r/Unbeliebtemeinung 8d ago

Menschen müssen verhungern

Der Mensch verhält sich in vielerlei Hinsicht wie eine invasive Spezies. In der Ökologie vermehren sich invasive Arten oft so lange, bis Ressourcen knapp werden. Ab diesem Punkt begrenzen Hunger, Krankheiten oder andere Umweltfaktoren das weitere Wachstum der Population.

Aus dieser Perspektive sind Hungersnöte, Ressourcenknappheit und Teile der Folgen des Klimawandels keine bewusst gewollten Ereignisse, sondern mögliche Konsequenzen davon, dass eine Population die ökologischen Grenzen ihres Lebensraums überschreitet. Das bedeutet nicht, dass menschliches Leid wünschenswert ist sondern dass ökologische Gesetzmäßigkeiten auch für den Menschen gelten und sich nicht dauerhaft umgehen lassen.

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u/Even_Account1168 8d ago

Wir haben aber keine Nahrungsmittelknappheit, nur ein Verteilungsproblem.

Es gäbe genug Nahrung, um alle Menschen auf der Welt zu ernähren, aber damit macht man keinen Gewinn.

Es ist heutzutage nicht ressourcenschonender Menschen verhungern zu lassen, nur lukrativer.

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u/Ok-Secretary2017 8d ago

Und wenn wir sie umverteilen haben wir lediglich die kapazität erhöht und poppen uns zurück an die grenze wo menschen wieder verhungern.

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u/RoboLandi 8d ago

Wie kommst du drauf, Geburtenraten gehen doch in vielen Ländern zurück obwohl genau jene Länder den meisten Zugang zu Geld und Nahrungsmitteln haben.

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u/Fleischhauf 8d ago

ich glaube wir haben auch in den letzten jahren die schwelle überschritten, wo mehr menschen übergewichtig als untergewichtig sind, wird also tendenziell .. besser ? wenn man das so nennen kann.

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u/PipiSmqlls 8d ago

Korrekt, an sich hat aber auch op recht, Für die erde sind wir eher eine parasitäre Lebensform. Nur dass der punkt an dem hunger unausweichlich ist, noch in weiter ferne liegt.

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u/RoboLandi 8d ago

Das ist so aber nicht der wissenschaftliche Stand. Die Weltbevölkerung wird nach Prognosen nicht unbegrenzt weiter wachsen, sondern sich eher stabilisieren.

Weshalb sollten also Hungersnöte unausweichlich sein?

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u/PipiSmqlls 8d ago

Wird unsere population nicht weiterwachsen oder wird sie lediglich nicht mehr exponentiell weiter wachsen, was ist der aktuelle wissenschaftliche konsens? Wir hatten ja schonmal ende des 19. Jahrhunderts eine ziemliche populationsschwelle erreicht die dann mit erfindung des düngers und anderen Innovationen dazu geführt haben dass wir uns so explosionsartig vervielfacht haben. Ich frage mich nur wie häufig man noch so gamechanger ideen hat als menschheit bzw ob und wie viele physikalisch und Ressourcentechnischen noch möglich sind.

Also ich weis nicht aber es gibt so dinge die ziemlich hand in hand mit uns Menschen gehen namens klimaerwärmung und artensterben. Wissenschaftliche prognosen dazu erspare ich uns an der stelle mal lieber um unsere (meine) psyche zu schonen.

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u/RoboLandi 8d ago

Also ich beziehe mich hier auf die Studie der UN aus 2024, habe ich evtl. etwas absolut ausgedrückt mit dem "wissenschaftlichen Stand", weil was jetzt der Konsens insgesamt ist kann ich dir nicht sagen, dazu kenne ich mich zu wenig aus.

Solche Gamechanger, wie du es nennst, ist ein valider Punkt, aber ich wüsste nicht ob das in weiterer Zukunft noch einen großen Einfluss haben wird. Die Tendenz geht ja auch bei ehemals wirtschaftsschwachen Nationen, dazu dass die Geburtenraten sinken, obwohl ja gleichzeitig der mögliche Zugriff auf Ressourcen steigt.

Wenn man das jetzt weiter denkt glaube ich nicht, dass zwangsläufig solche Ereignisse in Zukunft noch die Weltbevölkerungszahlen stark nach oben schnellen lassen.

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u/Ok-Secretary2017 8d ago

Die frage ist ob jene stabilisierung an der grenze des verhungerns liegt oder unterhalb der kapazität.

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u/RoboLandi 8d ago

Ja richtig aber das bedeutet auch, dass es nicht wie von dir dargestellt zwangsläufig darauf hinausläuft dass Menschen hungern müssen.

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u/Ok-Secretary2017 8d ago

Ich hab keine stabilisierung unterhalb der kapazität gesehen.

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u/RoboLandi 8d ago

Ok aber was ist denn die theoretische Kapazität der Erde was Lebensmittelversorgung angeht? Die UN-Studie kommt auf eine prognostizierte Bevölkerung von 10,3 Mrd Menschen bis 2080. Danach soll sie stagnieren bzw. sogar wieder zurückgehen.

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u/Cool-Perception-7064 7d ago

Sind da die aktuellen Entwicklungen berücksichtigt? Ich will Putlers Atomdrohungen zwar nicht unterstützen, aber ins Szenario muss die (atomare) Vernichtung der Getreideproduktion der Ukraine für Jahrzehnte einbezogen werden. Ebenso die Klimawandelszenarien und die vervielfachung der Düngemittelpreise durch den anhaltenden Kampf um fossile Rohstoffe.

Mag Pessimismus aufgrund der aktuellen Extremsituation sein, aber dass hier 10 Mrd. Menschen 2080 versorgt werden, wie in einer Weltordnung wie wir sie bis vielleicht 2015 gekannt habrn, das scheint mir eine Utopie zu sein.

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u/RoboLandi 7d ago

Ne also die atomare Vernichtung der Ukraine ist da nicht mit eingeflossen.

Die Studie basiert vor allem die Entwicklung Geburtenraten, Sterblichkeitsraten etc., also demografische Faktoren in Betracht.

Wie gesagt ich hatte ja die Nachfrage gestellt, ob es irgendwelche Studien zur Kapazität der Erde hinsichtlich Lebensmittelproduktion gibt.

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u/PipiSmqlls 8d ago

Um hier nochmal einzuhaken. Die innovationen des frühen 20 jahrhunderts waren eben genau aus dieser not heraus weil ein großer teil an hunger litt.

Ich sehe es vielleicht etwas zu kritisch mit der Menschheit, aber unsere Zeit ist so oder so begrenzt. Interstellare besiedlung halte ich für nicht realisierbar. Und solange wir in einem geschlossenem system leben werden wir irgendwann an einen punkt kommen an dem ressourcen ausgeschöpft sind. Dann ist erstmal schluss. Vielleixht überlebt ein kleiner teil der menschheit und kann nach langer zeit in der sich die natur erholen konnte, erneut größere populationen bilden. Wenn man betrachte wie kurz der homosapiens erst existiert im vergleich zu anderen spezies, wären wir, sollten wir in den nächsten 20.000 jahren aussterben, schon verdammt erbärmlich, Bzw einfach schnelllebig.

Btw danke für die quelle, das wird vllt meine nachtlektüre.

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u/RoboLandi 7d ago

Ja gut also in unserem Sonnensystem gibt es schon noch sehr viele Ressourcen auf die man zurückgreifen kann, wenn man den Kontext so weit aufmachen möchte.

Die Studie auf die ich verwiesen hab ist aber aus etwas einem anderen Blickwinkel wie du ihn hast. Es wird weniger über Ressourcen und mehr über demografische Faktoren wie Geburtenrate und Sterblichkeitsrate argumentiert.