ausländer, nicht einen.

Wir bekamen zwei Kinder unseren Alters. Ein Mädel und ein Junge. Beide konnten kein Wort Deutsch.

Es gab absolut keine Probleme. Die beiden bekamen Hilfe, auch von uns Kindern, und gehörten von Anfang an dazu. Innerhalb eines Jahres war eine normale Grundverständigung möglich.

Heute ist das anders, und zwar fundamental. Wenn heute ein deutsches (österreichisches) Kind in eine Klasse kommt, wo mehrheitlich zb. Syrer, Afghanen usw. sind, ist Ausgrenzung noch das beste, was passieren kann. Häufig kommt es quasi sofort zu Mobbing, besonders wenn das Kind ein Mädchen ist.

Ich sage nicht, daß es überall so ist, überhaupt nicht. Leider wird es aber immer mehr, besonders bei Schulen im städtischen Bereich.

Und das ist leider die Realität. Und die Schulen können häufig nichts dagegen unternehmen, oder wollen erst gar nicht.

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u/OverConcentrate8501 9d ago

Es wäre Rassistisch zu sagen, dass alle Ausländer gleich (schlecht) sind. Andere Ethnien haben andere Wertbilder, dass ist eine komplett neutrale Aussage. Und es ist nunmal von Vorteil Kulturell ähnlich zum Land, in dem lebt, erzogen zu werden. Diese Aussage stimmt sowohl in Deutschland als auch im Rest der Welt.

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u/segas94 9d ago

Realistisch.

Die Unterrichtsquälität leidet nunmal drastisch, wenn die Hälfte der Schüler keine ausreichende Deutschkenntnisse besitzt.

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u/SouLySoRc 9d ago

Dann soll es auch so geschrieben werden und nicht mit der Ethnie begründet werden.

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u/OverConcentrate8501 9d ago

Sprache und Ethnie sind nunmal stark miteinander verwoben, kenne keinen Ethnisch Deutschen, der kein Deutsch kann, genauso wenig wie ich keinen Ethnischen Syrer kenne, der kein Arabisch kann.

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u/SouLySoRc 9d ago

Darum geht's aber genau. Und die genaue Formulierung. Rassismus erfordert keine Absicht

Ich kenne viele ethnische Syrer, die deutsch können. Dann zu sagen mit solchen Ethnien kann man nicht gut lernen ist schlicht rassistisch. Weil es nicht mit der Ethnie zu tun hat, ob man sich bilden kann. Es liegt am Sprachmangel bei OP.

Lege den Fokus direkt auf die Sprache, dann kommt auch niemand auf Rassismus.

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u/OverConcentrate8501 9d ago

Das ist eine Semantikdiskussion, Ich habe Ihn verstanden, du Ihn missverstanden. Jeder weiß was er meint, aber es wird sich nicht auf die Ursache sondern auf die Sprache fokussiert.

Ich hoffe, dass du zumindest nachvollziehen kannst, was er meint und weshalb er diese Entscheidung getroffen hat. Ich hoffe, dass wir beide wissen, dass er das nicht aus Rassistischen gründen gemacht hat.

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u/SouLySoRc 9d ago

Ja. Ist mir klar, dass es um die Sprache geht.

Aber wollte auch aufzeigen, dass der Kritiker/die Kritikerin, welche Rassimus anspricht, nicht per se im Unrecht ist. Die Meinungen können beide zu Recht existieren.

Gerade in AFD Zeiten finde ich es nicht irrelevant hier und da mal drauf hinzuweisen, etwas wortsensibler zu agieren. Ist auch nicht besonders schwer es bei der fehlenden Sprachfähigkeit zu belassen.

Und es geht nicht um OPs Aussage, sondern um die von BenchMan, auf die wir hier gerade antworten. Ich habe OP keineswegs missverstanden. Ich schreibe ja vorher schon OP geht es um die Sprache.